BV durch Betriebsarzt

    • (1) 08.10.18 - 09:24

      Hallo,

      vorweg eine Bitte - keine BV-Grundsatzdiskussion ;-)

      Folgendes, mein Chef hat nach Bekanntgabe der Schwangerschaft diese Gefährdungsbeurteilung gemacht. Da war ich in der 7. SSW. Gesehen habe ich diese dann erst in der 12. SSW, beim Mitarbeiterjahresgespräch mit meinem Chef, nachdem ich mich ihm gegenüber "beschwert" habe, dass ich sie nicht zu Gesicht bekam.

      Er war der Meinung, es gibt in keinem Punkt eine Gefährdung, ich war (und bin) der Meinung, in meinem Job der Gefahr einer Ansteckung hinsichtlich Viren, Bakterien und Parasiten ausgesetzt zu sein. Immerhin bin ich verpflichtet, mich gegen hep A & B impfen zu lassen, die Immunität wird auch alle zwei Jahre überprüft. Für mich stellt dies ein Widerspruch zur Beurteilung dar.

      Ich sollte der Gefährdungsbeurteilung widersprechen und Chef kam zum gleichen Ergebnis, das ging dann an die Personalabteilung weiter und ich sollte zum Betriebsarzt.

      da war ich nun vergangenen Donnerstag. Ärztin war dezent überrascht und der Meinung, die Beurteilung sei noch in einem weiteren Punkt falsch. Sie darf das aber dem AG nicht mitteilen, da einen Untersuchung nach Mutterschutzgesetz vom AG veranlasst wurde. Der AG müsste sich selbst in Form einer Beratung an den Betriebsarzt wenden.

      Sie hat mir Blut abgenommen, es wurde festgestellt, dass ich nicht mehr gegen hep A & B immun bin und nun schickt sie mich ins BV. #schmoll

      Nun endlich zur Frage:
      Darf mein Chef mich jetzt trotz BV vom Betriebsarzt auf eine andere Stelle versetzen?
      Das war eigentlich der Plan, ich mag nicht daheim rumhocken. Möchte aber auch keinem Risiko ausgesetzt sein, was bei meinem Job numal der Fall ist. Ich hab nun die "Kotzwochen" ohne AUB durchgekämpft und nun, wo es besser ist kommt das BV.

      Also, bitte her mit euren Erfahrungen und Wissen dazu.

      DANKE!!!#winke

      weisse2010 15.ssw

      • (2) 08.10.18 - 09:30

        Ja er darf dich an eine andere Stelle versetzen, wo du den Keimen nicht ausgesetzt bist dann. Aber Hep. B wird ja zum Beispiel nur durch Blut übertragen, das ist ja in der Regel leicht zu beseitigen das Risiko.

        Wenn er einen Platz für dich hat an dem du nicht den Gefahren ausgesetzt bist, darf er dich woanders einsetzen. Die Frage ist nur ob er da jemanden braucht. Rein theoretisch gesehen ist er mit dem BV günstiger dran, da er das Geld wieder bekommt. Wenn er dann niemand zwingend auf ner anderen Position braucht, wird er es nicht tun.

        Guten Morgen🌼

        Eigentlich ist damit ja offiziell festgestellt, das eine weiterführende Arbeit, dich bzw dein Baby gefährdet, daher bin ich mir nicht sicher ob dein Chef dich jetzt einfach so umsetzen darf, wenn die Ärztin ein Berufsverbot ausspricht🤔 aber wenn es eine Beschäftigung ist, die absolut aus dem Gefährdungsbereich fällt, würde ich dies noch nochmal bei der Betriebsärztin vorsprechen und erneut prüfen lassen

        Kann dich aber gut verstehen, ich hätt es auch nicht nicht gehabt zu Hause zu bleiben, wenn es einem oberflächlich nicht schlecht geht🙂

        LG Krümel

      Nach den neuen Richtlinien musst du ein BV nicht annehmen.
      Sollte rauskommen, dass dein AG dich hätte anderweitig beschäftigen können und dich trotzdem ins BV geschickt hat, muss er deine Lohnkosten aus eigener Tasche nachzahlen.

      Darf mein Chef mich jetzt trotz BV vom Betriebsarzt auf eine andere Stelle versetzen?
      Das war eigentlich der Plan, ich mag nicht daheim rumhocken. Möchte aber auch keinem Risiko ausgesetzt sein, was bei meinem Job numal der Fall ist.

      Selbstverständlich darf dich und muss dich dein Chef auf eine Ersatztätigkeit umsetzen.

      Das BV vom Betriebsarzt ist ohnehin nur eine Empfehlung, und betrifft nur eine bestimmte Tätigkeit, wo du einer Infektionsgefährdung durch Hepatitis ausgesetzt wärst.

      Hepatitis A ist eine Erkrankung, die nur bei Auftreten in der Einrichtung berücksichtigt wird, sie führt zu keinem dauerhaften BV. Und wenn, dann eben nur bezogen auf den Umgang mit Hep. A erkrankten Menschen.

      Hep. B ist eine blutübertragbare Krankheit, die nur über Blutkontakte übertragen werden kann. Also bei Nadelstich- und Schnittverletzungen, bei Versorgung von offenen Wunden ohne PSA. Da du aber ohnehin keine Blutkontakte haben darfst, ist Hep B kein Grund in der Schwangerschaft freistellt zu werden.

      Betriebsärzte sprechen Empfehlungen aus, die die AG nicht zwingend beachten müssen. Die Entscheidung verbleibt letztlich beim AG.

      Wenn Klärungsbedarf bleibt, sprich mit der Aufsichtsbehörde für Mutterschutz.

      • Ich persönlich sehe das Risiko für Hepatitis A und B jetzt auch nicht so hoch.
        Ich arbeite auch in keine Einrichtung, bin im Ambulant Betreuten Wohnen in der Eingliederungshilfe tätig. Die Klienten sind i.d.R. in einem nicht sonderlich guten Gesundheitszustand, da sie den Ärzten wenig vertrauen, die Wohnungen tendenziell verwahrlost, mit diversen "Flüssifkeiten" verschmiert...halt nicht sehr lecker.

        Das realistische Risiko liegt bei Parasiten in Form vom Läusen und Krätze, oder halt bei irgendwelchen bakteriellen Geschichten, die gern mal in Wunden hocken. Ich rede da auch nicht von einer klassischen Erkältung, die ist überall am rumschwirren, ob nun bei meinen Klienten oder in der Bahn oder beim Einkaufen. Blöderweise sagen mir die Klienten nicht an der Wohnungstür, das sie was haben, bzw. bin ich diejenige, die es feststellt und die Leute zum Arzt schickt...
        Im nichtschwangeren Zustand ist das zwar nicht schön, aber alles halb so wild. Jetzt mit bestehender Schwangerschaft habe ich da schon eher Sorgen, zumal ich aktuell gefühlt mit allem anstecke, was sonst nicht der Fall war. Und nicht jeden Medikament ist gut in der Schwangerschaft.

        Na da warte ich mal auf das Schreiben der Ärztin. In dieser Woche habe ich Urlaub, somit erfahre ich erst nächsten Montag, was auf mich zukommt. Ich mag gern nur vorher wissen, in welche Richtung sich das ganze bewegen kann.

        Vielen Dank.

        • achso, und die Ärztin sagte: "Ich spreche ein Beschäftigungsverbot für Sie aus.."
          Sie hat nichts von einer Empfehlung erzählt. Sie wollte es auch mit sofortiger Wirkung aussprechen, da habe ich aber widersprochen, zum einen, weil ich Urlaub habe und natürlich, weil ich entsprechend eine gute Übergabe meiner Klienten noch vorbereiten möchte. Somit haben wir uns auf ein Datum zum Wirksam werden des BV geeinigt, aber ich soll in der einen Woche keine Hausbesuche mehr machen, sondern alles vom Büro aus managen.
          Man ey, sowas kompliziertes. Oder ich bin etwas wirsch im Kopf mit der ganzen Sache.

          • Wenn sie das BV ausgesprochen hat, dann hast du es doch vorliegen, oder?
            Da steht doch drauf, worauf es sich bezieht und auf welcher Rechtsgrundlage?

            Lies mal genauer nach was drauf steht.

            Für einen Bürojob darf sie dir keines aussprechen, wenn du keine schwangerschaftsbedingten Beschwerden hast, die eines erfordern. Dafür wäre sie als Betriebsärztin eher nicht zuständig.

            • Ich habe das noch nicht schriftlich, weil es an den AG geschickt wird und darin ein extra Brief verschlossen für mich enthalten ist. Ich bin aber erst nächste Woche wieder bei der Arbeit.

              Und einen Bürojob habe ich nicht und gibt es bei uns nur in der Verwaltung, aber nicht in der Behindertenhilfe. Ich arbeite bei einem größeren Träger mit extrem komplizierten Strukturen. Mein Dienstvertrag ist "nur" für den einen Bereich und da gibt es nichts mit Büro, außer der Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung, aber dafür habe ich den falschen Abschluss.

              Ich werd wohl einfach abwarten müssen, was mich nächsten Montag erwartet.

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