Beschäftigungsverbot bei der Arbeit mit Straffälligen

    • (1) 26.06.18 - 10:41

      Hallo ihr Lieben,

      Ich bin in der 17 ssw. Ich arbeite mit Straffälligen. Es kommt immer wieder zu kritischen und bedrohlichen Situationen auf der Arbeit. Von meinem Arbeitgeber habe ich schon eine gewisse Entlastung erfahren indem ich klienten übergeben kann die extrem aggressiv sind. Aber bei meinem Klientel kann es immer schnell sein das jemand durchdreht. Ich muss regelmäßig Gespräche mit meinen ca 60 klienten führen und ihnen auch mal unerfreuliche Nachrichten überbringen. Von Sexualstraftätern, Hartdrogenabhängigen über Köperverletzer ist alles dabei.

      Liegt aus eurer Sicht eine Gefährdung vor welche ein BV rechtfertigen würde?

      Ich merke schon das nein Bauch oft weh tut und ich auch sehr besorgt bin das was passiert könnte...

      Danke für eure Antworten

      • Eigentlich musst du zu deinem Betriebsarzt und der macht mit dir eine Gefärdungsbegutachtung ... Ich arbeite im KH und da gab es ein Punkt... Das man nicht mit agressiven Pat. in Kontakt treten soll bzw. aus dem Weg gehen soll ... In deinem Fall würde ich schon sagen, dass du ein BV bekommen solltest ...

        Ein BV bekommt man oder sollte man eigentlich immer wenn Eigen- und Fremdgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.

        Ich hatte solch einen Gefährdungsbogen von meiner Frauenärztin bekommen und das sollte mein Arbeitgeber ausfüllen. Aber normalerweise macht das der Betriebsarzt.

        Also ich sehe da auf jeden Fall einen Grund für ein BV. Zumal du dich ja auch nicht besonders wohl mit dem Gedanken fühlst.

        Alles liebe dir

      Hallo,

      Suche doch noch einmal das Gespräch mit deinem AG und Betriebs-/Amtsarzt. Meiner Meinung nach liegen da einige Faktoren vor.

      Ich bin Grundschullehrerin und hatte eine Klasse die komplett aus Kinder mit Migrations-/Flucht Hintergrund bestand. Zu erst wurde ein befristetes BV ausgestellt (20+), da mein Immunschutz nicht gewährleistet ist und man bei den Mäusen nie weiß ob und wie sie geimpft sind. Das BV wurde dann aufgrund von gesundheitlichen Problemen meinerseits, aber auch durch teilweise Gefährdung durch die Eltern (aggressive Mütter und Väter, manchmal auch die Kinder selbst, aber eher selten) bis zum Ende der Schwangerschaft ausgeweitet.
      Also bitte noch einmal das Gespräch suchen. Menschen können nun mal tendenziell immer ausrasten, selbst wenn sie vorher als ruhig und ausgeglichen gelten. Und gerade in deinem Bereich, kann das doch gehäuft auftreten.

      Liebe Grüße
      Heike mit Sternchen im Herzen, Knirps (2) an der Hand und Bubi im Bauch 28.ssw

      Hallo,

      in welchem Bereich arbeitest du denn, dass es "immer wieder" zu kritischen Situationen kommt?

      Ich arbeite auch mit straffällig gewordenen Menschen, bei uns hat noch niemand wegen der Arbeitsbedingungen ein BV bekommen.

      Schöne Grüße

      • ich arbeite mit Straffälligen in einem Projekt welches eher unfreiwillig ist und vom Gericht als Auflage erteilt wird und bin für ca 60 Klienten zuständig.

        Kritisch wird es wenn man über Fehlzeiten oder ggf schlechte Rückmeldung an das Gericht spricht.
        Die Frustrationstoleranz ist eher gering und häufig bauen sich die Klienten auch mal auf und brüllen rum. Vorher war das auch kein Problem, aber seitdem ich schwanger bin, bin ich da doch sehr besorgt.... mein Körper regiert anders als vorher. Vielleicht auch die Hormone. .. ;-) Aber ich gehe manchmal mit Bauchweh zur Arbeit. Ich mag meinen Job aber die Sorge das was passiert ist sehr groß.

        Ich weiß, dass in einer JVA sofort ein BV ausgestellt wird weil es sehr riskant ist... ich habe nun mal das gleiche Klientel!

        Mein Arbeitgeber sieht hier keine Gefährdung also wenn müsste die FA mir was ausstellen. Aber ich bin mir halt nicht sicher ob das Gründe sind?!?!

        • (10) 26.06.18 - 15:27

          Wenn dein AG eine Gefährdungsbeurteilung mit dir gacht hat und der Meinung ist, dass du arbeiten kannst, dann bleibt dir nur der Weg über ein erneutes Gesprächit ihm oder im schlimmsten Fall eine Meldung an die Aufsichtsbehörde.

          Dein FA hat damit überhaupt nichts zu tun. Du hast keinen Grund für ein medizinisches individuelles BV. Nur weil du Angst hast.

          • Achso...dann muss ich wohl den ersten Schlag in den Bauch erstmal bekommen...

            Mein AG ist auch nicht der erste der schwangere in gefährlichen Situationen arbeiten lässt.

            • (12) 26.06.18 - 15:39

              Ok, du willst meinen Textalso nicht richtiglesen.

              Ich sagte dein Arzt ist dafür nicht zuständig.

              Ich sagte nicht, du bekommst gar keins, ich sagte wende dich an deine Aufsichtsbehörde.
              Die prüfen dann die Gefährdungsbeurteilung und werden dann deinem AG sagen, ob ein BV angebracht ist.

              Aber lies ruhig was du willst.

              Deshalb ja der völlig richtige Hinweis auf die Aufsichtsbehörde, weil der Arzt nicht für die Gestaltung Deines Arbeitsplatzes zuständig ist.

      jane.wayne wo arbeitest du denn? Kenne die BVs sogar aus der BWH und JVA

      • Hallo,
        Ich habe in beiden Bereichen gearbeitet (inzwischen viele Jahre in der BWH), ich habe in beiden Schwangerschaften bis zum Schluss gearbeitet, wie übrigens alle meine Kolleginnen auch (ausgenommen natürlich die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten konnten).
        Abgesehen davon, gibt es sowohl im Vollzug als auch in der Bewährungshilfe immer Verwaltungsstellen, die man besetzen kann. Ich habe wirklich noch nie von einem BV gehört. Sogar Kolleginnen im AVD werden, wenn möglich, nur an eine andere Stelle ohne Schichtdienst versetzt (z.B. Pfortendienst).

        Ein Arzt kann dich nur aus gesundheitlichen Gründen ins BV schicken.

        Ob es in deinem Projekt andere Stellen gibt, die du besetzen kannst, weiß ich natürlich nicht. Aber ich glaube, dass dein Chef schon die tatsächlich bestehende Gefährdung von der von dir aktuell wahrgenommenen Gefährdung unterscheiden kann.
        Das ist gar nicht wertend gemeint. In der Schwangerschaft ist man natürlich empfindsamer und ängstlicher, der Beschützerinstinkt für das Ungeborene ist groß. Allerdings verklärt das natürlich den Blick auf das Ausmaß der tatsächlich bestehenden Gefahren.

        Schöne Grüße

Top Diskussionen anzeigen