Lohnt sich ein Kleingewerbe?

    • (1) 24.07.18 - 11:33

      Hallo.

      Meine Frage steht schon oben. Damit meine ich nicht, dass es gewinnbringend ist oder sein soll, sondern von der Bürokratie und Finanzamt?!
      Ich hab ein Hobby, wo mit ich immer wieder kleinere Beträge bekommen könnte, da ich hin und wieder einen Käufer für meine Handarbeiten hätte.

      Wie läuft das ab?
      Was muss ich beachten?
      Wie sind eure Erfahrungen?
      Muss ich Rechnungen schreiben?

      Ich hab mich schon da belesen, wollte aber mal wissen wie es in der Praxis aussieht?

      LG

      • Der Der Aufwand hält sich meiner Meinung nach in Grenzen, aber die Frage müsste doch eher sein, was machst u ohne Kleingewerbe.

        Machst du das dann nicht uns verkaufst nichts oder machst du das dann illegal, dann stellt sich meiner Meinung nach die Frage nicht.

        Ich hatte 3 Jahre ein Kleinunternehmen neben meiner Vollzeit-Stelle. Einfach, damit ich als Freelancer ein paar Aufträge nebenbei machen kann.
        Mit meinem Arbeitgeber war das abgesprochen.

        Der Aufwand hielt sich in Grenzen. Beim Gewerbeamt angemeldet. Kostet glaube ich 20€

        Dadurch, dass es ein Kleinunternehmen ist, musst du nur einmal im Jahr die Steuer machen und nicht jeden Monat Buchhaltung machen wegen der Umsatzvorsteuer. Dafür darfst du keine MwSt auf deinen Rechnungen ausweisen. Ich hatte dafür auf meinen Rechnungen einen kleinen Disclaimer, der die Kunden darüber aufgeklärt hat, warum die Rechnung keine MwSt enthält.

        Einmal im Jahr habe ich normal meine Steuer gemacht und für das Kleinunternehmen eine Gewinn/Verlust Rechnung gemacht (einfach in einer Spalte alle Einnahmen mit Rechnungsnummer und die Rechnungen natürlich aufheben im Fall einer Kontrolle) und in der anderen alle Ausgaben. Da kann man je nach Unternehmen einiges absetzen. Homeoffice (das muss aber ein abgeschlosser Raum sein), Anteilig Telefon, Strom, Miete, Computer usw.

        Ich habe immer versucht, dass ich mit den Steuern, die ich von meiner Vollzeit-Stelle zurück bekommen habe, bei plus minus 0 raus zu kommen, also, dass ich keine Steuern nachzahlen muss. Mein Kollege hatte soviel Gewinn gemacht in dem ersten Jahr, dass er einiges an Steuern nachzahlen musste (ca. 30% auf den Gewinn über den Daumen). Zukünftig musste er einen Vorschuss für das Kleinunternehmen an das Finanzamt zahlen (ich glaube pro Quartal), den Betrag haben sie geschätzt.

          • Es kommt ja drauf an, wie hoch dein Gewinn ist ;) Da ich am Computer arbeite (damals hatte ich auch kein abgeschlossenes Arbeitszimmer) und kaum Ausgaben im Sinne von Material habe, aber Stundensätze von 120€ wird es schwierig sich da durch zu mogeln.

            Glaub mir ich habe wirklich ALLES was irgendwie möglich war abgesetzt, munter nach "Versuchen kann man es ja mal". Zum Beispiel Kaffee für Kundenbesuche etc.

            Ich war froh, wenn ich den Gewinn aus dem Kleinunternehmen quasi einfach so behalten konnte. :-) Ich habe ja auch guten Gewinn gemacht in der Summe, da finde ich es okay, wenn das Finanzamt seinen Teil kriegt bzw. mir nicht noch was zurück zahlen muss.

              • Bei solchen Stundensätze ist das trotzdem ein Tropfen auf den heissen Stein.

                • Da ja die Beschränkung, für alle Stundensätze gleich ist, war das trotzdem kein Problem. Essen gehen, Fahrten zu Kunden und und und, läppert sich doch gut.

                  • Da sie ja nur am PC arbeitet, wird es schwierig werden Bewirtungen und extra Fahrtkosten anzusetzen. Ansonsten kann man pauschal Fahrtkosten, Telefon, Strom und Heizung ansetzen. Das sind aber keine große Summen. Da sie ja kein Wareneinkauf hat ist es vermutlich nur ein wenig Büromaterial und ein wenig Afa und vl. mal GWG. Ich denke da hat sie schon mit 4000 € Jahresumsatz zu tun, dies mit Ausgaben stark runterzufahren.

                  Aber die Ausgaben dürfen nicht ständig die Einnahmen überwiegen. Dann könnte Liebhaberei vorliegen und damit steuerlich nicht zu berücksichtigen. Ggf. werden Bescheide nur unter Vorbehalt erlassen und Jahre später mit Verzinsung korrigiert.
                  Also langfristig sollte ein Gewinn erzielen sein, der auch versteuert wird.

                  Aber die TE kann ja viel im Voraus zahlen, so dass eine 4stelliger Erstattungsbetrag rauskommt.

                  • Auch ein Euro ist ein Gewinn 😉

                    Aber die Höhe des Gewinns ist für das Finanzamt nicht relevant. Welchen Sinn soll es machen Höhe Vorauszahlungen zu machen, damit dann ein Jahr später eine Steuererstattung hat?

                    • Die Höhe des Gewinns ist relevant für das Finanzamt!
                      Wovon soll dann die Steuer berechnet werden?

                      Mit den Vorauszahlungen meinte ich nur, dass man die Höhe der Steuererstattungen nicht vergleichen kann, da der eine evtl. zu höhere Vorauszahlungen geleistet hat als der andere Steuerpflichtige. Es macht natürlich keinen Sinn, extra mehr im Voraus zu zahlen.

            Habe ich alles abgesetzt. Ich kann aber nicht jährlich einen neuen Computer absetzen.

            Allerdings hatte ich auch keinen persönlichen Kundenkontakt. Natürlich kann man trotzdem mal ein Essen oder eine Tankrechnung absetzen, aber da kommt es dann doch auf den Stundensatz an. Wenn ich meinen Gewinn mit einem Kunden mache und das nur bei ein paar Stunden Arbeit im Jahr, dann denke ich schon, dass das Finanzamt irgendwann fragen würde, warum ich genauso lange mit dem Kunden essen gehe, wie ich für ihn arbeite ;)

            Davon ab könnte ich das aber auch mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Dann bräuchte ich gar kein Kleingewerbe anmelden. Das ist für mich nicht besser als Schwarzarbeit. Die würde nämlich in meinem Bereich auch ganz einfach gehen.

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