Haben wir MFA hier?

    • (1) 06.04.18 - 11:35

      Hi : )

      Nachdem wir uns die letzten Jahre um die Karriere meines Mannes gekümmert haben und ich mit unserer Tochter weitesgehend Zuhause war, bin ich nun dran, sobald sie in die Schule kommt (bzw das Jahr danach, damit sie sich einfinden kann).
      Ich habe lange überlegt was ich machen möchte und es soll zwingend eine zweite Ausbildung sein, da ich in meinen Beruf nicht zurück möchte.

      Hat hier jemand Medizinische Fachangestellte gelernt? Eventuell sogar später? Oder sogar im Krankenhaus?

      Würde mich über Austausch freuen.

      LG

      • Ich kann von der anderen Seite berichten, wir bilden MFAs aus (große überörtliche Praxisgemeinschaft/ambulante Klinik).

        Wir haben eigentlich nur junge Frauen, also direkt nach der mittleren Reife oder dem Abitur, kann mich jetzt an keine Auszubildende erinnern, die vorher bereits im Berufsleben standen.

        Also ich kann dir nur soviel sagen: es sind, natürlich je nach Praxis, teilweise unschöne Arbeitszeiten und der Verdienst ist natürlich wirklich nicht überragend, weder in der Ausbildung noch danach. Unsere Auszubildenden müssen 2x die Woche zur Berufsschule, 3 Tage sind sie hier im Haus.

        Sie durchlaufen bei uns alle Abteilungen, also Labor und Ambulanzen genauso wie das Büro in dem die Arztbriefe oder Privatrechnungen geschrieben werden, sie arbeiten im Lager/Materialwirtschaft mit um die Bestückung der Maschinen zu lernen und sie arbeiten natürlich am Patienten sowohl im Labor als auch am Bett.
        Sie machen Terminvergaben und natürlich auch administrative Tätigkeiten, je nachdem was anfällt.

        • Dankeschön.
          Ich denke es trifft auf die meisten Ausbildungen zu, dass kaum ältere Bewerber dabei sind. Wahrscheinlich werde ich einfach abwarten müssen. Demnächst werde ich mich auf ein Praktikum bewerben, vielleicht erfahre ich dann schon mehr.

          Dass die Arbeitszeiten und der Verdienst nicht optimal sind weiß ich, allerdings steht das für uns nicht an erster Stelle. Mein Mann verdient gut (klar, darauf sollte man sich nicht nur stützen), aber ich möchte gern' ebenfalls etwas machen das mir etwas bringt bzw das mir Spaß macht.

      Als Krankenschwester hättest Du einen höheren Verdienst und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten.

    (6) 06.04.18 - 15:16

    Nie wieder würde ich diesen Beruf erlernen, keine Kohle, viele Überstunden, Streß pur. In Vollzeit siehst du das Tageslicht nie wieder, in Teilzeit hast du noch weniger Kohle und bist als Erstkraft (die einzige Aufstiegsmöglichkeit) ausgeschieden.

    Schau in die Praxen, die "Silberrücken" sind dort schon viele viele Jahre. Einen Berufsanfänger mittleren Alters braucht niemand in dieser Branche. Die Stellen in den Kliniken gehen unter Hand weg, meistens nur als Schreibkraft oder für den Notdienst (mit kleinen Kindern schon mal unbrauchbar).

    Ich gehe lieber Teller spülen, als in meinem Beruf zu arbeiten. Verdiene sogar mehr dabei. Als ich den Beruf erlernt habe war es ein schöner....die Zeiten sind lange vorbei.

    Wenn für dich eine zweite Ausbildung in Frage kommt, dann such dir was womit du im Ernstfall dein Kind alleine versorgen kannst....als MFA kannst du das knicken, besonders als Berufsanfänger.

    • Mhhhh. Also ums Geld geht es echt nicht. Und wenn der Mann doch mal weg sein sollte, gibt es ja auch noch meinen verhassten Erstjob ; ). Da kann ich in Vollzeit Frühschicht arbeiten und man findet eigentlich immer was bzw. kommt nicht "raus".

      Ehrlich gesagt kenne ich kaum noch Praxen mit älteren Angestellten. Die meisten sind mittlerweile in Rente und bei meinen Ärzten arbeiten nur Frauen in meinem Alter und abwärts.

      Unschreibe ich direkt!
      Würde ich heute nicht mehr erlernen. Stimme mit meiner Vorschreiberin in allen Punkten überein.

Ich bin seit 10 Jahren MFA und kann - trotz diesen vielen Änderungen in den letzten Jahren - auch heute noch sagen, es ist mein Traumberuf und ich würde ihn jederzeit wieder erlernen.

Die Tarifverträge sind natürlich nicht mit Millionenbeträgen, aber in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ich verdiene mittlerweile fast 1000€ brutto mehr als vor einigen Jahren allein durch den Tarifanstieg. Allerdings sind meine Arbeitszeiten nicht gerade flexibel und wenig. Hier kommt es allerdings darauf an, in welcher Praxis man arbeitet. Der Trend geht eh dazu, größere Praxen sowie MVZs zu eröffnen, da hat man ein großes Team. Meine Kolleginnen aus einer Hausarztpraxis mit 5 Ärzten im gleichen Haus wo ich arbeite machen nie Überstunden, da sie einen Arbeitsplan haben und sich dementsprechend abwechseln. Gegen Ende der Sprechstunde bleibt halt nur eine MFA da und der Rest macht pünktlich Feierabend. Ich mag die Mischung aus Arbeit direkt am Patienten und dem ganzen Verwaltungsaufwand.

Ich würde dir einfach raten es dir anzuschauen! Dann kannst du dir ein eigenes Bild machen!

  • Vielen Dank,
    ich möchte mich bald für ein dreimonatiges Praktikum hier im Krankenhaus bewerben. Ich denke das ist das Beste und eröffnet auch ggf. Möglichkeiten. Immerhin weise ich auf den ersten Blick doch ein paar Minuspunkte auf ; ).

(12) 07.04.18 - 22:40

huhu,
also ich bin auch MFA und ich mach es super gerne. Der Verdienst ist verhsndlungssache muss ich sagen. ich habe meine Ausbildung in einer gemeinschaftspraxis gemacht mit Internisten, immunologen und Naturheilverfahren. danach bin ich dort geblieben im Labor. war ganz nett, nur der Verdienst war schlecht. also gewechselt zum Orthopäden. Dort bekomm ich fast das doppelte.
wir haben auch Azubis. unsere sind zwar jung, aber auch ältere wären willkommen. Die Ausbildung verging schnell, finde ich zumindest. danach, wenn dir dein Betrieb nicht zusagt, kannst du in eine anderen Fachrichtung wechseln. sicherlich gibt es auch negative Aspekte. aber das sind Variablen finde ich. zum Beispiel; Fachrichtung ist blöd? wechseln. Dein Chef zahlt schlecht? wechseln. Die Zeiten passen nicht? Teilzeit arbeiten oder wechseln. Das gute ist nämlich, MFA's werden gesucht! hier in münchen jedenfalls. und heutzutage verdienen MFA's wohl das doppelte als noch zu meiner Ausbildungszeit..wenn du dir unsicher wegen der Arbeit ansich bist, mach doch erstmal ein paar Praktika.
Liebe Grüße 😊

  • Dankeschön.
    Ja, für ein dreimonatiges Praktikum im Krankenhaus werde ich mich jetzt bewerben, damit ich irgendwann nach dem Sommer starten kann (ab da bleibt unsere Tochter auch zum Mittag im Kindergarten). Das Praktikum müsste allerdings in Teilzeit stattfinden (da sie ja noch nicht in die Schule und damit in den Hort geht), aber das stellt hoffentlich kein Problem dar.
    Für die Ausbildung wäre unsere Tochter komplett versorgt, da mein Mann immer spätestens um 16 Uhr Zuhause ist und im Notfall auch kindkrank machen oder von Zuhause arbeiten kann.
    In den Stellenanzeigen habe ich mich ebenfalls schon umgeschaut und MFA's werden auch hier händeringend gesucht. Wir wohnen allerdings auch strategisch sehr gut. Sind keine Großstadt, haben hier aber alles an Praxen, Kliniken und Rehas.

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