SILOPO Es dankt einem echt niemand! Sind denn alle Arbeitgeber so sch****?

    • (1) 05.11.18 - 21:58

      Huhu,

      ist ein total sinnloser Post, aber ich muss mich gerade echt mal ausk***en.

      Ich habe mit meinem Chef über meine Rückkehr nach der Elternzeit verhandelt. Habe von Anfang an gesagt, dass ich nach einem Jahr 50% zurück kommen möchte.
      Jetzt sagt er mir, dass er so keine Verwendung für mich hat (O-Ton!) und kommt mir mit nichts entgegen. Ich habe mir 3,5 Jahre echt den Allerwertesten für die Abteilung aufgerissen. Habe mich immer, wenn es irgendwie ging, zur Arbeit geschleppt, war in dieser Zeit nur 3 Tage krank gemeldet, habe meine Schwangerschaft bis zur 15. Woche verheimlicht, damit ich noch alle Dienste machen kann und keine „Belastung“ bin (und mich wegen meiner starken Übelkeit immer heimlich auf der Arbeit übergeben), war immer hilfsbereit und habe Dienste übernommen, Überstunden nicht aufgeschrieben usw. Und jetzt kommt er mir mit gar nichts entgegen. Als ich gesagt habe, dass ich nachts noch stille (mein Sohn ist 10 Monate) und deswegen vorerst keine Nachtdienste machen kann (dafür aber extra Wochenenden übernehmen könnte) hat er mich angeguckt als ob ich pervers wäre und meinte, dass das mein Problem sei und ich dann eben eine andere Lösung finden müsse. :-(

      So, jetzt aber genug geheult. Ich werde meine Elternzeit (habe 2 Jahre angemeldet) erst mal nicht vorzeitig beenden und die Zeit nutzen, einen neuen Arbeitgeber zu suchen (der auch 50% Verwendung für mich hat). :-/

      Bin nur so traurig, weil ich so gerne da gearbeitet habe, meine Kollegen vermissen werde und es so blöd finde, dass ich mich noch nicht mal richtig verabschieden konnte von allen. Hab ja gesagt, dass ich dann in einen Jahr wiederkomme und das ist irgendwie was anderes als sich direkt endgültig zu verabschieden. So wollte ich eigentlich nicht gehen...

      Habt ihr Ähnliches erlebt? Ist doch Mist...

      LG Isi

      • (2) 06.11.18 - 05:20

        Weisst Du was mich immer den Kopf auf den Tisch schlagen lässt? Dieses 'Ich habe mich aufgeopfert und so wird es einem Gedankt' Das funktioniert nicht in der Familie und schon gar nicht in einem Arbeitsverhältnis.
        Du hast Überstunden nicht aufgeschrieben? Du hast Dich heimlich auf dem Klo übergeben? Dich krank zur Arbeit geschleppt? Ja, verdammt nochmal, Du bist doch selber schuld. Das ist ein Vertragsverhältnis und kein Wettbewerb um Leidensfähigkeit.

        Arbeiten in Deinem Betrieb mehr als 15 Beschäftigte (ohne Azubis)? Dann hast Du ein Recht auf Teilzeit in Elternzeit. Der AG kann das nur aus wichtigen betrieblichen Gründen ablehnen. Und die muss er vorbringen. 'Keine Verwendung' ist Käse. Ebenso die Verteilung der Arbeitszeit. Du sagst, wie Du es gerne hättest und er muss begründen können, wenn er es gerne anders hätte.

        Natürlich kannst Du jetzt beleidigt abrauschen, weil Du Dich nicht wertgeschätzt fühlst und Dir einen neuen Job suchen. Deinem Chef wird das ein fröhliches Lächeln schenken und Dir eine Menge neuer Probleme. Mit Kleinkind in Probezeit ist undankbar. Wenn Du beim neuen AG einen 50% Vertrag unterschreibst hast, kannst Du nur mit seiner Zustimmung aufstocken. Und: Ich weiss ja nicht, wie gross der Fachkräftemangel in Deinem Bereich ist, aber Du wirst es eh schwerer haben, zu Deinen Konditionen einen neuen Job zu finden.

        Also: Mach' das Ganze schriftlich und warte die schriftliche Ablehnung ab. Dann kannst Du notfalls auch gerichtliche Schritte einleiten. Du hast Deinen Part des Arbeitsvertrages erfüllt. Nun ist der AG dran.

        Grüsse
        BiDi

        • (3) 06.11.18 - 06:27

          Hallo

          Sie hat oben was von Rückkehr nach der Elternzeit geschrieben.
          Da hat sie diese besonderen Rechte doch gar nicht?

          • (4) 06.11.18 - 06:35

            Doch. Sie schreibt am Anfang, dass sie ihrem AG mitgeteilt hatte, nach einem Jahr mit 50% wieder anfangen zu wollen. Eingereicht hat sie aber 2 Jahre Elternzeit.

      • (6) 06.11.18 - 13:19

        Tatsächlich habe ich sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da der Ärztemangel groß genug ist. Sogar Teilzeitstellen sind da an und für sich kein Problem, wenn man wie ich Arbeitserfahrung sowie Promotion hat und fließend deutsch kann.

        Natürlich hätte ich meinem Arbeitgeber nie „entgegenkommen“ müssen (freiwillig Überstunden, wenig krank melden, etc.). Aber ich war der Meinung, dass ein gutes Arbeitsverhältnis von einem gegenseitigen Geben und Nehmen profitieren kann. Er weiß, ich bin zuverlässig und komme, wann immer ich kann, dafür kommt er mir bspw. mit den Diensten ein bisschen entgegen. So beispielsweise. Natürlich kann sich auch jeder von vornherein auf den Standpunkt stellen „an ersterbe Stelle stehe ich!“. Widerspricht nur irgendwie meiner Mentalität.

        Und ja. Ich arbeite in einem großen Klinikum, öffentlicher Dienst. Also ich habe ein Recht auf die 50 Prozent, aber will ich das, wenn er das nicht möchte? Er wird es mir wohl täglich schwer machen dort... Was ich interessant finde: Ich darf das zeitliche Modell (bspw. 3 Tage a knapp 7 Stunden) festlegen? Hab ich das richtig verstanden? Da meinte er nämlich ganz klar, dass ich da keinen Einfluss drauf habe, wie er mich in den 20 Stunden einsetzt...

        Naja, das Problem, dass ich nachts arbeiten soll, bleibt ja leider. Und das ist ja für mich der Hauptgrund, dass ich nicht zurückkommen möchte und kann. Ob ich da bei einem anderen Arbeitgeber mehr erreichen kann (ich bin ja gewillt dafür andere Dienste zu übernehmen), muss man natürlich erst sehen.

        Liebe Grüße
        Isi

        • (7) 06.11.18 - 18:32

          Arbeitszeit:
          Die Juristinnen unter uns mögen mich korrigieren, aber ich verstehe das hier schon so, das der AG dringende betriebliche Gründe braucht, um Deinem Arbeitszeitwunsch nicht zu entsprechen:

          ----------- schnipp-----------

          Beinhaltet sein Antrag keine Angaben über die Verteilung, also die Lage der Arbeitszeit, überträgt er die Festlegung dem Arbeitgeber nach billigem Ermessen entsprechend § 106 GewO (BAG, Urteil v. 8.5.2007, 9 AZR 1112/06). Nach § 15 Abs. 7 Satz 3 soll der Antrag jedoch die Lage und Verteilung der Arbeitszeit beinhalten. Nach neuer Rechtsprechung des BAG beinhaltet der Rechtsanspruch auch die wunschgerechte Verteilung der Arbeitszeit (BAG, Urteil v. 19.2.2013, 9 AZR 461/11). Der Arbeitgeber hat jedoch in jedem Fall hinsichtlich der Lage der Arbeitszeit im Rahmen seines Weisungsrechts die Situation des Arbeitnehmers in Elternzeit angemessen zu berücksichtigen und ihn ggf. auch bei familienfreundlichen Arbeitszeiten zu bevorzugen. Will er dem Wunsch hinsichtlich der Lage der Arbeitszeit nicht entsprechen, bedarf es ebenfalls dringender betrieblicher Gründe, die gewünschte Arbeitszeit abzulehnen, für die dieselben Voraussetzungen gelten wie die für Ablehnung der Verringerung der Arbeitszeit an sich.

          Ein eigenständiger Anspruch auf eine bloße Veränderung der Lage der Arbeitszeit besteht nicht, sondern die kann immer nur im Zusammenhang mit einer (ggf. auch nur geringen) Verringerung der Arbeitszeit verlangt werden.

          ----------- schnapp --------------------

          hier
          https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/tillmannsmutschler-beegmuschg-beeg-15-anspruch-auf-632-antragstellung-durch-den-arbeitnehmer_idesk_PI10413_HI2349814.html
          gemopst.

          Grüsse
          BiDi

        (9) 06.11.18 - 19:15

        "Und ja. Ich arbeite in einem großen Klinikum, öffentlicher Dienst. Also ich habe ein Recht auf die 50 Prozent, aber will ich das, wenn er das nicht möchte? Er wird es mir wohl täglich schwer machen dort... Was ich interessant finde: Ich darf das zeitliche Modell (bspw. 3 Tage a knapp 7 Stunden) festlegen? Hab ich das richtig verstanden? Da meinte er nämlich ganz klar, dass ich da keinen Einfluss drauf habe, wie er mich in den 20 Stunden einsetzt... "
        Genau, du sagst an, wie, aber da kann er natürlich von abweichen später.


        " Naja, das Problem, dass ich nachts arbeiten soll, bleibt ja leider. Und das ist ja für mich der Hauptgrund, dass ich nicht zurückkommen möchte und kann. Ob ich da bei einem anderen Arbeitgeber mehr erreichen kann (ich bin ja gewillt dafür andere Dienste zu übernehmen), muss man natürlich erst sehen. "
        Das entfällt ja solange du stillst und da muss er sich eh dran halten und deswegen dich nicht nehmen, geht auch nicht!

(10) 06.11.18 - 07:31

Hattest du das mit den 50% nach einem Jahr mit in die Elternzeitanmeldung reingeschrieben? Denn dann ist es genehmigt, weil es nicht nach 4 Wochen abgelehnt wurde, dann kann dein Chef sich jetzt auf den Kopf stellen, mit den Ohren wackeln oder ähnliches, dann darfst du so arbeiten in Elternzeit!

  • Hallo,

    ich habe ihren Post so verstanden, dass nicht die Teilzeit das Problem darstellt sondern das Verfahren der Nachtschicht.

    Ihr das zu genehmigen, dürfte reines Entgegenkommen des AG sein.


    LG

    Nici

    • Genau das ist eben der totale Unsinn, sie darf stillend nur bis 20 Uhr oder mit Genehmigung bis 22 Uhr arbeiten!

      Die TZ muss genehmigt werden(kann aus dringenden betrieblichen Gründen und dazu gehört "ich habe keine Verwendung" nicht, abgelehnt werden), die Nachtschicht ist verboten, muss aber trotzdem bezahlt werden!

      (19) 06.11.18 - 09:25

      <<<Genau das ist eben der totale Unsinn, sie darf stillend nur bis 20 Uhr oder mit Genehmigung bis 22 Uhr arbeiten!>>>

      Vielleicht hat sich das ja mit dem Stillen bis dahin erledigt. Der Kleine ist 10 Monate alt. Und so oft wird er doch nachts nicht mehr wach. Also wenn ich so gerne dort arbeite, dann würde ich die zwei Jahre Elternzeit nehmen und danach wieder dort anfangen.

      Aber ich glaube, die TE möche dort gar nicht wieder anfangen. Nicht unter den vorherigen Bedingungen.

      • (20) 06.11.18 - 09:40

        Wann sie stillt tut nichts zur Sache und für einen AG abstillen ist nicht dein Ernst!

        • (21) 06.11.18 - 10:10

          <<<Wann sie stillt tut nichts zur Sache und für einen AG abstillen ist nicht dein Ernst! >>>

          Habe nichts von Abstillen geschrieben. Und das Stillen muss ja was zur Sache tuen, denn sonst wäre es ja mit den Schichten auch egal. Aber wie gesagt, der Junge ist 10 Monate und sie hat für zwei Jahre Elternzeit beantragt. Diese würde ich dann auch in Anspruch nehmen, wenn der AG mir nicht entgegenkommt. Und wie ich es lese, würde sie die EZ vorzeitig beenden. Also gehe ich davon aus, dass sie nichts angemeldet hatte. Zumindest nichts schriftlich.

          • (22) 06.11.18 - 11:52

            Nein sie würde dir EZ nur nicht vorzeitig beenden, aber die ist eh egal. Und nein, wann am Tag sie stillt ist egal, wenn sie stillt ist Nachtschicht verboten!

(23) 06.11.18 - 13:21

Ich arbeite im öffentlichen Dienst in einem großen Klinikum. Also hab ich eh Anspruch auf 50 Prozent. Die Frage ist nur, wie die gestaltet werden. Wenn ich täglich 4 Stunden kommen soll (und ich würde niemals unter 6h rauskommen und Überstunden wären vorprogrammiert) und nachts arbeiten soll, dann hilft mir der Anspruch auf 50 Prozent leider nicht so viel. :-/

LG
Isi

  • (24) 06.11.18 - 13:57

    <<<Die Frage ist nur, wie die gestaltet werden. Wenn ich täglich 4 Stunden kommen soll (und ich würde niemals unter 6h rauskommen und Überstunden wären vorprogrammiert) und nachts arbeiten soll, dann hilft mir der Anspruch auf 50 Prozent leider nicht so viel. :-/
    >>>

    Aber das wusstest du doch schon vorher, dass du bei Überstunden nicht NEIN sagen kannst. Warum eigentlich nicht. Und mit Nachtschicht war doch auch bekannt. Warum vereinbart man das. Dann habt ihr beide DU und der AG geschlafen. Also ich würde das zweite Jahr in Anspruch nehmen und sobald ich nicht mehr stille würde ich mich auf 50 % wieder anbieten. Dann ist ja eine Nachtschicht auch möglich.

    • (25) 06.11.18 - 14:10

      Warum ich nach 4 Stunden nicht einfach gehe? Weil ich dann meine kranken Patienten teilweise unbehandelt bis zum nächsten Tag zurücklassen müsste. Das finde ich zum einen moralisch verwerflich, zum anderen könnte ich rechtlich belangt werden. Das nennt sich Übernahmeverschulden. Es hat halt leider nicht jeder einen Job, bei dem nach Feierabend nur Papier auf dem Tisch liegen bleibt. Da kommt man mit einer „Ich mache keine Überstunden-Mentalität“ wahrscheinlich weiter. Es wäre aber kein Problem mich einfach für mehr Stunden an weniger Tagen einzuteilen. Ich habe meinem Chef da verschiedene Modelle angeboten, die er aber alle blöd fand.

      LG Isi

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