gesetzliche Rente

    • (1) 09.07.18 - 11:48

      Guten Morgen,

      ich wollte mal wissen wie Ihr das so seht mit der gesetzlichen Rente.

      Folgendes Problem/Gedanken:

      Ich arbeite seit ca. 13 nur Teilzeit bzw. halbtags und verdiene dementsprechend wenig. Nun trage ich mich seit längerem mit dem Gedanken doch wieder Vollzeit arbeiten zu gehen. 1. Wegen der Rente und 2. ist etwas Geld mehr im Monat ja nie verkehrt. Nun bin ich ja im öffentlichen Dienst angestellt und würde da auch gerne bleiben. D.h. ich bewerbe mich jetzt nicht auf Teufel komm raus auf irgendwelche Stellen, sondern schreibe gezielt Bewerbungen, wenn mir etwas zusagt und ich auch der Meinung bin, dass der Job in einem Betrieb ist, den es auch in 10 Jahren noch gibt. O.K. bislang waren das jetzt nicht soooooviele Möglichkeiten, wo ich mich hätte bewerben können, da die Rahmenbedingungen insgesamt hier doch wesentlich besser waren.

      Letztens habe ich dann noch eine Reportage über die Rentenhöhe der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland bei WISO gesehen und wie "arm" die Rentner jetzt sind, wenn sie in Rente gehen. Und ich war geschockt. Offenbar sind dann Leute, die ihr Leben lang gearbeitet haben, und sogar mehr als ich verdient haben, nun auch ein Sozialfall. Ich werde, selbst mit einer Vollzeitstelle, niemals 2700€ netto verdienen, da mache ich mir nichts vor. Und selbst wenn ich es täte, bekäme ich wohl so wenig Rente, dass ich dann anschließend doch zum Sozialamt gehen müsste.

      Jetzt frage ich mich, lohnt es sich dann überhaupt für mich? Denn mal ehrlich, im Vergleich von Halbtags zu Ganztags bekommt man ja netto nie das doppelte an Geld raus. Rein rechnerisch und auch zeitlich würde ich mit einem 450€ Job besser fahren. Ich hätte es, wie gesagt getan, um nachher etwas mehr Rente zu erhalten. Nur wenn ich jetzt sehe, dass ich so oder so zum Sozialfall werde, warum soll ich mich dann mit einer Vollzeitstelle stressen ?

      Meint Ihr, dass sich da seitens der Regierung noch etwas tut ?Ich bin 43, müsste also mal noch so um die 20-24 Jahre arbeiten gehen, da könnte ich dann mit einer vollen Stelle noch was rausreißen, nur unter diesen Umständen, ist das ja vergebene Liebesmühe.

      Privat vorgesorgen muss man, das weiß ich und mache ich im Rahmen unserer Möglichkeiten, doch hätte ich mal gerne gewußt, ob ich mit meiner Meinung alleine da stehe/was falsch verstanden habe oder wie auch immer.

      LG
      Tiffy

      • Verlass dich nicht auf andere dann bist du verlassen !

        Sorge Privat vor das kann dir dann keiner nehmen.Sollten die Renten dann mal extrem steigen hast du noch etwas mehr. Ist doch auch nicht schlecht.

        (3) 09.07.18 - 12:36

        Selbst vorsorgen und zwar nicht nur durch Einzahlungen in die gesetzliche Rente sondern zusätzlich noch. Dazu sind die Erwerbstätigen von heute angehalten und anders wird es nicht gehen.

        Ich persönlich sorge bereits seit 2003 (da war ich 30) privat vor durch Kapitalbildung und seit 4 Jahren zusätzlich noch mit einer betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt zahle ich zusätzlich zu meinen normalen gesetzlichen Rentenbeiträgen aus meinem Vollzeitjob monatlich 720€ privat für meine Altersvorsorge, darin ist wie gesagt diese alte Kapitalbildung drin, die bAV, eine private Pflegeversicherung sowie ein Bausparer für alle Fälle wenn man Kapital braucht.


        Über meine Rente mache ich mir demnach keine Sorgen aber ich arbeite seit 1990 (mit einem Jahr Elternzeit für Kind 1) Vollzeit.


        Ohne private Vorsorge wird es nicht gehen heutzutage, das ist leider so.

        Ob man das dann in Fonds, Versicherungen etc. steckt ist sicher Geschmackssache. Das gute alte Sparbuch tut es sicher auch. Nehm dir doch einen 450 EURO job und packe dieses Geld jeden Monat direkt weg.

        Wäre mal ein Anfang.

          • (5) 09.07.18 - 14:53

            Naja, die muss man sich auch leisten WOLLEN vor allen Dingen.

            Würde ich die nicht zurück legen jeden Monat würde ich ein neues Auto fahren oder wieder ein Pferd haben oder vielleicht würde eins meiner Kinder aufs Internat gehen usw usw usw

            Man kann Geld eben nur 1x ausgeben und ich entschied mich für meine Altersvorsorge, damit meine Kinder durch mich später mal keine "Lasten" haben und ich sorgenfrei vor mich hin altern kann.

            • (6) 09.07.18 - 15:25

              Wenn ich es mir leisten WILL über 700 € für meine Rente zurückzulegen, dann würde ich nichtmal meine gesammten Fixkosten zahlen können ... aber wir diskutieren warscheinlich auch in sehr unterschiedlichen Gehaltsklassen ...
              Internat oder Pferd würde bei mir Geldtechnisch nie zur Debatte stehen ...

              • (7) 09.07.18 - 19:21

                Es gibt auch staatliche Internate und Schülerbafög (muss man nicht zurückzahlen), das können sich auch Ärmere und Kinderreiche leisten. Dafür braucht man kein hohes Gehalt. Ansonsten hast Du recht. Über 700€ pro Monat nur für die private Altersvorsorge, da dürften wir nichts mehr essen , nichts mehr anziehen, die Kinder nicht mehr zur Musikschule...Das ist für viele unmöglich!

      Man bekommt doch immer die Rentenbescheide, in denen auch steht, wie hoch die Rente sein wird, wenn man soviel einzahlt wie bisher.
      Hast Du Eigentum?
      Das wäre halt auch gut, dann brauchst Du im Alter keine Miete mehr zahlen.

      • Ich persönlich sehe das mit dem Eigentum im Alter kritisch. Man muss zwar keine Miete zahlen, die Unterhaltskosten für ein dann evtl. In die Jahre gekommenes Haus sind nicht unerheblich und oft kommt dann, wenn man es gerade abbezah hat, das Dach, die Heizung etc.
        Die monatlichen Rücklagen und das instandhaltungsrisiko sind bei einem bezahlten Eigenheim meiner Ansicht nach mindestens genauso hoch, wie bei einem mietobjekt.
        Hinzu kommt noch die Last mit dem Alter. Schneeräumen, Grundstückspflege etc, wie lange kann man das? Muss man ab Tag X dann einen Service dafür engagieren weil man es körperlich nicht mehr kann kommen nochmal kosten oben drauf.

        Eigentum verpflichtet und wie gesagt ich sehe es grundsätzlich kritisch, egal ob als Altersvorsorge, eigenbewohnt oder vermietet.
        Letzteres ist wegen dem Risiko des Ausfalls oder allg. dem Vermieter-Risiko noch problematischer finde ich.

        • (10) 09.07.18 - 13:47

          Naja, mit dem Eigentum sehe ich es schon anders. Man bildet ja schon so Rücklagen für reparaturbedürftige Sachen. Die hat man ja dann.

          <<<Hinzu kommt noch die Last mit dem Alter. Schneeräumen, Grundstückspflege etc, wie lange kann man das?>>>

          Ich hoffe doch, dass es uns so gut dann geht wie unsere älteren Nachbarn. Sie sorgen für alles noch alleine bzw. haben ein kleines bisschen Unterstützung von den Kindern. Sie sind über 90 und ich bewundere sie. Er ist ein bisschen vergesslich, das übernimmt die Frau. Sie ist wiederum körperlich nicht mehr sehr aktiv, dass übernimmt dann der Mann. Es passt bei den beiden einfach. Ich find sie super. Hilfe haben wir schon angeboten, aber er meinte, wenn es mal soweit ist, wird er fragen kommen. Na ich glaub es nicht. ;-)

          Ich hatte sie mal gefragt, warum sie sich im hohen Alter (damals Anfang 70) noch ein Eigenheim bauen "lassen". Na sie wollten ihr Geld für sich ausgeben und nicht irgendwo als Miete, wovon sie nichts haben. Hatten bis dato auf ein Gartengrundstück gewohnt, wo sie dann runter mussten. Und in einer Wohnung würden sie veröden. So können sie raus in den Garten, wann immer sie wollen. Das finde ich Luxus im Alter und so möchte ich es auch haben.

          Was du beschreibst mag für ein im Alter überdimensioniertes EFH stimmen, mietfrei leben im Alter muss trotzdem höchste Priorität haben. Daher macht es Sinn z.B. eine Wohnung zu kaufen (und jetzt zu vermieten), in die man dann im Alter einziehen kann oder die man weiter vermietet um davon wiederum seine eigene Miete zu zahlen.
          Das größte Problem der heutigen Rentner, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind ist der nicht erfolgte Vermögensaufbau, z.B. in Form von Wohneigentum. Das ist Fakt.

          Und an die TE: Natürlich lohnt sich eine Vollzeitstelle immer deutlich ggü. einer Teilzeitstelle, weil du allein durch den Mehrverdienst auch anders vorsorgen kannst, ganz unabhängig von der gesetzlichen Rente.

          • Wir haben ein Haus. Nur das wird mir nichts nützen. Wenn ich später nach allen Abzügen von Krankenkasse und co. nur 500€ Rente habe, kann ich das Haus ohnehin nicht halten. Das sind ja fast nur die Nebenkosten.
            Und vermieten ist dann auch riskant. Was mache ich bei Leerstand oder Schmarotzern oder dringenden Reparaturen?
            Darauf kann man sich nicht verlassen.

            • Ganz einfach: verkaufen und vom Erlös eine altersgerechte kleinere Wohnung kaufen oder über Jahre irgendwo Miete zahlen davon. Also ich weiß nicht wo ihr wohnt, aber es gibt nur noch recht wenige Landstriche, wo man als Vermieter Probleme mit Leerstand oder zu geringen Mieten hat. In der Regel ist die Nachfrage so groß, dass man sich einen sehr solventen Mieter aussuchen kann und damit das Risiko enorm einschränkt. Und die Leute bleiben ewig, weil kaum noch andere Mietwohnungen zu finden sind.

              Aber klar, muss jeder selbst wissen.

          Genau, das ist das Problem: all die Rentner, die heute staatliche Unterstützung brauchen, haben nicht langfristig gedacht und vorgesorgt.
          Sei es durch Vermögensaufbau (Sparen, Immobilien) oder durch Vollzeit statt Teilzeit.

          Mein Vater, heute 84, war immer ein kleiner Arbeiter, musste mit 56 aus dem Beruf ausscheiden um meine kranke Mutter zu pflegen, trotz finanzieller Einbußen deshalb hatte er 40 Arbeitsjahre auf dem "Buckel" und kann von seiner Rente und der Witwerrente meiner Mutter gut leben und fast sein Seniorenheim (ohne Pflegegrad da nicht krank) finanzieren. Den Rest finanziert er aus dem Hausverkauf (Pflichten weg - Geld da).

          Meine Eltern haben sich nie was geleistet, kein Urlaub, nie ein neues Auto, nie ein Handwerker, alles selbst gemacht. Nur geackert.
          Aber mein Vater hat nun ein gutes Auskommen. Spare in der Zeit dann hast du in der Not. Ein wahres Wort.

          Und all diejenigen die das nicht so gemacht haben, ja, die sind auf Hilfe angewiesen.

          Aber das war vor 30 Jahren so und wird in 30 Jahren so sein, daran hat sich doch nichts geändert, oder ?

          Ich arbeite auch sehr viel, mein Mann arbeitet auch sehr viel. Für was? Für uns, für später, für die Kinder. Meine Generation und die meiner Eltern kennen keine Work-Life-Balance. Das kommt jetzt erst, mit der Generation nach uns.

          Von nix kommt aber nix. Früher nicht. Heute nicht.Morgen nicht.

      (15) 09.07.18 - 14:48

      Eigentum kann man ja auch verkaufen ... die Immobilienpreise steigen seit 100 Jahren fast ohne Unterbrechungen.

      Eigentum schafft einen Wert.
      Miete ist einfach nur weg.

      Thema Rente:
      Natürlich muss man auf mehrere Säulen bauen.
      Staatliche Rente, Eigentum und Riester kann ein Modell sein.

      Zu sagen, ich werde eh ein Sozialfall also lege ich mich auf die faule haut und warte ab, ob ich überhaupt Rentner werde ist sicher etwas kurz gedacht ... oder gar nicht nachgedacht.

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