Mutterschutz nach Beendigung der Prüfung im Referendariat

    • (1) 24.08.18 - 09:44

      Hallo ihr Lieben,

      ich zerbreche mir um meine momentane Situation ziemlich den Kopf. Ich bin momentan in der 17. SSW und stehe praktisch in den letzten und somit wohl auch stressigsten Zügen meines Referendariats. Mir setzt der Stress, gerade bezüglich der anstehenden Prüfungszeit, ziemlich zu und ich fühle mich erschöpft und überlastet. Momentan bin ich wegen Schwindel und Sichtausfällen krankgeschrieben, um mich zu erholen. Nun mache ich mir Gedanken um den weiteren Verlauf meines Refs. Mein Ref geht offiziell bis zum 31.12. Meine Prüfung, zu der ich auch angemeldet bin, hätte ich am 8. November... Ich mache mir nun so einige Gedanken. Natürlich, ob ich dazu psychisch wie auch physisch in der Lage sein werde, denn ich möchte natürlich nicht, dass der enorme Stress zum Zwerg vordringt :( Ich wäre zur Prüfung in der 28. SSW und somit Anfang des 8. Monats.

      Weiterhin geht es mir nicht aus dem Kopf, dass ich nach dem Ref und mit Beginn des Mutterschutzes praktisch ein „Nichts“ wäre in Bezug auf den Arbeitsstatus und finanziellen Ansprüchen.
      Das Ref ist praktisch schon nach erfolgreicher Ablegung der Prüfung beendet, wenn ich es richtig verstanden habe. Das heißt, selbst wenn das Ref rein formal bis zum 31.12. geht und mein Mutterschutz mit dem 26.12. beginnt, werde ich mit Eintritt in diesen und zum Start des neuen Jahres keinen Status mehr innehaben. Wie ich es mir denke, werde ich dann also nicht länger Beamte auf Widerruf sein und somit auch in die gesetzliche Krankenkasse wechseln müssen, die ja nun locker mal 200 Euro monatlich kostet... Auch hätte ich keine Lohnfortzahlung im Mutterschutz zu erwarten sowie keinen Anspruch auf ALG. Sehe ich das richtig? :(
      Das sind nicht gerade rosige Aussichten ....
      Nun frage ich mich, was ich für und ob ich überhaupt Optionen habe, dieser Situation zu entfliehen. Ein BV kommt laut meiner Ärztin nicht in Frage.
      Gibt es eine Option das Ref zu unterbrechen?

      Es geht mir nicht darum mich auszuruhen oder finanziell rauszuschlagen, was geht.
      Mir schwirren nun viele Fragen im Kopf herum und ich möchte in erster Linie, dass es dem Zwerg gut geht. Habe Angst, dass aufgrund des ganzen Grübelns und der ungewissen Situation sich alles psychisch niederschlägt, was ich jetzt schon merke.

      Hoffe, mir kann jemand helfen. Vielleicht war schon jemand in einer ähnlichen Situation.

      Lunicat #zitter

      Es ist gut nachvollziehbar, dass das Ende des Referendariats sehr anstrengend wird. Ob das deinem Ungeborenen gut tut, und ob du das verkraftest, kannst alleine du entscheiden. Wenn es tatsächlich so ist, dass dein Baby oberste Priorität hat, dann müssen eben andere (z.B. finanzielle) Erwägungen zweitrangig sein. Für deine finanzielle Versorgung ist der Kindsvater mit in der Pflicht.

      Du solltest dir darüber klar werden, was du wirklich willst: dass es dir und dem Baby gut geht, oder finanziell und beruflich möglichst gut wegzukommen. Beides gleichzeitg schließt sich aus. Sei ehrlich zu dir selber. Für die Planung der Schwangerschaft, die gerade mit dem Referendariat zusammenfällt, seid ihr selber verantwortlich.

      Vielleicht kann man das Referendariat auch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen oder verschieben? Ich weiß das nicht, weiß nur dass eine entfernte Bekannte es gesundheitlich auch nicht mehr geschafft hat (burnout) und pausieren musste (ohne schwanger zu sein). Sprich doch mal mit dem Schulleiter oder dem Schulamt oder wer immer da Ansprechpartner ist.

      Meine Freundin war im Ref schwanger und durfte die Prüfung vorziehen. Sie hat dann ungefähr 5 Wochen später ihr Baby bekommen. Eine andere Freundin ist auch schwanger und hat bald Prüfung.

      Und dann kenne ich noch 2 Fälle, bei denen die Mamas im Ref Elternzeit genommen haben und anschließend ging es dann weiter.

      Ja, das Ref ist stressig. Ich weiß aber nicht, ob es mit Baby viel angenehmer wird. Immerhin hättest du dann die Prüfung schon hinter dir und müsstest dir nicht im Nachhinein noch Gedanken machen.

      Am besten lässt du dich vom Studienseminar beraten. Du musst da doch ohnehin deine Schwangerschaft langsam mal anmelden.

      Falls der Stress wirklich so stark werden sollte, dass du um gesundheitliche Auswirkungen auf das Baby fürchtest, würde ich dir raten, besser keine Lehrerin zu werden.

    • Ruf beim Hauptpersonalrat an, frage deinen Seminarleiter oder rufe im KuMi an.

      Kannst das Ref nicht unterbrechen. Du kannst um Entlassung aus dem Dienst bitten.

      Ggf. überlegen, ob Lehrer der richtige Beruf für dich ist.

      Der Stress dringt nicht bis zum Zwerg vor.

      Hallo!

      Ich kann deine Gefühlslage sehr gut nachvollziehen! Bei meinem zweiten Staatsexamen war ich ebenfalls schwanger, 27. Woche, zweites Kind. Das erste Kind habe ich auch im Referendariat bekommen, aber ein Jahr pausiert. 😉 Mein Ref endete dann mit dem Tag der Prüfung.
      Die Situation ist arbeitsrechtlich wie das Auslaufen eines befristeten Vertrages. Ich musste mich drei Monate vor Ende arbeitslos melden. Wegen der Schwangerschaft war ich nicht vermittelbar und bekam Arbeitslosengeld, bis zum Beginn des Mutterschutzes, da zahlte die GKV Mutterschaftsgeld und danach gab es direkt das Elterngeld. Das müsste bei dir ähnlich sein. Was die Krankenkasse anging, hätte ich mir selbst eine suchen können. Ich habe aber die Familienversicherung über meinen Mann vorgezogen.
      Falls du nicht verheiratet bist, würde ich über den Schritt intensiv nachdenken!
      Wir haben auch in meinem Referendariat geheiratet. Zum einen weil wir beide recht klassisch sind, aber auch, weil mein Mann alles zu meiner Absicherung tut. So hatte ich versorgungstechnisch immer meine Ruhe. Heute sichere ich meine Familie ab😉

      Ansonsten kann ich nur sagen: Ruhe bewahren! Lass dich nicht stressen, mach Pausen, du kannst das alles auch mit dem Baby im Bauch schaffen! Ich habe oft mit dem Baby geredet: „Wir beide schaffen das schon! Wir sind zu zweit“ etc. Es hat alles irgendwie geklappt. Das wird es bei dir auch!!! Viel Erfolg und liebe Menschen zur Unterstützung
      #liebdrueck

      Liebe Grüße von

      Judith

      • Wenn sie wie in den meisten Bundesländern im Ref verbeamtet ist, dann hat sie in der Regel keinen Anspruch auf ALG I, also auch kein Mutterschaftsgeld und keine GKV.

        • Bei mir wurde geschaut, was ich in den 12 Monaten vor Eintritt der Arbeitslosigkeit verdient habe und dann habe ich das entsprechende Geld anstandslos bekommen. Ebenso das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse meines Mannes. Der Beamtenstatus spielte nirgendwo eine Rolle. Ich war ja ab dem Prüfungstag auch keine Beamtin mehr. Wäre interessant zu erfahren, ob der gleiche Fall auch anders hätte entschieden werden können und ob ich nur Glück mit der Sachbearbeiterin hatte🤔

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