Getrennte Konten - warum?

    • (1) 19.04.18 - 12:59

      Hallo miteinander

      Bei dem Thread weiter unten wurde ja nur gefragt, wie es jeder macht. Mich würde es sehr interessieren warum man diesen Aufwand für getrennte Konten betreibt?
      Man trennt ja nur etwas, wenn man nicht möchte, dass der eine vom anderen umsonst profitiert. Das bringe ich mit einer Partnerschaft nicht zusammen. Jetzt hat der eine mehr Geld auf seinem Konto als der andere und dann? Kann er dann nicht mit in den Urlaub oder muss er sich eine Pizza bestellen und nicht das Rumpsteak? Ich kann keinen logisch nachziehbaren Grund dafür finden. Gerecht aufteilen kann man das sowieso nie. Also macht jeder es so wie er es als richtig empfindet. Wo ist dann der Unterschiede zwischen gemeinsamen und getrennten Konten? Was macht ihr mit der Erkenntnis, dass der eine mehr Geld hat als der andere und was macht derjenige dann mit dem Geld?

      Ich verstehe einfach nicht, wie man freiwillig Zeit aufwendet um irgendwelche Aufteilungsformeln zu überlegen und dann Geld hin und her überweist. Was macht ihr damit?

      LG

      • Und warum sollte man immer ein gemeinsames Konto haben? Erschließt sich mir eben so wenig.

        (3) 19.04.18 - 13:16

        Hallo

        und ich frage mich immer warum jemand keine getrennten Konten macht?
        Ich verdiene mein Geld, mein Mann verdient seines. Wir haben ein gemeinsames Konto für gemeinsame Ausgaben - aber für das restliche Geld haben wir unterschiedliche Prioritäten.
        Es gab Zeiten (da waren wir aber auch noch nicht verheiratet) da habe ich deutlich mehr verdient, mir war aber Vorsorge und Absicherung schon immer wichtiger als meinem Mann (und dieser Punkt ist mir dann eben auch im Trennungsfall wichtig, denn dann muss ich ja meinen Lebensunterhalt alleine bestreiten und bin vielleicht froh um jede Rücklage die ich habe). Er gibt sein Geld mehr als ich für Vergnügen aus, mir wiederum sind Qualität und Marken wichtiger als ihm. Und um hier eventuelle Streitereien zu umgehen, machen wir eben getrennte Konten.

        #winke

        (4) 19.04.18 - 13:25

        In dem anderen Thread hat es Pixo schön erklärt finde ich.

        Ich hatte in meiner ersten Ehe alles zusammen. Aus verschiedenen Gründen möchte ich das nicht mehr. Das hat mich damals abhängig von meinem Mann gemacht, auch und vor allem im Kopf. Das war in der Trennungszeit einfach nicht schön. und das möchte ich nicht mehr, da überweise ich lieber Geld hin und her.

        Abgesehen davon finde ich es schön, dass mein Mann eine gute Ausbildung und einen guten Job hat und viel verdient - aber warum sollte er jetzt, wo er mich kennengelernt und geheiratet hat, automatisch dafür finanziell verantwortlich sein, dass ich weniger verdiene?

        Lichtchen

        • (5) 19.04.18 - 16:45

          In der Zugewinngemeinschaft alles zusammen, in der Gütertrennung getrennt.
          Sonst wären ja Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner im Trennungsjahr vollkommen sinnlos. Da schlägt es sich dann ordentlich nieder, dass jemand für den geringer verdienenden Partner mit verantwortlich ist.

          Grundsätzlich allerdings bin ich deiner Meinung!!!!

      (6) 19.04.18 - 13:32

      Wir habrn ein gemeinsames Konto für alle gemeinsamen Anschaffungen und jeder noch ein eigenes. Das hat sich so ergeben, weil ich früher mit meiner besten Freundin in einer wg zusammen gewohnt habe und wir ein gemeinsames Konto als mietkonto eingerichtet hatten. Das habe ich so beibehalten. So zahlen mein Mann und ich anteilig für alle gemeinsamen Kosten für Öl, Haus, Telefon, Strom und Wasser, gemeinsamen Versicherungen und Kita einen Betrag auf dieses Konto ein (er mehr als ich, da ich weniger arbeite als er) und unsere privaten Konten nutzen wir für unsere einzelnen jeweiligen kosten. Ich habe kein Auto und fahre auch keins, also zahlt er von seinem Konto sein auto, braucht Zinsen und Versicherung, ich habe eine brillenzusatzversicherung und private Rentenversicherung, die ich eben für mich brauche und das zahle ich eben von meinem Geld. Außerdem möchte ich nicht Rechenschaft darüber ablegen, was ich mir von meinem Geld kaufe und meinem Mann geht es ähnlich. Für uns hat das nur Vorteile. Jeder hat ja eigene Dinge, für die er Geld ausgeben will. Bei nur einem Konto muss man immer mit dem anderen über jede Ausgabe Rücksprache halten. Ich bin aber jemand, der es hasst, sich für jede Ausgabe rechtfertigen zu müssen. Alles, was uns gemeinsam betrifft, zahlen wir auch gemeinsam. Alles, was nur den einzelnen betrifft, zahlt auch jeder einzelnd.

    • Hallo,

      weil ich mit der Hochzeit vor 18 Jahren nicht meine Identität als eigenständige Person abgegeben habe. Als solche zu agieren schließt für mein Verständnis ein eigenes Konto absolut mit ein. Kann natürlich jeder drüber denken, wie er möchte.
      Vor allem würde es mich belasten, wenn ich jede Pupsausgabe von ihm sehe bzw. er von mir. Ich möchte auch nicht, dass er vom Kontoauszug auf Heller und Pfennig ablesen kann, wie viel nun sein Geburtstagsgeschenk gekostet hat.

      Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit, bekommen ein ähnliches Gehalt. Das war aber noch nicht immer so.
      Bei uns hat das überhaupt nichts mit Hin- und Her- Überweiserei zu tun. Wir haben so ziemlich am Anfang festgelegt, wer was bezahlt und fertig. Grössere Anschaffungen werden zusammen angespart, gemeinsam wird auch gespart.
      Würde einer von uns jetzt auf einmal weniger Einkommen haben, müssten die Dinge neu besprochen werden. Selbstverständlich übernimmt der andere dann den Löwenanteil der Kosten.

      LG

      Nici

      (8) 19.04.18 - 14:13

      Ich hatte breits im anderen Thread geschrieben, dass ich getrennte Konten nur zur eigenen Beruhigung ansehe und der Ursprungsgedanke (saubere Trennung) nie umgesetzt wird.
      Die bisherigen Antworten bestätigen diese Theorie. Es wird auf das Geschenk verwiesen, das der andere nicht beim Einkauf sehen soll, und den Druck sich für Einkäufe nicht rechtfertigen zu müssen. Ich gebe monatlich mehrere hundert Euro für Spielzeug aus. Für mich, nicht für die Kinder. Wenn mein Pqrtner damit ein Problem hätte, dann womir ein eigenes Konto auch nicht helfen. Soetwas muss man dann besprechen. Und nicht verheimlichen.
      Warum werden deine Fragen, die den Kern treffen, nicht beantwortet? Das würde mich auch interessieren, was in folgendem Fall passiert: der Urlqub steht an, es wird gemäß "Finanzierungsrichtlinie" 50/50 gezahlt. Blöderweise hat der Mann/die Frau zu wenig Geld, weil er/sie zu viele Skyabos/Handtaschen von seinem/ihren Konto gekauft hat. Und nun? Fällt der Urlaub aus? Muss der eine beim anderen einen Kredit aufnehmen?
      Ich kenne die Antwort: dieser Fall wird nie eintreten, denn man hat zwar getrennte Konten, aber so richtig getrennt lebt man nicht. Wie auch, man ist ja verheiratet.
      Daher: wer glaubt, dass er mit seinem eigenen Konto seine Würde, Freiheit, usw. behält, der soll das gerne tun. Aber man sollte nicht so tun, als ob dadurch die Finanzen komplett sauber getrennt sind.
      Ich kenne einen Fall aus dem eigenen Umfeld, in dem es das Paar annährend perfektioniert hat. Leider ist dann ein normales Zusammenleben quasi unmöglich. Jede Ausgabe, und ich meine wirklich jede, wird im Vorfeld diskutiert und untereinander aufgeteilt. Jeder Gegenstand ist eindeutig einem der beiden zugeordnet. Das ist für mich konsequent. Ich bezweifle jedoch, dass irgendjemand dieses Modell nachmachen möchte. Spätestens mit Kindern ist es vorbei.

      (9) 19.04.18 - 14:16

      Na ja, das kommt auf viele Faktoren an.

      mögliche Gründe sind
      - schlechte Erfahrungen mit Ex oder Eltern
      (Plünderung der Konten, Schulden, Heimlichkeiten, einer wurde nicht rangelassen ans Konto, Mithaftung von Schulden bei Überziehung
      - im Krankheitsfall selbst immer ran kommen können. Im Todesfall keine Probleme haben, wenn das eigene Konto flüssig bleibt. Eines wo man mit Dokumenten etc. hinterherrennen muss, eines bleibt flüssig
      - Gewohnheit: bei zusammenlegen und ein Konto aufgeben, müsste man ja alle Daueraufträge, Gehalt usw. auf ein anderes Konto "umleiten".
      - Beitragsgrenzen
      - Unterhalt, wenn einer noch zahlungspflichtig ist
      - Schenkungen von Verwandten/Erbe
      - Übersicht, was drauf ist. Gleiches Geld wird nicht doppelt verplant
      - "Freiheit" im Sinne: wenn einer der Partner mal mit Freunden weggehen möchte, kein schlechtes Gewissen, weil man Geld für etwas ausgibt, das der Partner nicht mag. Umgekehrt (Stichpunkt schlechte Erfahrungen): kein "warum hast du schon wieder"

      Die Gründe sind sehr individuell,
      manche haben auch 3 Konten. Je ein eigenes und gemeinsames auf das beide gleich viel oder anteilig gleich viel einzahlen

      Hinzu kommt die jeweilige Lebenssituation (Eigentum, gem. Kinder, mitgebrachte Kinder, zu versorgende Eltern, Erbe, Erbgemeinschaften, sonstige Verwicklungen, teilweise Fernbeziehungen)

      uvm.

      (10) 19.04.18 - 14:17

      Ein guter Grund für getrennte Konten ist unterschiedlicher Umgang mit Geld.

      Ich selbst mag meine Unabhängigkeit einfach nicht aufgeben. Und nein "auch mit einem gemeinsamen Konto ist man ja nicht abhängig" stimmt nicht. Spätestens wenn es Schwierigkeiten oder eine Trennung gibt.

      LG

      (11) 19.04.18 - 15:13

      Schon mal was von Selbstverantwortung und Selbstständigkeit gehört.
      Über 18 kann, darf und sollte jeder sein eigenes Konto haben.

      Da braucht es auch keine Aufteilungsformeln für, sondern nur einen Dauerauftrag.

      Wer natürlich ständig denkt, er würde zu kurz kommen oder der andere steht besser da, der ist sicherlich ein großer Verfechter dieses unsäglichen gemeinsamen Kontos.

      (12) 19.04.18 - 15:17

      "Ich verstehe einfach nicht, wie man freiwillig Zeit aufwendet um irgendwelche Aufteilungsformeln zu überlegen und dann Geld hin und her überweist."

      Das ist eine Sache von ca. 1 Std. - Fixkostenaufstellung (die in meinen Augen für jeden sinnvoll ist), Anteile ausrechnen, Dauerauftrag einrichten, fertig. Bei dem Modell der getrennten Konten werden sicher keine einzelnen Eiskugeln oder Abendessen hin und her überwiesen, zumindest nicht in meinem Umfeld oder was ich hier bisher so gelesen habe. Gibt's aber bestimmt irgendwo auf der Welt.

      Wir haben drei Konten.
      Bei uns geht alles gemeinsame vom gemeinsamen Konto ab.
      Privatvergnügen, eigene Versicherungen und Vorsorge sowie Unterhalt für (vorherige) Kinder gehen vom eigenen Konto ab. Warum sollte ich das meinem Partner finanzieren oder andersrum?
      Unser gemeinsames Leben finanzieren wir auch gemeinsam, ebenso den Alltag mit seinen/unserem Kindern/Kind, wie z.B. Kochen, Ausflüge usw..
      Altlasten, Kredite, private Altersversorge, kostspielige Hobbys werden dem anderen nicht aufgebürdet, sofern sie nicht gemeinsam unterschrieben oder abgemacht wurden.
      Mein eigenes Konto werde ich nie aufgeben, weil ich es mag, mein eigenes Geld zu haben und frei darüber zu verfügen. Das heißt ja nicht automatisch, dass mein Partner oder die Beziehung darunter leiden muss.

      Gemeinsam in Urlaub fahren wir übrigens trotzdem, ganz ohne stundenlanges Ausrechnen und vieler Überweisungen. Das geht dann einfach vom Gemeinschaftskonto und dem gemeinsam Ersparten ab.

      (13) 19.04.18 - 15:22

      Ich fasse mal zusammen:
      Trennung
      Bei einer Trennung ist es völlig gleichgültig, welcher Name auf dem Konto steht. Alles was in der Zeit der Ehe erwirtschaftet wird, gehört zum Zugewinn und wird aufgeteilt. Bei nichtverheirateten Paare ist es natürlich anders.

      Unterschiedliches Ausgabenverhalten
      Auch wenn der andere keinen Überblick über die Ausgaben seines Partners hat, bekommt es der andere doch mit, wenn laufend neue Dinge den Haushalt bereichern. Auch bei getrennten Konten plant man doch gemeinsam wieviel in dem Monat ausgegeben werden kann und für was man spart. In meinem Fall wäre es so, dass mein Mann sich jeden Wunsch erfüllen könnte und ich in die Röhre schauen müsste. Von Gleichberechtigung keine Spur.

      Abängigkeit vom Mann
      Wieso? Wir sind eine Familie und gleichberechtigt, egal wieviel einer verdient. Wenn mein Mann befördert wird kann ich mich genauso darüber freuen. Wir legen auch gegenseitig keine Rechenschaft ab, ob man was kaufen darf oder nicht. Es ist unser gemeinsames Geld. Wir wissen unsere Einnahmen und unsere Ausgaben und jeder ist so erwachsen, dass er selber weiß wieviel man noch für persönliche Dinge ausgeben kann.

      Ich denke, getrennte Konten geben nur das Gefühl der Unabhängigkeit, gleichgültig ob man auch noch 3 Kinder hat. Keiner hat mir eigentlich die wichtigste Frage beantwortet, wie auch Schwarzwald schon erwähnt hat, was macht ihr dann mit eurem persönlichen Geld? Was macht ihr bei Ausgaben, die sich er eine leisten kann und der andere nicht?
      Um mit einem Partner harmonisch zusammenleben zu können, muss man doch auch bei Geld auf einen gemeinsamen Nenner sein. Ich glaube nicht, dass es nur durch den Kauf von zu teueren Schuhen zu Streit kommt.

      • (14) 19.04.18 - 16:01

        "Alles was in der Zeit der Ehe erwirtschaftet wird, gehört zum Zugewinn und wird aufgeteilt."

        Schon mal Unfug.

        "In meinem Fall wäre es so, dass mein Mann sich jeden Wunsch erfüllen könnte und ich in die Röhre schauen müsste. Von Gleichberechtigung keine Spur."

        Tja. Deswegen tun so viele Frauen etwas unerhörtes: Selbst Einkommen erwirtschaften.

        "Um mit einem Partner harmonisch zusammenleben zu können, muss man doch auch bei Geld auf einen gemeinsamen Nenner sein."

        Und das kann man bei getrennten Konten ganz wunderbar.

        • (15) 21.04.18 - 18:29

          ""Alles was in der Zeit der Ehe erwirtschaftet wird, gehört zum Zugewinn und wird aufgeteilt."

          Schon mal Unfug."
          Nein, ist es nicht, steht genau so im Gesetz zur Zugewinngemeinschaft!

      (16) 19.04.18 - 16:06

      "was macht ihr dann mit eurem persönlichen Geld? Was macht ihr bei Ausgaben, die sich er eine leisten kann und der andere nicht?"

      Was ich mit meinem persönlichen Geld machen? Ich kaufe mir Kleidung, makeup, gehe Kaffee trinken, gehe mit Freunden aus, kaufe eben Dinge, die ich mag.
      Bei Ausgaben die der eine sich leisten kann, der andere aber nicht (was soll das denn sein?) muss derjenige, der weniger Geld hst eben solange sparen, bis er es sich leisten kann. Wie jeder andere Menschen eben auch. Wo ist das Problem?

(17) 19.04.18 - 15:25

Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten getrennte Konten zu führen. Wir haben beispielsweise 3. Ein gemeinsames und jeder sein eigenes.

Egal wieviel jeder verdient, auf dem eigenen Konto hat jeder das gleiche Geld über.

Das ist eine Variante, die hier nicht so häufig vorkommt.

Fiktive Zahlen: Verdient der eine 1500 und der andere 2500, so hat trotzdem jeder 500 Euro für "seine" Ausgaben auf seinem Konto. Mit dem Rest wird gemeinsam gewirtschaftet.

Wenn der eine auf etwas spart und der andere das Geld lieber jeden Monat auf den Kopf haut, ist das so jedem selbst überlassen.

Deine Beispiele wie Urlaub und gemeinsames Essen sind auch gemeinsame Ausgaben, deswegen würde der Fall, dass einer mehr hat als der andere nicht eintreten. Kaufe ich mir aber 10 T-Shirts und mein Mann kommt mit 3 klar, spart dafür aber auf ein neues Handy, ist das "Privatsache".

Vg Isa

(24) 19.04.18 - 22:27

Taschengeld bekommt man von jemand anderem zugeteilt. In diesem Fall handelt es sich einfach nur um einen Teil des selbstverdienten Geldes.

Das ist ein großer Unterschied wie ich finde.

Vg Isa

(25) 19.04.18 - 15:25

Bei uns hat sich die Notwendigkeit einfach nie ergeben, ein gemeinsames Konto zu haben.
Daher hat jeder seins behalten und gut.

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