Vaterschaftsanerkennung, Unterhalt & Amt

    • (1) 17.09.18 - 20:20

      Hallo, ich bin ganz neu hier und hoffe ihr könnt mir helfen. Folgendes Problem bereitet mir seit längerem schlaflose Nächte und es ist wie immer so speziell, dass ich nicht weiß was richtig ist und an wen ich mich wenden kann.
      Ich bin in der 23 Woche schwanger, lebe allein und bin Selbstständig. Meine Selbstständigkeit wird aktuell noch vom Jobcenter unterstützt und wäre alles ein wenig anders gekommen, wäre ich zu Beginn kommenden Jahres unabhängig und würde genug verdienen. Nun ist es aber so, dass direkt im Januar das Baby kommt. Das war nicht geplant und nach langem hin und her habe ich mich dazu entschlossen es zu behalten. Das bedeutet für mich, dass ich mich vorerst um das Kind kümmern muss und will und sich somit das geplante Ende der 'Bedürftigkeit' leider etwas verschiebt. Zu dem Vater habe ich ein gutes Verhältnis. Er ist absolut bereit sich um das Kind mit zu kümmern und auch den Unterhalt für das Baby zu bezahlen und mich so weit es geht zu unterstützen. Wovor ich wirklich Angst habe ist der Betreuungsunterhalt für mich. Wir sind weder fest zusammen, noch Leben wir zusammen o.ä. Und ich will ihn dadurch nicht an den Rand der Armutsgrenze bringen. Er verdient nicht schlecht aber müsste er den Unterhalt für das Baby und nebenbei noch den Unterhalt für mich aufbringen, d.h. für meinen Haushalt und meine Ausgaben, Erstausstattung etc. läge er rein rechtlich gesehen zwar über dem Selbstbehalt von knapp 1100 Euro, aber seine Kosten sind als ebenfalls selbstständiger so hoch, dass diese Berechnung einfach nicht zutreffend ist für ihn. Mein Anspruch auf Elterngeld in Bezug auf meine Selbstständigkeit beträgt nur knappe 300 Euro, da kommt natürlich dann noch das Kindergeld dazu und der Kindesunterhalt aber das zusammen reicht nicht aus um das Baby und mich zu finanzieren. Meine Frage ist also, wie kann ich das alles schaffen ohne Betreuungsunterhalt von ihm einfordern zu müssen? Wenn ich nämlich die Vaterschaft anerkennen lasse, wendet sich das Jobcenter sofort an ihn und macht Forderungen (Betreuungsunterhalt und Kindesunterhamt) ihm gegenüber geltend. Ich überlege direkt im Februar wieder arbeiten zu gehen, aber ich habe keine Erfahrungen wie das Leben mit einem Baby ist und wie es mir nach der Geburt gehen wird. Wenn ich den Vater aber nicht nenne kann es zu bösen Konsequenzen mit dem Amt kommen.. Vielleicht hat jemand eine guten Rat. Ich würde mich freuen

      • (2) 17.09.18 - 20:45

        Also rechtlich gesehen habe ich davon überhaupt keine Ahnung, aber vielleicht machst du einfach mal einen Termin beim Jobcenter und lässt dich mal beraten wie das alles abläuft und was dir zusteht usw.
        Wenn du gleich wieder arbeiten möchtest, dann solltest du zumindest die 8 Wochen nach der Geburt pausieren. Du wirst die Zeit brauchen um dich an das Baby zu gewöhnen und unterschätze das Wochenbett nicht.
        Ich wünsche dir alles gute und du wirst das schaffen. Schön das du dich für das Baby entschieden hast, das zeigt ja schon, dass du auch die Steine beseitigen wirst ❤

      Möchte der Vater denn die Vaterschaft anerkennen? Vielleicht solltet ihr euch da nochmal zusammen setzten und reden.

      • Hi. Ja eigentlich möchte er das schon gerne, aber er kann sich die Konsequenzen nicht leisten.

        • Also ich denke, jeder weiß, das Handlungen mit Konsequenzen verbunden sind.
          Du könntest evtl mal beim Jobcenter nachfragen, ob du die aufstockenden Leistung und die erstausstattung beantragen kannst.
          Da du nicht voll Verdienst, könnte es sein. Mir wurde gesagt, das es mir zusteht, aber ich bin nicht selbstständig.

          LG Sandra8118 🌺

Wie es rechtlich aus sie kein Anhang.
Aber wieso sollte du alles Bezahlen? Er ist genauso verantwortlich wie du, dass das Kind kommt ich denke das er genauso verpflichtet ist zu bezahlen als wenn ihr zusammen seit.
Im Februar arbeiten könnte schwierig werden du hast ja deinen Mutterschutz von 8 Wochen. Und den würde ich nehmen. Gib dir und deinen Kind die Zeit.
Die Umstellung ist nicht einfach.
Gerade wenn du alleine bist.
Lass dich doch bei pro Familia Beraten die können dir sicher besser helfen
Lg

  • Hm ja. Ich will ja nicht alles bezahlen aber ich will auch nicht dass er alles alleine bezahlen muss. Den Kindesunterhalt würde er sofort und ohne Probleme bezahlen. Nur den Betreuungsunterhalt für mich kann er sich so gesehen bei einem Eigenbehalt von 1100 nicht leisten. Wenn wir ihn als Vater anerkennen lassen hätte er aber leider nicht die Wahl und müsste für alles aufkommen solange ich Bedarf habe.. Ja Pro Familia ist meine nächste Anlaufstelle, aber die haben erst im Oktober Zeit. Danke dir :)

    • (14) 17.09.18 - 21:22

      Entschuldige bitte, aber so lasst ihr die Allgemeinheit für den Unterhalt aufkommen, weil er mehr übrig haben will?!

      Wenn er nicht leistungsfähig ist, dann muss er nicht den vollen Unterhalt zahlen. Dafür gibt es extra eine sozialrechtliche Vergleichsberechnung. Damit der Pflichtige eben nicht selbst bedürftig wird.
      Auch ist der Forderungsübergang nach 33 SGB II der Höhe nach auf die geleisteten SGB II Zahlungen begrenzt. Auf den restlichen Betreuungsunterhalt kannst du verzichten, aber eben nicht auf alles.

      • Die meisten denken nicht daran, dass Geld vom Staat/Jobcenter nicht aus einem mysteriösen Topf am Ende des Regenbogens kommt, sondern anderen hart arbeitenden Menschen aus der Tasche gezogen wird und das auch noch für Situationen, die heutzutage leicht zu „verhüten“ gewesen wären...

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