MuSchG und Reisezeit/Arbeitszeit bei Geschäftsreisen

    • (1) 15.08.18 - 08:21

      Hallo zusammen,
       
      auch nach ausführlicher Recherche konnte ich keine Quelle zu folgender Frage finden:
       
      Ist Reisezeit in der Schwangerschaft = Arbeitszeit? D.h. gelten andere Regelungen wie die betrieblich vereinbarten?
       
      Denn diese Aussage habe ich auf mehreren Seiten/Foren schon gefunden, aber keine belastbare Quelle hierzu. Im MuSchG ist dies nicht explizit beschrieben. Oder hängt das letztlich nur an meiner eigenen betrieblichen Vereinbarung?
       
      Im konkreten Beispiel geht es um Dienstreisen (passiv, d.h. ich fahre nicht selber, z.B. kurze Flugstrecken, Anreise mit Taxi, etc.). Normalerweise zählt das nach betrieblicher Vereinbarung nicht zur Arbeitszeit (außer bei längeren Flügen, etc.). Ist das in der SSW anders? z.B. sind einige Reisen ins europäische Ausland geplant, die aufgrund der Flugzeiten um 5:00 (Abfahrt daheim, Taxi) starten, und um 22:30 (Ankunft daheim, 3 Tage später) enden; dazwischen Wartezeit bis zu 3h am Flughafen, insbesondere für den Abendflug (ist das Ruhezeit?).
       
      Was meint ihr?

      Danke und Grüße

      • Heyhey,

        also bei mir ist es wie vorher auch. Passive Reisezeit gilt nicht als Arbeitszeit. Nur als Reisezeit. So wird die Reisezeit anders vergütet als würde ich aktiv fahren oder bspw. arbeiten im Flieger, Zug oder am Flughafen. Da ich aber (je nach Uhrzeit) meist arbeite in diesen Zeiten (Flieger, Zug, Wartezeit) bekomme ich das als Arbeitszeit.

        Was ich damit sagen will: bei mir ist das durch die SS nicht anders.

        Lg

        Krass! Willst du dir das echt in der Schwangerschaft antun? Kann man sowas dann nicht ablehnen. Mir wäre das zuviel Stress!

        • (4) 15.08.18 - 09:50

          Wenn eine Gefährdungsbeurteilung gemacht wurde und feststeht, dass es nicht gefährdent ist, dann kannst du es nicht ablehnen, das wäre dann Arbeitsverweigerung.

          • Ich habe nie von ablehnen gesprochen. Mich interessiert, ob der beschriebene Fall grundsätzlich vom MuSchG abgedeckt ist (d.h. Reisezeiten, Ruhezeiten, etc. und alles innerhalb 8.5h). Ich werde in ein paar Wochen mit meinem Chef über die Schwangerschaft sprechen und bin mir sicher, dass wir da eine Lösung finden. Da ich in einem Großkonzern arbeite wird es laut Prozess auch direkt Gespräche mit der betrieblichen Sozialberatung, HR, medizischer Dienst, etc. geben.
            Ich traue mir solche Dienstreisen durchaus "mal" zu, es geht hier aber um wöchentliche Reisen über ein paar Monate hinweg, d.h. 4 Tage die Woche im Ausland mit den beschriebenen Ab- und Anreisezeiten.
            Ich wollte mir für das Gespräch vorher etwas Input einholen, d.h. wie ist die gesetzliche Lage, wie sind eure Erfahrungen, etc.

            • (6) 15.08.18 - 10:58

              Ich habe auch nicht gegen dich geschossen, nur die andere aufgeklärt, dass schwanger sein nicht heißt, dass man auf der Arbeit plötzlich völliges Wunschkonzert hat.

          (7) 15.08.18 - 12:50

          Das MuSchG sagt glücklicherweise klipp und klar, dass eine Schwangere keine Mehrarbeit, sprich Überstunden leisten darf und auch keinem Zeit- und Termindruck ausgetzt sein darf. Wenn man permanenten Umgebungwechsel hat und ständig in Bahn und Flieger rumhängen muss ist das in meinen Augen starker Stress. Mal abgesehen davon, dass es allgemein eine Sauerei ist, dass diese Reisezeit keine Arbeitszeit ist! Was ist es denn dann? Freizeit wohl kaum. Oder kann man in der Zeit machen was man will? Wie auch immer. Das muss jeder selbst entscheiden, was er sich zumutet. Ich persönlich könnte es mir nicht vorstellen, hab aber auch starke Schwangerschaftsbeschwerden.

          • (8) 15.08.18 - 12:55

            Aber Reisezeit im Flieger oder mit der Bahn ist nun mal keine Arbeitszeit und somit macht man dann auch keine Überstunden.

            Klar darf man keinen Termindruck haben, aber den hat man ja nicht, wenn man rechtzeitig zum Flughafen oder Bahnhof fährt, dann gemütlich dort im Flieger oder in der Bahn sitzt.

            Eine Friseurin hat auch Termine, die sie einhalten sollte. Darf die das dann auch nicht mehr? Und darf nur noch Lauf Kundschaft machen?
            Darf ich keine Termine mehr mit Angehörigen machen?
            Man kann es auch übertreiben.

            Und es tut mir sehr leid, dass du so dolle Beschwerden hast. Aber davon ist hier bei der TE ja nicht dir Rede.

            Und wie gesagt, dafür gibt es ja die Gefährdungsbeurteilung. Die legt ja fest, was sie wie noch darf und danach hat sich der AG, aber auch sie selber zu richten. Ob einem das nun passt oder nicht.

            • (9) 15.08.18 - 13:11

              Die TE hat diese Frage sicherlich eingestellt, weil ihr diese Arbeitsbedingungen bereits durch den Kopf gehen, ansonsten gäbe es da ja keinen Klärungsbedarf. Außerdem schreibt sie selbst, dass sie sich das wöchentlich nicht vorstellen kann so wie es offenbar vorgesehen ist. In der Schwangerschaft sollte man sich wohl eher von seinem eigenen Körpergefühl als von irgendwelchen Vorschriften leiten lassen. Sprich wenn es zuviel wird, sollte man die Bremse ziehen. Man hat immerhin Verantwortung für ein Leben zu tragen. Ich bin froh, dass meine Chefin das auch so sieht.

              • (10) 15.08.18 - 13:15

                Klar, aber die Bremse ziehen ist dann eine AUB und nix anderes.
                Macht man vereinbarte Arbeiten nicht, dann ist es nun mal Arbeitsverweigerung.

                Und ihr Chef weiß ja eh von nix im Moment, also kann hier eh keiner beurteilen, wie er reagiert und was er ändert.

      (11) 15.08.18 - 10:13

      Habe nicht gesagt, dass ich mir das antun werde :). Ich habe noch nicht mit meinem AG über meine Schwangerschaft gesprochen, werde das in ca. 2 Wochen aber tun. Es stehen mehrere solcher Dienstreisen an und ich möchte da offen mit meinem AG sprechen, von dem ich ausgehe, dass er da Verständnis hat (Großkonzern). Ich habe mich im Vorfeld einfach etwas informieren wollen.
      Ich kann mir vorstellen, so eine Reise "mal" zu machen, aber nicht quasi wöchentlich (wie aktuell vorgesehen).

      • Es ist glaube nicht geregelt. Bin auch in einer großen Firma. Ich wurde nach Verkündung der ss immer gefragt ob ich fahren würde... Wenn nicht war auch ok. Rede erstmal und du wirst sehen.

        Habe es gezahlt bekommen wie immer. 1 Euro unter Stundenlohn bei uns

In unserem Konzern, ebenfalls groß, sind Reisezeiten keine Arbeitszeiten im Sinne des Gesetzes. Das ist allgemein so geregelt, d.h. beispielsweise dass man zwischen 5 Uhr und 22 Uhr Reisen darf, ohne die Höchstarbeitszeit zu verletzen. Für Schwangere gilt das entsprechend. Reisezeiten werden nicht auf die zulässige Arbeitszeit angerechnet.
Allerdings wird keine Schwangere zu längeren Reisen gezwungen. Gefährdungsberuteilung hin oder her.

PS: bezahlt werden beide Zeiten identisch.

Frag doch die zuständige Aufsichtsbehörde für Mutterschutz. Die sind die einzigen, die deine Frage wirklich beantworten können.
Ich würde sagen: Nein, solche langen Reisetage sind nicht erlaubt. Es ist ja so, dass du um 4 Uhr aufstehen musst, wenn du um 5 Uhr am Flughafen bist. Und Reisen ist sicher noch anstrengender als im Büro zu sitzen.

Wo bleibt dann die Erholung in der Nacht, wenn die Nacht schon um 4 Uhr enden muss?

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