Traumjob für Familie aufgeben? *SILOPO*

    • (1) 25.10.18 - 09:50

      Hallo ihr Lieben,

      Ich muss einfach mal ein paar Gedanken los werden.

      Ich habe eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen womit ich gar nicht gerechnet hätte.

      Das Unternehmen ist einer der top-namen in der Branche und dort anzufangen war immer ein Traum. Ich habe mit dem Studium darauf hingearbeitet und lange in einem miesen Job gesteckt um die entsprechende Erfahrung zu sammeln.
      Im Juli haben mein Mann und Ich unser Wunschkind bekommen und ich könnte ihn einfach nur den ganzen Tag ansehen.

      Wenn ich den Job bekomme, fange ich wahrscheinlich an sobald er 8 Monate ist. Da die Arbeitszeiten und die Branche allgemein recht kinderunfreundlich sind, werde ich meinen Sonnenschein wohl in der Woche kaum noch sehen :(

      Ich bin so hin und her gerissen. Einerseits ist es das was ich immer wollte andererseits habe ich Angst wichtige Zeit mit meinem Kind zu versäumen. Aber ich leide auch so oft an der Angst keine passende Stelle zu finden oder beruflich unglücklich zu sein, dass ich befürchte es für immer zu bereuen, wenn ich die Stelle Absage :(

      Ab seinem ersten Geburtstag muss ich so oder so wieder arbeiten gehen und falls ich jetzt früher anfange würde mein Mann die restlichen Monate eg übernehmen.

      Pro
      Wunschposition
      Wunschunternehmen
      Top Ag im Lebenslauf
      Finanziell besser

      Kontra
      Weniger Zeit mit dem Kleinen
      Viel Stress durch Doppelbelastung

      War schon mal jemand in einer ähnlichen Situation oder hat Erfahrungen?

      • (2) 25.10.18 - 09:56

        Puh... schwere Entscheidung.

        Aber ich glaube, ich würde den Job annehmen. Wobei ich mich frage, ob sie eine Mama aus der EZ heraus einstellen werden, wenn sie eher nicht das Familylife-Unternehmen sind. Ich will dir den Spaß nicht vermiesen, aber ich würde mir noch keine Gedanken machen, solange die Zusage nicht da ist.

        Aber wenn: man hat auch nach 12 Monaten das Gefühl was zu verpassen, wenn man wieder arbeiten geht. Aber irgendwann ist das wieder weg. Zumindest war das bei mir so. Obwohl ganztagsbetreut hat er alle wichtigen Entwicklungsschritte wie die ersten freien Schritte bei mir gemacht.... Jetzt ist er 4,5. Nein, ich finde nicht, dass ich wegen der frühen Betreuung was verpasst habe.

        • (3) 25.10.18 - 10:08

          Danke für deine Meinung und Erfahrung.

          Klar muss man erstmal abwarten ob sie mich überhaupt wollen, aber diese Gedanken lassen mich seitdem ich die Einladung gekriegt habe nicht mehr los...

      Ich würde auch den Job annehmen. Und es zumindest versuchen. Vielleicht gibt es ösungen für Home Office. Ich kenne viele Menschen in Führungspositionen, die nur bis 15 oder 16 Uhr im Büro sind, dann Familienzeit haben und abends nochmal ein paar Stunden zu Hause arbeiten.

      Zudem: Jede Zeit im Leben des Kindes ist wichtig. Willst du 10, 15 oder noch mehr Jahre warten, bis du dich beruflich dahin entwickeln kannst, wohin du möchtest? Dann gibt es die Chance vielleicht nicht mehr.
      Schau doch, wie du das mit deiner Familie regeln kannst, Oft gibt es viele praktikable Optionen jenseits der gesellschaftlichen Standards. Alles Gute

      • Vielen Dank. Von Anfang an wird man wahrscheinlich noch voll da sein müssen, aber vll finden sich nach ein paar Monaten ein Kompromiss. Man weiß halt nie was kommt.

        Vielen Dank für deine Meinung!

    Hallo,

    ich verstehe das Dilemma, in dem Du steckst, das ist nicht leicht.

    Aber, nachdem ich jahrelang zurückgesteckt habe, mein Studium und die Promotion irre in die Länge gezogen habe, um für die Kinder da zu sein, kann ich Dir nur sagen: mach es. Unbedingt. Es handelt sich um ein paar Monate, die Du früher anfängst als ohnehin geplant. Und Dein Mann ist für den Kleinen da.

    Ich selbst bin gerade 40 geworden und fange JETZT wirklich an zu arbeiten, und zwar nicht da, wo ich sein könnte, wenn ich den Vater meiner Kinder mehr in die Pflicht genommen und mein Studium schneller durchgezogen hätte. Ich habe die Zeit mit meinen Kindern sehr genossen und genieße sie noch, aber ich bereue wirklich, dass ich an der Stelle nicht mehr für meine eigenen Interessen eingestanden bin.

    Geh mal zu dem Gespräch und schau, was sie Dir anbieten. Alles Gute dafür.

Hallo,

was heißt denn kinderunfreundliche Arbeitszeit?
Mehrtägige Dienstreisen, Überstunden, Arbeiten bis in den späten Abend?

Wie würdest du sonst nach Ablauf der EZ wieder einsteigen?

LG

Nici

  • Ich vermute das die Arbeitszeiten von 09-18 Uhr sein werden. Plus 1 1/2 Stunden fahrtweg, also werde ich wahrscheinlich 12h Stunden am Tag weg sein...

    Nach dem EG-bezug könnte es ähnlich aussehen, obwohl ich immer gehofft habe eine Stellung zu finden wo man früher anfangen kann und vll 16 Uhr Feierabend machen kann.

    • Das lange pendeln macht einen kaputt. Schneller als du denkst, obwohl man da auch abstumpft. Und es kostet Unmengen. Das sehe ich aus eigener und beobachteter Erfahrung als das größte Problem an der Sache und würde entweder gucken, ob es irgendwie schneller geht (Auto kaufen?), tlw. home office, oder mittelfristig umziehen.

      • Das Problem ist das ich das nicht unbedingt ändern kann. Wir wohnen am Rand von Berlin und mein aktueller ag sitzt in Kreuzberg, die neue Stelle ist in Potsdam. Egal wo ich hin ich muss (auch damals zur Uni in mitte) ich brauche mit pufferzeit immer solange :( Fahrtkosten bleiben mit einem abc-ticket gleich.
        Ein Umzug nach Brandenburg würde viele negative Punkte mit sich ziehen. Wahrscheinlich höhere Miete, wir verlieren den Anspruch auf unseren Kita-platz und mein Mann hätte höhere Fahrtkosten, weil er mit dem Auto fährt. Also da muss ich wohl leider durch :(

        • (12) 25.10.18 - 12:05

          Hallo,

          ich bin ebenfalls jeden Tag von Berlin nach Potsdam gependelt! 1,5 Std von Tür zu Tür wenn alles glatt lief ☝🏻.
          Leider läuft in Berlin häufig nichts glatt (gerade im Winter) und der Regio fällt öfter mal aus oder es sind irgendwelche Baumaßnahmen. Häufig habe ich knapp 2 Stunden und mehr pro Strecke gebraucht.
          Ohne Kind alles machbar (hab es 4 Jahre gemacht), aber mit Kind hätte ich nach einem Jahr vermutlich Burn-out. Ich hatte einen 12-13 Stunden Tag. Hab in der Woche praktisch nichts geschafft und meinen Mann kaum gesehen.
          Wenn es also dein Traumjob ist, würde ich mich mittelfeistig schon drum kümmern in Richtung Potsdam zu ziehen.
          Sicherlich fängt man wieder neu mit der Kitaplatzsuche an, aber Pendeln macht krank ☝🏻.

          • Das kann man doch so überhaupt nicht sagen! Es gibt verdammt viele Menschen die pendeln. Mein mann hat 60 min zur Arbeit, ich 40.
            Unsere wohnlage und unser Haus ist dafür für uns purer luxus und wir würden das nie aufgeben um näher an die Arbeit zu ziehen, zumal man da auch locker das 4 fache zahlt für etwas vergleichbares.

            • (14) 25.10.18 - 17:57

              Sorry, aber 40-60 min ist in einer Stadt wie Berlin auch normal. Aber eben nicht 1 1/2 Std und länger ☝🏻. Das sind nochmal mindestens eine Stunde pendeln am Tag mehr.
              Meine Mutter pendelt seit 30 Jahren 1 1/2 Stunden pro Strecke und ich sehe wie ihr Schlaf und die Gesundheit leidet. Für kein Geld der Welt würde sie in Arbeitsnähe ziehen, aber man merkt halt das sie sich gerade im sozialen Bereich stark einschränken muss. Man hat einfach keine Energie mehr am Abend auszugehen oder mal ins Fitnessstudio. Sie meint wenn sie ein paar Jahre jünger wäre würde sie sich ein Job in Umfeldnähe suchen.
              Sicherlich ist es möglich täglich lange zu pendeln, aber erstrebenswert? Gibt genug Studien die beweisen das pendeln krank machen.
              Wie gesagt 4 Jahre hab ichs durch, ich weiß wovon ich rede! Nun pendel ich am Tag 45 min pro Strecke. Unterm Strich also 1 1/2 Std bis 2 Std mehr Lebenszeit pro Tag. Und ja, ich genieße es Energie für Sport zu haben oder mal abends ausgehen zu können.
              Sicherlich kommts auch drauf an ob man mit 4 Std Schlaf auskommt oder 8 braucht. Ich brauchte meine 7-8 Std am Tag, sonst hätt ich nichts leisten können.

              Und für andere ist es Luxus, nur fünf Minuten zu Fuß gehen zu müssen. Daher stimmt es: das kann man gar nicht so sagen.
              Wer unterm Strich das bessere Leben hat, das bewerte ich nicht, das muss jeder selbst tun.

          (17) 25.10.18 - 23:45

          Ich bin Zwillingsmami (1,5 Jahre), arbeite Vollzeit in Berlin Friedrichshain und lebe auf dem Land westlich von Frankfurt Oder. Ich LIEBE! das Pendeln. Jeden Tag zwei Stunden für mich ganz allein. Nur ich und ein tolles Hörbuch. Kein Kindergebrüll, kein Chef, kein Telefon und keine dreckigen Fenster. Ich tiefenentspanne in dieser Zeit wie ich es sonst kaum kann. Echte Quality Time. 😁 Ich pendle diese Strecke schon seit acht Jahren. So unterschiedlich sind die Menschen.

          P.S.: Unser Landhaus ist purer Luxus und meine Arbeit in Berlin ist mein Traumjob. Nichts von beidem würde ich je aufgeben.

          • (18) 26.10.18 - 05:40

            Sitzt du entspannt im Zug oder mußt du dich auf den Straßenverkehr konzentrieren? Beides ein großer Unterschied

            • (19) 26.10.18 - 07:39

              Straßenverkehr. Ich bin leidenschaftlicher Autofahrer. Der Regio wär für mich ne Folter: überfüllt, am eisigen Bahnhof rumstehen, Umsteigerei, Unpünktlichkeit. Nein Danke! Mein kuscheliges Auto ist für mich, wie im Wohnzimmer sitzen. 😄 Ich sag ja, Menschen sind unterschiedlich.

              • (20) 26.10.18 - 08:15

                Eben. Die TE möchte aber mit den Öffis fahren und das ist nicht entspannt ständig den Launen der Bahn ausgesetzt zu sein 😬.

                • Das ist offensichtlich eine Typ Frage. Als ich endlich vom Auto auf den öpnv umsteigen konnte, war das eine enorme Steigerung der Lebensqualität. Nie wieder würde ich mit dem Auto pendeln wollen, das ich inzwischen auch endlich abschaffen konnte. Du hast Zeit zu lesen, runterkommen, zu arbeiten, was Auch immer. Musst dich nicht über Staus und andere Fahrer aufregen und wenn ich dann zu Hause bin, bin ich komplett da mit freiem Kopf. Ganz abgesehen davon, dass verbrenner klimapolitisch nicht in Ordnung sind

      (22) 25.10.18 - 14:44

      Ich bin viele Jahre von Potsdam nach Berlin gependelt. Mich hat das nie so gestört.. bis ich einen Job in Potsdam angefangen habe. Der Wahnsinn, wieviel Zeit ich auf einmal habe.
      Aber ich mache mir nichts vor, wenn ich weiter kommen will, werde ich wieder nach Berlin müssen, trotzdem würde ich da nie hin ziehen.

      Ich liebe mein Potsdam :-)

      Aber Kitaplätze gibt es hier tatsächlich nicht, ob es teurer wird kommt drauf an, was ihr jetzt so zahlt, aber man kriegt schon große Augen.

      Ich finde die Pendelei nicht schlimm, aber man sollte schon flexibel sein dürfen, sonst ist der Tag komplett im Eimer. Ich habe den Zug morgens um 6.30 Uhr nach Berlin geliebt... es war voll, aber sehr still....

Da ich Branche und die restlichen Umstände nicht kenne, kann ich nur von meinem Job ausgehen. Und da wären solche Arbeitszeiten plus drei Stunden Weg auch ohne Kind für mich keine Option. Ich lebe nicht, um zu arbeiten.

Hallo,

meine Freundin ist nach 6 Monaten wieder auf ihre alte Stelle zurück, da sie sonst an jemand anderen gefallen wäre und sie wollte sie unbedingt behalten.
Sie muss zwar ganztags arbeiten und der Kleine ging in die Krippe, aber sie nutzen dafür die Freizeit intensiver, haben auch eine Putzhilfe (irgendeinen Vorteil muss es ja haben ;-)).

Ich denke, es kommt nicht immer darauf an, wie viel Zeit man mit der Familie verbringt, sondern wie man die Zeit zusammen nutzt ;-)

LG
sonntagskind

  • Genau! Es kommt drauf an wie die Zeit genutzt wird. Was bringt eine Mama daheim beim Kind zu sein wenn sie sich nicht mit dem Kind beschäftigt. Hauptsache daheim.
    Gute Einstellung, sehe ich genauso

    LG Gabi

Top Diskussionen anzeigen