Steuerklassen Diskussion

    • (1) 03.10.18 - 12:31

      Hallo ihr Lieben,
      mein Mann und ich diskutieren grade über die zukünftigen Steuerklassen nach der EZ. Bisher waren wir immer in 4/4 und hatten dabei keine Nachteile. Jedes Jahr eine ordentliche Rückerstattung, welche unsern Urlaub finanziert hat 😁

      Heute hat er angesprochen, dass er sb nächstem Jahr mach der EZ dann gerne die Steuerklassen in 3(er) und 5(ich) wechseln würde.

      Wir haben getrennte Konten und die Fixkosten untereinander aufgeteilt. Er zahlt für Haus+Versicherungen und ich Kitabeiträge, meine Versicherungen, Haushaltskasse und alles was für die Kids ist.

      Sein Vollzeitgehalt liegt netto zwischen 2900 und 4000€, seine Fixkosten liegen bei 1900€.
      Mein zu erwartendes Teilzeitgehalt wird bei 50% Arbeitszeit bei 1600-1700€+Kindergeld liegen. Die zu erwartenden Fixkosten liegen bei 1300€.
      Somit würde für jeden von uns genügend zur freien Verfügung und zum sparen bleiben.
      Laut Rechner würden bei einem Steuerklassenwechsel ich 600-700€ weniger verdienen, die er dann mehr hat. An FixkostenVerteilung möchte er allerdings nichts ändern.

      Ich fühle mich jetzt dadurch ziemlich benachteiligt und würde knapp 200€ über haben und er je nach Verdienst 1500-2000€.
      Vor allem komme ich mir echt doof vor, weil ich Fachkraft mit 5jähriger Berufsausbildung bin und dafür in 3 Schichten für Peanuts arbeiten soll.

      Sehe ich das zu eng oder wie handhabt ihr das? Meiner Meinung nach, wäre bei einem Wechsel in 3/5 ein komplett gemeinsames Konto unumgänglich oder eine prozentuale Aufteilung dee Fixkosten.

      Bin grade echt stinkig und auch traurig, weil es bisher nie Thema war und so auch super lief. Nur weil ihm mein Schwiegervater diesen Floh ins Ohr gesetzt hat "weil man das halt so macht und man so Steuern spart". Das man aber nichts spart sondern es einfach nur anders verteilt, hier zu meinem Nachteil, will mein Mann grade nicht hören.

      Sorry fürs Jammern. Musste grad mal alles von der Seele schreiben.

      Liebe Grüße Lisa mit Felix (3 Jahre) an der Hand und Lea (4 Monate) im Arm

      • Stelle dich schon mal auf eine hässliche Diskussion hier ein.
        Wenn ihr aktuell aus der Rückerstattung den Urlaub finanziert, dann muss dein Mann „seinen“ Mehrverdienst dafür ansparen. Und dir einen Teil überweisen. Ansonsten ist das finanzielle Gleichgewicht zerstört. Wenn ihr jetzt schon Fixkosten aufteilt, sollte das kein zusätzliches Problem sein.

        • Wieso ein hässliche Diskussion 😳 ohje... mein Mann versteht nur aktuell nicht, dass wir durch eine Änderung keine Steuern sparen. Das reder sein Vater ihm nämlich ein.
          Ich möchte bei 4/4 bleiben, einfach auch um nicht den Spaß an der Arbeit zu verlieren, wenn ich auf den Gehaltszettel schaue und für viel Arbeit nichts drauf ist.

          • Es gibt doch genug Steuerrechner im Netz, mit denen Ihr beide Varianten mal durchrechnen könnt. Vielleicht geht Deinem Mann dann ein Licht auf. Wir haben auf 3/5 gewechselt, als mein Elterngeldbezug anfing, und wir wechseln zurück, wenn ich wieder arbeiten gehe. Das Plus, das mein Mann jetzt hat, überweist er auf unser gemeinsames Konto.

          • Dann bleib doch in 4/4
            Ich kann so einen Heckmeck als Ehepaar nicht verstehen. Es gibt kein dein und mein Geld.
            Wir haben 1 Konto wo alles draufgeht und abgeht und gut ist.
            Wir haben auch 3/5

      Hallo,

      bei deinem Verdienst wäre ein wechseln in 3/5 doch Quatsch! Ihr werdet am Ende des Jahres dann keine dicke Rückerstattung mehr erhalten, sondern ihr werdet zurück zahlen. Lasst euch doch mal von einem Fachmann/-frau beraten, dann wisst ihr es haar genau.

      Liebe Grüße
      Sanneo

    Grundsätzlich: Die Wahl der Steuerklassen ändert an der Steuerlast nichts. Egal welche Steuerklasse ihr habt, ihr zahlt immer gleich viel Steuern nach Ende des Jahres.
    Aber das Problem ist eben häufig, dass derjenige mit SK 3 das als "sein" Einkommen betrachtet, während eine etwaige Rückzahlung aus der Familienkasse fließt.


    Da du jetzt vorher schon nicht damit zufrieden bist, würde ich die Finger davon lassen und bei 4/4 bleiben. Eventuell 4/4 mit Faktor

Ihr beide habt m.E. das Prinzip nicht verstanden.

Durch den Wechsel der Steuerklassen ändert sich am Nettoeinkommen rein gar nichts übers Jahr. Lediglich die monatliche Nettoauszahlung verändert sich.

Du verdienst was du erarbeitest, am Jahresende hast du unabhängig von der Steuerklasse dein dir zustehendes Nettogehalt.

Wenn ihr jetzt aus 4/4 eine satte Rückzahlung bekommt, die komplett für Urlaub da ist. Dann wird das künftig so sein, dass dein Mann für den Urlaub vorsparen werden wird und den Urlaub dann alleine finanziert. Bei einer Nachzahlung muss er dann bezahlen. Dann ist das alles genau wie vorher.

Einen Unterschied macht die Steuerklasse bei den Lohnersatzleistungen wie Krankengeld oder ALG1. (Wenn ich irren sollte, bitte berichtigen.) Wer also länger krank wird oder arbeitslos sein sollte, erhält mehr, wenn sein Nettoverdienst infolge der Steuerklasse höher war.

Andere Frage: wenn ihr verheiratet seid, warum streitet ihr euch um solche Peanuts? Ihr seid doch ohnehin verpflichtet, auch matieriell füreinander zu sorgen.

  • "am Jahresende hast du unabhängig von der Steuerklasse dein dir zustehendes Nettogehalt."

    Dieser Satz ist unlogisch. Die Steuerklasse (und eventuelle Freibeträge) ist für den zustehenden Nettolohn verantwortlich. D.h. hier gibt es schon Änderungen. Jemand, der z.B. SK5 hat, hat keinen Grundfreibetrag, d.h. der Nettolohn ist deutlich geringer, als mit SK 4. Dafür hat die Person in SK 3 zwei Grundfreibeträge.

Also erstmal macht man das überhaupt nicht so, das wäre in Elternzeit evtl. sinnvoll gewesen, bei dem jetzigen Stand kannst du davon ausgehen, dass ihr evtl. noch was nachzahlen müsst (wenn ihr nicht noch viel abzusetzen habt), weil er zu wenig Steuern gezahlt hat.

Und 5 musst du dir generell nicht gefallen lassen, deshalb darfst du sogar gegen seinen Willen in 4 gehen, weil du mit 5 immer benachteiligt bist. Wenn ihr also keine gemeinsame Kasse habt, würde ich darüber gar nicht nachdenken!

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