Fristlose Kündigung der Wohnung aber dennoch weitere Forderungen?

    • (1) 12.04.18 - 20:21

      Hallo,

      vielleicht kann mir jmd helfen, ich bin extrem überfordert:

      Ein weitläufig Bekannter hat sich aufgrund einer schlimmer werdenden psychischen Verfassung vor seinem Vermieter seit ca. 9 Monaten "versteckt", heisst: nicht auf Briefe geantwortet, Tür nicht geöffnet, also keinen Zugang gewährt, etc.

      Der Vermieter hat ihm daraufhin im Dez17 zum 1.1. fristlos gekündigt. (Miete kam immer vom Amt)
      Der Bekannte hat daraufhin die Stadt verlassen, also die Whg nicht übergeben. Das Amt hat jedoch im Januar und Februar die Miete weiter bezahlt.(Aussage vom JC). Mein Bekannter hat jetzt eine weitere fristlose Kündigung zum 1.4. erhalten , mit (Achtung) Frist zum 30.4. zur Wohnungsräumung + Forderung der Miete Februar, März und April.

      Abgesehen davon, ob die erste fristlose Kündigung überhaupt ok war - darf der Vermieter noch Miete fordern, wenn er fristlos gekündigt hat? Und sollte er nach der Kündigung nicht selbst die Schlösser tauschen und nicht noch eine Frist zur besenreinen Übergabe geben?

      Mein Bekannter wäre mit der ersten fristlosen Kündigung übrigens einverstanden, die Wohnung ist laut seinen Angaben leer, weil er alles verschenkt hat.

      Hat jmd einen Hinweis, was da rechtlich ok ist? Und wie sollte sich mein Bekannter jetzt verhalten?

      LG
      xenotaph

      • Hallo,
        solange die Wohnung nicht ordnungsgemäß übergeben wurde, darf der Vermieter das. Der Vermieter darf nicht so einfach Schlösser tauschen. Damit macht sich der Vermieter strafbar (Nötigung, Hausfriedensbruch). Er muss schon den offiziellen Weg über das Gericht gehen und klagen auf Räumung und Herausgabe der Mietsache.
        Wer sich 9 Monate versteckt, keine Briefe und Türen öffnet und mit dem Vermieter Verstecken spielt, hat ein ernsthaftes Problem. Ich würde damit anfangen, ob es hier nicht günstiger wäre, wenn sich nicht ein Dritter wenigstens um den Papierkram kümmert.
        Des Weiteren würde ich der Aussage, dass die Wohnung leer wäre nicht so ohne weiteres Glauben schenken. Die Frage ist auch, in welchem Zustand die Wohnung ist und ob sie so überhaupt übergeben werden kann. Einfach mal hingehen und anschauen. Und wenn dein entfernter Bekannter so offensichtliche Probleme mit dem Vermieter hat, dann rufe bei dem Vermieter an und frage, ob es ok ist, wenn du die Übergabe mit ihm machst, wenn du eine Vollmacht hast.

        Ich verstehe nicht, inwiefern es ein Kündigungsgrund ist, wenn man den Vermieter nicht reinlässt oder die Tür nicht öffnet.
        Der Vermieter hat regelmäßig seine Miete bekommen, so what?

        • Kommt auf den Vertrag an. In meinen Mietvertrag steht ausdrücklich drin, dass der Vermieter oder von ihm beauftragte Personen gegen Voranmeldung und bei berechtigten Interesse die Wohnung auch während der Mietzeit betreten darf.
          - Austausch/Ablesen von Zählerständen
          - dringend notwendige Reparaturen (bei uns in der letzten Wohnung gingen im Mehrfamilienhaus ab dem 2. OG plötzlich keine Klingeln mehr, der Mieter hatte die Klingelleitungen (die in einem Schacht durch seine Wohnung liefen) der oberen Wohnungen einfach angebohrt und verweigerte übrigens auch den Zutritt zu seiner Wohnung)

          Mit der Mietzahlung ist es längst nicht getan.

      Wenn das JC im Februar die Miete bezahlt hat, kann der Vermieter die natürlich nicht nachfordern.

    (12) 13.04.18 - 05:32

    Fristlose Kündigung und Wohnungsräumung sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
    Wenn ein Mieter nach der fristlosen Kündigung nicht auszieht, kann der Vermieter nicht einfach die Schlösser austauschen und so die Wohnung wieder in Besitz nehmen, sondern muss eine Räumungsklage anstrengen. Und erst wenn die durch ist, darf er die Wohnung räumen. Und ja - in der Zeit zwischen Kündigungstermin und Räumung muss der Mieter natürlich Miete zahlen. Das dein Bekannter schon längst das Weite gesucht hat, kann der Vermieter ja nicht riechen, wenn keine Übergabe (und sei es nur der Schlüssel) stattfindet.

    So wie ich das sehe, ist das Vorgehen des Vermieters korrekt. Strittig wäre vielleicht die Mietforderung für Februar. Aber könnte es sein, das für irgendeinen anderen Monat die Miete nicht überwiesen wurde? Das würde auch die fristlose Kündigung erklären. In der ungeöffneten Post finden sich vielleicht Hinweise...

    Grüsse
    BiDi

    Danke für eure Hinweise und Anregungen. Ich werd mich mal durch die Post wühlen und auch die Wohnungsübergabe begleiten.

    LG

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