Was wäre wenn....

    • (1) 10.05.18 - 08:53

      Hallo zusammen,

      bisher bin ich nur stille Mitleserin. Aber heute habe ich eine Frage die mich wirklich interessiert.
      Was wäre wenn das Elterngeld wieder abgeschafft werden würde?

      Wirklich "zufrieden" scheint ja keiner zu sein. Zumindest hier lese ich immer die Frage, was man alles tun muss um möglichst noch mehr abzugreifen.
      Nun scheint es ja noch soweit zu gehen den MutterSCHUTZ umgehen zu wollen damit mehr bei rum kommt....

      Würde wirklich jemand wegen dem Geld auf Kinder verzichten?

      Bin gespannt auf eure Meinungen.

      wir-auch
      *der Name hat nichts mit dem Thema zu tun :-) Ich hätte Kinder auch ohne Elterngeld bekommen *

      • Hallo,

        eine interessante Frage...

        Wir hätten ganz sicher nicht auf Kinder verzichtet deswegen, aber wir hätten ganz anders planen müssen. Ein Eigenheim wäre dann zB nicht drin gewesen.
        Andersrum haben wir vor den Kindern unsere beiden VZ-Gehälter auch nicht gespart wo es geht sondern gelebt. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können von VZ+nur TZ zu leben. Es geht aber, sogar wenn noch zwei (Kinder) mehr da sind. Man passt sich einfach den Gegebenheiten an. Urlaub zB ist jetzt eben anders.

        Elterngeld ist eine wirklich gute Sache und ich finde, man muss dankbar dafür sein in so einem Sozialstaat wie Dtl leben zu können. Andere Länder haben da weit weniger...

        Einen schönen Feiertag :)

        Tina

        (3) 10.05.18 - 09:34

        Ganz ehrlich: ich bin mir nicht sicher ob ich ohne Elterngeld ein Kind hätte.
        Aber ich weiß es auch nicht, da ich dieses Problem ja nicht hätte.

        In der Politik wurde ja auch schon thematisiert, dass das Elterngeld angeblich gar keinen Einfluss auf die Geburtenrate hatte, was ich mir allerding auch wieder nicht vorstellen kann.

        ...dann würden immer noch Kinder geboren werden. Man würde dann vor und während der Schwangerschaft sparen und in der Elternzeit sparsam leben (ein kleiner Urlaub auf dem Bauernhof und nicht 2 Wochen auf einer Insel in den Sommerferien etc.).
        Es ist noch nicht lange her, wo es noch kein Elterngeld gab.
        Das normale Elterngeld gibt es ja auch "nur" 14 Monate. Aber die Babies werden größer und teurer.

      • Wir haben unser Kind ohne Eg bekommen und hätten auch noch welche bekomme, was gesundheitlich nicht möglich.
        Vor dem Eg wurden auch Kinder geboren! Das Erziehnungsgeld gab es auch nicht für jeden und das Kg war damals auch nicht so hoch.
        Es wird hier in Deutschland auf hohem Niveau gejammert. Ich bin überzeugt davon, daß das Eg irgendwann wieder abgeschafft wird, weil es seine Wirkung verfehlt hat.

        Ich hätte auf jeden Fall Kinder bekommen, egal wieviel oder wie wenig Geld der Staat dafür lockermacht. Kinder sind in meinen Augen eine "Investion" für die Zukunft, ohne Kinder wird unsere Familie nicht weiter bestehen, sondern aussterben. Es würde mich nicht geben, wenn nicht meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und deren Vorfahren die Mühen und Entbehrungen auf sich genommen hätten, jeweils zahlreiche Kinder großzuziehen und daneben für ihre Einkommen bzw. Auskommen zu sorgen, mit ihren Händen schwer zu arbeiten, und ihren Besitz dann später an ihre Nachkommen weiterzugeben.

        Wenn ich mich mit meinen Geschwistern treffe oder auch mit meinen Cousinen und Cousins, dann sind das viele wunderbare tüchtige Menschen, die die Werte unserer Eltern und Großeltern übernommen haben.

        Kinder sind für mich eine Frage der Eigenverantwortung, genauso wie Ausbildung, Beruf, Haus.... da mache ich mich nicht abhänig von staatlichen Förderangeboten.

      • (7) 10.05.18 - 14:36

        Wir hätten nur ein Kind. Ich wäre nicht wieder schwanger geworden ohne EG.

        Das Haus hätten wir auch nicht. Und wir verdienen nicht schlecht!

        Es ist nicht mehr wie vor 20 Jahren!! Man wohnt im bezahlten Haus der Eltern oder Schwiegereltern zusammen und spart die Miete.. Das Geld von einem reicht nicht mehr für die ganze Familie. Usw..

        Ich bin sehr froh und dankbar über das Elterngeld. Gemeckert wird immer, völlig egal wie gut es uns geht.

        Das habe ich mich auch gefragt.
        Mein Kind kam ungeplant. Elterngeld war gerade am aufkommen. Keiner wusste was.
        Wegen Elterngeld habe ich meine Stunden reduziert. Nach vielen Umwegen, habe ich dann Monate später Antworten bekommen. 1. dass noch was fehlte, 2. was noch fehlte. 3. dass angeblich für alle bekannt sein müsste, dass man in der Ausbildung a) Vollzeitstunden haben dürfte und b) sowieso nur den Basissatz bekommen würde.

        Andere Mütter in Ausbildung hatten daher gar kein Elterngeld beantragt (hätten sie gut brauchen können). Aber ihnen war das letzte Jahr Ausbildung mit Abschluss wichtiger, als Elterngeld. Betreuung mit Glück über die Großeltern abgedeckt oder über Zuschuss vom Jugendamt. U3 Betreuung war hier noch Ausnahme und von einem Azubigehalt nicht zu bezahlen.

        Inzwischen gibt es viele U3 Plätze. Diese kosten aber sehr viel.
        Für manche lohnt es sich daher, auch ohne Elterngeld/Zuverdienst im 2. und 3 Jahr zu Hause zu bleiben. Elternzeit ohne Bezahlung oder Familienversicherung durch den Partner vorausgesetzt.

        Für mich stellte sich damals gar nicht die Frage, ob Kind bekommen oder nicht. Unverhofft kommt oft #hicks

        Bei einem zweiten Kind, Teilzeitarbeit und dem Wirrwarr, was es jetzt an Anträgen gibt? Ich weiß nicht, wie ich es machen würde.
        An sich hätte ich gerne ein zweites Kind. Aber nicht wegen des Geldes. Ich würde eher rechnen, wie ich uns über die Runden bringe. Auch mit zu Hause bleiben oder eben weiterhin mit Teilzeit.

        Mit Krankengeld sind wir auch einige Monate ausgekommen. War nicht einfach. Aber da ich sonst eher spare (ohne asketisch zu leben!), mir Anschaffungen überlege, nicht alles auf einmal möchte (oder wenn ich es möchte, mir überlege, ob ich es auch brauche), klappt das ganz gut.
        In der Krankengeldzeit gab es halt weniger.

        Neue Sachen mischen sich mit Gebrauchten Sachen gut durch.
        Der Tipp meines Vaters war Gold wert: gib nur aus, was du wirklich hast! Plane Raten (falls Immobilie) immer so, dass du sie auch im Krankheitsfall tragen kannst.

        Da beide Eltern Pflegefälle wurden und von Rente nichts zu sehen war. Anträge hin und her geschoben wurden, weiß ich, dass es nicht nur ein daher gesagtes "es kann jemandem passieren - nur nicht mir oder irgendwann" sein kann.

        Das hat mir sehr geholfen.

        Ein zweites Kind würde ich im Zweifel auch ohne Elterngeld über die runden bringen. Vielleicht nicht perfekt oder mit allem was gewünscht wird. Aber machbar. Ohne hungern, ohne auf alles verzichten zu müssen.

        Einerseits wäre das vielleicht schwierig für das Kind, wenn andere mehr hätten.
        Andererseits vielleicht auch nicht. Ohne Elterngeld, hätten andere vielleicht auch weniger oder anders.

        Dass es geplant kein zweites Kind gibt, liegt mitunter am inzwischen mein Alter. Aber auch daran, dass ich keinen Partner habe. Vorsätzlich ein kind zeugen, mit dem Wissen, dass es ohne Vater wäre, käme mir nicht in den Sinn. Würde eines kommen, wäre ich aber bereit. Finanziell und auch von den Gefühlen (wer *** kann immer was passieren).
        Klar Trennung kann immer passieren und Typen, deren KInder egal sind, gibt es immer wieder. Das wäre dann eben Leben. Aber es absichtlich so zu machen, nur um ein Kind zu haben, fände ich dem Kind gegenüber unfair.
        Egal ob es Geld dafür gibt oder nicht.


        Als ich krank war, beschwerten sich viele, dass ich kein Krankengeld bekommen sollte. Ich sollte doch wieder arbeiten gehen.
        Arbeiten bis zum Umfallen, weil jede Krankmeldung die Allgemeinheit Geld kostet.
        Na ja, wer bis zum Umfallen arbeitet und dann für lange ZEit ausfällt, weil Infekte verschleppt wurden oder die Schlaganfallbehandlung länger dauert, als wegen Erschöpfung eine Woche aus dem Verkehr gezogen zu sein, das wird oft nicht beachtet. Erst arbeiten bis zum Umfallen, damit die Allgemeinheit nicht leidet. Dann soll man sich nicht auf deren Kosten ausruhen, weil man ja schon genug in Anspruch genommen hat.

        Viele schieben die Allgemeinheit vor, wenn sie Angst um ihre eigene Situation haben.
        Bsp. eine Bekannte meinte, ich solle Vollzeit arbeiten gehen, damit ich mehr Rente bekäme. Gehalt wäre nicht wichtig. Es würde um die Arbeitszeit gehen.
        Fakt ist: sie hat Angst um ihre Situation. Sie hat ihr Leben lang gearbeitet und kommt mit ihrer Rente kaum über die Runden. Was ich verdiene ist ihr somit egal. Dass aber genau das der Faktor ist, der sich auf die Rente auswirken würde, interessiert sie nicht.

        Als ich krank war, stellten einige auch Forderungen, ich solle wieder arbeiten gehen.
        Dabei stellte sich heraus: einige hatten selbst große Angst, schwer krank zu werden (nicht vorbereitet, finanzielle Sorgen. Aus Angst es könnte ihnen passieren, finanziell keine Notlagen eingeplant. Nicht für DAS #schock es könnte ja sonst passieren).
        Andere hatten Angst, ich könnte auf ihre Kosten krank bleiben. Weniger, dass ich sie um finanzielle Hilfe bitten könnte, mehr, dass ich ihnen die sowieso schon in Frage stehende Rente wegnehmen könnte.
        Wer jung ist, dem darf das nicht passieren. Da das nicht ins Weltbild passt. Angst macht. Andere altern lässt.

        Ja, ich gehe wieder arbeiten. Weil es für mich gut ist. Ich riskiere aber nicht auf meine Kosten meine Gesundheit, nur weil andere Angst haben.



        Mein Kind würde sich ein Geschwisterchen wünschen. Von ihr kam auch mal: sie würde alle Geschenke weggeben, wenn das Christkind ihr ein Geschwisterchen bringen würde.
        Auch jetzt würde sie auf einiges verzichten, um ein Geschwisterchen zu bekommen. Aufgeklärt ist sie schon länger.
        Verzichten müsste sie finanziell nicht. Auch wenn es dann kein Elterngeld gäbe.

        Wir leben so, dass es zum Leben reicht!
        Wir sparen so, dass es auch in anderen Zeiten reicht.
        Aber dabei vergessen wir NICHT zu leben. Wir gönnen uns gerne was.
        Nur eben so, dass es auch in anderen Zeiten zum Leben reicht und nicht nur jetzt sofort.


        Allerdings liebe ich Mathe und Zahlen schon immer #schein
        und der Tipp meines Vaters (siehe oben) hat mir schon oft geholfen im Leben

        Ich habe meine Tochter 2004 bekommen also VOR dem Elterngeld.
        Es gab damals € 154,-- Kindergeld, fertig.

        Das Elterngeld wurde ja vor allem als Anreiz für Paare für Kinder eingeführt.

        Ich glaube, die Geburtenrate würde ohne Elterngeld (wieder) drastisch zurück gehen.

        Einige Beispiele aus dem Bekanntenkreis:

        einige hätten auch ohne Elterngeld Kinder bekommen. Sie haben Ausbildung gemacht, gearbeitet und sahen sich an dem Punkt, finanziell und emotional für Kinder sorgen zu können.

        Einige haben sich keinen Kopf gemacht. Es kam wie es kam.

        Einige wollten Kinder. Vor dem Elterngeld hatten sie Abstände von 3-4 Jahren geplant.
        Als das Elterngeld eingeführt wurde, setzten sie die Abstände auf unter 2 Jahren an.
        Eigentlich, so sagten sie, sei ihnen der Abstand viel zu kurz, aber um zwischen den Schwangerschaften nicht arbeiten gehen zu müssen und um den Geschwisterbonus zu bekommen, aber trotzdem einen Arbeitsvertrag zu haben, machten sie es anders.
        "Ohne Elterngeld hätten wir das nicht so gemacht" (nur die Abstände). Die Anzahl der Kinder wäre gleich geblieben evtl. eines mehr, da die sie durch die kurzen Abstände ziemlich geschlaucht waren.

        Andere hatten kurze Abstände, weil sie es sich so wünschten. Auch schon vor dem Elterngeld. Sie fühlen sich wohl, so wie es ist.


        Ob ich es jetzt anders machen würde (wenn ich noch kein Kind hätte), weiß ich nicht.
        Die Verlockung ist groß und wenn man es nur so kennt (vor der Schwangerschaft habe ich mich nie damit beschäftigt), ist das Thema so da, wie es aktuell präsent ist.
        Meinen Lebensstil würde ich deswegen nicht verändern, aber das Ausrechnen könnte mir vielleicht auch passieren.
        So habe ich die Erfahrung gemacht, dass es auch ohne (Ausrechnen/Maximum) geht und bin dankbar dafür.

        Hallo,

        Elterngeld ist eine gute Sache, auch das BV ist gut und richtig, wenn es nicht hier und da in die Kinderplanung einkalkuliert würde. Es ist schon dreist, wie manche Leute heut zu Tage planen. Wir haben damals kein Eltern- oder Erziehungsgeld bekommen, haben sparsam gelebt und auch mal gebraucht gekauft. Allein gebraucht kaufen stößt ja oft schon sauer auf. Dafür leben wir heut recht gut und zufrieden, da wir selbst für unseren Lebensunterhalt aufkommen können und alles, was wir haben, haben wir uns erarbeitet.
        Eine andere Sache ist, keinen Kiga-Platz zu bekommen, da kann ich einige Verzweiflung verstehen.

        LG

        Das Elterngeld hat, zusammen mit dem Ausbau der Kinderbetreuung, dazu geführt, dass die Geburtenrate unter Gutqualifizierten gestiegen ist. Denn nur in dieser Gruppe hat es einen monäteren Effekt. Außerdem sorgt es dafür, dass die Erwerbsbiographien von Frauen (auch hier wieder im Akademikerbereich) weniger Brüche aufweisen. Dss hilft, Altersarmut zu vermeiden.
        Keiner wird auf die Idee kommen, es wieder abzuschaffen. Dazu sind die Effekte Viel zu positiv. Man sollte eher den Höchstbetrag anpassen. Denn er gilt seit Beginn an. Wie der Mindestbetrag auch.

        Interessantes Thema: hab neulich mit jemanden gesprochen, der mir echt erzählen wollte, dass es bei Ihnen durch das EG (bekommt Höchstsatz) finanziell eng wird das nächste Jahr... dachte auch ich hör nicht richtig und das man das niemanden hören lassen darf...
        Leider haben die meisten Leute es bereits vergessen wie es vor dem EG war bzw dass es das noch nicht immer gibt..

        • Ich sehe das Problem nicht. Das ist genau der Fall, in dem ohne Eltergeld das Paar vermutlich kinderlos geblieben wäre. Die paar Euro gleichen den Verdienstausfall nicht aus, aber immerhin hat man das Gefühl, nicht ganz ohne Geld dazustehen.


          Und was interessiert mich, wie es mal war. Nach der Logik dürfte ich nicht mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen, denn das gab es früher auch nicht. Solche schrägen Vergleiche machen einem das Leben ganz schön mies. Da verzichte ich drauf und freue mich über Elterngeld und Ähnliches.

      (15) 11.05.18 - 15:57

      Manchmal denke ich, es geht uns zu gut. Familien werden in Deutschland sehr sehr gut unterstützt und trotzdem ist einigen nicht genug. Ein Blick ins Ausland sollte sollte eigentlich ausreichen, um wieder auf den Boden der Tatsachen zu gelangen.

      Ich vermute, dass einige aus den vielen Unterstützungen geradezu einen Anspruch für weitere Unterstützung ableiten. Nicht mehr ich bin verantwortlich für mein Leben, sondern der Staat hat gefälligst dafür zu sorgen, dass jeder jeden Lebendentwurf leben kann.
      Nicht selten habe ich schon gelesen, dass auch weniger einkommensstarke Familien „das Recht“ haben müssten, lange bei den Kindern zu bleiben oder mehrere Kinder zu bekommen.
      Tja, das Recht hat jeder, nur hat eben nicht jeder alle Möglichkeiten. Dass zu verwirklichen, kann auch nicht die Aufgabe des Staates sein. Er kann nur die Rahmenbedingungen schaffe. Aber eben dieses Bewusstsein scheint bei einigen mehr und mehr verloren zu gehen.

      Ob es ohne Elterngeld weniger Kinder gäbe? Schwierig. In unserem Fall hätte es die Entscheidung nicht beeinflusst. Allerdings verdient mein Mann recht gut. Aber ohne mein Elterngeld, ich hatte den Höchstsatz, hätten wir uns selbstverständlich stärker einschränken müssen.

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