Beschäftigungsverbot

    • (1) 10.07.18 - 15:53

      Hallo ihr Lieben,
      also ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen...
      ich bin jetzt in der 24. SSW und bin Steinmetzin.
      Mein Chef hat mich jetzt von meinem eigentlichen Arbeitsplatz der hauptsächlich in einer lauten Halle und auf dem Friedhof war ins Büro gesetzt. Was generell auch ok ist. Leider ist es ein ziemlich kleiner Betrieb und die Auftragslage ist momentan nicht so berauschend. Zu dem haben wir jetzt noch jemanden eingestellt der meinen Tätigkeitsbereich in der Werkstatt und auf dem Friedhof erledigt... So nun das eigentliche „Problem“...
      In diesen 24. Wochen war ich 3 Wochen krank geschrieben, da ich am Anfang meiner Schwangerschaft leichte Blutungen hatte.
      Jetzt fragt mich mein Chef ob ich halbtags bzw. Nicht schauen kann ob ich ein Beschäftigungsverbot bekommen kann... Meine Ärztin sagt aber da es zum glück keine Komplikationen gibt stellt sie mir kein Beschäftigungsverbot aus, dass müsste mein Arbeitgeber machen...
      Naja... ich bin fix und fertig und weiß jetzt nichts mehr nur das ich jeden Tag die schlechte Laune von meinem Chef ertragen muss.....
      Gibt es von euch jemanden dem sowas ähnliches passiert ist? Danke für Antworten.

      • Was genau macht dich fix und fertig? Hat dein Chef aufgrund deiner Schwangerschaft finanzielle Probleme und ist deshalb schlecht gelaunt? Deine Gyn hat recht, sie kann und darf dir kein bv ausstellen. Dein Chef kann das vielleicht, wenn er dich aufgrund mangelnder Arbeit nicht einsetzen kann, da muss er sich aber kundig machen und kümmern

        • Fix und fertig macht mich einfach die angespannte Situation!
          Ich kann ihn verstehen das er schlechte Laune hat aber dann muss man probieren eine lösung zusammen zu finden und es nicht nur an seinen Angestellten auslässt...

          • (4) 10.07.18 - 16:29

            Vollkommen richtig. Er kann dir ein Teil BV ausstellen, wenn er der Meinung ist, du kannst nur noch halbtags da arbeiten, weil er zu wenig Arbeit außerhalb des Gefährdungsbereiches hat.

            Aber das muss dein AG machen.

            Und das ist auch kein neuer Arbeitsvertrag, das ist ganz wichtig. Du musst da dann nix unterschreiben.

            Ansonsten hat deine FÄ recht, freu dich lieber, dass alles gut ist.

            • Ja na klar freue ich mich!!! Nur hätte ich die vergangenen Wochen nur Stress deshalb was auch scheiße ist!

              Das mit dem BV halbtags habe ich ihm auch schon vorgeschlagen was er aber total abblockt... Ich denke das er etwas Abgst hat das die BG auf ihn zukommt.

              • (6) 10.07.18 - 16:37

                Aber wenn er davor auch Angst hat, dann hast du keine Wahl leider.

                Dann musst du kündigen, was ziemlich unschlau wäre oder halt leider dadurch.

      Hallo!

      Dein CHEF muss Dir das Beschäftigungsverbot ausstellen.

      Das ist gar kein Problem und auch völlig sinnvoll so: er kann Dir im Moment keine Beschäftigung bieten, die du angesichts möglicher Gefährdungen machen kannst. Die Arbeit in Halle und Friedhof ist angesichts des wachsenden Bauches zu beschwerlich, und somit kann er Dich da nicht mehr einsetzen.
      im Büro gibt es aber nicht genug Arbeit, um deine vollen Stunden abzudecken.

      Also darf und SOLL er Dir das Beschäftigungsverbot selbst erteilen, das ist gar kein Problem. Dein Gehalt bekommt er dann über die Umlage von der Krankenkasse wieder.

      Das ist wirklich kein Thema, die Krankenkasse wird da auch nichts dagegen haben, es reicht völlig seine Einschätzung, dass er Dir in dieser Phase der Schwangerschaft bei seiner momentanen Personalsituation keinen Arbeitsplatz anbieten kann, und sogar den Umfang darf er frei bestimmen - ob er dich jetzt noch 4 Stunden am Tag oder nur 4 Stunden pro Woche braucht oder Dich ganz freistellen will, bestimmt alleine er.

      Und nein, er muss das nicht rechtfertigen, er muss es nur MELDEN bei Krankenkasse und Gewerbeaufsichtsamt. Es reicht eine kurze Begründung, dass er Dir nach erfolgter Gefährdungsbeurteilung bei fortgeschrittener Schwangerschaft keinen Mutterschutzkonformen Arbeitsplatz mehr anbieten kann. Da gibt es doch vieles - Lasten die gehoben werden müssten, gebückte Körperhaltung etc.

      • Vielen Dank für deine tolle Antwort.
        Ich sehe es genau wie du!
        Habe bei der Bezirksregierung Arnsberg angerufen und auch die haben das so gesagt! Nur kann man leider kein vernünftiges Wort mehr mit meinem Chef reden!
        Die Arbeiten die ich sonst ausgeführt habe, durfte ich an dem Tag wo ich wusste ich bin schwanger nicht mehr ausführen. Theoretisch darf ich wenn die Maschinen an sind und der viele Staub und Lärm der ja nicht ausbleibt... garnicht mehr in die Halle...

        • Wenn Dein Chef dir nicht zuhören will ohne laut zu werden, dann versuch einmal zurück zu schnauzen, dass jetzt DU redest. Wenn das nicht geht, dann schreib ihm eine Email. Dann muss er es halt lesen, wenn er nicht zuhören kann.

      Doch, natürlich muss er das BV auch rechtfertigen können und eine offizielle gefährdungsbeurteilung durchführen.
      Die persönliche Einschätzung, dass ihre Arbeit mit dickem Bauch beschwerlich wird, genügt nicht.

      • Die TE schreibt doch, dass sie "eigentlich" ab Bekanntgabe der Schwangerschaft nicht mehr hätte arbeiten dürfen. Hat sie aber eine Weile noch mitgemacht.

        • Das habe ich gelesen aber die TE ist doch keine Expeetin für Arbeotsrecht und ihr AG ganz offensichtlich auch nicht.
          Da muss definitiv eine Gefährdungsbeurteilung gemacht und das BV auch belegbar begründet werden. Natürlich muss im Zweifel bei einer Überprüfung der AG das BV rechtfertigen.

    Wirklich ein nette und hilfreiche Antwort. Hätte ich mir heute auch bei meiner Frage gewünscht. Viele Grüße

    • Sorry, dass Du Dir so viel anhören musstest.

      Das Doofe ist halt, dass die Sache mit dem BV ziemlich unfair für diejenigen ist, die wegen Krankheit ausfallen. Mit BV ist man fein raus ohne finanzielle Einbußen, und auf AU hat man ganz deutliche Abzüge, und der AG hat auch keine Sicherheit, wann man wieder kommt. Das trifft aber nicht nur arbeitsunfähige Schwangere, sondern noch viel mehr Menschen - bei einer Krebserkrankung mit Krankengeld auskommen ist auch nicht schön. Das heißt, Schwangere im BV sind echt ultra gut weggekommen, Kranke haben allgemein und immer die Arschkarte.

      Eigentlich sollte immer der Arbeitgeber in der Pflicht sein, ausreichend Personal zu haben um auch längere Ausfälle abzufedern, aber wir wissen ja alle, wie das läuft. Versuch, es nicht auf Dich zu beziehen, und auch die Kollegen sollten lieber beim Chef schimpfen.

      Und wenn es nicht geht, dich wieder an deiner Stelle einzusetzen und der Wechsel in die Ambulanz so aufwändig ist, dann muss der Arbeitgeber eben anständig begründen, warum das sinnlos ist. Aber nicht deine Kollegen drunter leiden lassen.

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