Verbeamtung private oder gesetzliche KV & Riester

    • (1) 11.08.18 - 22:37

      Hallo ihr Lieben, ich habe folgendes "Problem". Ich (35) bin Lehrerin in Sachsen und ab Januar soll es eine Verbeamtung geben (so alles klappt) Nun bin ich aber mit Beihilfe und co völllig überfordert. Bisher bin ich gesetzlich versichert und hatte nie probleme.
      Ein paar randinfos, die wohl relevant wären: Ich bin verheiratet, mein Mann ist angestellt. Sein Grundgehalt (wenn beide voll gehen) wäre etwas niedriger als meins, aber er bekommt Boni, sodass er dann mehr hätte. Allerdings gehe ich die nächsten Jahre sicher nur teilzeit arbeiten, da wir 3 kleine Kinder haben (0,2,5) und gern noch eins wollen. Welche Versicherung habt ihr oder würdet ihr nehmen? Was gibt es zu beachten?
      Ich habe Hashimoto sonst nix festgestelltes :)
      2. Frage, ich hab noch kein Riester, aber mit 3 Kindern wahrscheinlich sinnvoll. Riestert ihr? Warum (nicht)?
      Ich danke euch vielmals vorab

      • (2) 11.08.18 - 22:44

        Unser unabhängiger Versicherungsberater hat dringend von Rister abgeraten und eine andere Form der privaten Vorsorge vorgeschlagen, da bei Rister du Pech haben kannst und gar nichts bekommst später.
        Er hat es genau erklärt, aber ich vertraue ihm, von daher kann ich es dir nicht mehr genau sagen. Aber sollte man ja Berichte zu finden.

      Als Beamtin solltest du doch Beihilfe bekommen. KA wie es in Sachsen ist aber hier in NRW muss man sich nur zu 50% privat versichern und 50% übernimmt die Beihilfe. Da du 3 Kinder hast, würde dir die Beihilfe hier sogar 70% erstatten. Ich kenne keine verbeamtete Lehrerin, die gesetzlich versichert ist aber in der Regel ist das auch nicht attraktiv, da es (viel) teurer ist als die Private.

      Vom Riestern würde ich auch abraten. Neulich habe ich sogar meinen Vertrag aufgelöst. Der Versicherungsfritze kassiert in der Regel einen hohen Bonus, deswegen lass dich mal nicht von dem heiß machen. Klar gibt es dabei einen Zuschuss vom Staat. Allerdings wirkt sich das nur irgendwo auf einem Förderkonto aus und nicht direkt im Portemonnaie. Mich hat aber abgeschreckt, dass die angesparte Summe mit Eintritt in den Ruhestand versteuert wird. Das spürt man dann umso mehr im Geldbeutel. Das sind dann gut und gerne mehrere tausend Euro, die zurückgezahlt werden müssen. Die möchte ich nicht an der Backe haben, wenn ich gerade meinen Ruhestand genießen will.

      Nächster Kritikpunkt: Man muss die Förderung jährlich beantragen. Wenn man es mal vergisst, geht auch die Förderung flöten.

      Außerdem finde ich das Produkt höchst kompliziert. Und was ich nicht verstehe, davon lasse ich die Finger.

      • (5) 11.08.18 - 23:52

        "Nächster Kritikpunkt: Man muss die Förderung jährlich beantragen. Wenn man es mal vergisst, geht auch die Förderung flöten.

        Außerdem finde ich das Produkt höchst kompliziert. Und was ich nicht verstehe, davon lasse ich die Finger. "
        Der erste Satz bestätigt den 2. denn nein, du musst gar nichts jährlich beantragen, du kannst eine Dauerzulage beantragen, habe ich vor 10 jahren gemacht und lediglich vor 4 Jahren nach der Geburt des 3. Kidnes für das das auch noch beantragt.

        Haben 650 Euro bisher eingezahlt und eine Garantiezahlung von 6800 Euro (alleine durch drei Kidnerzulagen), also was will man mehr?

        (6) 12.08.18 - 08:00

        Ich verstehe nicht, was an diesem Produkt kompliziert sein soll. Der Staat fördert die Altersvorsorge mit einer gewissen Summe pro Jahr, wenn man einen gewissen Teil seines Einkommens einzahlt. Das ist alles.

        Und natürlich wirkt sich der "Zuschuss vom Staat" nur im Ansparkonto aus, und nicht im Portemonnaie. Das ist eine ALTERSVORSORGE. Und ja, der Betrag wird bei der Auszahlung versteuert, wie aktuell jede Altersvorsorge. Übrigens werden auch Renten und Pensionen besteuert.
        Ansonsten gibt es auch einen Dauerzulagenantrag, dann muss man das nicht jedes Jahr beantragen. Außerdem kann man die Förderung bis zu 4 oder 5 Jahre rückwirkend beantragen.

    Bei 3 Kindern ist Riester dringend zu empfehlen, du zahlst ohne Einkommen 60 Euro im Jahr ein und bekommst dann 1075 Euro je Jahr dazu. Diese 1075 Euro zählen auch schon zu deinen 4% des EInkommens. Sprich erst wenn du mehr als 28.375 Euro im Jahr verdienst, musst du mehr als 60 Euro einzahlen.

    UNd ja, ich habe seit 10 Jahren einen Riestervertrag, in den ich bisher 650 Euro eingezahlt habe, aber mindestens schon 6800 Euro ausgezahlt bekomme, alleine durch die Zulagen. Also ohne was kann nicht sein. Solche Rendite gibt es sonst nirgends!

    Wenn du in die PKV gehst, könnten die Kinder auf jeden Fall bis du mehr verdienst als er (und wenn du dann über der jährlichen Grenze liegst) bei ihm in der GKV bleiben und somit hättet ihr auch Kinderkrankentage.

    Ich wurde wegen Riester bei der Bank kurz beraten, für mich lohnt es sich nicht da ich nur ein Kind habe und nur ein Jahr daheim bleibe.
    Danach müsste ich einen gewissen Prozentsatz meines Einkommens zahlen und das ist mir zu viel !

    Wegen KV: es lohnt sich die PKV viel mehr da die gesetzliche keinen 30% Tarif anbietet soviel ich weiß.
    Du bist ja zu 70% Beihilfe berechtigt und fährst dann mit der Privaten günstiger !

    • (13) 12.08.18 - 07:44

      Ja, knapp 4% deines Bruttovorjahreseinkommens muss man für die volle Zulage zahlen.
      Und das ist dir für die Altersvorsorge zuviel????

      • (14) 12.08.18 - 08:41

        Wenn man die wirklich zahlen muss, weil man kaum Zulagen bekommt, sehe ich das auch so, dass das zuviel ist.
        Das trifft ja aber gerade die TE nicht, weil sie 3 Kinder hat, die alle nach 2007 geboren sind, somit pro Kind 300 Euro Zulage erhält, was schon mal mit ihrer Grundzulage über 1000 Euro Einzahlung sind, die ja bei den 4% mitzählen!

        • (15) 12.08.18 - 09:07

          Das ist richtig. Aber die Faustregel lautet, dass man 10-15% des Nettoeinkommens in seine Altersvorsorge stecken sollte.
          Deswegen: Falls das die einzige Altersvorsorge ist, wären 4% des Bruttoeinkommens selbst ohne Zulagen viel zu wenig.

          • (16) 12.08.18 - 09:10

            Aber da ist dann Riester für solche allgemeinen Sachen einfach das falsche Produkt, das lohnt sich generell nur über viele Zulagen, ansonsten sind die Kosten im Vergleich zu anderen Produkten viel zu hoch!

            • (17) 12.08.18 - 09:17

              Das stimmt für den Großteil der Produkte, das ist richtig. Allerdings kann man auch hier vergleichen. Gibt auch durchaus günstige Riester-Lösungen.

Mit der Beihilfe ist nicht wirklich kompliziert.

Wenn du eine Rechnung bekommst, z.B. über 100 EUR, übernimmt das Land einen gewissen Anteil der Rechnung. Bei 3 Kindern müsste das Land (also die Beihilfe) 70% davon übernehmen. D.h. eine Rechnung schickst du zur Beihilfe, die andere Rechnung zur privaten Krankenversicherung. In dem Fall der 100 EUR kommt dann vom Land 70 EUR zurück und von der privaten KV 30 EUR:

Riestern lohnt sich für dich eigentlich deutlich.

Rechenbeispiel: Angenommen du hast letztes Jahr 25 000 EUR verdient. Dann musst du für die volle staatliche Zulage 4% davon einzahlen. Das wären also 1000 EUR. Die Zulagen, die du bekommst, werden aber dafür angerechnet. Die Zulagen (für dich 175 EUR, pro Kind 300 EUR) sind hier also schon mehr, als du eigentlich einzahlen müsstest, also musst du nur den Mindestbeitrag von 60 EUR im Jahr zahlen.


Also gerade für Leute mit vielen Kindern lohnt sich Riester extrem.

Ich persönlich bin bei fairr.de

Es gibt verschiedene Riester-Modelle, muss man sich überlegen, was man haben will.


https://www.test.de/Riester-im-Test-So-finden-Sie-die-richtige-Riester-Sparform-1602786-0/

Wie du siehst, gehen die Meinungen übers Riestern deutlich auseinander. Diese Erfahrung habe ich schon häufiger gemacht. Bevor du irgendwas abschließt, informiere dich gut. Nicht nur hier. Aber das würdest du ja sowieso tun.

Hallo,

ich bin in einem anderen Berufsfeld verbeamtet und habe mich privat versichert und 50% übernimmt die Beihilfe. Unseren Sohn haben wir ebenfalls mit versichert bei mir. Man muss nur eben wissen, dass Kinder ebenfalls einen Beitrag kosten, dafür sind sie genau so versichert wie du.
Sie könnten auch über deinen Mann versichert bleiben, da müsstet ihr mal schauen, was euch mehr Vorteile bringt...

Ich riestere, weil mir damals auch vom unabhängigen Versicherungsfritzen zu geraten wurde. Bin aber schon angefangen seit Ausbildung/Studium.

LG

Top Diskussionen anzeigen