Betrugsversuch Scheckkarte.... Was kann passieren?

    • (1) 24.04.18 - 15:14

      Hallo,

      meine Mutter fiel vor paar Jahren fast dem "Enkeltrick" zum Opfer.

      Heute war es wohl wieder soweit. Sie bekam einen Anruf, dass ihr Mann eine neue Scheckkarte bekommen soll, die alten müssten ausgetauscht werden. Der Anrufer kannte die Scheckkartennumer (?) und deswegen schöpfte meine Mutter wenig Verdacht, nur der Akzent schien ihr ungewöhnlich. Ob sie die Karte zugeschickt haben möchte oder selbst in der Filiale abholen, fragte der Mann mehrmals, sie entschied sich jedesmal für in der Filiale abholen. Dann wollte sich der Mann am vormittag nochmal melden.

      Meine Mutter hat sofort in ihrer Filiale angerufen, ihre Betreuerin Frau B. war aber gerade im Gespräch und wolle zurückrufen.

      Kurz danach ein neuer Anruf, wieder der Mann... meine Mutter sagte sie hätte in der Filiale angerufen und Frau B. wollte sie doch eigentlich zurückrufen. Der Mann, er nannte sich Herr Schäfer, erwiderte, er sei von Frau B. beauftragt worden.

      Um nun abzugleichen, dass meine Mutter auch berechtigt sei die neue Karte zu erhalten erfragte er die Höhe der letzten Abbuchung, die Höhe der monatlich verbuchten Rente und den Kontostand. Dann verwickelte er sie fast 20 Minuten in ein Gespräch in dem er auch betonte wie wichtig es sei misstrauisch zu sein, wegen Betrügern etc..

      Als sie auflegte rief ihre Bankbetreuerin Frau B. an. Sie versicherte dass es keine neuen Scheckkarten geben soll und bat meine Mutter Anzeige bei der Polizei zu machen.

      Die Polizei wollte dass meine Mutter zur Anzeige vorbei kommt, was meiner Mutter aber nicht möglich ist. (war beim Enkeltrick auch so, da hätte die Polizei die Gelegenheit gehabt die Täter auf frischer Tat zu ertappen, haben meiner Mutter aber nur geraten die 20.000 Euro nicht herauszugeben und bei neuem Anruf einfach aufzulegen).

      Die Polizei hat dann aber wenigstens telefonisch einiges aufgenommen.

      So, nun meine Frage: Hat jemand von euch einen blassen Schimmer was die Anrufer mit den Daten wollen bzw was ihnen die Daten nutzen?

      Für mich sieht es so aus, als wollten sie wissen, was meine Eltern so auf dem Konto haben..... und ob sich weitere Betrugsversuche lohnen können.... oder können die weitergegebenen Details anderweitig missbraucht werden? Und woher könnten die Anrufer die Scheckkartennummer haben?


      Nun hat

      • Was kann denn deine Mutter mit der Karte denn so alles machen? Genau dasselbe werden die Betrüger mit der Karte auch machen wollen.

        "Liebe Frau XY! Da ist Ihre neue Karte. Jetzt brauchen wir nur noch den PIN der alten, damit wir die ordnungsgemäß vernichten können!"

        • Geld abheben und Kontoauszüge rauslassen kann sie mit der Karte.... sagt sie.

          Braucht man eigentlich dazu zwingend die Originalkarte? Habe mal vor vielen Jahren einen Bericht gelesen, dass man eine Karte auch relativ leicht "kopieren" kann.... vielleicht wollten die Leute ausspäen ob sich weitere Schritte "lohnen".

          Die PIN kriegen die ja jetzt eh nicht mehr.... Also fällt das schon mal flach.

          Habe aber Sorge, dass da persönlich jemand vorbeischaut, wenn die schon die Kartennummer haben, warum sollten die nicht auch die Adresse haben....

          Danke für deine Antwort!

          VG S.

          • Bei alten Karten mit nur Magnetstreifen (und kein Chip) soll es tatsächlich eher leicht gegangen sein eine Kopie zu erstellen (dazu braucht man aber auch die Originalkarte). Bei den neuen mit Chip soll es nicht mehr (relativ leicht) gehen.

            Das große Ziel war wohl Geld am Automaten abheben bis nix mehr geht, weil entweder Karte gesperrt oder Konto leer (ihr Einkommen und den aktuellen Stand wissen sie jetzt ja, da sie danach gefragt haben). Dazu brauchen sie aber die Originalkarte und den zugehörigen Pin.

            Sie wollten sicher deswegen Zustellung per Post, damit sie dann als "Kundenservice" die neue (wertlos) Karte vorbeibringen können ("Ach wissen Sie, ich bring die gleich vorbei, das ist bequemer für Sie!") und dabei die "alte" Originalkarte abstauben können ("wir müssen die direkt tauschen!") und den PIN gleich dazu ("brauchen wir damit wir die alte Karte vernichten können" oder so ein ähnlicher Mist).

            Dann geht es mit dem Abheben los.

            Sonst können sie mit dem Teil eigentlich wenig anfangen, außer eventuell noch Unterschrift fälschen (die ist ja auf der Karte) und so Überweisungen veranlassen.

            Falls jemand anruft oder vorbeikommt, dann sofort damit drohen, dass man die Polizei ruft.

            Übrigens: eine Freundin von mir ist vor ein paar Jahren auch fast einmal auf einen Trickbetrug reingefallen. Und hat sich Sorgen gemacht, dass dann jemand vorbei kommt oder so. Nix war, wenn diese Leute merken, dass der Schwindel aufgeflogen ist, dann haben die besseres zu tun als dieser vergebenen Chance hinterher zu rennen - sprich die verwenden ihre Zeit um neue Opfer zu suchen.

            LG

      (6) 24.04.18 - 16:57

      Ihr solltet dringend eine neue Telefonnummer beantragen und keine mehr in öffentlichen Verzeichnissen oder Telefonbüchern eintragen lassen.

      • ***Ihr solltet dringend eine neue Telefonnummer beantragen und keine mehr in öffentlichen Verzeichnissen oder Telefonbüchern eintragen lassen. ***

        Ja, das habe ich meiner Mutter auch schon geraten. Oder zumindest den Vornamen meines Stiefvaters abkürzen, denn an dem kann man schon erahnen, dass die beiden Ü80 sind.....

        • (8) 24.04.18 - 17:26

          Bei unserer, ebenso sehr alten, Oma wurde auch schon einige Male angerufen. Im Telefonbuch steht noch der Name vom Opa drin.

          Es wurde auch schon versucht, nachts einzubrechen........ als sie im Bett lag :-( ....., da sie in einer Siedlung wohnt, in der nur fast alte Menschen leben. Das Haus ist inzwischen abgesichert wie eine Festung.

          Die Telefonnummer hat sie schon seit über 40 Jahren, und sie hat Angst, dass dann auch alte Bekannte nicht mehr anrufen können, wenn sie die Nummer wechselt.
          Wir wollen das schon lange ändern lassen.

          Eine Zeitlang kamen wirklich öfte solche dubiosen Anrufe. Die Polizei wurde schon eingeschaltet, aber solche Täter sind wirklich sehr vorsichtig.

          • ***Es wurde auch schon versucht, nachts einzubrechen........ als sie im Bett lag :-( ....., da sie in einer Siedlung wohnt, in der nur fast alte Menschen leben. Das Haus ist inzwischen abgesichert wie eine Festung.***

            Eingebrochen wurde bei ihnen auch schon. Vor 3-4 Jahren, aber am Tage, als sie weg waren. Darüber bin ich ganz froh. Sie haben daraufhin die Fenster usw besser absichern lassen, aber ich denke wer rein will, kommt trotzdem rein. Damals sind sie über das Esszimmerfenster eingestiegen, das zum Garten nach hinter zeigte.

            ***Die Telefonnummer hat sie schon seit über 40 Jahren, und sie hat Angst, dass dann auch alte Bekannte nicht mehr anrufen können, wenn sie die Nummer wechselt.***
            Ja, genau das denkt meine Mutter bzw mein Stiefvater auch.... Die Nummer haben sie schon seit ich denken kann.

            *** Die Polizei wurde schon eingeschaltet, aber solche Täter sind wirklich sehr vorsichtig. ***
            Ich empfand die Täter nicht besonders vorsichtig, aber die Polizei hat aus meiner Sicht überhaupt keine Kapazitäten sich darum vernünftig zu kümmern.

    So, nun wurden 1500€ ins Ausland gebucht.
    Da hat jemand bei der Sparkasse angerufen, behauptet mein Stiefvater zu sein und diese Überweisung angewiesen, wie das mit diesen Infos machbar war, wissen wir noch nicht. Die Sparkassenmitarbeiterin hat die Buchung sofort storniert, ob das aber funktioniert hat, weiß sie noch nicht...

    Zumindest hat es wohl keiner physisch auf meine Eltern abgesehen, sondern "nur" auf das Konto.

    • Hi,

      Da würde ich bei der Bank aber SEHR genau nachfragen wie diese telefonische Überweisung stattfinden konnte. Im Zweifel nicht auf deren Aussage verlassen, dass man leider nix mehr machen könnte, sondern auch beim Verbraucherschutz etc nachfragen.

      Bei meinem Konto müsste ich das extra freischalten lassen (inklusive Passwort).

      LG

      • Ja ich finde das auch sehr seltsam und, sollte die Bank das Geld ggflls nicht ersetzen, dann wollen wir aber ganz genau wissen wie das möglich war. Meine Mutter hatte die Bank ja schon am vormittag über diesen Anruf informiert und in Absprache mit der Bank bei der Polizei gemeldet. Da hätte die Bank SOFORT sperren müssen, wenn es möglich ist mit diesen Infos eine Überweisung zu machen....

        (13) 25.04.18 - 10:27

        Hallo,

        ich arbeite selbst bei einer Bank und finde das auch sehr seltsam.

        Telefonbanking muss normalerweise, ebenso wie Internetbanking, extra beantragt werden und ist mit einer separaten PIN (eine andere PIN, als die für die Karte) gesichert, die dann über die Telefontastatur eingegeben wird, oder vom Anrufer angesagt werden muss.

        Viele Grüße
        H.

Deine Mutter soll auf alle Fälle auch die Kontoauszüge genau prüfen.

Mit Namen und IBAN kann man auch per Lastschrift einkaufen und an eine andere Adresse liefern lassen.

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