Bekomme kein BV

    • (1) 19.05.18 - 21:19

      Hallo liebe Community.

      Ich bin aktuell in der 23SS, 22 Jahre alt und beziehe auf Grund von Depressionen seit Juli 2017 Krankengeld (war auch in einer Klinik stationär), nun hatte mir meine Psyschaterin Anfang März ein BV geschrieben und habe daraufhin alles zur Krankenkasse geschickt, die es auch anerkannt haben. Nun musste ich allerdings auch meinem Arbeitgeber dieses BV mitteilen. Ich arbeite in einer größeren Einzelhandelskette und die Chefin sagte mir ich, ich müsse es an das Büro schicken, die dieses BV bearbeitet. Nach langem warten und herumtelefoniere mit der Sachbearbeiterin, hatte sie es am Freitag letzte Woche auch einmal näher betrachtet und sagte dieses BV meiner Psyschaterin würde sie nicht annehmen und eines vom FA wäre ein ''richtiges'', den Anwalt hätte sie auch schon eingeschaltet...


      Ich bin nun etwas überfordert mit der Situation und weiss nicht so Recht weiter. Sowohl mein FA als auch mein HA wollen mir kein BV ausstellen. Ich bekomme seit März auch kein Krankengeld mehr von der Krankenkasse, da ich ja mein BV dort hingeschickt habe und diese wohl der Meinung sind ich bekomme nun mein volles Gehalt. Habe auch Freitag dort angerufen und mir wurde mitgeteilt dass sich jemand von der Krankenkasse melden würde der sich mit diesem Thema besser befassen kann. Ich kann weder meine Rechnungen zahlen noch von irgendetwas leben (außer von der Familie etwas borgen zur Überbrückung aber die haben auch nicht unendlich Geldrevserven) Mein Freund ist auf ausbildungssuche und vom Amt bekommen wir auf Grund des BVs ab sofort auch nichts mehr.

      Nun meine Frage an euch, kennt jemand so eine SItuation? Darf diese Mitarbeiterin das BV nicht anerkennen ? Und wo kann ich nur hin wegen den Geldsorgen? Arbeitsamt? Oder die Krankenkasse fragen? Kriege ich eventuell das Krankengeld wieder zurückerstattet für den Zeitraum?

      Ich bedanke mich jedenfalls im Voraus um Tipps und Ratschläge :)

      • Notfalls würde ich arbeiten gehen... Weshalb denn das bv?

        • Ich bin noch in psyschischer Behandlung und meine Psyschaterin die mir seit Juni die Krankmeldungen gibt, meinte eben dass das BV besser wäre und arbeiten geht nicht... auf Grund meiner psyschischen Erkrankung, so hat das meine Psyschaterin auch ins Attest geschrieben, da es aufgrund der Psysche eine zu große Belastung ist, ich bin wie gesagt auch noch in Behandlung also es geht wieder bergauf, aber die Arbeit hat mich vorher soweit gebracht dass ich nun auch mich wieder erholen muss...

          • Deine Psychiaterin hat es gut gemeint, dir aber einen Bärendienst damit erwiesen. Die Sachbearbeiter bei der Umlage2 der KK werden wissen, dass du Langzeit AU bist, und auch die Gründe sind bekannt. Ohne vorausgehende Wiedereingliederungsmaßnahme werden sie kein BV anerkennen (dürfen). Auch die müssen schließlich aufpassen, dass alles korrekt läuft.

            Was wäre denn jetzt wenn du nicht schwanger geworden wärst? AU oder arbeiten?

    Wende dich an die Aufsichtsbehörde und nein, einfach sagen, sie erkennen es nicht an, geht nicht.

    Deine Psychaterin darf das auch ausstellen.

    Sie können nur die Überpüfung beantragen, das sollte dann aber für dich keine Auswirkungen haben, sondern den Ersatz müsste dann die Psychaterin leisten, soviel ich weiß.

  • Die Sachbearbeiterin hat keine Ahnung
    Hier ein Auszug aus dem Leitfaden für Mutterschutz des Bundesministeriums für Familie/Jugend/Senioren
    bmfsfj
    Seite 33

    ...Zu einem
    ärztlichen Beschäftigungsverbot
    kommt es, wenn Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt Ihre Gesundheit oder die Ihres Kindes aufgrund
    Ihres individuellen Gesundheitszustandes bei einer Weiterbeschäftigung als gefährdet einstuft. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann die Beschäftigung durch Ihren Arbeitgeber ganz oder teilweise untersagen. Ihr Arbeitgeber darf Sie dann in dem angegebenen Umfang nicht mehr beschäftigen.

    Voraussetzung für dieses Beschäftigungsverbot ist ein entsprechendes
    ärztliches Zeugnis. Dieses kann jede Ärztin bzw. jeder Arzt ausstellen, also nicht nur Gynäkologen, sondern beispielsweise auch
    Orthopäden oder Neurologen sind hierzu berechtigt. Es ist an Ihren
    Arbeitgeber gerichtet. Die Kosten des ärztlichen Zeugnisses trägt
    grundsätzlich Ihre Krankenkasse.


    https://www.bmfsfj.de/blob/94398/3b87a5363865637dd3bf2dd6e8ec87e0/mutterschutzgesetz-data.pdf

    Jeder Arzt kann ein bv ausstellen. Wenn der AG Zweifel hat, kann er das BV anfechten. Aber das geschieht wohl eher selten. Aber zu behaupten, dass nur der FA eines ausstellen darf, ist Quatsch.

    Ich würde mich an die zuständige Aufsichtsbehörde wenden https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/mutterschaftsleistungen/aufsichtsbehoerden-fuer-den-mutterschutz-und-kuendigungsschutz/aufsichtsbehoerden-fuer-mutterschutz-und-kuendigungsschutz--informationen-der-laender/73648?view=DEFAULT

    Oder einen Anwalt konsultieren.

    • Danke erstmal, bei meinem Psyschatrischen Attest steht halt dass ich viel Erbreche und auch warum ich dieses Verbot erhalte usw... ''Aufgrund der Psychischen Stärung in Verbindung mit der Schwangerschaft ist die Pat nicht arbeitsfähig, es ist deshalb aus psychiatrischer Sicht ein Beschäftigungsverbot auszusprechen''... das ist doch soweit alles verständlich... ich frage mich wieso die Sachbearbeiterin mich da so blöd angeschoben hat... und denkt ihr dass ich rückwirkend mein Geld erhalte sobald das alles durch ist? Das Attest wurde am 08.03 ausgestellt und ich erhalte auch seitdem kein Krankengeld mehr .

      • Ja natürlich musst du rückwirkend Geld erhalten, aber das die innerhalb von zwei Moanten da noch nicht weiter sind, geht gar nicht.
        Warum lässt du dir das gefallen, wie gesagt wende dich gleich Dienstag an die Aufsichtsbehörde.

        • Okay dann bin ich ja beruhigt... ja ich finde es auch eine Frecheit, habe gedacht das geht alles sauber über die Bühne und jetzt stehe ich mit garnichts da und muss allem hinterherrennen.. die Bearbeiterin hat sich auch nicht von selbst gemeldet, war alle 2 Tage auch nicht da usw...

          Meint ihr beim Arbeitsamt bekommt man eine Art Zuschuss, wenn man diese Situation schildert?

          • DAs denke ich eher nicht. Hast du der KK schon mitgeteilt, dass der AG nicht zahlt, weil er das BV nicht anerkennen will? Evtl. zahlen die dann erstmal Krankengeld weiter und buchen nachher um.

            • Ja habe am Donnerstag angerufen , mir wurde dann mitgeteilt dass ich Rückruf erhalte, von einer Kollegin die sich mit dem Thema besser auskennt. Naja am bis jetzt hat keiner angerufen, werde aber am Dienstag dann nachhaken... Das Wichtigste ist dass ich erstmal irgendwo erstmal ''entschädigt'' werde... kann das alles nicht glauben :( Werde dann am Dienstag anrufen... denkst du es ist eine Option es nochmal beim FA zu versuchen wegen dem BV? Ich muss dazusagen es steht keine genaue Dauer meines BV auf dem Attest meiner Psyschaterin ist das schlimm? Habe eben gelesen es muss eine Dauer draufstehen Oo

              • War das evtl nur eine empfehlung deiner psychaterin? Also quasi ein schreiben für deinen FA oder HA, dass ein BV bei dir angebracht wäre? Dann wäre das natürlich ungültig.
                In meinem BV (vom FA ausgestellt aber wegen anderen Beschwerden) steht nämlich drin, dass es bis zum Beginn des Mutterschutzes gilt.

                • Sie hatte zugegeben wenig Erfahrung damit zu haben, also mit BVS hat aber dann eins verfasst, mit Diagnose, Beschwerden und Medikation. Sie sagte auch deutlich das ist ein BV und der AG muss das anerkennen. Die Krankenkasse hat es als BV anerkannt, nicht als Empfehlungsschreiben. Eventuell ist es als eins zu deuten, ich kenne mich ja nicht so aus. Die Überschrift ist ''Ärztliches Atteest''. ''..ist die pat nicht arbeitsfähig, es ist deshlab aus psychiatrischer Sicht ein Beschäftigungsverbot auszusprechen..'' lautet der Abschlusssatz.

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