Versetzung wegen Schwangerschaft

    • (1) 11.10.18 - 16:13
      Inaktiv

      Huhu ihr Lieben,

      ich habe mal wieder ein Problem mit der Arbeit.

      Als ich meine Schwangerschaft auf der Arbeit bekannt gab, war meine Filialleitung wenig begeistert. Sie sagte zur Ansprechpartnerin in meiner Filiale:" Das regel wir dann so, indem wir Frau X in Filiale Y versetzen. Das wird ihr nicht gefallen und sie wird von allein kündigen."
      Die Versetzung konnte sie bis jetzt nicht durchsetzen, da wir so starken Personalmangel haben.
      Allerdings bekam ich auch keine Liege (oder Sitzgelegenheit), muss die komplette Schicht stehen und es gibt auch noch andere Sachen, die nicht wirklich dem Mutterschutz entsprechen.
      Mal davon abgesehen, dass ich inzwischen wirklich Probleme durch das non-stop Stehen bekomme (bin im sechsten Monat), bestehe ich auch gerne auf meine Rechte.
      Ich hatte mit jemandem bei der Mutterschutzbehörde gesprochen und mich schriftlich an die Filialleitung gewandt. Hat ihr natürlich gar nicht gepasst und sie hat mich sofort nach Erhalt meiner Mail (einem Sonntag) in Filiale Y versetzt.
      mal davon abgesehen, dass ich weiß, dass sie das nicht macht um den Mutterschutz einzuhalten, ist diese Filiale "viel schlechter" für eine schwangere. Die Arbeit und Personalanzahl ist die selbe (also keine Entlastung), die Filiale ist viel weiter weg, die Schichten länger und die Toiletten und die Liege befinden sich in einem anderem Gebäude, am Ende eines mehrstöckigen Treppenhauses.

      In meiner Filiale ist die Toilette direkt hinter dem Verkaufsraum und die Liege würde dort auch wunderbar rein passen ohne Notausgänge zu blockieren.
      Meine Hebamme und Ärzte raten zum Berufsverbot, aber das wäre wirklich meine letzte Wahl. ich arbeite dort eigentlich ganz gerne und möchte einfach nur diese blöde Liege haben.

      Kann ich die Versetzung ablehnen?
      Kann ich jemanden kommen lassen, der meine Filiale begutachtet (oder vielleicht sogar beide Filialen) und wenn er sie für "Mutterschutz-freundlich" befindet, meine Versetzung verhindern kann?
      Oder bleibt mir doch nur das Berufsverbot?

      vielen Dank an euch im Voraus :-)

      • (2) 11.10.18 - 16:49

        Hey du. Erst mal kurze Korrektur: es heißt Beschäftigungsverbot, ein Berufsverbot gibt es nur vom Gericht, wenn du richtig Mist gebaut hast.🤗

        Du kannst dich an deine zuständige Aufsichtsbehörde wenden und denen schildern, in wieweit du nicht Mutterschutzkonform arbeitest.
        Die müssen das dann überprüfen.
        Und deinem AG können so auch Strafen drohen.

        Aber da es so klingt, als ob du da eh nicht mehr arbeiten magst, kann dir das ja egal sein.

        Ein Beschäftigungsverbot kann man sich nicht so einfach wünschen. Dein FA wird dir keines ausstellen, sonst hätte er das ja schon getan und es ist auch nicht sein Zuständigkeitsbereich. Und dein AG will dir scheinbar eins auswischen, so wie du schilderst und wird dir somit auch keines ausstellen.

        (3) 11.10.18 - 16:56

        Wenn im Arbeitsvertrag geregelt ist, dass du nur in Filiale x eingesetzt wirst, dann ist die Versetzung nicht zulässig. Wenn auch y oder jede beliebige Filiale in Frage kommt, dann darf dein AG dich versetzen. Der AG hat das Direktionsrecht.

        Du hast das Recht auf eine Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz, wenn es möglich ist, dort eine aufzustellen. Wenn das nicht möglich ist, dann darfst du den Sozialraum jederzeit aufsuchen.

        Du kannst die Aufsichtsbehörde bitten, den Arbeitsplatz zu überprüfen.

        Das Beschäftigungsverbot vom Arzt ist nur für schwangerschaftsbedingte Beschwerden, nicht wegen der Arbeitsbedingungen. Aber der Arzt kann die Zeit begrenzen, die du im Stehen und Gehen beschäftigt werden kannst.

        • (4) 11.10.18 - 19:24

          Das Beschäftigungsverbot vom Arzt ist nur für schwangerschaftsbedingte Beschwerden


          Eigentlich ist es NICHT dafür, sondern es ist, um Gefahr für Leben und Gesundheit der Mutter oder des Kindes zu verhindern.

          schwangerschaftsbedingte Beschwerden fallen da nicht drunter.

          • (5) 11.10.18 - 19:28

            § 16 MuSchG: nach ärztlichem Zeugnis.... Ärzte befassen sich mit der gesundheitlichen Verfassung. Für die Einhaltung der mutterschutzrechtlichen Vorgaben bei den Arbeitsbedingungen sind sie nicht zuständig. Dafür gibt es die Gewerbeaufsicht, eine ganz andere Institution.

            Du bist da nicht ganz richtig informiert, wie es scheint.

            • (6) 11.10.18 - 19:32

              Nein, du hast es nur nicht verstanden.

              Schwangerschaftsbedingte Beschwerden sind sowas wie Übelkeit und Rückenschmerzen und eigentlich müsstest gerade du wissen, dass es dafür kein BV gibt. Und zwischen das Baby und die Mutter sind gesundheitlich wirklich gefährdet, was ein ärztliches BV rechtfertigt und eben diesen normalen Schwangerschaftsbeschwerden liegen Welten.

              • (7) 11.10.18 - 19:37

                Sarah will die Versetzung nicht akzeptieren. Sie wünscht sich eine Überprüfung durch die Behörde - der Wunsch ist vernünftig.
                Als letztes Mittel würde sie zum BV "greifen".

                Sind wir uns darin einig, dass der Arzt nicht deshalb ein BV aussprechen darf, weil die Frau eine legitime Versetzung nicht akzeptieren will?

                Sind wir uns darin einig, dass Ärzte keine arbeitsrechtlichen Fragen zu lösen haben?

                Dass sie ständig ohne Sitzgelegenheit arbeitet, geht natürlich nicht, aber auch dafür ist der Arzt nicht zuständig, sondern der AG, der in die Gänge kommt, wenn die Behörde das anordnet.

                • (8) 11.10.18 - 19:40

                  Ja was BVs angeht sind wir beide uns eh einig.

                  Ich habe mich nur auf das schwangerschaftsbedingte Beschwerden bezogen.

                  • (9) 11.10.18 - 22:10

                    (1) Der Arbeitgeber darf eine schwangere Frau nicht beschäftigen, soweit nach einem ärztlichen Zeugnis ihre Gesundheit oder die ihres Kindes bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist.




                    Das steht in dem §16 MuSchG drin. Schwangerschaftsbeschwerden sind ja z.B. sowas wie angeschwollene Füße. Ist nicht schön, ist aber keine Gefährdung der Gesundheit von der Mutter oder des Kindes.

      (13) 11.10.18 - 18:36

      Hallo.

      Also, ob Filiale x oder y wäre mir echt so was von egal.... du hast noch ein paar Wochen zu arbeiten. Wahrscheinlich hast du ja auch noch Resturlaub, den du vor dem Mutterschutz einbringen kannst. Also, was solls.
      Ich würde ihr den Gefallen nicht tun und klein beigeben. Ich würde mir eigenständig einen Stuhl (evtl. Klappstuhl) besorgen und aufstellen. Das kann dir niemand verbieten.
      Und wenn du für den Weg zur Toilette 10 min benötigst, anstatt 10 sec, dann schneidet sich die Firma ins eigene Fleisch.;-)

Top Diskussionen anzeigen