Kostgeld?

    • (1) 02.11.18 - 18:05
      eir

      Guten Abend :-)
      In den Faschingsferien zieht meine Nichte bei uns ein. Das kommt alles etwas unerwartet. Mein Bruder wird eine neue Stelle im benachbarten Ausland antreten. Sie ist dann volljährig und macht im Frühjahr 2020 ihr Abitur. Das könnte sie dort nicht ohne weiteres und sie will hier nicht weg.
      Jetzt sind wir beim Thema Finanzen und haben, wie wir gemerkt haben, ganz unterschiedliche Vorstellungen und Gedanken. Um das Ergebnis nicht zu beeinflussen, gehe ich da jetzt nicht weiter drauf ein, sondern frage euch: Wie würdet ihr das regeln?

      Schönes Wochenende #winke

      • (2) 02.11.18 - 18:38

        Hallo,

        egal wie Ihr Euch im Detail einigt, Hauptsache Ihr habt eine klare Regelung bevor es so weit ist und jeder weiß woran er ist.

        Im eigenen Haus mit genügend Platz würde ich persönlich keine Kaltmiete für meine Nichte verlangen.
        Nebenkosten auch nicht, wohlwissend wie lange Duschen bei Teenagern und Heranwachsenden dauern kann 😀.
        Das könnten wir jetzt so mittragen, aber ist ja nicht bei jedem der Fall.

        Verpflegung wäre zu klären.
        Frühstück und Abendessen gibt es täglich für alle, Mittagessen wochentags in der Schule?
        Was ist an den Wochenenden, verbringt die Nichte diese bei Euch oder besucht sie wirklich wöchentlich die Eltern?

        Es ist nicht realistisch zu glauben, dass sich die Nichte in der stressigen Abi-Prüfungsphase selbst bekocht.

        Hiervon würde ich es abhängig machen was ich verlangen würde.

        Was ist mit sonstigen Ausgaben?
        Hat sie für Kleidung, Körperpflege etc. ein ausreichendes Budget so dass Du hier nicht auch noch drauf zahlst, wenn kurzfristig etwas benötigt wird?

        Hast Du ein „Notfallportemonnaie“ für sie, das die Eltern befüllt haben?

        Eigentlich müsstet Ihr eine ähnliche Liste erstellen wie man das gedanklich für eine Studentin macht, die in ein Wohnheim zum Studium hinzieht. Im Fall der Nichte geschieht dieser Schritt halt 1,5 Jahre früher.

        Eltern wird erst dann bewusst, welche Kosten und Summen da zusammenkommen.

        Es klingt ja jetzt so ein bisschen danach, dass Du jetzt die unangenehme Aufgabe hast, es den Eltern jetzt nahebringen zu müssen.

        Zu klären wäre auch die Mitarbeit im Haushalt. Eigener Dreck sollte selbstverständlich selbst weggeräumt werden. Üblicher WG-Stress wird auf Euch vorgelagert 😉

        • (3) 02.11.18 - 19:24

          "Es klingt ja jetzt so ein bisschen danach, dass Du jetzt die unangenehme Aufgabe hast, es den Eltern jetzt nahebringen zu müssen."

          Wäre ich Vater des Mädchens, würde ICH äußerst großzügig da rangehen und meiner Schwester beim Aufkommen der Frage direkt einen monatlichen Dauerauftrag i.H.v. X anbieten plus ein Extrakonto für unerwartete Dinge.
          Ich fände es ein Unding, zu erwarten, dass due Schwester das klären soll.

          • (4) 02.11.18 - 20:02

            Sehr richtig!

            Natürlich ist es Sache der Eltern, unaufgefordert eine ausreichende Kostendeckung sicherzustellen. Und zwar realistisch und eher großzügig als knapp angesetzt.
            Sie müssen schon sehr dankbar sein, dass jemand die junge Dame so kurz vor dem Abitur aufnimmt.

            Aber auch als Gasteltern möchte man ggf. nicht kleinlich erscheinen und jeden Pfennig verhandeln. Man hat natürlich auch das Recht, im Hintergrund grob zu überschlagen, was da an Kosten auf einen zukommen könnte und vor allem die geschätzten Kosten ins Verhältnis zu dem Betrag setzen, den die Eltern anbieten.

            Wenn das Thema Anlass bietet, hier ein Post zu eröffnen, dann ist meine Vermutung, dass die Eltern da etwas zu knauserig sind.

            • (5) 02.11.18 - 20:11

              Gut möglich! Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein Angebot in dem Fall nicht doch zurückziehen würde.

              Die Eltern könnten für die 18Jährige auch eine kl. Wohnung oder ein Zimmer anmieten und die Tante/der Onkel dienen maximal als Anlaufstelle.

              VG

      (6) 02.11.18 - 18:41

      Hallo,
      als Vater der Nichte würde ich monatlich einen gewissen Betrag zur Verpflegung und Nebenkostenabdeckung usw. an euch überweisen. Das wäre für mich selbstverständlich und wie eine Art Unterhalt.
      Als aufnehmende Verwandte würde ich aber auch eine finanzielle Beteiligung von den Eltern erwarten und nicht, dass davon ausgegangen wird, dass wir alle zusätzlichen Kosten übernehmen. Kleine Extras hier und da (z.B. gemeinsame Ausflüge, Eisessen oder sowas) übernehme ich gerne, aber nicht alles, was anfällt und auch nicht die alltägliche Versorgung.
      Für Luxus könnte die Nichte einen Neben- oder Wochenendjob annehmen. Sie ist ja alt genug und hat neben der Schule viel Zeit. Zumindest war das bei uns früher gut machbar und üblich.

    • (7) 02.11.18 - 19:21

      Na selbstverständlich müssten ihre Eltern monatlich Geld für Kost, Logis, evtl. notwendige Fahrdienste zahlen, dazu Tadchen- und Kleidergeld an die Tochter, alles Notwendige eben. Völlig egal, ob es die Nichte ist.
      VG

      (8) 02.11.18 - 19:28

      Hallo.

      Ich weiß zwar jetzt spontan nicht, welche Summe ich für angebracht halten würde.... Aber ich finde, es ist eine Sache des Anstands, dass die Eltern der Nichte ne Art Unterhalt an euch zahlen.

      LG

      (9) 02.11.18 - 19:29

      Hallo,

      Der Vater bzw. Die Eltern sind doch Unterhaltspflichtig in diesem Fall.
      An eurer Stelle würde ich den üblichen Unterhalt berechnen und diesen dann an euch überweisen lassen und sie wohnt dann wie euer Kind bei euch. Davon kann sie bei euch wohnen, mit essen und bekommt Taschengeld.
      Wenn sie nur kurz bei mir wohnt dann würde ich allerdings auf Geld verzichten, sprich 6 Monate oder so.

      Gruß Anorie

      • (10) 02.11.18 - 19:35

        Ab 18 hat das KInd ein Anrecht auf Auszahlung des vollen Kindergeldes. Dieses wird natürlich komplett auf den ihr zustehenden Unterhalt angerchnet.
        Ich würde ihr die 194 Euro als Tg lassen und der Tante 400 Euro an Unkosten für Essen und MIete und NK überweisen.

        • 194€ Taschengeld für eine Schülerin #schock?

          Die Taschengeldempfehlung lautet 61-76€/Monat für 18+ Jahre!

          Alles darüber hinaus darf sich gerne durch Jobs hinzuverdient werden für Freizeit, Handy etc.pp.!

          VG

          • Nun ja.
            Davon müsste sie dann ihre Kosmetik und Schulsachen mitbezahlen.

            Ich habe als Jugendliche zu Hause 250 DM an Taschengeld bekommen, ebenso mein Bruder.
            Meine Kosmetik und Schulsachen müsste ich davon allerdings nicht zahlen.

            Die Empfehlung finde ich als sehr gering, 1 mal Kino sind schon 20 Euro weg.

            • (13) 05.11.18 - 12:44

              "Die Empfehlung finde ich als sehr gering, 1 mal Kino sind schon 20 Euro weg."

              Und? Wie oft muss man denn ins Kino gehen? Man muss doch Kindern bzw. Jugendlichen nicht das Geld in den Popo schieben, in dem Alter können sie für ihren selbst gewollten Luxus auch mal ein paar Stunden arbeiten gehen...

    (15) 02.11.18 - 19:31

    Ich merke gerade, ich habe das wohl etwas doof ausgedruckt #sorry
    Dass sie etwas zahlen werden ist klar, die Frage ist eher wie viel und wie (alles an uns und wir regeln alles, Teil an uns, Teil an sie,.....)

    • (16) 02.11.18 - 19:46

      Ach so....#kratz

      Ich würde sagen, das Taschengeld und Geld für Lehrmittel usw. sollten die Eltern dem Mädchen direkt überweisen.
      Die Kosten für Kost und Logis direkt an euch. Ich wäre für eine Summe von 300-400 Euro.

      (17) 02.11.18 - 19:47

      Ich würde sagen, alles was bei euch im Haushalt anfällt an euch.
      Geld für Klamotten und Freizeit an sie....

      (18) 02.11.18 - 20:52

      Unterhalt nach deren Einkommen plus Kindergeld an euch. Dann sollten die Eltern ihrer Tochter noch ein Taschengeld zahlen.
      Sagen wir mal 300€ Unterhalt + 200€ Kindergeld + 100€ Taschengeld?

      Was wollen sie euch denn zahlen?

      (19) 03.11.18 - 12:22

      Teil an euch, Teil an sie.

      Teil an euch: damit ihr besser planen könnt mit Lebensmitteln etc.
      Höhe kann von obligatorisch symbolisch sein bis so viel, wie ihr braucht, damit es finanziell machbar ist.

      Teil an sie:
      - sie ist 18, da würde ich mir "bettelnd" vorkommen, wenn ich wegen Schulsachen, Kleidung etc. meine Tante fragen müsste. Ein bisschen Freiheit sollte mit 18 schon sein.
      - auch wäre es ein Lerneffekt sich das Geld selbst einzuteilen.

      Höhe der Aufteilung würde ich von den Faktoren abhängig machen
      - kocht sie selbst / geht häufig mit Freunden essen oder isst sie bei euch regelmäßig mit
      - macht sie sich bei euch Frühstück oder kauft sie meistens was am Kiosk oder Bäcker zwischendurch
      - sonstige Zahlungen wie Fahrkarten, Eintrittskarten, Familienleben/nebenher Leben

(20) 02.11.18 - 19:56

Ich würde einen Unkostenbeitrag für Lebensmittel und was bei euch für sie noch so anfällt , in Erwägung setzen und für ihre eigenen Bedürfnisse, wie Pflegeartikel, Kleidung, Freizeit und Schulspesen sollte dein Bruder für sie ein persönliches Konto einrichten.
Miete, Strom und Wasser würde ich persönlich nichts verlangen. Wenn dein Bruder Anstand hat, würde er euch was zukommen lassen, das ihr nichts draufzahlt.

(21) 02.11.18 - 20:00

Solange sie noch zur Schule geht, gibt es für sie kindergeld. Das wäre der Betrag, den ich an eurer Stelle quasi nehmen würde.

(22) 02.11.18 - 20:21

Wie willst du es denn handhaben? Soll sie normal zur Familie gehören, oder eher wie eine Studentin mit Zimmer und Selbstverpflegung und Küchenmitbenutzung? Ihr könnt euch ja am Bafög - Satz orientieren und an den ortsüblichen Mieten für möblierte Zimmer. In dem Alter wird sie wohl schon recht selbstständig sein wollen.

(23) 02.11.18 - 20:39

Hallo,
ich denke, in dem Alter kann und muss man das auch mit dem Mädchen klären.

Z.b. hat meine Mutter bis zu meinem Auszug für mich Shampoo, Deo u.ä. gekauft. Wäre ich bei meiner Tante eingezogen, hätte ich es zwar einerseits vorgezogen, weiter meine bekannten Produkte zu benutzen. Andererseits setzt das ja voraus, dass entsprechende Geschäfte in Laufnähe sind.

Klamotten. Hat sie die bisher mit ihrer Mutter gemeinsam gekauft? Will sie das weiter so handhaben - sie wird die Eltern ja besuchen. Oder will sie sich selbst kümmern, dann braucht sie einen entsprechenden Etat.

Viel hängt davon ab, wie die Dinge bisher gelaufen sind. Manche 15jährige bekommt schon Geld in die Hand und darf Klamotten shoppen. Bei anderen ist mit 18 noch die Mama dabei, weil die die Sachen bezahlt.
Manche kaufen selbst ihr Duschgel (meine Tochter ist 6 und hat schon ihr LieblingsShampoo...) andere benutzen einfach das, was Zuhause in der Dusche steht. Aber bis Fasching wäre ja auch noch etwas Zeit, das Mädel mit verschiedenen Dingen (wo kaufe ich was und was kostet das) vertraut zu machen.

Ich würde einfach mal eine Liste mit Dingen/Rubriken machen, die regelmäßig anfallen und dann klären, wer sich drumherum kümmert. Die Finanzen sollten sich dann daraus ergeben.

Essen (du)
Reinigungsmittel (zu vernachlässigen)
Hygieneartikel (sie selbst)
Kleidung (sie? Ihre Eltern?)
Schulbedarf (sie? Du? Die Eltern?)
Ausgehen mit Freunden (sie)
Geburtstagsgeschenke für Freunde (sie)
Familienausflüge mit euch (du)

Den Vergleich mit einer Studentin finde ich gut - ist ja nur wenig früher.

Habt ihr Kinder im selben Alter? Dann solltet ihr versuchen, eine finanzielle Gleichberechtigung zu schaffen. Beispiel Kinobesuch. Manche zahlen das vom Taschengeld. Andere haben weniger Taschengeld, dafür bekommen sie für Kinobesuche noch was extra. Das kann bei euren Kindern und der Nichte unterschiedlich sein - aber es sollte nicht so sein, dass die eine oder der andere sich keinen Kinobesuch mehr leisten kann, wo das für die anderen noch problemlos drin ist.

Zusätzlich zu allem anderen würde ich vorschlagen:
Nachbessern kann man immer noch - die Eltern sind ja nicht aus der Welt. Um aber peinliche Situationen zu vermeiden würde ich ein paar Hundert Euro in einen Umschlag zu packen. Dann könntest du der Nichte ggf mal etwas Geld für einen konkreten Anlass geben, der nicht vorhersehbar war. Oder falls sie sich mit ihrem Geld verplant hat - kann anfangs ja mal vorkommen. Wenn das Geld nicht gebraucht wird, gibst du es deinem Bruder wieder. Wenn es immer wieder für dieselben Dinge gebraucht wird müsst ihr nachbessern.
Ich fand es als Studentin sehr peinlich, meine Eltern anzurufen und um Geld zu bitten. Ihr seid da dann näher dran - außerdem muss dann nicht erst Geld geschickt werden.

LG!

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