Provokante Kollegin - Chef kann das Verhalten nicht untersagen

    • (1) 22.06.18 - 08:10

      Hallo zusammen,

      Ich arbeite seit 4 Jahren in einer kleinen Firma und seit 1,5 Jahren haben wir eine neue Kollegin, die sich überall einmischt und außerdem einen unmöglichen, extrem frechen Ton auch Vorgesetzten gegenüber hat.

      Neulich wurde ich Zeugin wie sie zum Chef sagte (in einem extrem entnervten Ton), "ich bin doch nicht Deine Tippse, das ist jetzt Dein Job... Der Chef bleibt irgendwie freundlich und velässt den Raum.

      Nun ich sitze im selben Raum und bekomme Ihre schlechte Laune, Ihre Intrigen etc. permanent mit (sie kann durchaus auch mal liebenswert sein).
      Aber sie sagte neulich z.B. einmal, wenn Sie gekündigt würde hätte sie ja auch Macht und könnte Ihn beim Vorstand anschwärzen und "denen stecken" was er alles falsch macht.

      Meine Meinung dazu ist, er stellt die falschen Leute ein, nämlich nicht nach Ausbildung und Bedarf sondern nach Lust und Laune.

      Nun zu meinem persönlichen Problem. Wir verstehen uns häufig wochenlang ganz gut, das ist dann mitunter auch mal lustig.. Sie erzählt mir allerdings sehr viel auch sehr intime Dinge.

      Nun hat sie letzte Woche mal wieder richtig reingeprescht und so Sachen gesagt wie:

      "Nimm Dir doch mal frei, kannst Du Dich erholen"
      "Lass Deine schlechte Laune doch zu Hause"
      "Halt doch Deinen Mund".....
      usw..

      wenn ich sage, dass ich gerne in Ruhe weiter arbeiten will, lässt sie es einfach nicht gut sein. Nun habe ich mir ein anderes Büro genommen um konzentriert arbeiten zu können.

      Nun steht sie regelmäßig in der Tür und sagt Sachen wie "Ich habe gehört wie Du gestern mit dem Chef hier über mich gesprochen hast, ich könnte den ganzen Tag heulen, Ihr lästert"..
      ich sagte, dass ich erstens nicht mit dem Chef über sie gesprochen habe und ich unter lästern etwas anderes verstehe, als um ein eigenes Büro zu bitten oder auch zu sagen, "ich habe gerade eine meinungsverschiedenheit mit xy" .. Ich kenne sie und in der Regel mache ich keinen großen Wind. Dieses Mal bin ich ins Sekretariat, um mal durchatmen, da braucht es auch keine weitern Worte, die anderen kennen sie ja.

      Nun stand Sie gestern wieder komplett aufgelöst vor mit. Es ginge ihr soo schlecht...
      Mir geht das auf die Nerven, weil der Umzug ja auch eine Reaktion oder Konsequenz auf ihr freches Handeln war.

      Sie meinte dann, Privatgespräche gäbe es jetzt nicht mehr, ich sagte das mir das Recht sei. Dann sind wir noch zum Chef und wollten Aufgabenbereiche klären, weil Sie meiner Meinung nach meine schönen Jobs abgreift und mehr grafisch machen möchte. Das Gespräch führte letzlich zu nichts.

      Der Chef signalisierte mir kürzlich noch, dass ich eben die Grafikerin bin aber dennoch sucht sie sich ständig irgendwelche Dinge aus und übernimmt sie. Dabei tut sie häufig hilfsbereit, aber nachdem Sie die Sachen sagte, wie den Chef verpetzen, traue ich ihr kein Stück über den Weg.

      Ich bin ein umgänglicher Mensch, dem fairer und sachlicher Umgang wichtig ist. Sie ist insgesamt bekannt für ihren Ton und auch ihre Intrigen (wir wurden schon zu ihre Praktikumszeit von dem ein oder anderen Geschäftspartner "gewarnt", wenn sie eine Situation überfordert.

      Bei all unseren Meinungsverschiedenheiten kam es jedesmal so zur Aussprache, dass sie mir erzählt, wie es ihr damit geht. Noch nie fragte sie: Wie geht es Dir mit der Situation oder Entschuldigung, mein Ton war wohl etwas unverschämt.

      Sie ist noch jung und kreist nur um sich selbst. Der Chef entschuldigt das durch Ihr junges Alter und jetzt kommt es noch besser "bei ihr zu Hause war das auch immer so".. ähm, was hat das mit der Arbeit zu tun.

      Ich bat ihn nun gestern, da sie mich sowiso nicht respektiert (den Chef wohl auch nicht) ihr bitte klar zu machen den Ton zu waren. Er führte dann ihre Qualitäten auf und am Ende hatte ich das Gefühl er hat einfach keinen Schneid.

      Sie sollte Vertrieb machen und weigert sich. Er redet seit 2 Jahren auf sie ein, sie weigert sich und macht meine Jobs.. die sie tatsächlich argumentativ auf ihre Seite bekommen könnte. Der Chef sagte nun, wir bräuchten wohl mehr zu tun, dass würde ich sogar unterstützen, denn sie scheint nicht ausgelastet zu sein. Desweiteren landet aber dann doch mal eine Excel Liste auf meinem Platz, weil sie keine Lust hat sich darum zu kümmern oder es nicht kann.

      Ich finde das untragbar, suche tatsächlich auch einen neuen Job, was natürlich nicht so einfach ist, wenn man Anspruch hat und wie ich Familie. Ich könnte max. 30 Stunden arbeiten. Aber dieses Irrenhaus macht mich langsam krank und ich merke wie ich langsam ebenfalls #Verhaltenszüge annehme, die ich gar nicht annehmen will. Ich bin eigentich ein positiver Mensch aber im Moment nervt mich alles nur noch.

      Habt ihr einen Rat, wie ich weiter damit umgehen kann ohne Bauchschmerzen zu bekommen, wie man mit solchen Menschen umgeht?

      Tschuldigung ist viel geworden, aber ich hätte tatsächlich noch so viel weiter schreiben können.

      L G

      • Hallo,

        das ist ja ne verfahrene Situation...
        Also, Du scheinst der Dame gegebüber nicht weisungsbefugt zu sein, darum glaube ich, daß es Dich nichts angeht, was die Dame an Aufgaben übernimmt. Der Chef scheint damit einverstanden zu sein. Das meine ich wirklich nicht böse, aber das ist ein Fakt.
        Dein Chef hat also entweder wirklich keine Eier in der Hose oder eben seine Gründe, die Dame nicht zu entlassen.
        Was würde ich machen....bei Aufgabenverteilung würde ich im Vorfeld klären, was ich zu machen habe. Die Kollegin würde ich aus meine Büro verweisen, immer und immer wieder, ich würde sie nicht mehr so nett behandeln, wie Du es momentan noch tust. Guten Tag und auf Wiedersehen und vielleicht die Dinge, die ihr gemeinsam zu bearbeiten habt, mehr nicht. Ich würde ihr auch mal ordentlich die Meinung sagen, aber so richtig. Und ja, das machst Du ja schon, ich würde mir eine andere Stelle suchen. Du bist noch in Arbeit, also hast Du keinen Zugzwang und vielleicht kommt Dir in nächster Zeit die passende Stelle zu geflogen ;-)
        Ich kann Dich im Übrigen sehr gut verstehen, ich habe eine viel ältere, neue Kollegin und nach den ersten Wochen habe ich ihr gesagt, daß ich zu arbeiten habe, immer dann, wenn sie mit mir quatschen wollte, nachdem sie mir immer wieder sagte, was sie mache und was nicht. Bei mir bleibt die Arbeit dann liegen, ich mache ihre Dinge nicht und mein Chef hat hier zum Glück auch eine Art "Machtwort" gesprochen.

        LG und alles Gute!

        Habt ihr einen Rat, wie ich weiter damit umgehen kann ohne Bauchschmerzen zu bekommen, wie man mit solchen Menschen umgeht?

        Ja: abgrenzen, abgrenzen, abgrenzen.

        Dazu gibt es extra Seminare, wo man das lernen kann. Und dann gibt es eine ganze Reihe von Sätzen, die ganz hilfreich sind.

        Sie ist übergriffig, und ihr laßt es zu, dass sie die Grenzen übertritt und sich einmischt. Wenn ihr es abstellt, dann wird sie sich besser benehmen.

        Es gibt solche Sätze wie:

        Darüber möchte ich nicht sprechen.
        Warum erzählst du das jetzt MIR? Wozu muss ich das wissen?
        Das ist deine (bzw. meine) Angelegenheit.
        Das sind deine Aufgaben.
        Ich möchte nicht, dass du so mit mir umgehst.
        Ich möchte nicht, dass du so mit dir sprichst.
        Ich möchte jetzt meine Arbeit fortsetzen und nicht gestört werden.

        Dann gibt es auch nocht die Konfliktgespräche und die gewaltfreie Kommunikation, da lernt man wie man mit schwierigen Situationen und schwierigen Menschen umgeht.

        Klaren Grenzen setzen und klare Grenzen einfordern ist die einzige Methode, übergriffige Menschen zu korrigieren und sich selbst zu schützen.

        Hi,
        da hilft leider nur die Firma wechseln :-(.

        Ich bin 2 Jahre über den Parkplatz ins Büro, mit den Gedanken:" am liebsten würde ich kündigen, SCHEIßE -wir brauchen das Geld".

        War sie krank oder hatte sie Urlaub, die ganze Abteilung war wie befreit.

        Alles gute!

        Claudia

      • (5) 24.06.18 - 11:41

        Hallo,
        ich kann Momo nur zustimmen:
        Lerne klare Grenzen zu setzen- sie überrollt dich und du bist gerade nur im Rückzug.
        Und ich würde darauf BESTEHEN, dass der Chef ganz klar die Arbeitsgebiete verteilt...niemand krümelt an meinem Kuchen rum!
        Wenn der Chef nicht mal das leisten kann, würde ich auch klar aussprechen, dass ich daraus Konsequenzen ziehen werde.
        Egal, wie wenig Pöppes er sonst in der Hose hat, zumindest eine klare Aufgabenverteilung sollte er hinbekommen. Das ist eine reine Fach- und Sachfrage und sollte sowieso Teil der Arbeitsbeschreibung sein.
        Kompetenzgerangel ist das Letzte.
        Hinter den Kulissen würde ich mich auf jeden Fall nach einer anderen Stelle umsehen.
        Und noch mal ganz klar:
        Egal, wie unmöglich die Kollegin ist, der wirkliche Versager ist dein Chef und es kann jederzeit wieder passieren mit einem neuen Kollegen. Denn er ist anscheinend nicht in der Lage, sein Personal zu führen und selbst Grenzen zu setzen.
        Lg und alles Gute,
        Emmi

        • runner, du gibst dem Chef die Hauptverantwortung. Aber vieles was da abgeht, sind einfach nur Zickereien zwischen Frauen. Die eine übertritt Grenzen und die andere läßt sie permanent gewähren.

          Man sollte sich dann nicht wundern, wenn es nach Stellenwechsel so ähnlich auch an der nächsten Arbeitsstelle passiert, und immer wieder ... schuld sind immer die blöden Kolleginnen, nie man selber. Man selber ist ja so friedliebend, so hilfsbereit, so freundlich.

          Wenn mir jemand sagt, ich bin friedliebend, dann sag ich direkt, das ist eine freundliche Umschreibung von "konfliktscheu" und unfähig Grenzen zu setzen. Den Frieden den man so gerne hätte, der stellt sich einfach nicht ein.

          Da gibt es gute Zeiten, da redet man mit der "bösen" Kollegin die privatesten Dinge in aller Ausführlichkeit - auch das ist eine Grenzüberschreitung. So viel privates gehört nicht an die Arbeit zwischen Kollegen.

          • (7) 24.06.18 - 13:33

            Natürlich muss sie selbst Grenzen setzen lernen, das hilft aber nicht in dem Bereich der Verteilung der Arbeitsaufgaben, wo der Chef keine klaren Anweisungen und Zuteilung macht. Und genau das würde mich am meisten fuchsen.
            Solange kein Mobbing dahintersteckt bin ich der Meinung, dass man alles im zwischenmenschlichen Bereich und der Kommunikation selbst regeln sollte. Das sehe ich hier. Der komplett andere Bereich, dass eine Kollegin, der ich gegenüber nicht weisungsbefugt bin, sich in meinen Bereich drängelt- da erwarte ich eine klare Ansage und Aufteilung der Kompetenzbereiche. Und das ist die Aufgabe der Führungskraft, einen Tanzbereich festzulegen. Ich habe da auch schon (aber eher in Nebenjobs) so einen Larifaristil erlebt und das nervig. Ich habe aber auch sehr gute Chefs erlebt, wo jedem klar war, für was man genau eingestellt war, wo sich Aufgaben überlappen und wer wann zuständig ist. Ich rede nicht davon, dass es natürlich immer Überschneidungen geben kann und am Ende des Tages der gesamte Bereich fertig sein muss- aber was die TE beschreibt, hat auf der Leitungsebene eben schon eindeutige Defizite "eigentlich" ist sie die Grafikerin- sowas kenne ich nicht. Bei uns werden auch im Team Kompetenzen gefördert nach Vorerfahrung..es wird klar kommuniziert, wer vorrangig welche Verfahren betreibt und wie die Rangfolge aussieht. Wenn da jeder anfangen würde, nach Lust und Laune Aufgaben zu übernehmen, endet sowas doch nur negativ. Arbeit ist kein Ponyhof. Man kann sich nicht bei den Aufgaben der Kollegen "bedienen".
            (Und wenn man das versuchen würde, würde die Leitung da klare Worte finden). Auf diese Weise unterbindet man auch solches Gemauschel und Unzufriedenheiten. Was man für Probleme untereinander hat, ist ein anderer Schnack.
            Erwachsene sollten das selbst regeln können, oder wie du schreibst, sich in dem Gebiet kompetent machen, wenn da Defizite sind. Ich habe aber auch schon selbst erlebt (bei einer Kollegin, die wohl lieber in anderen Büros war als im eigenen und andere von der Arbeit abhielt), dass es da mal eine Ansage gab, was die Anzahl von Privatgesprächen anging.
            Obwohl die Dame sich wohl nicht traute, mich zu belästigen, fand ich die Ansage generell nicht verkehrt, denn ihre Jammertiraden gingen ja doppelt zur Last des Arbeitgebers- sie arbeitete selbst nicht und hielt andere auch noch von der Arbeit ab.
            Was der Chef der TE da betreibt, ist kein Führungsstil.

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