Zusammen ziehen wegen Schwangerschaft - schwierige Finanzen

    • (1) 11.10.18 - 12:05

      Hallo!
      Ich bin unerwartet schwanger und jetzt in der 6ten Woche. Mein Partner und ich sind 1,5 Jahre zusammen, allerdings leben wir getrennt. Das soll sich jetzt ändern.
      Er verdient etwa 1500€ netto, ich war lange krank und werde nur 300€ Elterngeld (+200€
      Kindergeld) bekommen.
      Ich finde den Gedanken doof mich von ihm finanzieren zu lassen. Letzten Endes wird mir aber wohl nichts anderes übrig bleiben, da ich im ersten Jahr mit dem Kind definitiv nicht arbeiten möchte. Ich überlege hin und her wie ich/wir es machen können. Ihm später vielleicht etwas zurückzahlen oder wie könnte man das gerecht regeln? Habt ihr Ideen? Erfahrungen? Gedanken? Über Anregungen und Modelle wie ihr es gelebt habt wäre ich sehr dankbar.
      Lg

      • Hallo und erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!

        Was sagt denn Dein Freund zu Deinen Gedanken?

        • Huhu und Danke :-)
          Wir haben gestern nur ganz kurz darüber gesprochen. Er ist generell nicht so der "Wir teilen alles Geld" Typ. Dementsprechend war es seine Idee das ich ihm später etwas zurück zahle. Da ich es nicht mag abhängig zu sein und Angst habe mir vielleicht auch Vorwürfe anhören zu müssen, finde ich die Idee eigentlich in Ordnung, aber ich habe auch etwas Magengrummeln. Was zahle ich ihm zurück und was nicht? Ich habe ein Hund und ein Auto, die Kosten dafür selber zu zahlen kann ich sehr gut akzeptieren, Aber er wird ein eigenes Büro in der Wohnung haben, ich werde mich ums Kind kümmern und sofern ich es schaffe um den Haushalt. Wie spielen diese Komponenten in das ganze mir rein? Das ist schließlich auch Arbeit.
          Diese Gedanken haben wir zum Teil gestern geteilt aber nicht weiter darüber gesprochen. Wir sind so verblieben, dass wir uns beide Gedanken machen und dann nochmal darüber sprechen.
          Da es mir schwer fällt da eine klare Position zu entwickeln, dachte ich, ich bitte euch um Hilfe dabei :-)

          • Und euer Kind soll ihm den Unterhalt, das es bis zum 18. Geburtstag kostet, dann auch zurückzahlen? #kratz

            Wenn ihr getrennt lebt, muss er Unterhalt bezahlen. Ob er will oder nicht.
            Wenn ihr zusammen wohnt, fällt einmal Miete weg.

            Wenn du ihm dann etwas zurückbezahlst, kannst du ihm ja auch eine Rechnung stellen:
            - Wäsche waschen
            - Kinderbetreuung
            - Essen kochen
            - nächtliches Aufstehen

            usw.
            Wäre interessant, bei wem dann die Summe höher wäre :-p

            Außer er wäscht seine Wäsche konsequent selbst, kocht sein Essen selbst
            und macht den Anteil für euer Kind hälftig. Dann wäre eine finanzielle Gegenrechnung (du an ihn) denkbar. Aber so lange er deine Dienste mitnutzt.... Er bezahlt und möchte bezahlt werden. Du machst und sollst bezahlen. #kratz

          • Hm, das ist schwierig. Ich finde schon wichtig, dass Du ihm auch klar machst, dass die Betreuung eures Kindes Geld kostet (grundsätzlich unabhängig davon, ob Du oder eine Einrichtung das Kind betreust).

            Ich würde in dem Fall mal drüber nachdenken, mir vielleicht für Samstags oder unter der Woche Abends einen Job zu suchen in der Zeit, in der dann der Papa auf das das Kind aufpassen kann, um mich ein bisschen am Einkommen zu beteiligen (450 € Basis). Das kann glaube ich auch deshalb nicht schaden, weil ein Einkommen von € 1900 für eine dreiköpfige Familie schon sehr knapp ist, wie ich finde. Kommt natürlich darauf an, wo Du wohnst und lebst, aber bei uns müsste man für eine Dreizimmerwohnung schon mal mindestens 1000 € warm kalkulieren. Dann kommen noch Strom, Internet, Auto, Versicherungen, Essen, Kleidung etc. dazu - das kann schonmal knapp werden.

            Dann bist Du größstenteils zuhause, beteiligst Dich aber trotzdem auch finanziell und Dein Freund im Ausgleich dazu auch mit Kinderbetreuung und geldtechnisch geht es euch auch besser.

            Ansonsten rate ich als Entscheidungsgrundlage, mal durchzurechnen, wieviel jeder zahlen muss, wenn jeder seine Kosten selbst trägt, die Kosten fürs Kind werden durch 2 geteilt (bspw. Miete durch 3, wobei der dritte Teil fürs Kind auf euch beide aufgeteilt wird). Dann sieht man ja, welchen Betrag Du nur für Dich brauchst und wieviel ggf. Dein Freund da mittragen müsste.

            Ich würde hier auch mal schauen, was Kinderbetreuung kostet, und diese Kosten fiktiv als Dein finanziellen Beitrag in die Familienkasse rechnen. Dieses Geld könnt ihr nämlich nur sparen, wenn Du zuhause bist und Dich um euer Kind kümmerst. Machst Du das nicht, habt ihr ebendieses Geld nicht.

            Ansonsten, wenn Dein Freund die finanzielle Verantwortung für die Familie nicht allein tragen möchte (was ich auch verstehen könnte), wirst Du wohl früher wieder arbeiten müssen und das Kind in die Betreuung geben müssen. Ich kenne genügend Familien, die es sich nicht leisten können, dass die Frau ein Jahr lang zuhause bleibt. Auch wenn ich es jeder Familie gönne, sich den Luxus leisten zu können, mir tut das immer sehr leid.

            Ich wünsche Dir alles Gute, ihr werdet schon einen Weg finden, der für euch passt. Vielleicht muss auch erst mal euer Kind auf die Welt kommen. Er wird das Kind dann auch nicht mehr missen wollen und sieht manche Dinge dann vielleicht auch von einer anderen Warte aus. Ich denke dass das mit die Schwierigkeit ist, dass das Kind nun nicht geplant war und er vielleicht auch noch ein bisschen überfordert ist. Gib euch Zeit.

            Viele liebe Grüße
            cinderella und Bauchmaus 33+1

            • Danke für diese Antwort. Da waren einige nützliche Gedanken für mich dabei.
              Andererseits hat auch die geballte Ladung der Frauen hier die meinen es sei ungerecht wenn ich etwas Zahle, in mir das Gefühl ausgelöst mich vielleicht unter Wert zu verkaufen.
              Vor allem denke ich aber auch, dass sich das alles auch noch etwas setzen muss. Schließlich wissen wir erst seit 3 Wochen von der Schwangerschaft.
              Dir und deinem Bauchzwerg auch alles gut .

              • Es freut mich sehr, wenn ich ein paar hilfreiche Denkanstöße geben konnte :-)

                Ich finde Deine Bedenken nicht unbegründet, mir erginge es da gleich. Und ich bin eigentlich sehr selbstbewusst und neige glaube ich nicht dazu, mich unter Wert zu verkaufen. Ich habe nur oft den Eindruck dass es sehr viele Frauen gibt die meinen, für die Familienfinanzen nicht mitverantwortlich zu sein. Aber wehe ein Mann meint, für nix außer das HGeld verantwortlich zu sein, da wird dann gejammert dass der Mann nicht im Haushalt hilft, die Kinder am Abend nicht ins Bett bringen möchte etc...

                Ich finde nicht, dass man die Arbeit, die jedes Elternteil hat, gegeneinander aufwiegen sollte - leider machen das sehr viele - das wird immer zu Problemen führen. Viel wichtiger finde ich den Gedanken, die Herausforderungen, die einer Familie gestellt werden (in jeglicher Hinsicht), GEMEINSAM zu schaffen - die Finanzen, die Betreuung, und alles was sonst so dazu gehört. Dann kann man sich gegenseitig auch wertschätzend begegnen.

                LG

      "Ich finde den Gedanken doof mich von ihm finanzieren zu lassen."
      FALSCH!

      Er verdient EUREN Lebensunterhalt, während du dich um EUER Kind und EUREN Haushalt kümmerst.
      Wenn du ihm etwas zurückzahlst, stellst du ihm dann auch die Hälfte deiner Arbeitszeiten (für Kind und Haushalt) in Rechnung?

      Sorry, da muss ich den Kopf schütteln.

      • Hallo Cook,
        Ich kann deinen Einwand verstehen, habe damit gerechnet und mir selbst auch schon Gedanken dazu gemacht.
        Einerseits sehe ich es auch so. Andererseits hat er ja mit meinem Hund, meiner Kleidung und evtl. Meinem Auto wenig zu tun. Oder? Darüber hinaus habe ich immer den Gedanken im Kopf, dass ich ungeplant Schwanger geworden bin und er das Kind eigentlich lieber nicht gehabt hätte. Er hat sich zwar mittlerweile auch dafür entschieden, aber ich habe ihn mit dieser Entscheidung doch erst in diese Situation gebracht. Andererseits frage ich mich natürlich auch ob ich mich hier total klein mache und die Sache vollkommen falsch sehe? Ich bin da sehr hin und her gerissen.

        • (10) 11.10.18 - 12:51

          <<<Andererseits frage ich mich natürlich auch ob ich mich hier total klein mache und die Sache vollkommen falsch sehe? >>>

          Ja machst du.

          Erstmal Glückwunsch zur Schwangerschaft.

          Würdet ihr nicht zusammen leben, müsste er dir und dem Kind Unterhalt zahlen. Kommt er damit besser weg?

          <<<Darüber hinaus habe ich immer den Gedanken im Kopf, dass ich ungeplant Schwanger geworden bin und er das Kind eigentlich lieber nicht gehabt hätte. >>>

          Wieso denkst du so. Er war auch daran beteiligt, also ist er zumindest zu 50% mit "schuldig". Lass dir nichts einreden. Du musst nichts zurück zahlen.

          Alles Gute.

          LG

          (11) 11.10.18 - 14:13

          "aber ich habe ihn mit dieser Entscheidung doch erst in diese Situation gebracht."

          Wieso? Hast du das Kondom zerstochen oder ihm gesagt, dass er keines benutzen darf?
          Bei der Lüge Pille wird genommen und wurde nie, wäre ich auch bei Absicht.

          Dennoch: zum Sex gehören immer zwei!

          Mein Kind war auch ungeplant. Ist bei mir aber sehr willkommen. Bei seinen Eltern auch. Nur ihn interessiert es so gar nicht. Den Sex wollte er aber. Somit ist er auch für die Folgen zuständig.

          Er hat entschieden Sex zu haben. Aus Sex kann ein Kind entstehen. Das sollte er wissen. Wenn er so gar kein Kind will, kann er a) Vasektomie, b) Kondome benutzen c) mit einer Frau vorher klären, dass er nur mit ihr schläft, wenn sie bereit ist abzutreiben. Dann würde ich als Frau nämlich entscheiden NICHT mit ihm zu schlafen.


          Er hat nichts mit deinem Auto zu tun.
          Du nichts mit einer seiner Wäsche, seinem Essen usw.

          Andererseits kann man sich da ja einigen und gegenseitig unterstützen. Jeder übernimmt Aufgaben. Für sich selbst, für den anderen mit. Oder jeder für sich getrennt.

          Was soll denn das für eine Beziehung werden? Aufrechnungen a la: ich hab deinen Hund ausgeführt, ich hab dir einen Tee gemacht...oh, ich habe den Müll runtergetragen, ich habe den Tisch abgeräumt.... Ich schreibe absichtlich überspitzt. Solange nicht noch die sexuellen Pflichten als Dienste abgerechnet werden!?!
          Wenn es eine Beziehung werden soll, ist das ein Geben und Nehmen, und Du leistest Deinen Teil durch Führen des Haushalts und Pflege EURES Kindes. Er war bei der Zeugung dabei...hat er verhütet? Offensichtlich nicht, er war wohl sehr aktiv dabei, euch "in diese Lage zu bringen". Soll ja nicht heißen, dass Du Dir einen Job suchst, wenn Du einen Kitaplatz bekommst und nicht mehr abhängig sein willst. Aber diese Kleinmacherei finde ich ziemlich seltsam. LG Moni

      Deiner Rechnung nach, trägt der Mann aber nix bei, außer dem Familienunterhalt. Und das ist nun mal sogut wie nie der Fall. Die allermeißten Väter leisten abgesehen vom Erwerb des Einkommens noch einen großartigen Beitrag als Papas. Beim Haushalt helfen schließt Einkaufen, Getränkekisten schleppen, Müll runterbringen, Instandhaltungen in Haus und Wohnung mit ein. Weiter betreuuen Väter Kinder auch, am Abend und an Wochenenden. Wenn man das schon so sieht wie Du, sollte man das aber bitte auch berücksichtigen.

Wovon lebst du denn im Moment? Wie handhabt ihr gemeinsame Ausaben (wenn ihr euch seht) derzeit?
Und wie sähe es mit Teilzeitarbeit in Elternzeit aus?

Ich kenne ehr das Modell, dass Paare, bei denen einer für die Betreuung ein bisschen weniger arbeitet und entsprechend weniger verdient, vom partner eine Kompensation erhält, um den Nachteil für die eigne Altersvorsorge auszugleichen. Also würde er dir etwas zahlen, nicht umgekehrt. Das wäre dann fair, wenn dein partner das Modell, dass du lang zu Hause bleibst, auch gut findet.
Allerdings ist finanzielle Trnnung in Familien wirklich etwas hanhebüchen.

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