Wer bezahlt Krippenplatz bei Bezug von SGB-II

    • (1) 12.08.18 - 14:03

      Hallo ihr lieben,

      kurz zu unserer Situation:

      Kind 1 ist 25 Monate alt und ich bin jetzt mit Kind 2 (5 Monate alt) in Elternzeit.
      Ich bekomme Elterngeld für Kind 2 und trotz Vollzeitbeschäftigung meines Mannes zusätzlich aufstockend SGBII-Leistungen.

      Ursprünglich hatten wir Kind 1 zur Kita ab 3 J. Angemeldet, Kind 2 war zu der Zeit nicht geplant.

      Nun kommt es mir so vor, als sei mein Kind unterfordert. Mein Sohn ist ein sehr sehr aktives Kind und gerne mit anderen Kindern zusammen.

      Wir gehen fast täglich raus entweder einkaufen oder auf den Spielplatz, treffen uns mit anderen Mamis, aber sobald wir zu Hause sind dreht er durch. Ich muss mich ja auch noch um mein Baby kümmern (stillen, kochen putzen und alles was zum Haushalt gehört) mache ich alleine. Manchmal fällt mir der Alltag sehr schwer und ich weiß einfach nicht weiter.

      Wie wäre es, wenn mein Sohn bald in die Krippe gehen würde? Wer bezahlt den Krippenplatz? Ich habe da leider keine Ahnung. Wo bekomme ich Infos zu meiner Situation?

      Ich freue mich auf eure Antworten.

      LG

      • Huhu,

        die Kosten für einen Krippenplatz sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Meist ist es so, dass die Beiträge einkommensabhängig erhoben werden. Dabei muss erst ab einem gewissen Mindesteinkommen überhaupt etwas für den Platz gezahlt werden. Wenn ihr Leistungen nach dem SGB bekommt, seid ihr bestimmt von den Gebühren befreit, so dass der Krippenplatz euch gar nichts kostet. Am besten wendest du dich an das Jugendamt, die können dir ganz genau sagen, wie es in eurer Stadt geregelt ist.

        Es kann aber sein, dass ihr Verpflegungskosten zahlen müsst, wenn euer Kind in die Krippe geht. Das regelt jede Einrichtung selbst und der Betrag ist für alle Eltern gleich. Welche Kosten hier auf euch zukommen kann euch die Einrichtung nennen, in die euer Kind gehen soll.

        Je nachdem wie gut die Versorgung mit Plätzen in euerer Stadt aussieht, kann es aber schwierig sein, einen Platz zu bekommen. Auch hier hilft das Jugendamt weiter.

        Viele Grüße!

        (3) 12.08.18 - 15:49

        Wie meine Vorrednerin schon erwähnt hat ist es von Bundesland zu Bundesland, teilweise sogar von Kommune zu Kommune unterschiedlich.
        Hier in Hamburg hat jedes Kind ab 1. Jahr einen kostenlosen Anspruch auf 35 Stunden Betreuung mit Mittagessen. Das ist unabhängig von der beruflichen Situation der Eltern. Bei berufstätigen Eltern werden weitere Stunden gefördert.

        Daher wird es dir wohl so pauschal keiner beantworten können. Du musst dich bei deiner Kommune erkundigen.

        • (4) 12.08.18 - 15:51

          Flasche Info von mir: in Hamburg sind es beitragsfrei 5 Stunden täglich mit Mittagessen, nicht 35 Stunden.

      Da musst du dich erstmal bei der zuständigen Stelle vor Ort erkundigen. In unserer Gemeinde kann man z.B. nur einen Krippenplatz bekommen, wenn beide Elternteile berufstätig sind.

      • (6) 12.08.18 - 19:07

        Das kann aber so auch nicht rechtens sein.

        Wie soll denn eine arbeitslose Frau sich bewerben, wenn sie keinen Platz hat. Da wird sie ja zur Arbeitslosigkeit gezwungen.

        • Ist richtig. Interessiert aber nicht. Man hat dann das Henne Ei Problem. Je nach Stadt kann man sich um eine Arbeitsstelle bewerben, und bekommt nach der Zusage auch einen Krippenplatz. Dort, wo die Krippenplätze knapp sind, ist man raus.

          (8) 12.08.18 - 22:46

          Okay, ich habe mich ungenau ausgedrückt.

          Natürlich hat man einen Anspruch auf einen Krippenplatz, wenn man die feste Absicht hat, dann auch wieder arbeiten zu gehen. Für mich liest es sich aber so, dass die TE erstmal noch mit dem 2. Kind in Elternzeit daheim bleibt. Unter den Vorraussetzungen würde die Anmeldung für einen Krippenplatz hier ganz weit hinten auf der Warteliste landen.

          • (9) 13.08.18 - 08:10

            "Natürlich hat man einen Anspruch auf einen Krippenplatz, wenn man die feste Absicht hat, dann auch wieder arbeiten zu gehen."
            Nein, den Anspruch hat man auch, wenn man lieber zu Hause sitzt und in Elternzeit und und und.

        (10) 13.08.18 - 16:07

        In der Stadt, in der ich wohne, ist die Berufstätigkeit beider Eltern auch das wichtigste Kriterium für einen Kita-Platz. Allerdings ist es so geregelt, dass auch arbeitssuchende Frauen ebenfalls Vorrang haben, sofern sie dem Arbeitsmarkt 15 Stunden pro Woche zur Verfügung stehen. Die Arbeitslosigkeit muss aber vom Jobcenter schriftlich bescheinigt werden. Das finde ich auch richtig, da ein Kita-Platz ja häufig Vorrausetzung für eine Arbeitsaufnahme ist.

    (11) 12.08.18 - 21:47

    Das darf auch in eurer Gemeinde nicht sein, es gibt einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab einem Jahr deutschlandweit.

    • (12) 13.08.18 - 12:58

      Hier in München werden die Plätze über den Kitafinder verteilt nach einem Punktesystem. Wenn man zum Zeitpunkt der Betreuung in einem Arbeitsverhältnis steht, gibt es Extrapunkte. Wir mussten auch eine Arbeitgeberbescheinigung vorlegen, also keine Chance hier zu schummeln. Auch wenn man rein rechtlich einen Anspruch auf eine Betreuung hat, sieht die Realität ganz klar anders aus und ja, das ist auch rechtens. Wenn (wie in unserem Fall) auf 10 Plätze 138 Familien kommen, dann ist es die einzige Chance, so erstmal die Notfälle unterzubringen, bevor diese dann in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden.

      Bei der Dringlichkeitsberechnung würde die TE tatsächlich sofort rausfallen und hätte in München keine reale Chance einen Krippenplatz zu bekommen, nur damit ihr Kind „beschäftigt“ wird.

      https://www.muenchen-transparent.de/dokumente/3758806.pdf

      Ob das „richtig und fair“ ist, steht natürlich auf einem ganz anderen Papier!

      • (13) 13.08.18 - 13:12

        Nein, rechtens ist und wird das nicht!

        Natürlich kannst du einen Platz bekommen, wenn du lange genug drängelst und im Zweifelsfall klagst, aber die Frage ist, ob sich der Aufwand für die TE lohnen würde.

        • (14) 13.08.18 - 14:05

          Wo es keine Plätze gibt, können auch keine herbei gezaubert werden. Es werden in manchen Stadtteilen nur 10-20% der Familien bedient. Wenn die Plätze nach Dringlichkeit vergeben werden, dann schauen die Chancen eben schlecht aus. Das ist so, ob Du es glauben willst oder nicht. Die eigene Stadt verklagen haben ein paar Leute aus den neuen Bundesländern doch bereits am Anfang, als es das Gesetz gab, heroisch versucht. Mit welchem Erfolg? Ein Präzedenzurteil, welches in ganz Deutschland greift? Nein, nein und nochmals nein...

          • (15) 13.08.18 - 20:29

            Mit dem Erfolg, dass sie Plätze oder Geld erhalten haben und das mehr Plätze geschaffen werden. Aber das hat ja Bayern von Anfang an mit Herdprämie usw. versucht zu verhindern.
            Und doch, in der Regel sind da Notplätze, wenn man sich das nicht gefallen lässt!

(16) 13.08.18 - 06:53

Rechtens ist das nicht...ganz dünnes eis und geklagt wird hoffentlich sehr.

(17) 13.08.18 - 05:06

Infos bekommst Du bei der zuständigen Stelle Deiner Kommune.

Du solltest allerdings bedenken, das es keine Kommune in ganz Deutschland gibt, die den U3-Betreuungsbedarf zu 100% erfüllen kann. Es wird also Wartelisten geben. Und wer wo auf der Warteliste landet, ist Sache des Trägers / der Gemeinde. Und da kann es durchaus so sein, das Alleinerziehende bzw. Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, bevorzugt werden.
Ausserdem werden die meisten Plätze zum 1. August frei - Du bist also (zu) spät dran. Und im August 2019 ist Dein Grosser ja dann 3 Jahre alt und braucht gar keine U3-Betreuung mehr. Du schreibst, Du hättest Dein Kind 'ursprünglich' zur Ü3-Betreuung angemeldet. Er ist hoffentlich immer noch angemeldet. Sonst sind die Plätze da auch weg.

Die Kosten für einen Betreuungsplatz kannst Du ebenfalls bei Kommune erfragen. In sehr vielen Kommunen ist das einkommensabhängig.

Grüsse
BiDi

Ich muss mich den anderen Beiträgen hier leider anschließen. Leider bist du für einen U3-Platz schon zu spät dran, da der Bedarf hierfür in der Regel zu einem bestimmten Stichtag angemeldet werden muss. In meiner Stadt müssen sämtliche Betreuungwünsche Anfang Februar des Vorjahres angemeldet werden, sonst hat man im nächsten Kindergartenjahr keinen Anspruch mehr auf einen Platz. Was einen Ü3-Platz angeht, stehen deine Chancen vermutlich auch nicht gut, da du gerade nicht berufstätig bist und vermutlich auch keine baldige Arbeitsaufnahme deinerseits geplant ist. Zudem bist du nicht arbeitslos und auch nicht alleinerziehend, was deine Chancen ebenfalls steigern würde. Dies gilt natürlich nur dann, wenn es in deinem Wohnort einen Mangel an Kindergartenplätzen gibt. Solltest du ländlich in einer strukturschwachen Gegend wohnen, wirst du diese Probleme aber nicht haben.

Was für dich evtl. in Frage kommen würde, wären Kleinkindgruppen, in denen Kinder nur 2 bis 3 Mal pro Woche vormittags betreut werden. Diese haben manchmal noch freie Plätze, weil sie für berufstätige Eltern eher uninteressant sind. Ansonsten gibt es ja noch betreute Spielgruppen, die ein Mal pro Woche stattfinden.

In der Regel werden die Kosten für den Kindergartenbesuch vom Jugendamt übernommen, sofern die Eltern über ein geringes Einkommen verfügen. Da müsstest du folglich einen entsprechenden Antrag stellen.

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