Wiedereinstieg nach der Elternzeit aufgrund Arbeitsmangel verweigert - weiß jemand Rat?

    • (1) 09.11.18 - 14:18

      Hallo liebe Mitglieder,

      nein Fall ist folgender:

      Meine Elternzeit läuft am 31.12.2018 aus. Ich bin in einem Kleinbetrieb beschäftigt (kleiner 10 Arbeitnehmer- besondere gesetzliche Erleichterungen für den Arbeitgeber)!und habe eine vertragliche Kündigungsfrist von 3 Monaten.

      Ich habe zwei Kinder. Nach der Geburt meines ersten Kindes war der Wiedereinstieg zu den gewünschten Teilzeitkonditionen (30 Std/Woche) kein Problem. Vorher habe ich in Vollzeit gearbeitet.
      Nach der Geburt meines zweiten Kindes habe ich eine Elterzeit von einem Jahr und 5 Monaten angemeldet und bestätigt bekomen. Zwischen den Kindern habe ich 1,5 Jahre gearbeitet.
      Ende August habe ich mündlich bei meinem Chef angefragt, ob ich ab Januar 21 Std./Woche arbeiten könnte. Nun habe ich die Auskunft bekommen, dass keine Arbeit für mich da ist, da meine Arbeit von zwei Kolleginnen übernommen worden ist, die ihre Arbeitsstunden erhöht haben und eine Auszubildende wurde eingestelt, die auf meinem Schreibtisch arbeitet.
      Wir haben für nächste Woche vereinbart uns mit dem Arbeitgeber zu treffen und über die Möglichkeiten zu sprechen.
      Welche Rechte habe ich?
      1) wenn er nicht genug Arbeit für mich hat, werde ich wohl nicht anfangen können. Kann er mich kündigen und von der Arbeit frei stellen?
      2)welches gehalt muss er mir während der Beschäftigung in der Kündigungsfrist zahlen? das Gehalt für die von mir gewünschten 21 Std/Woche?für die 30 Std wie vor der Elternzeit?
      3)Er kann mir eigentlich nur am 01.01.19 kündigen zum Monatsende, also dann erst zum 30.04.2019, da der Januar schon angefangen ist oder?
      4) habe ich Anspruch auf Abfindung?wenn ja von welchem Gehalt aus berechnet? ich habe mit der Elternzeit über 12 Jahre in dem Büro gearbeitet
      5)wenn er mir nun doch Arbeit anbietet, die weniger als 21 Stunden beinhaltet, dann bin ich die jenige die damit einverstanden ist. Muss ich dann kündigen oder kann ich ihn bitten mich zu kündigen?
      oder kann er das dann so darstellen, dass ich damit nicht einevrstanden war und mir einen Aufhebungsvertrag vorschlagen ohne Zahlung einer Abfindung?
      6)oder sollte ich meine Elternzeit verlängern und von mir aus einen neuen Job suchen?
      Viele Fragen und Fragezeichen!
      icIch bitte um eueren Rat!
      Mit freundlichen Grüßen

      • Mehrere Fragen dazu:
        1. Bis wann genau geht deine Elternzeit?
        2. Wieviel Stunden stehen in deinem Vertrag und war die Reduzierung nach dem letzten Kind befristet?

        Du hast nach der Elternzeit Anspruch auf deine Stunden, die du nach Vertrag (egal ob mündlich oder schriftlich hattest), wenn er kein eArbeit für dich hat, muss er jemandem andere Kündigen, denn dir kann er nicht kündigen. Dies geht erst am ersten Arbeitstag nach der Elternzeit mit der entsprechenden Frist. Du bist egal ob mit oder ohne Arbeit laut Vertrag zu bezahlen.

        • Hallo Susannea!
          zu 1. die Elternzeit habe ich bis zum 31.12.2018 beantragt.
          zu 2. mein ursprünglicher Arbeitsvertrag lautet auf 40 Std/Woche also Vollzeit. Nach dem ich nach der ersten Elternzeit wieder gekommen bin, haben wir nur mündlich eine Reduzierung der Wochenstunden auf 30 vorgenommen und das Gehalt entsprechend reduziert. Also wird er mir vermutlich in den 4 Monaten die 30 Std./Woche zahlen müssen, wenn er mich kündigt.

          Er wird niemanden aus den bestehenden Arbeitnehmern kündigen, es ist für ihn einfacher mich zu kündigen und vier Monate zu bezahlen und alles so zu belassen wie es im Moment ist.

          Weißt du vielleicht etwas zu meinen Fragen 4 und 5?

          Wenn er mich in der Kündigungsfrist frei stellt, kann ich mich in Ruhe auf die Jobsuche machen, sollte ich jedoch früher etwas finden, könnte er das ausstehende Gehalt als Abfindung auszahlen und mich zum Arbeitsbeginn bei der neuen Stelle abmelden, damit ich nicht woanders mit Steuerklasse 6 abgerechnet werde... kompliziert!

          So ein Mist!!!

          • 4. Nein Anspruch auf Abfindung hat man nie und da es ein Kleinbetrieb ist, hast du auch kaum Chancen darauf eine zu kriegen, wenn ihr euch nicht auf irgendwas einigt.

            5. Wenn er weniger als 30h dir geben will geht das nur über die Änderungskündigung, die muss er aussprechen.

            Wenn du bis 31.12. Elternzeit angemeldet hast, dann kann dir erst am 1.1. gekündigt werden und ja, dann nicht zum Ende des Monats.

            Und ja, damit hast du nur noch einen Vertrag über 30h/Woche.

                • Er wird mir höchstwahrscheinlich sagen, dass er keine Arbeit mehr für mich hat und dass er mich leider kündigen muss.

                  Wegen drei Monate Kündigungsfrist, wird das erst zum 30.4.19 sein können.

                  Mich interessiert welche Ansprüche ich in diesem Fall habe.

                  • Was er dir vorher sagt, ist egal, du gehst eben einfach hin. Erst dort vor Ort am ersten Arbeitstag darf er dir die Kündigung geben und somit hast du Anspruch auf die Bezahlung von 30h/Woche bis mindestens zum 30.4.

                    Nicht mehr und nicht weniger, weil der Betrieb zu klein ist.

                    • Alles klar, vielen Dank!

                      Meine Schwester regt sich darüber sehr auf und sagt, dass man dagegen vorgehen soll.
                      Sie ist selbst als Geschäftsführerin kurz vor Ablauf der Elternzeit zum Gespräch in ein Restaurant eingeladen worden und dort wurde ihr gesagt, dass der Kollege, der für sie für ein Jahr die Vertretung gemacht hat, als Geschäftsführer eingestellt wird. Durch den Anwalt hat sie damals die Bezahlung des Gehaltes zum Jahresende (Mai-Dezember), Abfindung von über 50.000 € rausgeschlagen und das Firmenauto durfte sie behalten. Ist halt kein Kleinbetrieb gewesen!!!
                      Und sie ist jetzt der Meinung, dass wenn man den Rechtsanwalt einschaltet, mehr bewirken könnte .....
                      Ich habe halt keine Rechtschutzversicherung und so wie es aussieht, würde es sich nicht lohne sich zu streiten, worauf ich sowieso keine Lust habe...

                      Hoffe nur, dass der Arbeitgeber so fair ist und mich von der Arbeit frei stellt.

                      Weißt du wie das mit dem Urlaubsanspruch in dieser Zeit aussieht. Ich habe 30 Tage Urlaub Jahresanspruch, für diese 4 Monate hätte ich theoretisch 10 Tage Urlaub, muss er mir diesen auch gewähren oder auszahlen?oder habe ich keinen Anspruch darauf wenn er mich frei stellt?

                      Danke sehr 😌

                      • Er wird bei einer Freistellung sicher den Urlaub er verbrauchen lassen.

                        • Alles klar! Danke dir für die Auskunft!
                          Nächste Woche will mein Chef ja mit mir sprechen, da melde ich mich sicherlich noch mal.

                          Wie kommt es, dass du so viel darüber weißt!hast du es selbst schon erlebt?

                          • Hallo noch mal!
                            hatte gestern das Gespräch mit dem Chef. Er will mich nicht kündigen, kann mir die gewünschten 21 Std/Woche aber auch nicht anbieten. Er möchte dass ich ab dem 01.12. für 12 Std/Woche anfange. Ob es in absehbarer Zeit mehr wird, kann er nicht versprechen, da einige Mandanten gekündigt haben und keine neuen kommen. Er hätte mich nur gerne wieder.

                            Ich denke, aus dem ungekündigten Arbeitsverhältniss kann ich besser auf die Jobsuche gehen und solange sammle ich wieder Erfahrung. Nach Elternzeit müsste ich einiges auffrischen. Die 12 Std sind mir etwas zu wenig, werde in absehbarer Zeit mir dann was neues suchen.

                            Wenn ich sein Angebot aber nicht annehmen würde, müsste ich dann kündigen?
                            Habe ich durch sein Angebot sonst Nachteile?

                            • Noch mal die Frage, wieviel Stunden hast du laut Vertrag (mündlich oder schriftlich) vor der Elternzeit gehabt? MIt wieviel wolltest du zurück?

                              Ich würde das mit den 12 Stunden so nicht hinnehmen!

                              Ich hatte vorher 30 Std/Woche und will eigentlich mit 21 Std/Woche wieder einsteigen und hatte vor, wenn meine Tochter im Sommer zwei wird, Std aufstocken.
                              Der Chef hat mir aber klar gemacht, dass es leider so aussieht, dass mehr als 12 Std momentan nicht drin sind, langfristig will er mich auf 20 Std aufstocken, weiß aber nicht wann und kann es leider auch nicht versprechen.

                              Ich will den Wiedereinstieg nutzten, um fachlich wieder Erfahrung zu sammeln und wenn ich zum Sommer merke, es wird nicht mehr, mir parallel etwas anderes suchen. Dann halt ohne Stress aus einem gekündigten Arbeitsverhältnis raus einen neuen Job zu suchen.
                              Ich habe den Chefs gesagt, dass es mir eigentlich zu wenig ist und ich es mir überlegen muss und da die Eingewöhnung in der KiTa so tolll gelaufen ist, könnte ich sogar wieder Vollzeit einsteigen!
                              Deswegen werden sie hoffentlich Verständnis dafür haben, wenn ich später von mir aus kündige mit der Begründung, dass ich mehr arbeiten will.

                              Ich weiß nur nicht, wenn ich jetzt sage, dass es mir zu wenig Stunden sind, was sie mir sonst anbieten können...
                              Jetzt gerade ist viel zu tun wegen Jahresende und auch im Januar/Februar wird es noch viel sein, danach sicherlich etwas weniger. Soll ich für diese drei Monate mehr Stunden fordern zB 18 Std (3x6)...
                              Und was ist wenn sie ablehnen :(

                              Du hast einen Anspruch auf 30h und eine Reduzierung kann der AG nicht ablehnen, weil du ihm damit entgegen kommst.

                              Also warum nimmst du es so hin?

                              Weil er es nicht kann und ich kein Stress mit ihm will. Sonst kündigt er mir und ich komme nicht dazu Erfahrung zu sammeln bevor ich mich irgendwo anders bewerben soll, falls er mich aus Ärger frei stellt.
                              Wir hatten bisher ein sehr gutes Verhältniss.
                              Ich versuche es mal mit 3x6h und sage, dass ich ein Anspruch auf 30 Std hätte und ihn mit 18h entgegen komme, ist besser als 12h ;)
                              Heute ist er nicht da, frage mal die andere Chefin, ob wir morgen persönlich sprechen können

                              Was hast du denn für eine Kündigungsfrist, in der kannst du doch problemlos Erfahrungen sammeln.

                              Er hat sich verplant und muss eben im Notfall gucken, wie er zurecht kommt, er weiß ja seit Anfang an, dass du einen Anspruch auf 30h/Woche hast!

                              Dir reichen 12h nicht, also warum sollst du zurückstecken auf Maße, die für dich nicht gehen, wenn er Mist macht?!?

                              Da muss er schon ein bisschen mehr bieten! Zumal du ja dann eh weg willst, also hast du doch nichts zu verlieren.

                              Kann er mir betriebsbedingt küdigen, wenn ich nicht auf die 12 Std. eingehe?

Top Diskussionen anzeigen