AG will Vertrag auflösen wegen SS

    • (1) 18.09.18 - 11:54

      Hallo ihr Lieben,
      Ich bin total fertig mit den Nerven. Ich arbeite als Logopädin in einer Praxis und habe da hauptsächlich mit Kindern zu tun. Nun weiss ich von der vorherigen Praxis das ich sofort bei bekannter SS aus den Verkehr gezogen werden muss, um mich auf Immunität testen zu lassen. Ich habe die AG gestern über die SS informiert und sie wurde total verletzlich und persönlich, total unprofessionell. Nun sagt sie, sie will den Vertrag auflösen. Aber ich stehe ja nun im Kündigungsschutz! Leider hat sie keinen Betriebsarzt. Könnte mir der Frauenarzt ein BV ausschreiben weil die mich so psychisch fertig machen? Ich fühle mich echt nicht in der Lage da weiter zu arbeiten. Außerdem hatte ich vor 3 Jahren keine Antikörper gegen Ringelröteln und Cytomegalie und hatte sofortiges BV. Das war allerdings von einem Betriebsarzt ausgestellt worden. Könnte auch das der Frauenarzt beurteilen können?
      Vielen Dank fürs durchlesen und hoffentlich ein paar Ratschläge!

      • (2) 18.09.18 - 11:57

        Es muss einen Betriebsarzt geben. Und wenn das ein große Gemeinschaftspraxis für Betriebsärzte ist.

        Ja du hast Kündigungsschutz, ja bei den fehlenden Immunitäten darfst du nicht mehr mit Kindern unter 6 arbeiten und bei Ringelröteln nicht bis zur 20. Woche.

        Aber danach wirst du arbeiten können mit älteren Kindern.
        Und um "auf Psyche" zu machen, um ein BV zu bekommen ab der 20. Woche, reicht es nicht, dass sie jetzt einmalig doof zu dir war.

        Hallo
        Erstmal lass dich nicht unter Druck setzten, du steht ja im Kündigungsschutz.
        Deinen Immunstatus würde ich einfach beim Hausarzt machen lassen wenn ihr keinen Betriebsarzt habt und deiner Chefin das Ergebnis Vorlegen.
        Sie muss ja eine Gefährdungsbeurteilung mit dir machen. Wenn sie dir dann keinen Schwangeren gerechten Arbeitsplatz bieten kann, wird sie dich wohl ins BV schicken.
        Denke nicht, dass dein FA das machen wird, das ist Sache des AG.

        (4) 18.09.18 - 12:31

        Mein Gott! Tut mir so leid! Immer wieder solche Leute! Ich verstehe es einfach nicht! Ich befürchte, du musst dann rechtlich gegen deine AG vorgehen. Schwangerschaft ist natürlich kein Kündigungsgrund. Wenn sie den Vertrag einfach auflösen will, ist das auch nicht zulässig. Mir ist das auch passiert. Ich habe zunächst meinen AG auf den entsprechenden Paragraphen im Mutterschutzgesetz aufmerksam gemacht und mit rechtlichen Konsequenzen gedroht, sofern die Kündigung nicht zurückgezogen wird innerhalb einer bestimmten Frist. Natürlich alles schriftlich. Hast du ein Schwangerschaftsattest eingereicht? Falls nicht, hol das schnell nach per Einschreiben. Mein AG wollte sogar leugnen von der SS erfahren zu haben, obwohl ich es unter Zeugen gesagt hatte. Also, schnell handeln und alles nur noch schriftlich klären. Für die Erteilung des BV ist in diesem Fall nur dein AG verantwortlich. Aber du kannst natürlich notfalls trotzdem den FA um Rat fragen und die Situation schildern. Lass dich sonst erstmal krankschreiben, bis das geklärt ist, da geht man sonst psychisch kaputt. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du da bald sauber raus kommst. Ist einfach ne Riesenschweinerei sowas!!!

      • Das Problem an der Sache, der Frauenarzt kann ein beruflichbedingtes BV ausstellen, nur ein medizinisches.

        Allerdings kann ich mir vorstellen dass in dem Fall das ja eigentlich nicht nur ein reines berufliches BV ist. Denn wenn das ganze aufgrund von Antikörperauswertungen geschieht. Ich bin ja kein Profi, wäre das für mich auch ein Bereich der in dem medizinischen Bereich mit hineinfällt. Sprich einfach mal deine Frauenärztin drauf an.

        Ansonsten gibts Gewerkschaften und Aufsichtsämter die ne Kontrollfunktion für jede Form von Branche, Betrieb oder Praxis hat. Falls deine Frau Chefin also plötzlich meint, dass geltende Gesetze nicht für sie gelten - hat sie sich geschnitten. Wollen kann die viel und soll sie sich nur benehmen wie die Axt im Wald. Ich würde der Aufhebung auf keinen Fall zustimmen und unterschreib ja nix was in diese Richtung geht. Es ist zwar logisch, dass ein Fortbestehen nach der Elternzeit in der Praxis als ausschließbar gilt. Einfach weil aufgrund der Vorfälle das Vertrauensverhältnis zerstört ist. Aber es ist ein Unterschied ob man sich aus der Arbeitslosigkeit oder nem offiziellen Beschäftigungsverhältnis weiterbewirbt. Eine drohende Arbeitlosigkeit hätte nur negative Konsequenzen.

        Zur Not lass dich überbrückungsweise, bis die Werte raus sind, krank schreiben um nicht hin zu müssen.

        Schau mal welche Behörde für die Praxis in der du tätig bist eine Kontrollfunktion hierfür hat und kontaktiere diese wenn sich deine Chefin weiterhin so anstellt.

        (6) 18.09.18 - 13:03

        Mein FA hat meinen Immunstatus gecheckt. CMV musste ich selbst bezahlen, da es bei uns auch mit dem Betriebsarzt etwas schwieriger ist.
        Da es auch Schwierigkeiten zwecks mutterschutzgerechtem Arbeitsplatz gab, hat mir mein FA ein vorläufiges BV ausgestellt (bin CMV negativ und es gab noch andere Punkte am Arbeitsplatz) - hatte mit ihr darüber geredet. Daraufhin ist der Arbeitgeber (nochmals) verpflichtet mir einen geeignet Arbeitsplatz zu organisieren, solange muss ich nicht arbeiten bis dieser besteht. Der Arbeitgeber muss eine Gefährdungsbeurteilung machen und das Regierungspräsidium informieren, bevor ich wieder arbeiten gehen darf. (Ist nur einfach und salopp erklärt, steht aber auch alles bei dem zuständigen Ämtern, wie das alles abläuft).
        Allerdings gab es für mich keinen geeigneten Arbeitsplatz, weshalb mir mein Arbeitgeber dann ein generelle BV ausstellte.

        Kündigen darf sie dich auf keinen Fall!
        Würde auch alles nochmal schnell schriftlich per Einschreiben einreichen, damit du was in der Hand hast.
        Mir wollten sie auch erst den Arbeitsvertrag ändern, was auch nicht geht, haben aber zum Glück einen guten Betriebsrat.
        Wünsche dir viel Erfolg und hoffe für dich, dass dich schnell alles regelt, für mich war das alles auch sehr anstrengend und nervenaufreibend. Hatte zum Glück nicht so schlimme Probleme.

      Huhu,

      Und da wundern sich Leute, dass Frauen Schwangerschaften verheimlichen...

      Zum Aufhebungsvertrag: nie nie nie unterschreiben, ohne vorher Rückendeckung beim Arbeitsamt und ggf. ärztliches Attest - sonst droht Dir ein Viertel Jahr Sperre, also ganz viel Geldverlust.

      Wenn Du den Vertrag nicht unterschreibst, müssen sie den Weg einer Kündigung gehen. Dieser Weg ist zwar oft durch den Mutterschutz unmöglich, aber es gibt Ausnahmegenehmigungen, wenn z. B. ein kleines Unternehmen der Behörde zweifelsfrei darlegen kann, dass das nicht-kündigen eine existenzielle Gefahr darstellt.
      Aber die Genehmigung müssen die erst mal kriegen...

      Also nix unterschreiben und weiter guten Job machen!


      Ach ja, und gute Schwangerschaft

      Leute gibts! Du Arme!
      Viele Tipps sind ja schon genannt worden. Ich möchte noch anmerken, daß sich Deine blöde Chefin das Gehalt des BV ja zurückholen kann, sollte sie immer artig Umlage gezahlt haben. Vielleicht kann man sie damit locken. Wichtig ist auf jeden Fall, daß Du entweder BV-Geld oder Gehalt bekommst, denn das hat ja Auswirkungen auf das Elterngeld. Auf keinen Fall unterschreibst Du irgendwas! Alles nur schriftlich! Telefonate auf laut stellen mit Zeugen, der das ganze filmt. Jede SMS etc. Deiner Chefin aufgeben. Da sollte man sich aufs Kind freuen und dann sowas!

      Alles Gute Dir!

    Hallo!

    Jetzt mach Dich erst mal nicht so verrückt.

    1. Wenn es keinen offiziellen Betriebsarzt gibt, soll dir der AG sagen, zu wem du gehen sollst. Da kann man auch in die Gelben Seiten schauen.

    2. Du hast Kündigungsschutz und musst natürlich keinen Auflösungsvertrag unterschreiben. Wahrscheinlich steht ja sowieso ein BV an, da bekommt dein AG den Lohn komplett von der Krankenkasse. Das BV muss der Arbeitgeber schriftlich ausstellen, das ist keine große Sache, reicht ein Dreizeiler. die restlichen Formulare gibt es vom Gewerbeaufsichtsamt und von der Krankenkasse.

    3. Der Arbeitgeber muss sich nicht freuen, dass du schwanger bist, und er darf auch versuchen, dir einen Auflösungsvertrag nahe zu legen - du musst das ja nicht mitmachen. Oft braucht ein Arbeitgeber auch einfach ein wenig, um das zu verdauen, deine Patienten anderweitig aufzuteilen, umzuplanen etc. Das macht einem Arbeitgeber auch keinen Spaß, gerade im Kleinbetrieb. Wenn alles wieder läuft gibt es dann auch kein böses Blut mehr und du brauchst nicht wegen Psyche ins BV. Sondern eben nur wegen fehlender Immunität

    Immer schön daran denken, dass Du in 9 Monaten Deinen Zwerg in den Armen hast. Bleib so ruhig wie möglich und mach Deinen Job und denke daran, dass sie Dich nicht so einfach los wird.
    Lass Dir da keine Angst machen.

    Hallo,
    ich kann dich verstehen. Ich arbeite in einer Physiotherapie Praxis und dort ist es auch nicht besser. Meine Chefin ist auch nicht erfreut und wünscht mir durch die Blume eine Fehlgeburt. Nachdem ich jetzt 2 Wochen krank war, reden wir auf Arbeit kaum noch, aber das Verhältnis hat sich ganz leicht entspannt. Ich denke sie hatte einfach Zeit zum nachdenken.
    Ich hoffe bei dir wird es ähnlich sein.

    (15) 18.09.18 - 21:09

    Warum sollte das hier, auch nur ansatzweise, ein Fall für ein Beschäftigungsverbot sein?

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