Versetzung nach Elternzeit - grundlos möglich?

    • (1) 06.11.18 - 22:44

      An die Damen und Herren aus dem BR,

      heute, 6 Monate vor Wiederkehr, bekam ich einen Anruf von meiner Chefärztin, dass sie mich (trotz allen Absprachen) versetzen lassen möchte und ich nicht mehr unter ihr arbeiten werde.

      Ich bin vor meiner SS für meine Arbeit sehr geachtet worden und mir wurde (zumindest von dieser Frau) mein Arbeitsplatz zugesichert. Klar hab ich kein Anrecht auf meinen alten Platz und kaufen kann ich mir für ihr Versprechen auch nichts... doch kann eine Versetzung absolut grundlos erfolgen und meine Stelle durch die Vertretung ersetzt werden?

      Es gibt keine triftigen Gründe... zumindest keine, die sie laut aussprechen könnte. Meine Vertretung ist kinderlos und ich kehre nicht nur mit den Verpflichtungen einer Mutter eines Babys zurück sondern hätte nächstes Jahr quasi noch doppelten Urlaubsanspruch (war fast 9 Monate im BV). Der Anruf kam heute, nachdem ich Freitag meinen Urlaubsplan für 2019 eingereicht hab. Da konnte sie sich meine Abwesenheitszeiten wohl bildlich vorstellen...

      Lt ihrer Aussage möchten Pflege und Ärzte meine Vertretung unbedingt behalten. Das ist jedoch schlichtweg erfunden. Ich habe engen Kontakt zu meinen Kollegen und weiß daher, dass meine Vertretung unbeliebt ist, oft aneckt und ausschließlich mit der Stationspflegeleitung sehr gut auskommt. Diese hat die CA auch dringend um "diesen Tausch" gebeten.

      Klar wäre die andere Dame eine bequemere AN, doch endet ihr Vertrag mit meiner Rückkehr, während ich unbefristet eingestellt bin und man mir nicht mal sagen könnte, wo ich lange... "Ich finde schon was...", war ihre Antwort.
      Zudem reicht meine Vertretung qualitativ sowie quantitativ an meine Arbeitsleistung absolut nicht heran. Das weiß ich von der Oberärztin sowie Assistenzärzten!

      Ergo: es geht absolut ausschließlich darum, dass ich als Mutter eines Kleinkindes eine wohl uncomfortable MA abgebe!

      Zudem kommt, dass ich einen Standard AV habe, indem Schicht- sowie Sonn- und Feiertagsarbeit vereinbart sind. Nur habe ich in diesem Hause noch nie anders als 8:00 -16:30 arbeiten müssen und mich nach EZ womöglich voll im Schichtdienst wiederzufinden wäre absolut nicht machbar für uns. Ich nahm die Stelle an, wegen der familienfreundlichen Arbeitszeiten!

      Ich bin echt geschockt.

      Daher meine Frage: ist eine Versetzung einfach so möglich? Kann ich mich irgendwo hinwenden oder muss ich das einfach akzeptieren?

      MfG

      • Schau mal hier:

        https://www.frag-einen-anwalt.de/Versetzung-nach-Elternzeit-Muss-ich-einen-Aenderungsvertrag-unterschreiben--f30298.html

        Was steht in deinem AV als Arbeitsstellenbezeichnung? Sie kann dich also nicht irgendwo hinsetzen. Es muß schon eine gleichwertige Stelle sein, auch wenn du keinen Anspruch auf genau deine alte Stelle hast. Dein Gehalt darf aber davon nicht betroffen werden.

        Ob die Kollegen begeistert von ihr sind oder nicht, ist dabei aber unerheblich und kein Punkt, der da jetzt besonders für dich spricht.

        Ich denke, aber dass sie dann andersrum auch auf die Arbeitszeiten bestehen werden, die im AV drin stehen auch wenn du vorher keine Schichten arbeiten mußtest.

        • ...ich dachte nur, dass hier auch soziale Gesichtspunkte zählen und es für eine Versetzung dennoch einen Grund geben müsste, da der Betriebsrat die Zustimmung verweigern kann. Z.b. wenn dem alten AN Nachteile durch die Versetzung entstehen würden.

          Die Stelle damals war mit geregelten Arbeitszeiten ohne Teilnahme am Schichtdienst ausgeschrieben, weshalb ich diese annahm. Leider hab ich mir echt keine Platte drum gemacht, dass ich einen Standardvertrag unterschrieb, wo passend zu meiner Berufsgruppe Schichtdienst vereinbart ist.

          Ich habe noch einen Ausdruck der Stellenbeschreibung. Ich hoffe, dass hier wenigstens das sogenannte Gewohnheitsrecht zum Tragen kommt...vor allem, da es echt keinen Grund gibt mich von dem Arbeitsplatz abzuziehen. Die müssen für mich eine Stelle schaffen und meiner Vertretung einen Arbeitsvertrag über die SS Vertretung hinaus anbieten.. was macht das alles für einen Sinn!?

          https://www.marktundmittelstand.de/recht-steuern/rueckkehr-aus-elternzeit-bei-personalplanung-beachten-1210491/

          ...also ganz grundlos dürfte es wohl nicht von statten gehen.

      Wenn die andere Stelle deinen Arbeitsvertrag erfüllt, dann musst du dir das gefallen lassen, denn du hast keinen Anspruch auf deinen, sondern nur einen entsprechenden Arbeitsplatz nach der Elternzeit und der wäre das ja dann. Eine Vertragsänderung musst du dir natürlich nicht gefallen lassen.

      Es gibt kein Gewohnheitsrecht in dem Sinne im Arbeitsrecht. Du kannst deinem Arbeitgeber nicht sagen, weil du die letzten 3 Wochen immer auf Station X gearbeitet hast, willst du dort bleiben.
      Es zählt der Vertrag. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Du hast Anspruch auf all das, was im Vertrag steht. Im Gegenzug musst du auch all das erfüllen, was im Vertrag steht.
      Du kannst also auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz versetzt werden, solange du die Gleiche Bezahlung erhältst, gleichen Urlaub,... Du hast keinen Anspruch auf den selben Arbeitsplatz. https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/elternzeit-auswirkungen-auf-das-arbeitsverhaeltnis_idesk_PI10413_HI3516367.html

      • Also ich habe heute tatsächlich ein Gespräch mit dem Betriebsrat geführt und dieser hat angefangen zu lachen, als ich ihm die Sachlage erklärt habe.

        Eine Versetzung ist NICHT grundlos möglich und dass meine Vertretung kinderlos ist und weniger Urlaubsanspruch hat, ist erst recht kein Grund.

        Wenn eine Versetzung betrieblich notwendig wäre, dann müsste ich das akzeptieren, aber mein Arbeitsplatz kann nicht einfach an die Vertretung "verschenkt" werden, wenn nichts gegen eine Wiederaufnahme meinerseits spricht und sich auch keine neuen Bedingungen ergeben haben. Mich umzusetzen würde für den Betrieb bedeuten, dass sie den Vertrag der Vertretung in einen festen Vertrag wandeln, obwohl die Stelle (durch mich!) besetzt ist und im Gegenzug müssten sie mir eine andere Stelle iwo im Konzern schaffen, obwohl ich einen mit zugewiesenen Arbeitsplatz habe und es von beiden Seiten keinen Grund gäbe, dass ich diesen weiter ausfülle.

        Meine Chefin dachte einfach sehr primitiv, sie sagt der Perso Bescheid, dass sie lieber die Vertretung behält (ohne Gründe, denn die tatsächlichen Gründe kann sie ja nicht anbringen - kinderlos, weniger Urlaubsanspruch für 2019 und eine hübschere Frisur?) und die schaffen einfach eine neue Stelle, für mich... irgendwo...und dafür bekommt die SS Vertretung einen neuen und festen Vertrag. Das ist nicht nur eine unsoziale sondern für den Konzern auch sinnlose Aktion.

        • Warum erleichterst du es deiner Chefin dann nicht und verlagerst einen kleinen Teil deines Urlaubs von 2019 nach 2020? So verteilen sich die Urlaubstage aus dem BV wenigstens auf 2 Jahre.

          • Wozu? Ist doch mein gutes Recht und zudem bekommen wir erst im August einen Kitaplatz und ich brauche diese Urlaubstage zufälligerweise auch alle um die Zeit zu überbrücken.

            Man hätte über alles reden können, aber meine Chefin hat sich ja absolut nicht bemüht und versucht lieber eine langjährige Mitarbeiterin einfach los zu werden, wegen 12 Tagen zu viel Urlaub.

            • Naja, ein Recht darauf, den kompletten Resturlaub in 2019 zu nehmen hast du nicht.

              Also ist es leicht naiv, mit diesem als Überbrückung zu rechnen.

              Was machst du, wenn dir nicht der ganze Urlaub gewährt wird??

              • Ich bekam das Formular für den Urlaubsplan, mit einem Schreiben der Perso, dass ich 42 Tage einzutragen habe.

                Man darf bei uns überhaupt nicht schon von vornherein Tage mit ins nächste Jahr nehmen.

                Vor jedem Urlaubsantritt wird ein Antrag gestellt, der in aller Regel genehmigt wird. Wird er nicht genehmigt, muss ein triftiger Grund vorliegen sonst erteilt der BR die Zustimmung und wenn der tatsächlich zu diesem Zeitpunkt nicht genommen werden kann, dann müssen diese Tage zu einem anderen Zeitpunkt in diesem Jahr genommen werden. Wenn es betrieblich absolut nicht möglich ist, DANN dürfen die Tage bis ins Folgejahr März genommen werden, bevor sie verfallen.
                Meine Kollegin und ich vertreten uns gegenseitig und eine Situation, die es rechtfertigt den Urlaub zu verweigern, gab es in 9 Jahren noch nicht.

                Ich bin alles andere als naiv. Ich bin sehr zynisch, weiß aber, dass AG ihre vermeintlichen Rechte mit großer Naivität vertreten nach dem Motto: "wird schon klappen!" Und es funktioniert so oft, weil viele AN keine Ahnung haben wie sich wehren können und das sie sich überhaupt wehren können.
                So bekam ich hier nun durchweg die Antwort, dass eine *grundlose* Versetzung zu akzeptieren sei...

                Eben nicht. Ja, wenn es betriebliche Gründe gibt, dann muss ich einen gleichwertigen Arbeitsplatz annehmen, aber nach reiner Willkür des Abteilungsleiters, der die Vertretung einfach besser leiden kann, geht es nicht!

                • Für deinen Resturlaub gibt es aber die gesetzliche Regelung, dass dieser eben NICHT verfällt bis Ende des Folgejahres, in dem du aus der Elternzeit zurück kehrst.

                  Deine Vorgesetzte macht es sich sehr einfach in deinem Fall, aber deine Rechnung mit den Urlaubstagen ist trotzdem blauäugig.

                  • ...na dann soll sie mir das mitteilen und dann kann man eine Lösung finden. Anscheindend kennen Chefin und ich uns beide nicht wirklich damit aus und lt Personalabteilung sollte ich ja alle eintragen..

                    Aber ihre Reaktion war ja: "Tschüß!"

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