Beschäftigungsverbot - wer informiert wen?

    • (1) 19.10.18 - 18:12

      Hallo zusammen,

      Ich bin verunsichert und es ist Wochenende, sodass ich gerade nicht klären kann was zu tun ist. Vielleicht hat hier jemand einen Rat.

      Ich war jetzt mehrere Wochen krank geschrieben und nun beim Betriebsarzt. Er hat ohne zu zögern ein Beschäftigungsverbot "ausgesprochen". Oder hat er es nicht? Auf dem Vordruck steht, dass er ein BV empfiehlt. Aussprechen, d.h. entscheiden kann er ja gar nicht als Betriebsarzt, sondern nur mein Arbeitgeber. Ich glaube zwar nicht, dass mein Chef die Meinung des Betriebsarztes anzweifeln würde, trotzdem ist mir die weitere Vorgehensweise nicht klar.
      Ich habe die Bescheinigung des Betriebsarztes in der Personalabteilung abgegeben und gefragt was ich nun tun muss. Die Dame sagte nur, dass ich gar nichts weiter tun müsse. Sie hatte aber wohl einen schlechten Tag, sodass ich gar nicht groß weiter gefragt habe. Jetzt bin ich verunsichert. Muss ich selbst die Bescheinigung meiner Krankenkasse zu kommen lassen? Und gibt es noch eine schriftliche Erklärung, dass das BV seitens des AG akzeptiert wird? Wie oben gesagt, der Betriebsarzt hat es ja nicht entschieden, sondern offiziell nur empfohlen, so der Wortlaut in der Bescheinigung.
      Hätte ich mich jetzt weiter krank schreiben lassen sollen? Ich habe eine AU für weitere 2 Wochen, die habe ich aber auf Anraten des Betriebsarztes nun nicht mehr abgegeben, weil ich damit ins Krankengeld gerutscht wäre.
      Weiß jemand, ob ich noch etwas hätte tun müssen? Ich habe jetzt gerade irgendwie Angst, dass ich quasi gerade unentschuldigt der Arbeit fern bleibe.

      • Ich habe eine AU für weitere 2 Wochen, die habe ich aber auf Anraten des Betriebsarztes nun nicht mehr abgegeben, weil ich damit ins Krankengeld gerutscht wäre.

        Wenn du arbeitsunfähig bist, dann ist die AU vorrangig vor einem evtl Beschäftigungsverbot. Diese nicht abzugeben ist nicht rechtens. Was dir der Arzt da geraten hat, war nicht rechtskonform.

        Das Krankengeld, eventuelle finanzielle Nachteile spielen da überhaupt keine Rolle.

        Der Betriebsarzt empfiehlt ein tätigkeitsbezogenes BV, der AG darf dir unschädliche Ersatzttätigkeiten geben und die musst du dann auch ausführen. Der AG entscheidet. Solange du nichts vom AG gehört hast, musst du eben abwarten. Ich würde mit dem Vorgesetzten reden und fragen wie er entschieden hat.

        • "Der Betriebsarzt empfiehlt ein tätigkeitsbezogenes BV, der AG darf dir unschädliche Ersatzttätigkeiten geben und die musst du dann auch ausführen."

          Der Betriebsarzt hat mir jede Tätigkeit untersagt. So der Wortlaut auf dem Vordruck: Das Beschäftigungsverbot gilt für: jede Tätigkeit.

          • Und trotzdem ist es nur eine Empfehlung? Wie soll das gehen?

            Ich kenne keinen Vordruck für ein BV, das in Form einer Empfehlung ausgesprochen wird. Entweder ein betriebsärztliches Gutachten mit tätigkeitsbezogenen Resultaten, oder ein BV nach § 16 MuSchG.

            Aus welchem Grund hat dir denn der BA das ausgestellt?

      (6) 19.10.18 - 18:52

      Die AUB nicht abzugeben ist nicht legal und kann dir echt Ärger einbringen. Je nach dem auch eine Kündigung im schlimmsten Fall.

      Ich weiß ja nicht, was du für einen Betriebsarzt hat, aber gut ist er scheinbar nicht.

      • Eine schwangere zu kündigen, weil sie die AU nicht abgegeben hat ist sehr sehr sehr unwahrscheinlich.

        • (8) 19.10.18 - 19:11

          Eine Schwangere ist nicht unkündbar!

          Und evtl hat die TE schon eine Abmahnung oder ähnliches und sie versucht hier ja ganz klar zu beschießen!
          Findet ein Arbeitgeber nicht so witzig...

          • Ja unkündbar ist sie nicht. Aber wegen einmal AU nicht abgeben wird man nicht direkt ( auch unschwanger) gekündigt.
            Wegen Abmahnung steht nichts, deswegen gehe ich mal nicht davon aus.
            Außerdem ist es sehr schwer für einen AG nachzuweisen ob eine AU überhaupt exestiert.. Der Arzt hat Schweigepflicht und bei der Krankenkasse wurde es wahrscheinlich nicht abgegeben. Aber ich will hier nicht zum bescheissen animieren! Der richtige Weg wäre natürlich gewesen die AU abzugeben dann das BV, da stehe ich voll hinter deiner Aussage .. Vorallem bin ich mir nicht sicher ob eine BV Empfehlung gleich ein BV ist.

            • (10) 19.10.18 - 19:30

              Eine Empfehlung ist noch kein BV, das stellt dann der AG aus oder halt auch nicht.

              Und ich bin mir nicht sicher, ob die Krankenkasse am Ende eines Quartals mit der Abrechnung des Arztes nicht auch von einer AUB erfährt.

              • Naja des kann ich dir nicht ganz sagen.. Aber bei mir war schon öfter der Fall, dass ich eine AU hatte die 2 Wochen ging und ich dann wegen personalmangel trotzdem nach paar Tagen wieder arbeiten gegangen bin und daraufhin wurde mir gesagt, dass die AU automatisch ungültig ist wenn ich in die Arbeit gehe und das obwohl die Krankenkasse meine AU schon hatte. Ich denke solange der AG nicht hinterfragt kommt das nicht raus. ABER da sie nur eine Empfehlung bekommen hat und kein richtiges BV wird sie bestimmt Probleme bekommen, wenn sie einfach ohne AU nicht in der arbeit erscheint.

                • (12) 19.10.18 - 20:09

                  Ja richtig, wenn sie einfach nicht arbeiten geht, dann hat sie noch viel mehr Probleme.

                  Aber scheinbar kann sie ja nicht dort arbeiten oder generell außer Liegen noch etwas anderes machen.

                  Denn die Empfehlung lautet ja "Für jede Tätigkeit".

                  Also auch vor einem PC sitzen für 2 oder 3 Stunden.

            Der AG wird schon merken, welches Spielchen da läuft und er wird sich das für später mal vormerken, wenns um Beförderung geht, um Verlängerung eines befristeten Vertrags und solche Sachen.

(14) 19.10.18 - 19:45

Hallo...eine Frage vorab...vielleicht habe ich es auch nicht ganz verstanden. Wenn du also die AU nicht abgegeben hast geht dein Chef nun davon aus, dass du am Montag wieder zur Arbeit kommst?
Denn eine „Empfehlung“ ist noch nichts festes 🤷🏻‍♀️🙈

Wenn du die Fakten nur so sparsam rausrückst, macht es überhaupt keinen Sinn dir Rat geben zu wollen. Du behältst die wesentlichen Details zurück. Und wir tappen wie halbblinde im Dunkeln.

Eine AU nicht rauszugeben, bedeutet für den AG dass er mit dir nicht planen kann, und du wärst verpflichtet, so früh wie es möglich ist, Prognosen über den weiteren Verlauf deiner AU an den AG zu geben. Das ist eine arbeitsrechtliche Pflicht. Das solltest du eigentlich wissen.

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