Schwanger in den neuen Job?

    • (1) 18.08.18 - 16:35

      Hallo zusammen,

      ich habe einen 1,5 jährigem Sohn und bin nun mit dem zweiten Kind ungeplant schwanger geworden. Vor ein paar Tagen habe ich positiv getestet. Gestern hatte ich ein Vorstellungsgespräch da ich ja nun wieder voll ins Berufsleben einsteigen wollte. Nun bin ich hin und her gerissen. Ich war vorher selbständig und wollte das eigentlich nicht weiter machen. Nun stellt sich mir aber die Frage , sollte ich schwanger in den neuen Job einsteigen und da vielleicht gleich eine Art Spießrutenlauf erleben müssen oder bleib ich doch noch selbständig, bekomme Kind Nummer zwei und suche dann nochmal eine feste Arbeit?
      Bei der Selbständigkeit ist es alles so mühsam und kompliziert auch wenn es um Elternzeit geht. Das wäre als Angestellte viel einfacher. Habt ihr Ideen? War schon mal jemand schwanger bei einem Vorstellungsgespräch und hat dann dort schwanger angefangen ?
      LG

      • Ich habe damals zum 1.4. Einen Vertrag unterschrieben .. und am 5.4. Positiv getest. Kinderwunsch war zwar da und habe es beim Gespräch auch offen gesagt..aber dass es sofort klappt ..nunja.. niemals mit gerechnet. In meinen Job gab es ein sofortiges bv vom AG.

        Die Schwangerschaft endete frühzeitig in der 10ssw.. da dachte ich auch ich bekomme die Kündigung..so war es aber nicht. Aber weiterhin in einem super Klima gearbeitet.

        ..also je nach AG muss es nicht immer schlecht laufen:)

        Ich kann nur von einer Freundin berichten: Sie hat nach dem Vorstellungsgespräch positiv getestet und eine Zusage bekommen und den Vertrag geschickt gekommen. Sie hat angerufen, die Situation erklärt und abgesagt und ist beim alten AG geblieben obwohl sie gern gewechselt hätte. In manchen Branchen die regional sehr eng sind spricht sich sowas aber rum und dann bekommt man womöglich nie wieder einen Fuß an den Boden. Das wollte sie nicht riskieren.

        Ist also stark davon abhängig, wie du dich später noch mit der Firma/Branche stellen möchtest.

        • (4) 18.08.18 - 17:12

          Ich stimme dir voll und ganz zu. Je nach Branche kann das echt nach hinten losgehen.

          Wir in der Pflege sind zwar eigentlich auf jeden angewiesen, der noch arbeiten kommt, aber auch wir haben eine "Blacklist" an Bewerbern, die wir im Leben nicht einstellen, da geh ich als Pflegedienstleitung lieber in die Pflege und der Papierkram bleibt liegen.

      In unserem Unternehmen werden Schwangere prinzipiell nicht eingestellt.

      Deinen Fall habe ich auch schon oft genug erlebt. Frisch eingestellt - ein paar Wochen später schwanger - ständig krank oder BV.

      Das Ergebnis: sie werden nach der Elternzeit gekündigt, bzw wird bei Wiedereinstellung keine Rücksicht auf Kitazeiten oder Ferien genommen um sie loszuwerden. Dummerweise spricht sich ein solches Verhalten schnell in der Branche herum und diese Frauen haben es schwer überhaupt wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen.

      LG

      Ich denke, es hängt davon ab, wie sehr dich dein zukünftiger Arbeitgeber will.
      Ich habe schwanger meinen absoluten Traumjob gefunden. Die ausgeschriebene Stelle war perfekt auf mich zugeschnitten und wer in der Wissenschaft und Lehre arbeitet, der weiß wie schwer es ist, eine Stelle zu ergattern, die so richtig passt und die zugleich auch noch unbefristet und lukrativ ist. Ich musste mich einfach beweeben!
      Das Bewerbungsverfahren war recht langwierig, unter anderem musste ich eine Vorlesung abhalten. Zu diesem Zeitpunkt ließ sich meine Schwangerschaft nicht mehr verbergen. Dennoch habe ich die Stelle schließlich bekommen.
      Allerdings hatten weder Schwangerschaft noch später dann das Kind großen Einfluss auf meine Arbeit. Ich bin nach dem Mutterschutz gleich wieder arbeiten gegangen und so keinen Spießrutenlauf erlebt.
      Ist bei dir jedoch absehbar, dass du ggf. ein Beschäftigungsverbot bekommst und nach der Geburt lange in Elternzeit gehst, dann wäre es für deinen Arbeitgeber natürlich problematisch und er würde wohl nicht gerade begeistert sein.

    • Du hast einen 1,5jährigen Sohn und bist neu schwanger. Nicht gerade die idealen Voraussetzungen für einen Berufseinstieg in einer neuen Stelle.

      Wenn alles gut geht und du zuverlässig deine Arbeit machst, ok. Aber wenn du ständig krank bist oder gar ein Beschäftigungsverbot forderst bzw. bringst, dann ist die Laune des AG sicher nicht gerade toll. Er muss auf unbestimmte Zeit die Stelle freihalten, die Löhne weiterbezahlen, jemanden neuen als Vertretung finden. Dabei warst du noch nicht mal eingearbeitet. Und Urlaub bezahlt er für zwei Leute statt nur für dich. Das wird nicht erstattet.

      Tut man sich selber und anderen so was an? Ich würde es vermeiden.

      Ja, ich habe schwanger meinen Job gewechselt. Beim Vorstellungsgespräch wusste ich noch nichts von der Schwangerschaft, hatte wenige Tage danach positiv getestet. Bei Arbeitsbeginn war ich in der 12. Woche. Hatte dann lange nichts von der Schwangerschaft erzählt, bis mich Kollegen ansprachen, ich möge es doch bitte dem Chef sagen...
      Ich hatte Angst vor der Reaktion, da ja das Beschäftigungsverhältnis eh von Anfang an befristet war auf 6 Monate. War dann aber überhaupt kein Problem. Kein blöder Kommentar, kein blöder Blick...Alles ganz normal, alle waren weiterhin nett zu mir...Habe dann ganz normal bis zum Mutterschutz gearbeitet. Manche Tätigkeiten hatte ich dann halt nicht mehr gemacht, war aber kein Problem. Nur bekam ich für später keine Teilzeitanstellung, weil die grundsätzlich damals niemanden in Teilzeit anstellten...hatte später was besseres wo anders gefunden.

      • Mein neuer Job wäre auch vorerst auf 1 Jahr befristet. Ist ein Bürojob und ich könnte auch bis zum Mutterschutz arbeiten. Hmm wenn nur nicht die Angst vor dem Gespräch wäre, wie bei Dir.

        • Ich hatte damals eigentlich keine andere Wahl. Es war damals der Rest meines ÄiP's (Ärztin im Praktikum, wurde mittlerweile abgeschafft). Ohne diese 6 Monate hätte ich keine volle Approbation bekommen. Mein Mann war zu der Zeit in Elternzeit und hat sich um die 2 Großen gekümmert. Ich musste es einfach durchziehen! Die andere Klinik, in der ich vorher war, wurde zum 1. Juli geschlossen und ich brauchte dringend einen Anschluss-Job.

          Wirklich raten kann ich Dir nicht. Bei mir lief es viel besser als ich dachte, aber diese Schwangerschaft war auch die leichteste von allen!

    (11) 19.08.18 - 09:32

    Ich persönlich nicht, aber eine Freundin hat schwanger ihren Arbeitsvertrag unterschrieben und hat dann zwei Wochen nach Vertragsstart gesagt das sie schwanger ist. War alles kein Problem. Hat dann bis zum Mutterschutz gearbeitet und ist normal in Elternzeit gegangen. Sie ist übrigens immer noch in der Firma.
    Sicherlich ist es nicht schön gleich schwanger zu sein, aber da wäre ich egoistisch. Wieso solltest du jetzt auf den Arbeitsvertrag verzichten? Zumal du deine Schwangerschaft verheimlichen kannst, sodass die keine Nachteile entstehen.

    Ich habe keine persönliche Erfahrung zu diesem Thema. Allerdings würde ich die neue Stelle aufgrund der Schwangerschaft nicht antreten, da du sonst evtl. große Probleme bekommen könntest. Zum einen sehe ich die Gefahr, dass du nach Bekanntgabe der Schwangerschaft gemobbt wirst und zum anderen könnte es sein, dass du krankheitsbedingt häufig ausfällst. Dann könnte es sein, dass du am Ende der Elternzeit die Kündigung bekommst, weil sich der Arbeitgeber getäuscht fühlt.

    • „krankheitsbedingt“? Eine SS ist ja keine Krankheit, ich war z.B. in meiner SS keinen Tag krank. Aber klar, man weiß nie, wie die SS verlaufen wird...

      • Natürlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit, aber erfahrungsgemäß sind schwangere Frauen ja oft wegen Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen häufiger krank als das übrige Personal. Außerdem gibt es ja nicht wenige Frauen, die ein Beschäftigungsverbot bekommen und daher nach einigen Monaten oder während der gesamten Schwangerschaft ausfallen.

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