Ausbildung nach Elternzeit

    • (1) 21.09.18 - 21:25

      Hallo Zusammen,
      ich habe Hauswirtschafterin gelernt und vor meiner Schwangerschaft in diesem Beruf gearbeitet. Ich bin in einem Altenheim beschäftigt, die Arbeit hat mit immer Spaß gemacht. Allerdings sind die Rahmenbedingungen nicht sehr familienfreundlich (Schichtarbeit, Wochenende und an Feiertagen). Nun hab ich mich für die Ausbildung zur Erzieherin angemeldet. Die Ausbildung würde im August 2019 beginnen. Jetzt bin ich hin und her gerissen was ich tun soll. Hat jemand von euch mit Kind eine Ausbildung gemacht? Ist es zu schaffen? Wir möchten noch ein zweites Kind, dies würde 8 Jahre nach unserem Großen kommen. Seht ihr den Altersabstand als Problem? Ich weiß ihr könnt mir keinen Weg vorgeben. Aber vielleicht neue Denkanstöße geben. Ich bedanke mich!

      • (2) 21.09.18 - 21:43

        Hallo,

        ich habe in der Ausbildung (nach meinem Studium) mein erstes Kind bekommen. Es geht, wenn du Unterstützung durch Familie und deinen Partner hast. Am Wochenende kannst du lernen, wenn dein Kind mit Papa unterwegs ist. Oder unter der Woche ist es in der Krippe/ Kita, und du in der Ausbildung.
        Es ist nicht immer leicht, aber zu schaffen.

        Viel Erfolg!

      Wegen des Altersabstandes sehe ich kein Problem. Wenn es für euch passt, ist es super.

      Ausbildung mit Kind kann auch funktionieren.

      Ausbildung zur Erzieherin:
      - wie kommst du finanziell über die Runden?
      - wie ist das bei euch geregelt (kannst du dir das finanziell leisten oder gibt es Zuschüsse)?
      - wie sind da die Rahmenbedigungen?
      - wie sind da die Arbeitszeiten?

      Bei einer Freundin, Erzieherin war es so, dass sie in mehreren Betrieben auch mal an den Wochenenden hätte arbeiten sollen.
      Ein Kindergarten der nur morgens offen hat, hätte ihr finanziell nicht gereicht.

      Bei denen, die Ganztags offen haben, wurden die Öffnungszeiten stark erweitert. Wegen zu wenig Personal hätte sie schon zur ersten Schicht bis abends bleiben sollen. Pausen standen nur im Vertrag und krank zu Hause bleiben ging wegen Personalmangel nicht. Da viele Kinder auch erst mal krank gebracht wurden, bis sie nach Hause geschickt werden konnten, war die Ansteckungsrate sehr hoch.

      Ich finde es super, für jeden der den Job machen möchte.
      Aber es ist auch ein Knochenjob, der echt an die Substanz gehen kann.
      Abends dann die Nerven für das eigene Kind zu haben, das dann müde ist, spielen möchte, Bedürfnisse hat. Hut ab, wer das schafft.

      Wochenenddienste sollte sie machen, wenn Feste anstanden oder (je nach Einrichtung) Elterngespräche nur samstags möglich seien.
      Abends war nicht mit Türschluss Schluss, sondern teilweise erst, wenn die zu spät kommenden Eltern auch wirklich ihr Kind abgeholt hatten. Einfach heimschicken kann man ein Kind in dem Alter ja nicht.



      Wenn du Hauswirtschafterin gelernt hast, könntest du dir da auch eine Arbeit beim Jugendamt vorstellen?
      In der Familienhilfe wird ab und zu jemand gesucht. Aufgaben u.a. in den Familien direkt helfen und ihnen zeigen, wie sie Haushalt mit Kindern unter einen Hut bringen.
      Von überforderten Eltern, Eltern mit Mehrlingen, Familien bei denen einen KInd schwer erkrankt ist und sich Eltern zwischen Arbeit, Kindern zu Hause, Kind im Krankenhaus im Dauerspagat befinden usw.

      Damit möchte ich dich nicht von deiner Idee abbringen! Keinesfalls. Ich finde es toll, wenn jemand Erzieherin wird. Es sind nur Ideen zur Anregung darüber nachzudenken, was am besten zu euch passt.

      • Vielen Dank für deine Antwort.
        In der Ausbildung würde ich erst einmal gar kein Geld bekommen. Mein Mann verdient aber einigermaßen gut und wir kommen über sie Runden. Hab im zweiten Jahr der Elternzeit auch kein Geld. Mein Mann steht auch hinter mir und begrüßt die neue Ausbildung.
        Ich habe lange überlegt welcher Beruf mir noch gefallen könnte und kam dann auf die Erzieherin. Wir wohnen hier mitten auf den Land und die Kindergarten haben geregelte und humane Zeiten. Mal Samstags arbeiten wäre auch kein Problem. Allerdings habe ich das Argument mit den eigenen Kindern schon öfters gehört. Also das man dann weniger Lust bzw. Nerven für die eigenen Kinder hat. Darüber muss ich mir nochmal Gedanken machen.
        Eine Stelle beim Jugendamt würde mir auch zusagen. Aber wahrscheinlich grenzt es an ein Wunder so einen Job zu bekommen. Ich habe Hauswirtschafterin gelernt und gleich im Anschluss sogar noch den Meister. Allerdings nie eine Meisterstelle gefunden. Wäre natürlich auch schade, dass wäre dann "umsonst" gewesen.
        Ach wie du siehst ich bin hin und her gerissen.

        • Da fällt mir spontan eine Kombination ein:

          Ausbildung zur Erzieherin
          im Anschluss dann beim Jugendamt bewerben.

          Mit Erzieherin könntest du dann entscheiden, ob du im Ort bleiben möchtest beim Kindergarten oder dich immer mal wieder beim Jugendamt bewerben.

          Die Kombination aus sich mit Kindern auskennen und Hauswirtschaft könnte vielleicht sogar klappen. Bereich Familienhilfe. Außer die würden ein Studium brauchen. Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass sie Sozialpädagogenstudium UND Hauswirtschaft wollen. Studium für die Familienhilfe direkt (Stelle 1) und eben Erfahrung und Ausbilundung Hauswirtschaft als Stelle 2. Mit Ausbildung Erzieherin wäre interessant.

          Falls du in der Hinsicht Interesse hast, könntest du dich auch schon vor der Ausbildung bei den zuständigen Ämtern informieren.
          Entweder als Motivation für die Ausbildung (danach die Möglichkeit offen zu haben) oder direkt zu wissen, was du bräuchtest und dann die Ausbildung ggf. anzupassen.


          Bei Kindern und Erzieherin kommt es vermutlich auch darauf an:
          - Alter der eigenen Kinder
          - Arbeitszeiten
          - wie viele Kinder im Kindergarten sind und wie viel Zeit man dort verbringt.

          Freunde, die Lehrinnen sind, fanden die Kindergartenzeit (eigene Kinder) und Schule (Beruf) entspannt. Schulkinder Schule geht meistens.

          Erzieherin Freundin fand die Kindergartenzeit stressiger. Eigenes Kind in der Schule ist gefühlt einfacher mit Erzieherin zu verbinden, nach ihrer Aussage. Einfach weil dieBedürfnisse, die Gespräche und der Altersunterschied einfach anders sind.

        • Also sooooo unwahrscheinlich ist das gar nicht, Jugendämter suchen händeringend Leute (wir übrigens fast alle öffentlichen Verwaltungen). Natürlich kommt das auf die Region an, aber mittlerweile hat sich das Blatt zu früher stark gewendet . Einfach mal suchen und probieren 😉
          Wichtig: öffentliche Verwaltung heißt laaaange Bewerbungsphasen (es dauert halt einfach in so einem Apparat) also frühzeitig anfangen 😊 viel Glück 👍🏻

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