Gehaltsanpassung mit neuem Vertrag für Teilzeit

    • (1) 19.11.18 - 11:12

      Hallo zusammen,

      kurz zu meiner Ausgangssituation:
      ich bin seit 11 Monaten Mutter eines ganz wunderbaren kleinen Jungen. Ich arbeite nun seit Mitte Juli wieder in meinem alten Job in Vollzeit, während mein Mann bis Mitte Februar 2019 in Elternzeit ist. Ich bin seit mittlerweile 6 Jahren in dem Unternehmen und habe seither keine Gehaltsanpassung eingefordert, seither haben sich meine Fähigkeiten natürlich auch verändert und weiterentwickelt.
      Unser Sohn ist gerade in der Eingewöhnung für den Kindergarten und wird ab Februar 2019 dann 45 Stunden die Woche dort sein. Sein Platz kostet uns aktuell 168 Euro monatlich, ab Februar dann 209 Euro + 38 Euro Essensgeld.
      Ich werde ab Februar auf eine 30 Stunden Woche reduzieren, um ihn aus dem Kindergarten abholen zu können.

      Ich hatte bereits vor ungefähr 2 Monaten ein Gespräch mit meinen Vorgesetzten bzgl. meiner Arbeitsstundenanpassung ab Februar und einer gewünschten Weiterbildung, die ich im Januar absolvieren werde (1. da ich mich breiter aufstellen möchte und 2. um meine Attraktivität für die Firma zu steigern und auf lange Sicht mehr Gehalt zu verdienen) und eben bzgl. der Stundenreduzierung meiner Arbeitszeit.
      In diesem Gespräch haben sich meine Vorgesetzten eigeninitiativ meine Ausgaben für den Kindergarten und mein Ticket notiert und mir gesagtt, dass sie sich etwas überlegen, um mir entgegen zu kommen. Eben um mir den langen Arbeitsweg (2 Stunden pro Strecke) und die "hohen" Kosten etwas zu erleichtern.
      Ebenfalls sagten sie, dass sie ein Auge auf mich geworfen haben und mich gezielt fördern möchten und dass ich zu den Leistungsträgern des Unternehmens gehöre.
      Im Januar soll dann ein neuer Vertrag aufgesetzt werden.
      Ich hege nun schon längere Zeit den Wunsch nach einer Gehaltsanpassung, habe diesen Wunsch aber auf Eis gelegt, als ich damals von meiner Schwangerschaft erfahren habe und wollte mich nun, nach meiner Elternzeit erst einmal wieder neu in der Firma positionieren.
      Bis jetzt habe ich noch nichts von meinen Vorgesetzten gehört und bin mir unsicher, ob ich bereits nach einem Gespräch bzgl. einer Gehaltsanpassung für das kommende Jahr bitten soll.
      Ich möchte meine Chancen natürlich nicht minimieren, indem ich jetzt zu voreilig handele, bin mir aber auch nicht sicher, ob die Äußerungen hinsichtlich des Entgegenkommens im Sande verlaufen und/oder, ob diese meine Vorstellung der Höhe der gewünschten Gehaltsanpassung abdecken.

      Würdet ihr nach einem Gespräch fragen oder lieber noch warten?
      Tatsächlich wäre das meine erste Gehaltsverhandlung und diese möchte ich natürlich im besten Fall erfolgreich hinter mich bringen.

      Vielleicht gibt es hier ja Leute, die in dem Bereich schon Erfahrungen sammeln konnten und mir einen Tipp geben können.

      Ich möchte hier natürlich Vernunft und Geschick vor Ungeduld walten lassen.


      LG

      • Sorry, wenn ich das so sage, aber Du bist ein Paradebeispiel dafür, dass Frauen deutlich weniger als gleichwertig qualifizierte Männer verdienen.
        Du läßt Dich hinhalten, triffst keine genauen Vereinbarungen, hoffst, dass sie irgendwann auf Dich zukommen, schiebst Deinen Wunsch nach Gehaltserhöhung aufgrund der Familienplanung nach hinten usw.

        Eine Gehaltserhöhung sollte auch definitiv nicht mit irgendwelchen Kitakosten begründet werden. Was gehen denn Deine Vorgesetzte eure Kitakosten an? Ist es deren Kind oder Deins? Was hat die Bezahlung Deiner Arbeit zu tun mit Deiner Entscheidung, ein Kind zu bekommen und in die Kita zu geben? Richtig. Nichts.
        Einzig entscheidend ist, welche Vorteile Dein Arbeitgeber durch Dich und Deine Arbeit hat!

        Mach Dir erstmal Gedanken darüber, warum Du eine Gehaltserhöhung verdient hast: weil Du gute Arbeit leistest
        weil Du Dein Wissen und Deine Fähigkeiten 6 Jahre lang verbessern konntest
        weil Du Projekt XYZ super abgeschlossen hast
        weil Du jahrelang Zuverlässigkeit und Betriebstreue gezeigt hast
        weil Du beigetragen hast, dass die Firma Gewinn gemacht oder Kosten eingespart hat
        usw.
        Dann überlegst Du Dir 1-2 Varianten der möglichen Gehaltserhöhung, z.B. monatlich x Euro mehr oder höherer Bonus oder kostenlose Weiterbildung oder Firmenwagen/Homeoffice oder eine Komination aus mehrerem.
        Und das vereibarst Du einen gesprächstermin und verläßt den raum erst wieder, wenn ihr eine bestimmte Vereinbarung schriftlich (!!!!) fixiert habt.

        • #schock
          oh gott...du hast absolut recht mit dem, was du da sagst! manchmal muss es einem einfach genau SO vor die füße geklatscht werden, damit einem die schuppen von den augen fallen.
          vielen dank für deine ehrlichen worte, ich werde sie beherzigen!

          Das mit den KitA kosten ist glaub nicht uninteressant für die TE weil das glaub steuerfrei ist, also nicht zur versteuerten Bruttogehalt dazuzählt.

      (6) 19.11.18 - 14:15

      Würde hier nicht lange Fackeln. Sechs Jahre keine Gehaltserhöhung? 10-20% mehr fordern, wenn es das nicht gibt, Firma verlassen. Fertig. Kein Wunder dass Frauen weniger verdienen, wenn sie sich so hinhalten lassen. Das lässt kaum ein Mann mit sich machen.

    • (7) 19.11.18 - 15:52

      Darf ich fragen was du in der Firma verdienst ?

      Du fährst 2 std pro Strecke, das sind 20 std pro Woche reine Fahrzeit!

      Egal wie viel ich da verdienen würde, es wäre mir nicht wert dafür so viel Zeit mit meinem Kind aufzugeben.

      Du bist ja jetzt 60 std die Woche außer Haus, das muss man als Mama von einem Baby auch erst mal wollen ...

      • (8) 19.11.18 - 16:51

        Ja, es ist auch nicht so, als wäre mir das egal oder eine optimale Arbeitssituation.
        Ich weiß genau, dass mir dadurch sehr viel Zeit mit meinem Kleinen flöten geht, das belastet mich und tatsächlich bin ich mittlerweile auch an einem Punkt, an dem ich darüber nachdenke einfach was anderes zu machen.
        Ich werde in meiner Heimatstadt leider keine vergleichbare Arbeit finden, da die Ballungsgebiete für große Werbeagenturen nunmal in den größeren Städten sind und die liegen alle in etwa die gleiche Fahrtzeit entfernt.

        Ich verdiene aktuell 2.300 Euro brutto.

        • (9) 19.11.18 - 16:52

          Für das Geld kann man ja fast besser vor Ort Kellnern

          Also muss den anderen recht geben, für denn Gehalt und der lange Anfahrt zur Arbeit ist es besser wenn du endlich mal dein Gehalt erhöhst oder dir was anderes suchst. Ich habe dieses Jahr meine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau absolviert und mein einstiegs Gehalt ist bei 2.100€. Allesgute

          (11) 19.11.18 - 17:43

          Sorry ich will dir nicht zu nahe treten aber für 2300 brutto bist du 60 Stunden die Woche außer Haus ?

          Und für noch weniger Geld (wenn du 30 std arbeitest) wird dein Kind mit einem Jahr 45 std die Woche in die Krippe gehen ?

          Also ich würde mich da nach was anderem in Wohnortnähe umschauen oder Richtung Arbeit umziehen.

          • (12) 19.11.18 - 17:52

            Der eigentliche Plan ist auch, bei gleichen Konditionen die Stunden zu reduzieren. So die Theorie.
            Das löst noch lange nicht das große Pendel-Problem aber es wäre ein Anfang.
            Parallel aber Bewerbungen schreiben und nach Alternativen suchen, wird wohl auch Teil des Plans.

            Ich war einfach immer froh eine sichere und unbefristete Stelle zu haben aber seit der Kleine da ist, haben sich natürlich auch die Prioritäten und Lebensumstände stark verändert.
            Ich hätte absolut nichts dagegen in der Nähe zu arbeiten und ihn nicht Vollzeit in die Betreuung stecken zu müssen, um noch genug Geld zum Leben zu haben. An all dem wird sich zukünftig etwas ändern.

        (15) 19.11.18 - 21:32

        In Werbeagenturen kann man häufig nicht angemessen verdienen.

        2.300 € brutto ( ohne Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien) ist wenig. Vergleichen würde ich immer das Jahresbruttogehalt!

        1. Möglichkeit:
        Du lässt alles, wie gehabt. Dann brauchst Du eine weitere Betreuungsform, wird also teurer.

        2. Möglichkeit:
        Endlich Mal den Mund aufmachen und mehr Gehalt fordern!
        2a) AG zahlt Kita-Gebühren.
        Zunächst für den Zeitraum, in dem das Kind im Kindergarten betreut wird und dafür zahlen muss, interessant. Aber Deine Rente wird nicht höher sein... Fällt der Kindergartenbeitrag weg, dann hast Du wieder Deinen Bruttolohn von 2.300 €.
        2b) Gehaltserhöhung in Form von Geld
        Diese bleibt auch dann, wenn das Kind 18 Jahre alt ist. Deine Rente, Deine Lohnfortzahlung ist höher als im Fall 2a.

        3. Möglichkeit:
        Kündigen und bei einer anderen Werbeagentur arbeiten oder einen anderen Beruf ausüben.

        4. Möglichkeit:
        Umziehen in den Arbeitsort: mehr Zeit für das Kind, mehr Geld durch Wegfall von Wegkosten ( Auto, Bahn), aber evtl. weniger Geld durch höhere Mieten.

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