Beschäftigungsverbot im Büro

    • (1) 05.10.18 - 12:33

      Hallo ihr Lieben,

      ich würde gerne mal Zweifel, Ängste und eine Frage an euch loswerden, welche mich seit über drei Wochen beschäftigen.

      Vorweg vielleicht etwas zu mir:
      Ich bin bereits Mama einer vierjährigen Prinzessin, mittlerweile nur noch teilzeit-berufstätig und seit knapp drei Jahren mit meinem Freund zusammen. Ende letzten Jahres haben wir uns auch endlich dazu entschieden, die vielen hundert Kilometer Entfernung zwischen uns dauerhaft zu reduzieren und sind in eine schöne Wohnung gezogen. Leider wollte keiner so recht von seiner Familie weg; aber ich habe mich dann entschieden zu ihm zu ziehen.
      Meine Familie fehlt mir immer noch sehr, auch wenn wir versuchen uns ganz häufig via Skype & Co. zu sehen bzw. zu besuchen. Aber wir gehen alle arbeiten und da ist die Zeit irgendwie schon etwas knapp. #gruebel

      Nun kam vor drei Monaten der Wunsch auf, dass wir gern beide noch ein Baby hätten. Gesagt, getan: Pille abgesetzt, Kondom weggelassen und ran an die Luzie. #sex

      Oh wunder #stern hat es direkt beim ersten Versuch geklappt. #schwanger Darüber sind wir auch unendlich froh! #herzlich

      Allerdings nun zu meinen Zweifeln:
      Seit ich nun 'in den Westen' gezogen bin, habe ich das Gefühl, ich werde nicht so recht warm mit all den anderen Menschen hier. #kratz
      Als ich dann endlich im Januar ein Bewerbungsgespräch hatte und auch direkt genommen wurde, war alles perfekt! Die Kollegen waren nett, der Chef auch, es waren die selben Aufgaben, wie auch in meinem vorigen Job - habe ich gedacht. Bis auf die gleichbleibenden Aufgaben hat sich alles zum Ende meiner Probezeit gewandelt. Die Kollegen reden kaum mit mir (eher ältere Leute) und der Chef hat sich zum richtigen Choleriker entpuppt. :-(
      Egal, was ich auf Arbeit sage, es wird anders ausgelegt, mir werden Fehler von anderen in die Schuhe geschoben und ich werde immer als Prellbock für den Chef genutzt. Er schreit mich nur noch an. Gespräche mit ihm und den Kollegen nützen nichts, denn 'ich bilde mir das alles immer nur ein'. Ich habe täglich Angst auf Arbeit zu gehen, wache mit Schmerzen im Bauch (mittlerweile auch im Unterleib) auf und habe diese auch über den Tag verteilt, bis ich nach der Arbeit zu Hause bin - ab da geht es mir gut. Ich schlafe nachts max. 3-4 Stunden und selbst da kann ich nicht ruhig schlafen, weil ich ständig von Albträumen geweckt werde. #schwitz Ich hatte schon immer das kleine Problemchen, dass ich von Stress ganz urplötzlich Pickel bekam - diese sind seit drei Monaten dauerhaft bei mir vorhanden. Und auch diese Pickel sind ein schöner Anlass für meinen Chef, vor den Kollegen über mich herzuziehen. :-(
      Ein Mitarbeiter, mit dem ich mich bisher gut verstanden habe, hat mittlerweile gekündigt - wegen dem Chef. Auch meine Überstunden häufen sich, ohne, dass der Chef mir den Ausgleich bzw. eine Bezahlung gewähren will. Allerdings hätte ich mittlerweile auch eine Vollzeitstelle besetzen können / den doppelten Urlaub - so viele Überstunden habe ich in der kurzen Zeit hier geleistet. #schock
      Als ich vor kurzem einen freien Tag im Kiga versäumt hatte, rief ich den Tag davor 17 Uhr im Büro an. Zum Glück war der Chef noch da und ich erklärte ihm die Situation und fragte, ob ich vielleicht den einen Tag Urlaub bekommen könnte. Seine Antwort darauf war: "Naja, dann müssen Sie das eben machen, wenn Sie das für richtig halten. Ob Sie jetzt einen Tag mehr oder weniger da sind, fällt bei Ihren Kranktagen nun auch nicht mehr auf." (Ich lag zwei Wochen vorher mit einer dicken Grippe im Bett.)
      Frech finde ich zudem auch, dass 'Betrieebsausflüge' zu irgendwelchen Märkten, Restaurants oder anderen Dingen immer 'kurzfristig' während MEINEM Urlaub abgehalten werden. Schon ein wenig sehr komisch. #nanana
      Noch weiß auf Arbeit keiner, dass ich schwanger bin und zwar, weil ich einfach weiß, dass sich alles noch mehr verschlimmert. #schmoll
      Normalerweise ist es auch meine Aufgabe die Getränkekisten und die Papierlieferungen in den Keller zu tragen bzw. in das Stockwerk, in dem es benötigt wird. (Wir haben hier Keller, EG und OG, welche ich zu bedienen habe.) Das ist die einzig körperlich schwere Arbeit. Als vor kurzem wieder eine Papierlieferung kam (da sind 20 Pakete Papier in einem Karton), habe ich die anderen gebeten, diese runter zu tragen und als Ausrede Komplikationen meiner Narbe von der Blinddarm-OP genommen. Ich wurde mit skeptischem Blick betrachtet und widerwillig wurde das Papier in den Keller getragen, während jeder etwas vor sich hinbrummelte.
      Auch, als ich im Büro kreislaufmäßig zusammengebrochen bin, hat es keinen interessiert. :-(

      Es tut mir leid, wenn alles so durcheinander geschrieben ist, aber ich versuche alles in den Text zu packen, damit ihr es auch nachvollziehen könnt.


      Nun habe ich meiner Familie ganz aufgeregt von der Schwangerschaft erzählt. #verliebt #winke Alle waren glücklich darüber.
      Ich war auch bereits bei einer Frauenärztin und habe ihr ebenfalls die o. g. Probleme versucht zu schildern, bin allerdings in Tränen ausgebrochen, weil es mich einfach so sehr mitnimmt. Sie sagte, sie könne da kein BV geben, weil ich keine Blutungen oder dergleichen hatte. Ich sollte doch mal mit dem Hausarzt sprechen. Gesagt, getan. Dem Hausarzt erklärte ich auch alles (diesmal ohne Weinen #rofl ), allerdings sagte er direkt: "Das sind absolut triftige Gründe, um Ihnen ein BV auszustellen, aber den Papierkram tu ich mir nicht an. Das habe ich einmal gemacht, das mache ich nicht nochmal." Er hat mir dann für den Rest der Woche eine AU gegeben und gesagt, ich soll nochmal mit meiner FÄ sprechen.

      Nun noch mehr Angst: Ich will ja nicht, dass die Ärzte denken, ich will nicht mehr arbeiten - KEINESFALLS! Anderweitig beworben habe ich mich, allerdings scheiterte es dort immer an meinen Kündigungsfristen im jetzigen Büro :-( (vierteljährlich).
      Ich bin einfach nur verzweifelt. Jeder weitere Tag auf 'Arbeit' macht mich krank und ich habe somit auch Angst um mein Baby. :-(

      Ich habe heute den zweiten Termin bei meiner FÄ und ehrlich gesagt Angst, dass sie mich eben für eine Arbeitnehmerin hält, die keine Lust auf eine Erwerbstätigkeit hätte, was ja nicht stimmt. Habe mir diesmal eine Liste mit den Dingen gemacht, die mich auf Arbeit belasten und hoffe, sie nimmt sich dem Ganzen diesmal an, auch wenn ich noch nicht in der 12. SSW bin. (Scheint ja auch irgendwie ein hinderlicher Grund zu sein. #schock )

      Anschließend meine Frage:
      Haltet ihr es für wahrscheinlich, dass es auf ein Beschäftigungsverbot hinausläuft durch diesen psychischen Druck auf Arbeit?


      Vielen lieben Dank für das geduldige Lesen und entschuldigt bitte den langen Text; ich hoffe, ich habe nun alles eingebracht, was euch entsprechend informiert. #winke

      • Huhu, triftige Gründe für ein BV sind das nicht. Zumal du deinem AG noch nicht einmal die Chance gegeben hast, etwas an der Situation zu ändern. So lange du nicht Bescheid gibst, dass du schwanger bist, können ja auch keine Mutterschutzgesetze gelten.
        Das wäre der erste Schritt, den du erledigen solltest. Falls sich dein AG trotz des Wissens über die SS nicht an die Auflagen, müsstest du dich ans zuständige Gewerbeaufsichtsamt wenden, die dann weitere Schritte einleiten.

        Seit dem 1.1. diesen Jahres wurden die Richtlinien für ein BV veschärft und ichkann dir nur wenige Hoffnung machen. Sonst einfach weiter krankschreiben lassen. Auch falls du ins Krankengeld fällst, wenn dies wegen SSbedingter Diagnosen ist, werden diese Monate ausgeklammert und nicht zur Elterngeldberechnung herangezogen.

        Lg Lisa mit Felix an der Hand und Lea im Arm💕

    Ich sehe hier keinen Grund für ein Beschäftigungsverbot und auch keinen großartigen psychischen Druck

    • Ab wann beginnt denn 'großartiger psychischer Druck' für dich?
      Ich denke schon, dass dieser auf mir lastet, wenn mich der Chef täglich anbrüllt, für Sachen verantwortlich macht, die ich nicht getan habe und ich mich nicht mal verteidigen darf, dass ich vor anderen Mitarbeitern von ihm 'gemaßregelt' werde, obwohl alle anderen dafür mit ihm hinter verschlossene Tür gehen dürfen, dass ich massig Überstunden machen muss, mir dafür allerdings keine Freizeit gewährt wird, ich bei Mitarbeiterbesprechungen generell außen vor gelassen werde mit der Begründung, dass seien Themen, die mich nichts angehen würden, dass 'Betriebsausflüge' kurzfristig während meines Urlaubes stattfinden und ich auch da nicht integriert werde.
      Erkläre mir doch bitte, was das für dich ist?

      Dass du darin keine Gründe für ein BV siehst, ist in Ordnung. Das war meine Frage und die akzeptiere ich auch. #pro

Hallo,
ich kann mir vorstellen, dass dir das Arbeitsklima aufs Gemüt schlägt und verstehe auch, dass du es als belastend empfindest.
Allerdings glaube ich nicht, dass deine FA dir dafür ein BV ausstellt, weil die Gründe dafür nicht medizinisch ausreichend sind.

Und ehrlich gesagt, ich glaube auch nicht, dass der Hausarzt wirklich dahinter steht, denn sonst hätte er es dir ausgestellt und dich nicht wieder an deine FA verwiesen. Papierkram ist schnell erledigt, vermutlich möchte er jedoch nicht seine Gründe für die Ausstellung des BVs rechtfertigen müssen, denn wenn die nicht angemessen sind, wird ihm ordentlich auf die Finger gehauen und er muss ggf. Strafe zahlen. Das birgt für ihn ein Risiko, welches er anscheinend nicht eingehen möchte. So wirkt es auf mich.

Um deine Situation zu verbessern, würde ich zunächst einmal die Schwangerschaft bekanntgeben, denn dann können die entsprechenden Gesetze und Schutzmaßnahmen greifen. Schwer schleppen müsstest du dann vermutlich nicht mehr und auch Überstunden musst du nicht machen. Hält sich dein Arbeitgeber nicht an die Gesetze, gibt es die Aufsichtsbehörde, an die du dich wenden kannst und die dem Chef auf die Finger guckt.

Wenn du aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig bist, sprich mit deiner Ärztin über eine Krankschreibung und mögliche Lösungen, um den körperlichen und seelischen Zustand zu verbessern.
Ansonsten hilft nur, sich ein dickes Fell zuzulegen, für seine Rechte zu kämpfen und sich nicht klein zu machen. Die Zeit bis zum Mutterschutz ist ja zum Glück absehbar und dann hast du erstmal deine Ruhe.

  • Hallo jakob.und.ida,

    Das weiß ich eben nicht, ob er nicht ganz dahinter steht. Im Normalfall sagt er einem direkt ins Gesicht, ob man davon betroffen ist oder nicht. :-(

    Am Montag werde ich meinem Chef bekannt geben, dass ich schwanger bin.

    Vorerst bin ich krank geschrieben. Diese Zeit soll erstmal genutzt werden, damit ich mich wieder ein bisschen erholen kann. Dann sehen wir weiter.

    Vielen Dank für deinen Kommentar.

    • Hallo,
      ich habe schon oft gelesen, dass Ärzte sich schwer damit tun, ein BV auszustellen, wenn die Gründe dafür nicht 100%ig wasserdicht sind. Die Regeln dafür sind recht streng und wenn da etwas nicht passt, muss der Arzt das, soweit ich weiß, aus eigener Tasche bezahlen.

      Ein Arzt, der 100%ig die Gefahr für dich und dein Baby sieht, würde dich bestimmt sofort rausnehmen, ungeachtet des Papierkrams. Seine Aufgabe besteht ja darin, Leben zu schützen und zu erhalten.
      Mobbing und vergleichbare Belastungen sind allerdings sehr schwammig, gerade wenn sie keine konkreten medizinischen Folgen, wie z.B. vorzeitige Wehen, auslösen. Da fällt es nicht immer leicht, ein BV zu rechtfertigen. Deshalb vermute ich, dass dein Hausarzt sicherlich merkt, dass du unter der Situation leidest, aber eben nicht bereit ist, aus diesen rechtlich eher schwammigen Gründen das Risiko der Überprüfung auf sich zu nehmen.

      Dass du nun erstmal krankgeschrieben bist, lässt dich sicher etwas zur Ruhe kommen und dein Chef kann sich in der Zwischenzeit auch abregen. Das ist doch schon mal was und wird dir sicher gut tun.

Zuerst: auch ich sehe keine ausreichenden Gründe für ein medizinisch begründetes BV. Was man allerdings deutlich erkennt, ist Mobbing!
Habt ihr einen Betriebsrat? Oder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit? Wende dich an den! Dein AG Ist verpflichtet, psychische Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung abzuprüfen. Eure Fachkraft hat ihn darauf hinzuweisen. Wenn er sich querstellt, wende dich an die Aufsichtsbehörde. Da du dort ja eh nicht mehr weiter arbeiten willst, hast du nichts zu verlieren.
Wenn ihr weder Betriebsrat noch Fachkraft für Arbeitssicherheit habt, beziehe klar Haltung. Mach deine Teilzeitarbeit und verlange selbstbewusst entweder eine Vollzeitstelle oder eine Inanspruchnahme deiner Überstunden. Wenn dir das verwehrt wird, arbeite deine Teilzeit-Stunden. Lass dich nicht schikanieren sondern zeige, dass du das nicht mit dir machen lässt.

Wenn du eh weg willst würde ich einfach kündigen und trotzdem was suchen. Oder wenn dir das zu heikel ist, soll dein neuer AG sich mit deinem alten auseinandersetzen, dass du vllt früher gehen darfst. Wenn dein neuer dich wirklich will, wartet er auch auf dich.

Zu deiner Schwangerschaft: ich kann verstehen, dass du Angst hast, mit deiner Bekanntgabe verschlimmert sich alles. Ehrlich gesagt klingt das nach deinen Schilderungen sogar wahrscheinlich. aber du hast als Schwangere noch mal einen besonderen Schutzstatus! Nutze den! Dann darfst du nämlich nicht mehr diese massigen Überstunden machen, nichts schweres heben, usw. Dann soll sich dein Chef drum kümmern. Wenn du wieder dumme Sprüche wegen Urlaub bekommst, bleibe freundlich und sage, danke dass es bei Ihnen immer so unkompliziert möglich ist, kurzfristig frei zu bekommen.
Diesen besonderen Status bekommst du allerdings nur, wenn du es auch bekannt gibst! Und erst dann kann dein AG auch reagieren. Er muss deine (bereits vorhandene) Gefährdungsbeurteilung anpassen (bis Ende des Jahres übrigens auch alle anderen Arbeitsplätze) und sich überlegen, ob er dir einen schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz bieten kann oder nicht.

Und dann kannst du immer noch kündigen 😉

  • Hallo nonja007,

    wir haben leider weder das eine, noch ist mir das andere bekannt. :-(
    Pünktlich gehen: Das versuche ich tatsächlich immer. Und ich werde es demnächst nicht mehr nur versuchen, sondern auch machen!

    Ich habe eben ein wenig Zweifel, dass mich ein neuer AG für knapp vier Monate, sofern ich erst zum rechtmäßigen, nächsten Zeitpunkt der Kündigung rauskomme, noch nehmen wird, verstehst du? :-(

    Am Montag werde ich meinem Chef die Schwangerschaft mitteilen. Ich bin direkt die nächsten zwei Wochen krank geschrieben und nutze diese auch, um mir einen Psychologen zu organisieren.
    Ich glaube, mein Chef weiß nicht mal etwas von der sogenannten 'Gefährdungsbeurteilung'. :-D

    Vielen Dank für deinen netten Kommentar.#klee

Hallo.

Sag dem Chef umgehend bescheid bezüglich der Schwangerschaft und die geplante Elternzeit.

Sollte er arge Probleme machen (psychisch), dann nimmst du deinen gesamten Urlaub und deine Überstunden und im Anschluss daran lässt du dich krank schreiben bis zum Mutterschutzbeginn.

Noch während der Elternzeit suchst du dir nen Kindergartenplatz und bewirbst dich auf anderweitige Stellen.

Alles Gute!

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