Mangelfall Unterhalt, Unterhaltsvorschuss zurückzahlen?

    • (1) 16.11.18 - 10:17

      Hallo , ich habe eine Frage. Der Kindsvater gehört zur Mangelfallberechnung beim Unterhalt. Den Rest darf sich Frau ja vom Unterhaltsvorschuss aufstocken lassen. Geht das dann irgendwann mal auf die Kappe vom Vater? Muss der das auch zurück zahlen ans Amt oder wie läuft das?

      LG

      • (2) 16.11.18 - 11:01

        Ja, das muss er. Und der Titel bleibt 30 Jahre bestehen. Also wenn möglich, frühzeitig damit anfangen mit dem Zurückzahlen.

        • (3) 16.11.18 - 11:06

          Dann verstehe ich aber nicht warum das Amt erstmal eine Mangelfallberechnung macht und dann aber trotzdem dem Mann mehr Geld aus der Tasche zieht?? Erkenne ich keinen Sinn drin. Wie soll man das denn machen? Sagen wir mal Unterhalt liegt bei 40 Euro pro Kind. Drei Kinder sind es.. und wenn die Frau dann auch noch UV für den Rest holt sind wir ja pro Kind bei 114 zusätzlich.
          Da brauchen die ja mit selbstbehalt nicht anfangen. Ich erkenne den Sinn nicht ganz.

          • (4) 16.11.18 - 11:14

            Der Vater ist unterhaltspflichtig. Und wenn er nicht bzw. nicht alles zahlen kann, dann schießt der Staat dem Vater den Unterhalt vor. D. h. aber nicht, dass er es dem Staat nicht zurückzahlen muss. Und der Staat bezieht den Vorschuss aus Steuergeldern, die die arbeitende Bevölkerung finanziert. Also finanziert sozusagen die arbeitende Bevökerung den Unterhaltsvorschuss für die Väter, die eben das nicht bezahlen können oder wollen.

        (5) 16.11.18 - 12:13

        Das ist in zwei Aspekten nicht richtig.

        1. Würden regelmäßige Forderungen aus einem laufenenden Titel nach 3 Jahren verjähren. 30 Jahre dauert die Verjährungsfrist nur, wenn ein Unterhaltsrückstand als Gesamtbetrag (zB 10.000 Euro für die Jahre 2014+2015) tituliert wurden.

        2. Wenn es keinen Titel gibt und der Pflichtige nicht leistungsfähig ist, muss auch der UHV nicht zurück gezahlt werden. Wenn er leistungsfähig wäre aber leistungsunwillig, dann muss er zurückzahlen.

        LG

        • (6) 16.11.18 - 18:04

          Das heißt ja also das er das in diesem Fall doch nicht zurück zahlen muss? Denn es es wird ja vom Amt ausgerechnet das er nur fähig ist 40 Euro pro Kind zu bezahlen. Deswegen verstehe ich eben nicht, wenn das Amt den UV zurück haben wollen, könnten sie ihn ja gleich zu 150 Euro pro Kind verdonnern, oder sehe ich das falsch?

          • (7) 16.11.18 - 21:23

            Wenn er nur 40 Euro leisten kann und das Jugendamt ihn nicht versucht zu betuppen, dann muss er es nicht zurück zahlen.

            Die prüfen aber natürlich, ob er genug dafür tut, Vollzeit zu arbeiten und könnten ihn auffordern, sich einen Nebenjob zu suchen. Aber mal angenommen, er würde im gelernten Beruf zB Vollzeit und Schicht arbeiten und mehr ist nicht drin, dann ist das so.

            LG

            (8) 18.11.18 - 13:33

            Muss der familienferne Elternteil den Unterhaltsvorschuss zurückzahlen?
            Schon der Begriff „Unterhaltsvorschuss“ legt nahe, dass die gezahlten Leistungen in irgendeiner Art und Weise zurückgezahlt werden müssen. Das Jugendamt tritt in Vorleistung für den Barunterhaltspflichtigen. Dieser kann vom Jugendamt aber in Regress genommen werden.

            So regelt § 7 UVG beim Unterhaltsvorschuss die Rückzahlung wie folgt: Der familienferne Elternteil den Vorschuss nur zurückzahlen muss, wenn er auch leistungsfähig ist. Darüber hinaus kann er nur für den Zeitraum in Regress genommen werden, in dem er auch Kenntnis über den Antrag auf Unterhaltsvorschuss hatte bzw. er belehrt wurde, dass er für die gezahlten Leistungen in Regress genommen werden kann.

            Gibt der Unterhaltsschuldner an, nicht leistungsfähig zu sein, so muss er dies beweisen. Unter Umständen berechnet das Jugendamt ein fiktives Einkommen und der Barunterhaltspflichtige muss zahlen.

            Die Verjährungsfristen belaufen sich auf drei Jahre. Die Frist beginnt mit Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Darüber hinaus muss der familienferne Elternteil Kenntnis erlangt haben und entsprechend belehrt worden sein. Erhält der Unterhaltsschuldner keine Kenntnisse, beläuft sich die Frist auf 10 Jahre. Sofern ein rechtskräftiger oder vollstreckbarer Titel für diesen Zeitraum vorliegt, verjährt die Angelegenheit nach 30 Jahren.

            Nachzulesen hier:

            /www.familienrecht.net/unterhaltsvorschuss/

            Also ganz so sicher ist es dann doch nicht. Einfach mal beim JA nachfragen oder einen Anwalt.

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