Maßnahme bei der Arge mit Stillbaby?

    • (1) 14.11.18 - 23:42
      Inaktiv

      Hallo zusammen,

      ich habe eine Tochter, die im Dezember 1 Jahr alt wird. Ich habe 1 Jahr Elternzeit.

      Mein Arbeitgeber ist jedoch mittlerweile insolvent, sodass ich mich arbeitslos melden muss, wenn die Elternzeit rum ist. Ich hatte aber bereits einen Termin beim Arbeitsamt. Da wurde mir gesagt, dass ich dann eine Maßnahme machen muss (3 x 3h pro Woche).

      Ich hätte in der Regel immer jemanden in meiner Familie, der die Kleine solange nehmen könnte, sei es nun meine Mutter, Schwiegermutter oder jmd anderes.

      Der Punkt ist aber, dass ich meine Tochter noch stille. Bisher waren wir nie länger als 2 Stunden voneinander getrennt, weil sie länger auch nicht bleibt, ohne die Brust zu wollen, auch zur Einschlafhilfe. Ich habe sie versucht abzustillen, ohne jeden Erfolg.

      Wenn sie zb in der Zeit wo ich nicht da bin die Brust möchte weil sie müde ist oder aus einem anderen Grund dann würde sie durchdrehen und diejenige Aufsichtsperson würde verzweifeln mit ihr.

      Meint ihr die Arge kann diesem
      Grund annehmen um die Maßnahme abzulehnen und mir keine Geldsperre zu geben? Ich kann doch nicht mein Kind schreien lassen und währenddessen in diesem völlig sinnlosen Bewerbungstraining sitzen, ich weiss gut genug wie man sich bewirbt. Ich war schon mal 1 Monat lang arbeitslos, da musste ich auch keine Maßnahme machen??!

      • Hi. Ich würde sagen, nimm sie mit. Dann kannst du ihr zur Not dort die Brust geben. Wenn sie damit nen Problem haben, dann sollen die sich was überlegen. Abpumpen und Flasche geben lassen klappt nicht?

        LG Miralinchen mit ihrem Dante

            • (5) 15.11.18 - 00:52

              Doch dann sehen die wenigstens dass es so nicht klappt dann hab ich sie wenigstens bei mir wenn sie quengelt und müde wird. Kaum komm ich aus der Elternzeit raus soll ich in eine Massnahme, die sollen das wenigstens zeitlich nach hinten schieben, sodass ich sie noch entwöhnen kann.

              • Eben nicht.
                Das ist einzig und allein dein Problem.
                Siehe anderen Post.

                Ähm und was hättest du gemacht, wenn dein Arbeitgeber nicht insolvent wäre? Wenn du dem Arbeitsmarkt nicht zur verfügung stehst bekommst du natürlich auch kein alg1, ist ja auch logisch. Wann willst du denn wieder arbeiten und ab wann ist deine Tochter in Betreuung? Vielleicht entwöhnt sie sich von der Brust, wenn du mal weg bist?

                Na, wenn dein Arbeitgeber nicht insolvent wäre, müßtest du ja zu dem Arbeitgeber zurückkehren, oder unbezahlte Elternzeit einreichen....

                Ab dem 1. Tag, an dem Du ALGI beziehen willst, musst Du auch für die angegebene Stundenzahl pro Woche zur Verfügung stehen, ob für Maßnahmen oder Jobs und das natürlich OHNE Kind.
                Eine Betreuung für das Kind ist Voraussetzung, überhaupt ALGI beziehen zu können.

                Gruß
                W

            Fände ich auch eine Zumutung - für Mutter, Kind und ALLE anderen Teilnehmer!
            Dann lieber "ich möchte nicht" sagen und selbst den Lebebsunterhalt bestreiten :-).

      Was für ei Vorschlag. Du kannst doch kein Kind mit zum Bewerbungstraining nehmen. Die Teilnehmer sollen sich dort konzentrieren, was tun. Da stört so ein Kind nur.

Handelt es sich um ALG 1 oder 2?
Bei ALG 1 musst du grundsätzlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen - d.h., für die Versorgung deines Kindes muss gesorgt sein. Bei 3 Stunden kannst du - meines Wissens nach, auch keine "Stillpause" beanspruchen.
Sollte es sich um ALG 1 handeln & du direkt nach der Elternzeit von Deinem Bearbeiter zur Maßnahme verdonnert wurdest, würde ich mich an den Vorgesetzten wenden! ...eigentlich sollte Dir eine gewisse Zeit zur Eigeninitiative möglich sein!

  • (14) 15.11.18 - 00:40

    Hallo es handelt sich um ALG I. Ja genau ich soll direkt die Maßnahme beginnen, schätze ab nächstes Jahr, meine Elternzeit endet ja jz im Dezemeber. Ich werde nochmal mit denen reden müssen.

    • (15) 16.11.18 - 16:58

      Hallo.
      Du musst dir mal eine der ersten Fragen im Alg I Antrag angucken. Du bist bereit alles zu tun um deine Arbeitslosigkeit zu beenden. Dazu gehört auch eine Maßnahme.

      Solltest du den Grund nennen, dass du keine Betreuung für dein Kind hast bzw. es nicht in Betreuung geben kannst, dann stellst du dich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und hast demnach auch kein Anspruch auf Alg I.

      Alles Gute.

In welchem Paragrafen steht das mit der Zeit zur Eigeninitiative?! 🤔🧐

"...würde ich mich an den Vorgesetzten wenden! ...eigentlich sollte Dir eine gewisse Zeit zur Eigeninitiative möglich sein! ..."

Ist das Deine persönliche Meinung oder gibt es tatsächlich so eine gesetzliche Regelung?

  • Das ist meine Meinung - ich habe keine Ahnung, ob es dazu Gesetzes- und Handlungsvorschriften gibt.
    Allerdings finde ich es schon sehr frech und anmaßend, eine Mutter direkt nach 1 Jahr Erziehungszeit zur Maßnahme (unter Androhung von Kürzung) zu schicken, ohne Zeit für Eigeninitiative zu lassen. Die Mutter ist ja nicht wegen Untätigkeit oder sonstigem Selbstverschulden arbeitslos geworden.
    Auch kann man argumentieren, dass im Falle einer neuen Tätigkeit die Organisation der Kindsbetreuung natürlich nötig ist & auch möglich gemacht werden kann. Im Falle aber von einer kurzen Maßnahme "lohnt" es sich gar nicht, das Kind zu einer Betreuung anzumelden, da man diese dann ja nicht nach einem Monat wieder kündigen kann (bzw. das auch für das Kind unzumutbar wäre). Kinderbetreuung ist schon etwas langfristiges & bedarf auch gewisser finanzieller Mittel, die man durch eine neue Tätigkeit erwirtschaften kann, nicht jedoch mit einer Maßnahme. (Damit, dass das Kind zwischendurch noch Brustnuckeln will, würde ich nicht argumentieren, da das im Falle einer neuen Tätigkeit ja auch so wäre & damit der neuen Tätigkeit im Weg stehen würde.)

    • Mit der Eigeninitiative fängt man aber doch nicht erst an, wenn es schon "zu spät" ist.
      Man weiß doch wann die Elternzeit endet und versucht bis dann einen neuen Job zu haben.
      Und wenn das nicht - dann sucht man sich bis dahin ein funktionierendes Betreuungsmodell, um DANN direkt mit der Suche durchstarten zu können.

      Aber man sagt nicht, "ich mach jetzt erstmal 1-2 Monate arbeitslos und ändere dann was".

      Das ist nicht Sinn und Zweck des Systems.

      • Das ist wohl wahr... Andererseits kann es ja sein, dass die TE erst kürzlich von der Insolvenz erfahren hat. Zum anderen gibt es auch Regionen, in denen bei der Kinderbetreuungsplatzvergabe diejenigen Eltern bevorzugt werden, die eine aktuelle Tätigkeit (bzw. deren Wiederaufnahme) nachweisen können.
        ...ich plädiere hier nicht für ein Ausnutzen des Sozialsystems, wohl aber für Verhältnismäßigkeit!

        • Ja, aber wenn die TE erst kürzlich von der Insolvenz ihrer Firma erfahren hat, musste sie ja bis dato davon ausgehen, dass sie nach einem Jahr wieder in der Firma einsteigen wird und die Tochter entsprechend entwöhnt sein muss, oder?!

          Und? Sie hätte nach 1 Jahr wieder arbeiten müssen, also hätte sie das Problem mit dem Kind auch gehabt.
          Wobei ich nicht verstehen kann, das man es nciht schafft, ein 1 jähriges Kind etwas mehr von Mama abzugewöhnen. Das ist ein LErnprozess, den hat sie wohl nicht ernst genommen.

    Und mit dieser persönlichen Meinung, die mit der tatsächlichen rechtlichen Grundlage überhaupt nicht übereinstimmt, schickst Du die TE zum Vorgesetzten ihres Sachbearbeiters?
    Die verfügbarkeit ist Grundlage für den Bezug von ALGI und somit auch eine gesicherte Betreung für das Kind. Die braucht sienicht nur für die Dauer evtl Maßnahmen, sondern während des Bezuges von ALGI grundsätzlich und darum muss man sich vorher rechtzeitig gekümmert haben. Hätte sie ihren Job noch oder sofort einen Neuen, könnte sie auch nicht erst am ersten Arbeitstag anfangen, die Betteuung des Kindes zu organisieren und gleichzeitig erwarten, ihr Gehalt zu bekommen.

    Die "finanziellen Mittel" für die Betreuung während der Maßnahme erhält sie in Form des ALGI und es gibt ja einen Vater, der seinem Kind zu Unterhalt verpflichtet istund der Mutter auch Betreuungsunterhalt zahlen muss.

    • "[...] Damit ist das Arbeitslosengeld keine Sozialleistung im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenversicherung, die man sich während der aktiven Beschäftigungszeit erarbeitet hat." (https://www.alg-i.de/) --> Damit würde ich sehr wohl auf Verhältnismäßigkeit argumentieren - auch & sehr wohl beim Vorgesetzten!!
      ...bzgl. der finanziellen Seite der TE kann ich keine Aussagen machen, weiß aber sehr wohl, dass das nicht immer so einfach ist, wie du es darstellst...

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