Aufklärung individuelles Beschäftigungsverbot

    • (1) 02.05.18 - 14:29
      Inaktiv

      Ich würde gerne mal etwas hier loswerden, weil immer wieder diskutiert wird, wann wie ein FA ein BV aussprechen kann. Es muss eben nicht immer eine Gefahr sein, es können tatsächlich Übelkeit und Rückenschmerzen zu einem BV führen. Hier der Text der als Erläuterungen des MuSchG angehängt ist:


      Bei der Feststellung eines individuellen Beschäftigungsverbotes obliegt dem
      behandelnden Arzt die Beurteilung, ob bei Fortdauer der Beschäftigung eine
      Gefährdung von Mutter oder Kind besteht. Es genügt alleine die Möglichkeit
      eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung (LAG Hessen vom
      14.04.2004 – Az: 2 Sa 803/03).
      Wichtig: Es muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen.
      Das Beschäftigungsverbot wird in der Regel schriftlich erklärt (Muster im
      Anhang), deshalb ist es möglichst konkret zu fassen, wobei die ärztliche
      Schweigepflicht zu beachten ist. Es sollte folgende Punkte beinhalten:
      Art: Welche Tätigkeiten dürfen noch ausgeübt werden bzw. nicht mehr
      ausgeübt werden.
      Umfang: komplettes Beschäftigungsverbot (keine Tätigkeiten mehr möglich)
      oder partielles Beschäftigungsverbot (bestimmte Tätigkeiten zulässig oder
      bestimmte Arbeitszeiten).
      Dauer des Beschäftigungsverbotes: befristet oder bis zum Beginn der
      Schutzfrist nach § 3 Abs. 2 MuSchG
      .Ein individuelles Beschäftigungsverbot kann auch durch psychische
      Belastungen am Arbeitsplatz notwendig sein. Ursächlich sind häufig
      Spannungen zwischen der Betroffenen und ihrem Arbeitgeber oder ihren
      Kollegen.
      Die Abgrenzung des Beschäftigungsverbotes zur Arbeitsunfähigkeit kann im
      Einzelfall schwierig sein:

      Beispiel 1: Übelkeit und Erbrechen
      Ein unstillbares Erbrechen als behandlungsbedürftige Erkrankung hat im
      Regelfall die Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Tritt die Übelkeit nur in
      Verbindung mit Gerüchen am Arbeitsplatz auf, kann es sich um ein
      individuelles Beschäftigungsverbot handeln – insbesondere, wenn die
      Schwangerschaft durch die anhaltende Übelkeit gefährdet wird.

      Beispiel 2: Rückenschmerzen
      Arbeitsunfähigkeit liegt üblicherweise vor, wenn behandlungsbedürftige
      Schmerzen Ruhe oder Liegen der werdenden Mutter erfordern. Sind die
      Schmerzen nicht akut behandlungsbedürftig, kann ein individuelles
      Beschäftigungsverbot erforderlich sein, wenn sich die Schmerzen bei
      Fortdauer der Beschäftigung verschlimmern und behandlungsbedürftig
      werden bzw. die Schwangerschaft gefährdet ist.

      • es können tatsächlich Übelkeit und Rückenschmerzen zu einem BV führen.

        Unter bestimmten Voraussetzungen, die auch im Text klar benannt sind - es KÖNNEN oder KÖNNEN AUCH NICHT.

        Ob sie können oder nicht können, entscheidet im eigenen Ermessen der Arzt, nicht die Schwangere, nicht der Arbeitgeber, nicht die Freundin, nicht urbia.

        Es kommt eben immer drauf an, ob die Beschwerden im Zusammenhang mit der Arbeit stehen und ob keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Und natürlich müssen die Beschwerden einen klaren ursächlichen Zusammenhang mit der Schwangerschaft haben.

        • (3) 02.05.18 - 15:01

          Ja natürlich. Aber hier wird man sooft beschimpft weil man dazu eine Frage hat. Und damit manche sich vllt aus Unwissenheit das hier dann geben müssen, wollte ich das gerne mal posten. Dann kann man einfach mit dem FA darüber sprechen und braucht sich hier keinen Rat zu holen, den man eh nicht bekommt. Und auch einige FAs wissen die genaue Formulierung nicht. Da kann man auch die gerne aufklären

          • Den FA über sein vermeintliches Unwissen aber geschickt aufklären, sonst wird das eine super Vorsorge-Zeit oder man sucht sich nach der Aufklärungskampagne gleich den nächsten.

        • Es ist bestimmt nicht die Aufgabe der Patienten, ihre Ärzte über rechtliche Fragen zum BV aufklären zu wollen. Das macht die Aufsichtsbehörde als neutrale Institution.

          Der Patient ist ja keine unbeteiligte Person.

          Dieser Schuss kann gewaltig nach hinten losgehen.

    • Huhu,
      Ich habe mein Beschäftigungsverbot Verbot in der 25. Ssw bekommen, weil die Stelle an die ich auf Grund der schwangerschaft versetzt worden bin, stressmäßig einfach nicht mehr aushaltbar war! Ich konnte einfach nicht mehr..
      Zuerst hat mein fa auf 4 Std am tag reduziert u einige Wochen später eben ganz.

      LG dani mit Jonas lio im Bauch 28+4

Wichtigster Punkt im Text: es liegt im Ermessen des Arztes.
Bei meiner Geschichte haben hier auch alle gesagt neeein, keine Chance. Das ist kein Grund für ein BV. Und nun? Meine Ärztin hat nicht eine Sekunde gezögert und mir sofort eins gegeben. Ohne das ich auch nur ansatzweise danach fragen musste.
Es kommt immer auf eure persönliche Geschichte drauf an. Und auf den Arzt.

LG Sarah #verliebt 17+0

  • (12) 02.05.18 - 14:59

    Genau deswegen wollte ich das hier posten. Denn gestern kamen Sprüche wie das sind auch nur Sozialschmarotzer etc.

    • (13) 02.05.18 - 15:19

      Ich finde deinen Beitrag gut. Ich selbst bin nicht im BV da es mir soweit gut geht aber ich würde es mir auch nicht anmaßen hier ein Affen zu machen wenn es jemand aus welchen Gründen auch immer benötigt. Leider gibt es hier ja aber genug, die sich dann gleich aufspielen oder es immer besser wissen 😩. Das geht mir richtig auf den Zeiger😡! Jedenfalls vielen Dank für deinen Aufklärungspost.

      LG

    Nein, die Sprüche kamen nicht, das hast du behauptet, dass sie als Sozialschmarotzer bezeichnet werden.

    Lies evtl. mal besser nach.

    Aber das habe ich dir gestern ja schon erklärt!

    Aber ja, das sind Betrüger, wenn sie sich ein BV holen, obwohl sie wissen, dass es ihnen nicht zusteht!

    Und da steht auch nichts gegenteiliges in deinem Posting dazu drin!

Top Diskussionen anzeigen