Beschäftigungsverbot -wie läuft das alles ab?

    • (1) 16.09.18 - 12:03

      Hallo zusammen.
      Ich bin ganz frisch mit dem 3. Kind schwanger. Ich habe zu Beginn des Kinderwunsches meine Immunität gegenüber cytomegalie und Ringelröteln testen lassen. Das Ergebnis kam, als ich bereits schwanger war, ich bin gegen beides nicht immun. Ich hatte ein Gespräch mit der Frauenärztin darüber. Sie sagte, dass ich als Logopädin ab sofort nicht mehr mit kleinen Kindern und auch am besten nicht mit Grundschulkindern arbeiten darf. Zumindest bis zur 20. SSW. ( wg der Ringelröteln, danach sind nur u 3 -ki der tabu) Genaueres, so sagte sie mir, entscheidet der Betriebsarzt.
      Jetzt ist es so, dass weder ich noch mein Arbeitgeber Ahnung vom weiteren Vorgehen haben. Mein Arbeitgeber wollte sich einlesen. In den bisherigen SS hat er mich nie zu einem Betriebsarzt geschickt oder Gefährdungsbeurteilungen o.ä. erstellt. Deshalb war mein fehlender Immunschutz gegen die nicht impfbaren Krankheiten auch nicht bekannt. Ich hörte nun mehrfach, dass der Arbeitgeber generell verpflichtet sei, solche Immunitäten etc feststellen zu lassen.

      Wie läuft das nun ab? Was sind meine Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer und was sind die meines Arbeitgebers?
      Gibt es noch Dinge, die ich als Logopädin auch im Umgang mit Erwachsenen in Heimen und zu Hause beachten muss?
      MRSA-Patienten darf ich auch nicht mehr betreuen, sagte mein FA.

      Freue mich über eure Erfahrungen und am liebsten über fundiertes Wissen. ;-)

      • (2) 16.09.18 - 13:00

        Hey du. Also erst mal benötigst du kein BV vom AG, wenn ihr genug Patienten habt, die nicht zu der Risikogruppe für dich gehören. Also alles ab 6 ggf. auch 10 Jahre.

        Es läuft so, dass dein AG mit dir zusammen die Gefährdungsbeurteilung (die eigentlich für jede Stelle schon längst fertig sein sollte) durchgeht und schaut, was davon für dich explizit als Schwangere nun noch ein Risiko darstellt.

        Bei dir sind das eben Infektiöse Patienten und kleine Kinder.

        Dann wird festgehalten, dass du mit diesen Menschen nicht mehr arbeiten darfst.

        Diese Gefährdungsbeurteilung unterschreiben beide Parteien und er muss deine Schwangerschaft der zuständigen Aufsichtsbehörde melden.

        • Es muss also nicht zwangsläufig ein Betriebsarzt hinzugezogen werden? Oder ist das besser wenn man keine Ahnung hat?

          Und ich hörte nun mehrfach, dass man ohne den Immunschutz die Praxis nur zu Zeiten betreten darf, in denen man definitiv nicht Kindern begegnen kann. Angeblich darf ich nicht mal durch das Wartezimmer oder den Flur wenn Kinder anwesend sind. Das klingt für mich irgendwie nach science Fiction mit tödlichen Keimen oder so. Ist das tatsächlich Realität oder übertrieben?

          • (4) 16.09.18 - 13:32

            Naja also ich kenne Erzieher, die dürfen auch ohne Schutz in der Kita im Büro arbeiten. Da sind ja auch mal andere Kinder.

            Klar kannst du den Betriebsarzt dazu holen, besonders, wenn dein AG sich unsicher ist.

            Aber CMV fliegt ja nicht so einfach durch die Luft und ja bei Ringelröteln muss man aufpassen, aber nicht so krass, wie du jetzt schreibst.

            Aber wie gesagt, dein AG sollte am besten gestern einen Termin mit dir ausmachen, den Betriebsarzt ruhig dazu holen und im schlimmsten Fall bekommst du ggf. bis zur 20. Woche ein betriebliches BV.

            • Ok. Danke. Dachte mir, dass das alles etwas übertrieben ist.

              Ich werde zumindest zeitweise meine Stunden mit erwachsenen Patienten füllen können, da eine Kollegin krankheitsbedingt 6 Wochen ausfallen wird. Aber was ist in den verbleibenden Wochen bis zur 20. Woche? Wenn bspw. meine Stunden nur zur Hälfte erreicht werden können ubd nicht ausreichend Büroarbeit anfällt? Zahlt dann meine KK die Differenz der fehlenden Stunden?

              • (6) 16.09.18 - 13:44

                Also es kann sein, dass dein AG dann ein TeilBV ausstellt. Denn dann bekommst du dein normales Gehalt weiter, er zahlt aber tatsächlich nur das, was du an Stunden noch leisten kannst und holt sich den Rest von der Kasse.
                Da hast du nichts mit zu tun. Du bekommst dann normal Gehalt (wird aus dem Durchschnitt der letzen 3 Monate vor Eintritt der Schwangerschaft berechnet) von deinem AG.

                Zum Beispiel statt 8 Stunden am Tag arbeitest du nur noch 4.

      Die Beratung deiner FÄ war schon sehr weitreichend, obwohl sie für diese Fragen alle nicht zuständig ist und sich eigentlich nicht da einmischen sollte.
      Es war aber richtig, was sie gesagt hat.

      Kein beruflicher Umgang mit Kindern bis 6 J oder 10 J. bis zur 20.SSW. (je nach Bundesland unterschiedlich).
      Kein enger körperlicher Kontakt zu Kindern U3 während der gesamten Schwangerschaft.
      Bei Erwachsenen kein Kontakt zu nachweislich MRSA pos. Patienten (Isozimmer).
      Und wenn keine Immunität gegen Ringelröteln, dann auch keine Behandlung von Gürtelrose Patienten.

      Dein Arbeitgeber kann sich bei der Aufsichtsbehörde für Mutterschutz beraten lassen und du auch. Dort bekommt ihr auch Vordrucke für die Gefährdungsbeureilung und Fachinformationen.

      Bei Kindern ab 10 Jahren und Erwachsenen ist die berufliche Arbeit idR.kein Problem.

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