Vaterschaftsanerkennung, Unterhalt & Amt

Hallo, ich bin ganz neu hier und hoffe ihr könnt mir helfen. Folgendes Problem bereitet mir seit längerem schlaflose Nächte und es ist wie immer so speziell, dass ich nicht weiß was richtig ist und an wen ich mich wenden kann.
Ich bin in der 23 Woche schwanger, lebe allein und bin Selbstständig. Meine Selbstständigkeit wird aktuell noch vom Jobcenter unterstützt und wäre alles ein wenig anders gekommen, wäre ich zu Beginn kommenden Jahres unabhängig und würde genug verdienen. Nun ist es aber so, dass direkt im Januar das Baby kommt. Das war nicht geplant und nach langem hin und her habe ich mich dazu entschlossen es zu behalten. Das bedeutet für mich, dass ich mich vorerst um das Kind kümmern muss und will und sich somit das geplante Ende der 'Bedürftigkeit' leider etwas verschiebt. Zu dem Vater habe ich ein gutes Verhältnis. Er ist absolut bereit sich um das Kind mit zu kümmern und auch den Unterhalt für das Baby zu bezahlen und mich so weit es geht zu unterstützen. Wovor ich wirklich Angst habe ist der Betreuungsunterhalt für mich. Wir sind weder fest zusammen, noch Leben wir zusammen o.ä. Und ich will ihn dadurch nicht an den Rand der Armutsgrenze bringen. Er verdient nicht schlecht aber müsste er den Unterhalt für das Baby und nebenbei noch den Unterhalt für mich aufbringen, d.h. für meinen Haushalt und meine Ausgaben, Erstausstattung etc. läge er rein rechtlich gesehen zwar über dem Selbstbehalt von knapp 1100 Euro, aber seine Kosten sind als ebenfalls selbstständiger so hoch, dass diese Berechnung einfach nicht zutreffend ist für ihn. Mein Anspruch auf Elterngeld in Bezug auf meine Selbstständigkeit beträgt nur knappe 300 Euro, da kommt natürlich dann noch das Kindergeld dazu und der Kindesunterhalt aber das zusammen reicht nicht aus um das Baby und mich zu finanzieren. Meine Frage ist also, wie kann ich das alles schaffen ohne Betreuungsunterhalt von ihm einfordern zu müssen? Wenn ich nämlich die Vaterschaft anerkennen lasse, wendet sich das Jobcenter sofort an ihn und macht Forderungen (Betreuungsunterhalt und Kindesunterhamt) ihm gegenüber geltend. Ich überlege direkt im Februar wieder arbeiten zu gehen, aber ich habe keine Erfahrungen wie das Leben mit einem Baby ist und wie es mir nach der Geburt gehen wird. Wenn ich den Vater aber nicht nenne kann es zu bösen Konsequenzen mit dem Amt kommen.. Vielleicht hat jemand eine guten Rat. Ich würde mich freuen

Also rechtlich gesehen habe ich davon überhaupt keine Ahnung, aber vielleicht machst du einfach mal einen Termin beim Jobcenter und lässt dich mal beraten wie das alles abläuft und was dir zusteht usw.
Wenn du gleich wieder arbeiten möchtest, dann solltest du zumindest die 8 Wochen nach der Geburt pausieren. Du wirst die Zeit brauchen um dich an das Baby zu gewöhnen und unterschätze das Wochenbett nicht.
Ich wünsche dir alles gute und du wirst das schaffen. Schön das du dich für das Baby entschieden hast, das zeigt ja schon, dass du auch die Steine beseitigen wirst ❤

Dankeschön für die lieben Worte und die Infos in Bezug auf die Zeit nach der Geburt :)

Möchte der Vater denn die Vaterschaft anerkennen? Vielleicht solltet ihr euch da nochmal zusammen setzten und reden.

Hi. Ja eigentlich möchte er das schon gerne, aber er kann sich die Konsequenzen nicht leisten.

Also ich denke, jeder weiß, das Handlungen mit Konsequenzen verbunden sind.
Du könntest evtl mal beim Jobcenter nachfragen, ob du die aufstockenden Leistung und die erstausstattung beantragen kannst.
Da du nicht voll Verdienst, könnte es sein. Mir wurde gesagt, das es mir zusteht, aber ich bin nicht selbstständig.

LG Sandra8118 🌺

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Wie es rechtlich aus sie kein Anhang.
Aber wieso sollte du alles Bezahlen? Er ist genauso verantwortlich wie du, dass das Kind kommt ich denke das er genauso verpflichtet ist zu bezahlen als wenn ihr zusammen seit.
Im Februar arbeiten könnte schwierig werden du hast ja deinen Mutterschutz von 8 Wochen. Und den würde ich nehmen. Gib dir und deinen Kind die Zeit.
Die Umstellung ist nicht einfach.
Gerade wenn du alleine bist.
Lass dich doch bei pro Familia Beraten die können dir sicher besser helfen
Lg

Hm ja. Ich will ja nicht alles bezahlen aber ich will auch nicht dass er alles alleine bezahlen muss. Den Kindesunterhalt würde er sofort und ohne Probleme bezahlen. Nur den Betreuungsunterhalt für mich kann er sich so gesehen bei einem Eigenbehalt von 1100 nicht leisten. Wenn wir ihn als Vater anerkennen lassen hätte er aber leider nicht die Wahl und müsste für alles aufkommen solange ich Bedarf habe.. Ja Pro Familia ist meine nächste Anlaufstelle, aber die haben erst im Oktober Zeit. Danke dir :)

Entschuldige bitte, aber so lasst ihr die Allgemeinheit für den Unterhalt aufkommen, weil er mehr übrig haben will?!

Wenn er nicht leistungsfähig ist, dann muss er nicht den vollen Unterhalt zahlen. Dafür gibt es extra eine sozialrechtliche Vergleichsberechnung. Damit der Pflichtige eben nicht selbst bedürftig wird.
Auch ist der Forderungsübergang nach 33 SGB II der Höhe nach auf die geleisteten SGB II Zahlungen begrenzt. Auf den restlichen Betreuungsunterhalt kannst du verzichten, aber eben nicht auf alles.

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Hallo,
Also was den Unterhalt usw. angeht habe ich leider gar keine Ahnung. Aber ich bin ebenfalls selbstständig. Ich war nach der Geburt recht schnell wieder fit und habe nach 6 Wochen wieder gearbeitet, aber das war recht hart. Ich weiß nicht wie es bei dir ist, aber ich brauchte dann auch während meiner Arbeitszeiten Betreuung für mein Kind. Das konnte ich familiär organisieren. Das war schon emotional schwer genug für mich, jemand fremdem hätte ich mein Kind nie für die Zeit überlassen. Zudem kam noch dazu, dass ich immer für meine Arbeitszeit abpumpen musste. War alles in allem wirklich sehr anstrengend und stressig. Ich würde nicht nochmal so schnell wieder einsteigen.

Dankeschön für die Info. Ich glaube auch dass es sehr hart wird so schnell wieder zu arbeiten, aber da hat man zum Teil leider nicht so die Wahl. Aber gut einen zeitlichen Rahmen zu wissen. Dankeschön

Ja, als selbstständige hat man da nicht unbedingt die wahl. Ich konnte mir zu dem Zeitpunkt keine längere Pause gönnen, Da das finanziell nicht drin war und ich meine Kunden sonst verloren hätte. Insbesondere wenn man sich gerade etwas aufgebaut hat und es läuft, möchte man ja nicht wieder von 0 anfangen müssen.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und dass du eine passende Lösung für dich findest.

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Schon mal ans Jugendamt und die Unterhaltsvorschusskasse gedacht?
Aber keine Ahnung, wie sich das mit Selbstständigkeit und Co. verhält...
Grüßle

Unterhaltsvorschuss bräuchte ich ja nicht. Den würde er gerne übernehmen wollen. Aber den Betreeuungsunterhalt nicht. Das wäre sowas wie Geld für meine Miete und meinen Lebensbedarf. Das alles würde sich das Amt von ihm holen, bis zu einem Eigenbehalt von 1100 Euro. Diese 1100 Euro reichen ihm nur leider nicht da er auch selbstständig ist und seine Fixkosten höher sind als das. Das interessiert die Ämter nur leider nicht. Er will sehr gern für das Baby zahlen, versteht mich nicht falsch. Er müsste nur eben auch voll für mich aufkommen und das kann ich nicht erwarten und will ja auch nicht dass er nicht mehr klar kommt.

Du kommst ohne den Unterhalt doch aber auch nicht klar....

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Huhu

Von selbstständigkeit habe ich leider keine Ahnung. Aber mein Partner und ich leben ebenfalls nicht zusammen. Ich werde ebenfalls aufstockende Leistungen beantragen müssen. Allerdings kann es sein, dass ich auch mit Wohngeld hinkomme. Beim Beteeuungsunterhalt gilt, so wurde es mir erklärt, ein anderer Satz und ein andere selbsterhalt. Vielleicht kann auch eibebberstung bei der Caritas, profamilia helfen. Die wissen da immer sehr gut Bescheid.

Das Problem ist, dass wenn dein Partner gut genug verdient er eigentlich für dich aufkommen müsste und das Jobcenter bzw das Arbeitsamt sich da rausnimmt wenn ihr ein gemeinsames Kind habt. Aber ja, ich muss unbedingt zu Profamilia aber die Termine sind erst im Oktober und mir fällt leider jetzt schon die Decke auf den Kopf^^

Ja das ist richtig. Aber er ist nicht verpflichtet 100% deines Lebens zu finanzieren.
Er muss nur einen Teil beitragen und der Rahmen ist weit aus kleiner gesteckt als beim Kind. Wenn ein Mann z.b. 10.000,- verdient muss er Ja auch keine 9000,- abgeben.

Ich würde es wirklich einfach durchrechnen. Zur Not beim Anwalt ein Beratungsgespräch.

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Vielleicht alles eine Rechensache
Du bekommst Elterngeld und Kindergeld als feste Summe. Schau doch mal wieviel Geld die fehlt, damit du Anspruch auf Wohngeld und ggfs Kindergeldzuschlag hast. Die fehlende Summe könnte dir der Kindsvater ja als Unterhalt zur Verfügung stellen.
Unterstützung zur Erstausstattung bekommt man auch oft bei der Caritas o.ä. Einrichtungen

Auch beim Wohngels sind Unterhaltsansprüche vorrangig.
Man kann sich das nicht aussuchen.

Leider Beträgt das Kindergeld 204 Euro und das Elterngeld nur 300 Euro weil ich erst seit kurzem Selbstständig bin. 254 Euro wären Kindesunterhalt vom Vater... Alles darüber müsste auch vom Papa kommen sofern er bekannt ist, da weder das Wohngeldamt noch das Jobcenter zahlen wenn der Papa über dem Selbstbehalt bleibt nach Abzug von Kindes- und Betreuungsunterhalt :/

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Hhmmm, das ist natürlich eine sehr spezielle Situation. Ich denke nicht du musst dich schlau machen sondern der Vater wie er seine Firma absichern kann.

Das 1100€ im Monat wenn man dann auch noch evtl für die eigene Firma Ausgaben hat und dann die berufliche Existenz gefährdet wenn man nicht liquide ist knapp sind sollte jedem klar sein. Andersrum soll die Firma auch kein Geldgrab sein in die alles fließt und das Kind muss Unterhaltsvorschuss vom Amt bekommen.

Ihr solltet keine falschen Angaben machen aber er muss seine Firma so aufstellen dass ihr alle langfristig abgesichert seid. Ich würde mich da eher an die IHK (oder HWK) wenden anstatt ans Jobcenter.

Ja genau. Und seine Ausgaben als selbstständiger sind einfach höher, was ihm nach allem bliebe wäre etwa der Selbstbehalt. Etwas mehr. Davon dann die Miete, und viel mehr als ein paar Lebensmittel wären auch nicht drin. Aber ja natürlich ist das auch unser Plan alle Angaben soweit zu machen, ich hoffe nur dass seine Existenz dann nicht gefährdet wird und ich werde versuchen direkt nach der Geburt wieder arbeiten zu gehen um ihm nicht auf der Tasche zu liegen. Ich mache direkt Termine beim Anwalt und bei Profamilia und hoffe dass die uns helfen können. Es ist einfach eine sehr spezielle Situation und die Zahlen sind so ungünstig.

Du musst aber zwischen betrieblichen und privaten Ausgaben trennen.

Also nimms mir nicht übel, dein selbstloses Denken in allen ehren. Aber es sollte dir egal sein ob der Vater dann finanziell Probleme kriegt, da muss er sich was einfallen lassen. Du hast ja auch dadurch finanzielle Probleme, warum solltest du für ihn auch noch einstehen? Und warum sollte das Amt da einspringen? Da muss er mehr arbeiten oder festanstellen lassen oder oder, wenn ihr zusammen werdet müsste er dies auch! So ist das wenn man Kinder möchte, man macht persönliche Abstriche

Ja ich möchte nur nicht dass er in ein tiefes finanzielles Loch fällt und er ist auch bereit sich neben der Firma einen weiteren Job zu besorgen, wäre auch schön wenn er für das Kind da sein könnte. Und wenn ich dann wieder arbeite muss er das auch. Also wir sind beide sehr gewillt das hinzubekommen, aber es schließt auch ein dass er nur noch arbeitet um mich mitzufinanzieren, kaum für das Kind da sein kann und mir dann auch der schnelle Wiedereinstig in den Beruf dadurch erschwert wird. Da heißt sich die Katze selbst ein wenig in den Schwanz. Und natürlich müssen wir dafür grade stehen nur war uns das mit dem Betreuungsunterhalt in dem Sinne nicht klar, und das Kind war ja auch nicht geplant und jetzt versuchen wir das Beste draus zu machen.

Ist halt ein bisschen kurzfristig gedacht. Wenn er sein Geschäft nicht halten kann und Insolvenz anmeldet bekommt sie gar nichts mehr bzw der Staat muss für 3 Personen aufkommen wo so nur 1 Person bezuschusst werden muss.

Und sie selbst kann nach einer längeren Pause auch nochmal von vorne anfangen.

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Hallo,

ich glaube, du zerbrichst dir hier völlig unnötig den Kopf und schlaflose Nächte brauchst du auch keine deshalb zu haben. Du bist schwanger, bekommst das Kind und danach siehst du weiter.

Du beantragst einfach die Leistungen beim Jobcenter weiter und lässt die den Rest machen.

Dort werden sie dem Vater schon in den Hintern treten, damit er sich einen Nebenjob oder eine ordentlich bezahlte Arbeit sucht. Das geht gar nicht, wie er sich verhält und bei dir auch noch rumjammert!

Und bitte komm nicht auf die Idee, dass du ihm das gemeinsame Sorgerecht einräumst und ihm damit über dein Leben bestimmen lässt. Du kannst dann nie wieder ohne Einverständnis mit deinem Kind umziehen, wenn du einen neuen Job findest oder so.

Alles Gute für dich!

Seine Ausgaben als Selbstständiger sind doch erstmal unrelevant.
Er wird ja sicherlich ne Gewinn-und Verlustrechnung machen bzw. ne Einkommenssteuererklärung. Da werden ja dann die Einnahmen aus der Firma und seine Ausgaben aus der Firma gegen gerechnet. Das was dann übrig bleibt ist sein Gewinn, jetzt mal vereinfacht gesagt.

Davon wird jetzt geschaut, ob er über dem Selbstbehalt liegt! Was danach kommt sind seine privaten Ausgaben.

Ich glaube der gute jammert dir nur was vor, damit seine private Situation sich nicht verschlechtert...

Da schließe ich mich an.

Naja ist ja klar, dass er nicht will dass sich die Situation gravierend verschlechtert. Er hat ja einiges dafür getan und viel gearbeitet und er würde uns auch soweit gern unterstützen und natürlich auch den Kindesunterhalt zahlen. Aber dass er mir monatlich über 1000 Euro für einen Zeitraum von 3 Jahren zahlen soll finde selbst ich zu viel. Oder sehe ich das falsch?

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Hallo!

Die Betriebskosten des Vaters werden natürlich nicht angetastet, und auch von seinen sonstigen Kosten kann durchaus noch was angerechnet werden, um den Selbstbehalt zu erhöhen.

Aber bevor Du Leistungen auf Kosten der Allgemeinheit beantragen musst, wird auf jeden Fall erst der Vater des Kindes in Anspruch genommen. Natürlich ohne seine Selbständigkeit zu gefährden, es bleibt ihm genug übrig. Ggf. bekommst du dann trotzdem noch ergänzende Leistungen wie Wohngeld.

Also am Ende werdet ihr beide klar kommen - kein Luxus, aber soweit in Ordnung.

Warum bekommst du so wenig Elterngeld? Hast du nicht gearbeitet vor deiner Selbständigkeit?

Warum zieht ihr nicht zusammen? Weniger Kosten für euch!

Alle deine Überlegungen bzgl des Vaters finde ich eine Frechheit!