Unterhalt: Trotz Einigung auf einmal nach Titel zahlen?

    • (1) 11.07.18 - 08:23

      Hallo,
      wie verhält es sich, wenn ein gerichtlicher Titel für den Kindesunterhalt besteht, man sich aber privat auf eine geringe Summe geeinigt hat?
      Ist der Titel dann trotzdem noch durchsetzbar bzw pfändbar?
      Zur Erklärung:
      Meine ex hat gegen mich einen Titel, worauf wir uns auf 50% des Unterhalts geeinigt haben.
      Da es jetzt aber zu Streitigkeiten gekommen ist, möchte sie nun monatlich die titulierte Summe von mir und hat mir auch mit Pfändung gedroht, sollte ich nicht die volle Summe zahlen.
      Ist das trotz unserer (schriftlichen) Abmachung möglich?

      (4) 11.07.18 - 08:45

      wenn es geklappt hätte, schön und gut aber das alles ohne Streiterein vonstatten geht, ist wohl eher utopisch, oder?
      Das Geld ist übrigens für die Kids.

      lg
      lisa

    • (5) 11.07.18 - 09:43

      Sie darf darauf verzichten den Unterhalt in voller Höhe einzutreiben so lange sie will. Verboten ist das nicht. Und wenn sie es sich anders überlegt, darf sie das jederzeit und den vollen Betrag einfordern. Auch den Rückstand der letzten 12 Monate kann sie einfordern. Für die Zeiträume davor könntest du dich auf die Einrede der Verwirkung berufen, insbesondere, wenn du es schriftlich hast.

      LG

        • (7) 11.07.18 - 13:45

          Falsch. Man darf nicht schriftlich oder sonst wie den Verzicht erklären.

          Aber man darf darauf verzichten, den Unterhalt einzutreiben. Müssen wir nicht drüber streiten, steht sogar in meiner gerichtlich bestätigten Scheidungsfolgenvereinbarung.

          • Sue hat hier aber schriftlich auf den Unterhalt verzichtet und verzichten ihn einzutreiben darf sie wenn überhaupt nur, wenn sie ihn dann leistet und keinerlei Leistung erhält.

            • (9) 11.07.18 - 18:00

              Ja. Habe ich auch. Schriftlich verzichtet. War für das Gericht auch völlig in Ordnung.

              Dieses gesetzliche "nicht verzichten dürfen" ist eher darauf gerichtet, dass man den Unterhaltspflichtigen nicht "für immer" befreien kann, insbesondere wenn der Verzicht zukünftig zu Lasten Dritter geht.

              Es steht aber jedem Betreuungselternteil vollkommen frei, Kindesunterhalt gar nicht erst geltend zu machen und ihn stumm selbst zu leisten. Man kann niemanden zwingen Unterhalt einzufordern und es gibt auch kein Strafmaß dafür, wenn man ihn nicht einfordert.

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