Kann man zu nett sein?

    • (1) 13.11.18 - 22:48

      Hi ihr da draußen

      Hab leider keine richtig passende Kategorie gefunden im Zweifel bitte verschieben.

      Meine Frage steht ja schon in der Überschrift. Es passiert mir immer wieder das ich gerade beruflich übergangen werde weil mir ein respektvolles anständiges miteinander wichtig ist.
      Ich bin einfach nicht der Typ Ellenbogen raus. Leider musste ich gerade gestern wieder erfahren das eben wohl genau das aber eine Grundvoraussetzung ist um weiter zu kommen.
      Die Verlogenheit und berechnende Art mancher schockiert mich immer wieder. Ich bin sehr gut in meinem Job aber scheinbar bringt einem das heute nichts mehr.

      Wie geht ihr mit sowas um? Habt ihr euch im Laufe der Jahre angepasst oder ist es euch wichtiger euch treu zu bleiben auch wenn ihr dann irgendwann einfach nicht mehr weiter kommt?

      Lg finchen im Moment doch ziemlich niedergeschlagen und wütend

      Ps nein ich bin keine duck Maus ich kann für mich und meine Positionen eintreten allerdings nicht auf kosten anderer.

      • (2) 14.11.18 - 10:14

        Es ist so. Nur Arschlöcher kommen weiter. Traurig, aber wahr. Ich bin auch nicht so, könnte das auch nie mit mir und meiner Moral vereinbaren.

        (Du musst ein) Schwein sein
        Die Prinzen

        Du musst ein Schwein ....
        Ich war immer freundlich, lieb und nett
        kriegte nie irgend 'ne Frau ins Bett
        und dann auf Macho, cool und arrogant
        plötzlich kamen sie angerannt.
        Und wieder seh' ich wie's im Leben läuft
        wer hart ist, laut und sich besäuft
        kommt bei den Frauen besser an,
        wer will schon 'nen lieben Mann.
        Daraus ziehst Du Konsequenzen
        und Du schaltest um auf schlecht
        die Welt ist ein Gerichtssaal
        und die Bösen kriegen Recht.
        Du musst ein Schwein sein in dieser Welt
        Schwein sein
        Du musst gemein sein in dieser Welt
        gemein sein
        denn willst Du ehrlich durchs Leben geh'n
        ehrlich
        kriegst'n Arschtritt…

        Hallo

        Ich kenne das auch. Ich finde es schrecklich. Bei mir auf der Arbeit funktioniert es genau so wie bei dir. Man muss lächeln, hinterfotzig und egoistisch sein. So sind alle nett, wenn man sich umdreht, bekommt man Messer in Rücken gerammt und wird zum Fraß vorgeworfen. Nur so kann man ggf was reißen.
        Ich habe leider kein passendes Tipp. Ich kann man damit nicht identifizieren und somit bin ich auch sehr viel auf Abstand gegangen. Karriere habe ich großartig nicht gerissen, bin aber gut in meinen Job. Für mich reicht das. Für mich besser so als mich zu verbiegen.
        Bleibt so wie du bist

        Alles Gute für Dich

        LG

        (4) 14.11.18 - 11:09

        Weil das so ist, habe ich bereits früh beschlossen, keine Karriere zu machen, sondern quasi als Arbeitsbiene im Volk zu malochen. Ich gucke lieber in den Spiegel, ohne mich zu schämen, als auf ein dickes Konto.
        Machtkämpfen gehe ich so gut es geht aus dem Weg und wenn mir dann doch jemand versucht, die Butter vom Brot zu klauen, sage ich ihm freundlich und bestimmt, dass ich das a) menschlich unterirdisch finde und b) die Zusammenarbeit für mich an der Stelle beendet ist. Soll sich derjenige bitte einen eigenen Lorbeerkranz basteln.

        Und dann lächeln und winken.

        • (5) 14.11.18 - 11:15

          "b) die Zusammenarbeit für mich an der Stelle beendet ist."

          Schön, wenn man sich seine Kollegen aussuchen kann. Normalerweise ist das aber nicht so.

          • (6) 14.11.18 - 11:27

            Da hast du Recht. Da genieße ich einen absoluten Luxus. In meinem Beruf kommt man notfalls auch als Einzelkämpfer durch.
            Mein Mitleid für die, die mit Arschlöchern zusammenarbeiten müssen.

      Es ist wie bei allem: Manche machen mit Ellbogen Karriere, manche mit Können. Und die individuellen Voraussetzungen im jeweiligen Unternehmen oder der betreffenden Institution spielen eine entscheidende Rolle. Es gibt sicher Unternehmen, in denen sich der Typ "Ellenbogen" besonders gut für Beförderungen in Frage kommen. Vielleicht weil man eine gute Portion Rücksichtslosigkeit in der betreffenden Position voraussetzt.
      Es gibt bestimmt auch den Typus Kollegen, die immer hier schreien, wenn es um das Thema Beförderung geht, unabhängig davon ob die menschlich oder fachlich dafür in Frage kommen. Und ja, manche sind einfach Blender und menschlich eher Typ Widerling.

      Insbesondere Männer neigen da eher zu einer Selbstüberschätzung, Frauen sind tendenziell eher zurückhaltender oder selbstkritischer.

      Grundsätzlich aber zu sagen, es kommen nur Soziopathen oder "Arschlöcher" weiter, ist allerdings völliger Quatsch.

      In jedem Fall muss man aber zeigen, dass man das Mehr an Verantwortung auch anstrebt. Spätestens dann wenn man gefragt wird, ob man sich eine neue, höhere Position mit mehr Verantwortung auch wirklich vorstellen kann. Ein bisschen Selbstvermarktung kann dabei auch nicht schaden. Deswegen ist man aber kein menschlicher Versager.

      Wenn du dich als zu nett einschätzt, liegt das vielleicht auch an deiner Menschenkenntnis. Wenn du dich von anderen ausgenutzt fühlst, die dich nur als Steigbügelhalter für das eigene Fortkommen benutzen, würde ich mich von denen besser fernhalten oder die Unterstützung auf ein notwendiges Minimum herunterfahren. Und dabei die eigenen Interessen nicht aus dem Auge verlieren. Oder eben auch, Thema Selbstvermarktung, das Gespräch mit deiner Vorgesetzten/deinem Vorgesetzten suchen und dich für höhere oder mehr Aufgaben empfehlen. Das kann nie schaden und nimmt dir auch niemand übel. Viele Unternehmen sind dankbar für Mitarbeiter, die sich auch pro-aktiv bemühen.

      Man muss bestimmt nicht zum völligen Charakterschwein mutieren um Karriere zu machen. Wobei - unbestritten - manche Positionen und ab einem gewissen Level, wie eingangs erwähnt, ein bestimmtes Maß an Cleverness und Skrupellosigkeit erforderlich ist.

      Nach 40 Jahren in einer reinen Männerdomäne (mit nur abschnittsweise der einen oder anderen Frau dabei) muss ich sagen: Ja, man kann zu nett sein. Everybodys Darling ist ganz schnell everybodys Depp. Soll aber auf keinen Fall heißen, dass man zum Schleimer, Arschkriecher oder Ellenbogenschwein mutieren muss.
      Ich kam am besten durch mit ehrlicher, offener und direkter Art - wenn nötig, auch mal sehr direkt, ohne jede Zimperlichkeit. Man muss nicht beleidigend werden, aber man darf sich wehren.
      Mein Oberboß sagte in seiner Rede bei meiner Verabschiedung wörtlich:" Bei Frau *** wusste ich jederzeit, woran ich war und dass sie mich nie angelogen oder angeschleimt hat, das habe ich immer geschätzt, selbst wenn sie fast frech wurde..." #rofl#rofl (Keine Ahnung, warum alle Kollegen so fies grinsten#cool)
      Du darfst durchaus Deine Interessen vertreten mit klarer und freundlicher Art. Die Typen. die es "hintenrum" versuchen, sind meist ohnehin nicht sehr beliebt bei Chefs, die kennen ihre Pappenheimer schon.
      LG Moni

      • Das erinnert mich an eine Chefin, die ich einmal hatte. Es war damals eine Weiterbildungsstelle, ich war zunächst froh, diese Stelle zu haben, stellte aber schnell fest, dass ich für einen Hungerlohn (1600€ brutto als Zahnärztin mit Berufserfahrung im Weiterbidlungsberuf in München) quasi Mädchen für alles war und natürlich immer an allem Schuld... Ich hab das Ganze ein halbes Jahr lang gemacht, dann habe ich gekündigt. In diesem halben Jahr war ich aber eher das Mäuschen, was immer alles geschluckt habe. Nach meiner Kündigung bat mich die Chefin um ein Gespräch, und da ich ja nichts mehr zu verlieren hatte, hab ich der Chefin mal die Meinung gegeigt. Ihre Antwort darauf: "So gefallen Sie mir!"
        Mittlerweile habe ich gelernt, MEINEN Weg zu gehen, allen kann ich es sowieso nicht Recht machen, von daher suche ich einen Weg, wo ich mich möglichst wenig verbiegen muss. Allerdings bin ich jetzt selbstständig und muss nur mit meinem Mit-Chef auskommen, halb also niemanden mehr über mir. Das macht es einfacher.

        LG

    <<< ist es euch wichtiger euch treu zu bleiben>>>

    Absolut.

    Anderen kann ich im schlimmsten Fall den Rücken zukehren, aber mir selbst muss ich jeden Tag im Spiegel in die Augen sehen können.

    Man kann beruflich durchaus aber auch die richtigen Leute auf sich aufmerksam machen, ohne die Ellenbogen ausfahren zu müssen. Das dauert etwas länger, ist aber wesentlich nachhaltiger wenn man durch tatsächliche Leistung auffällt, und nicht weil man am lautesten brüllt.

    Und Deine Hauptfrage: "Kann man zu nett sein?" Nein....finde ich nicht, solange es ehrlich gemeint ist !

    (11) 14.11.18 - 14:01

    Wenn du weiterkommen willst, gehört eine Portion Härte dazu. Sonst bist du als Führungsperson in manchen Bereichen nicht geeignet.

    Das heißt aber nicht, dass per se jeder, der obere Ränge anstrebt, ein Arsch ist.

    Vielleicht bist du nicht geeignet, für die große Karriere. Wie auch immer die aussähe in deinem Bereich.
    Und wie definierst du "zu nett"? Oder wie definierst du deine Kollegen/Vorgesetzten? Was tun die denn, dass die bei dir so verlogen und berechnend rüberkommen?

    Ist vielleicht nur eine subjektive Einschätzung von dir, oder gibt es konkrete Beispiele?

    Gruss
    agostea

    • (12) 15.11.18 - 14:48

      Ich denke schon, dass man zu nett sein kann.
      Mein Mann ist jemand, der ganz schlecht "Nein" sagen kann. Wann immer Not am Mann ist, springt er ein, krank zu hause bleibt er nur, wenn er den Kopf schon unter dem Arm trägt. Wer dankt es ihm? - Niemand. Ganz im Gegenteil, es ist für alle selbstverständlich, dass er ja sagt, dass er immer da ist, dass er immer zurücksteckt. Und so kam vor 2 Jahren sein Chef und wollte ihm von 5 Wochen Urlaub, die ihm zustehen, 4 nicht in der gewünschten Zeit geben (war seit Monaten eingereicht und geplant) - mit der Folge, dass wir in dem Jahr keinen gemeinsamen Urlaub und einen zusätzlichen Betreuungsbedarf für die Kinder gehabt hätten. Aber vermutlich hätte mein Mann sogar das noch geschluckt, wenn ich nicht hinter ihm gestanden hätte und ihn zum Protest gezwungen hätte. Aber diese Begebenheit hat ihm gezeigt, wie wenig sein Chef seine Gutmütigkeit zu schätzen weiß, und seit dem sagt er schon eher mal etwas, um seine Interessen durchzusetzen.

      LG

(13) 15.11.18 - 05:50

Hallo,

ich kenne das leider auch. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld.

Das muss man einfach für sich selbst entscheiden und ich möchte nicht so werden wie die anderen und mache eben nicht groß Karriere.
Ich glaube an Karma und denke, die anderen bekommen das alles wieder heim bezahlt.

LG Tina

  • (14) 15.11.18 - 08:53

    Ich halte deine Antwort und die Denkweise dahinter für ziemlich kurz gedacht. Als wenn nur ein Entweder Oder gäbe zwischen Karriere = zum verlogenen Charakterschwein mutieren und keine Karriere = ehrlich und aufrecht.
    Das ist so simpel wie falsch, analog zu arm aber ehrlich und reich aber schlechter Mensch.

    Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, diese Vereinfachung nutzen häufig Leute, die eben auch nie in der Lage waren, sich beruflich nach oben zu entwickeln. So hat man auch gleich für das eigene "Versagen" ein bequemes Alibi und es kommen die üblichen Plattitüden, wie man "könne sich morgens noch im Spiegel anschauen". Sinngemäß: Man sei zwar erfolglos aber dafür am Ende der bessere Mensch.

    Ich will nicht bestreiten, wie ich schon geschrieben habe, dass es sicher viele Fälle gibt, wo Cleverness, Skrupellosigkeit, Ehrgeiz und Verbissenheit Karrierehelfer sind und das Menschen, die aufgestiegen sind, mit der neuen Macht ihren neuen Untergebenen gegenüber nicht immer reif und souverän und menschlich umgehen.

    Aber diese Vereinfachung auf die da oben = schlecht, die da unten = gut ist Nonsens.

    Ich habe die einen wie die anderen kennen gelernt und war und bin selbst in Führungspositionen, wenn auch nicht im Top Management. Bei nicht wenigen kann man tatsächlich sagen, dass sie eben keine menschlichen Zivilversager sind sondern prädestiniert für die Führung, auch mir einem verständisvollen Antlitz. Aus meiner Perspektive als Untergebener, der ja auch einen Chef oder Chefin hat, haben insbesondere Frauen ein sehr gutes Bild als Führungskraft hinterlassen, ohne zu vergessen, dass es auch bei denen ein oder zwei "Arschlöcher" gab, die aus meiner Sicht der Rolle einer modernen Führungskraft nicht gerecht wurden..

    • (15) 15.11.18 - 09:21

      Da hast du ganz sicher recht. Nachdem ich deine Texte gelesen habe, ersetze ich "zu nett" durch "zu weich". Zumindest in meinem Fall trifft es wohl eher zu, dass ich zu weich bin. Ich bin ein Harmonie-Monster und Konflikte - und seien sie noch so wenig persönlich gemeint - gehen mir an die Substanz.
      Daher scheue ich sie. Ich glaube aber ganz sicher, dass man nicht führen kann, wenn man Konflikte, die zwangsläufig entstehen, nicht aushalten kann.
      Und ich empfinde "Weichheit" nicht als besser. Es ist einfach nur so, dass ich weiß, dass ich so bin und ein Antrainieren von mehr "Härte" oder Durchsetzungsbereitschaft dazu führen würde, dass ich nicht mehr authentisch wäre und mich dann vermutlich nicht mehr im Spiegel anschauen könnte. Ich bin´s halt einfach nicht. Ich finde das aber auch total okay und kenne durchaus auch nette Führungspersonen.

      Deinen Eindruck, dass Frauen besonders gut führen, teile ich allerdings nicht. Alle Chefinnen, die ich hatte, haben ihre vermutlich von ihnen als Manko empfundene Weiblichkeit durch eine Arschloch-Attitüde versucht wettzumachen.

      Aber sicher gibt es auch Frauen in Führungspositionen, die nicht so sind.

      • (16) 15.11.18 - 10:07

        Es ist doch schon mal eine gute Voraussetzung wenn man seine Defizite kennt. Defizite hinsichtlich bestimmter Positionen. Zu "weich" zu sein, wie Du es nennst, kann ja in anderen Rollen, die man als Mensch ausfüllt, durchaus ein Plus sein.

        Man kann konsequentes Handeln lernen, die wenigsten Menschen werden als Führungskräfte geboren. Insofern bleibt eine Grundvoraussetzung: Man muss es wollen.

        Was man allerdings immer einplanen sollte, ist ein Mehr an Arbeit, zumindest nach meinem Führungsverständnis. Man hat eine Vorbildfunktion und ich kann von meinen Mitarbeitern keine Höchstleistungen erwarten und selbst um 16:00 Uhr den Laptop zuklappen. Gleichzeitig habe ich aber das Verständnis von Führung, dass ich immer der Ansprechpartner meiner Mitarbeiter bin, weil nur ein besonderes Vertrauensverhältnis das Beste aus einem Team herausholen kann. Deswegen habe ich schon mal meine Ideen als die meiner Mitarbeiter in Runden oder Gesprächen mit Vorgesetzten oder anderen Kollegen meiner Ebene verkauft. Denn wenn meine Mitarbeiter gute Ideen haben, ist das ja auch immer mein Verdienst. Win Win also.

        Es gibt sicher sehr unterschiedliche Auffassungen davon, was eine Führungskraft ausmacht. Ebenso sind die Wege, die man beschreiten kann um Karriere zu machen, sehr unterschiedlich. Und klar, es gibt auch welche, deren Ehrgeiz vor allem mit Rücksichtslosigkeit gepaart ist. Die so dickfellig sind und immun gegen jegliche Selbstkritik. Für mich kein Weg ich muss aber akzeptieren dass es auch die gibt. Und wenn deren Abteilungen oder Bereiche am Ende erfolgreich im Sinne des Unternehmens arbeiten, verdient auch das meinen Respekt. Sympathisch sind die mir trotzdem noch lange nicht.

        Und da gebe ich Dir am Ende sogar Recht: Man sollte nichts tun, zumindest nicht dauerhaft, dass man sich am Ende des Tages nicht mehr im Spiegel anschauen kann.

        Ich musste einmal in einem früheren Job aufrund der wirtschaftlichen Situation, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Kündigung aussprechen, natürlich nach einen Sozialplan. Insgesamt 15 Gespräche innerhalb einer Woche. Das ist mir sehr schwer gefallen, jedes Gespräch war ein Ganz nach Canossa, zumal dabei auch Kollegen waren, mit denen ich privat befreundet war. Das war dann so eine Phase, wo ich mir abends im Spiegel sagte: So wolltest du doch nie werden.

        Am Ende muss man damit zu leben lernen und das Große und Ganze im Auge behalten. Das gilt natürlich auch für jeden Menschen, auch für solche die nicht Karriere in dem herkömmlichen Sinne machen.

        Frauen habe ich tatsächlich als sehr kommunikative Wesen in Führungspositionen erlebt, die sehr integrativ arbeiten und denen Harmonie wichtig ist zumindest dahingehend, dass sie sie weniger per Diktat entscheiden aber ein Ohr offen haben für die Ideen anderer. Ausnahmen gab es unbestritten.

        Aber wie gesagt, es kommt alles auch auf den Beruf, das Unternehmen, ja auch die Kultur und das Rollenverständnis von Mann und Frau an.

(17) 15.11.18 - 11:34

Dazu kann ich dir ein sehr gutes Buch empfehlen:
Peter Modler: das Arroganzprinzip
Dort wird sehr gut beschrieben, wie manche Führungskräfte und auch Kollegen ticken und wie man damit umgehen kann.

Ellbogen raus hat mal mit Verlogenheit, Hinterlist nichts zu tun.

Ich glaube, du vermischt hier zwei Sachen.


Ellbogen hat man, ohne hinterlistig zu sein, wenn man offen, sachlich ist, ruhig auch mal sich einmischt, wenn alle am Tisch sitzen, man darf auch Mal unterbrechen und bei Irrwegen seine Meinung vertreten.

Hinterlist und Verlogenheit: das brauchen nur die, die keine Ellbogen haben, die sich nur durch Tratsch trauen, ihren Mund zu öffnen... Weil sie wissen, dass in der grossen Runde eine Lüge sofort aufgetischt wird.


Nein, man muss nicht nett sein. Man ist aber noch lange nicht verlogen, nur weil man die Dinge beim Namen nennt!

Du musst nicht nett sein, sondern sachlich bleiben.

Nett sein, immer ja sagen und brav nicken wird dich nicht weiter bringen.

Sag mal nur Ja zu echten Herausforderungen, nicht zum Kaffebringen. Jeder kann sich seinen Kaffee selbst holen. Und auch das darf man offen sagen.



Hilft dir das?

(19) 15.11.18 - 16:47

Hallo,

Ich war mal in einem Büro beschäftigt. Habe mir den Hintern aufgerissen. Beförderung oder Lohnerhöhung gab es selbst auf Nachfrage nicht. Andere bekamen das.
Dann fragte ich einen Kollegen was da los sei. Die Antwort war:


"Wenn du hier als Frau was erreichen willst musst du schon die Strumpfhose runterlassen"


Ich dachte ich höre nicht richtig. Aber scheinbar kommt solche Dreistigkeit weiter.

Leider hat es auch mit Konkurrenz usw. Zu tun. Jeder will mehr und mehr und mehr.


Ich ändere mich trotzdem nicht. Ich bin mit meinem Job und Gehalt jetzt zufrieden.


Gruß Birgit

(20) 17.11.18 - 10:51

Hallo finchen84,

erstmal muß man sich ja fragen, was es bedeutet, wenn man von "beruflichen Weiterkommen" spricht. Meist ist ja damit ein Aufstieg in der Führungshierarchie des Unternehmens gemeint.

Aber: Wenn jemand aus seiner Position in eine Fürungsposition "befördert" wird, heißt das nicht auch gleichzeitig, daß er auf seiner aktuellen Position entbehrlich ist und/oder einfach durch einen Nachfolger ersetzt werden kann?

Ich z.B. arbeite für meine Fima seit ca. 18 Jahren auf der gleichen Position, und ich werde bei Beförderungen regelmäßig "übergangen", weil meine Firma nicht das Risiko eingehen will, jemanden neu einarbeiten zu müssen.

Ja, mein Arbeitsplatz ist so ziemlich sicher, aber meine Aufstiegschancen sind ziemlich mau....

Und ich bin in den letzten 10 Jahren "zu nett" gewesen, da ich nur mit zu wenig Nachdruck nach einer Gehaltserhöhung gefragt habe. Das wird sich aber jetzt ändern, habe ich mir vorgenommen.

Also: Wenn Sie bei Beförderungen übergangen werden, dann kann das auch daran liegen, daß Sie Ihre jetzige Arbeit einfach zu gut machen.

Viele Grüße!

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