Mamas aus der Schweiz

    • (1) 26.11.18 - 05:52

      Hallo ihr lieben,

      mein Mann und ich sind aus Deutschland. Da wir ein sehr gutes Job Angebot bekommen haben, überlegen wir in die Schweiz zu ziehen.
      Da wir auch einen Kinderwunsch haben, interessiert es mich natürlich welche Möglichkeiten man hat, eine Babypause vom Job einzulegen.

      Ich habe mich schon etwas informiert, die drei Jahre Elternzeit wie in Deutschland gibt es in der Schweiz ja nicht.
      Wie ist das, wenn man aber ein Jahr mit dem Kind zuhause bleiben möchte?
      Wie regelt man das mit dem Arbeitgeber, welche Versicherungen muss man selbst tragen und was gibt es noch zu beachten?

      Vielen Dank im Voraus! 🙂

      • (2) 26.11.18 - 07:03

        Liebe rapha, also meines Wissens sind wir in der Schweiz das Schlusslicht in Europa in Sachen Mutterschaftsurlaub & Co.🤪
        Obligatorisch für den Arbeitgeber ist 14 Wochen Urlaub bei 80% Lohn - alles was darüber hinaus geht ist goodwill des Arbeitgebers. Ich arbeite beim Staat, hier habe ich die Möglichkeit, max. bis ein Jahr nach der Geburt unbezahlten Urlaub zu nehmen. Meiner Einschätzung nach wird es sehr schwer werden, mehr als ein Jahr zu erhalten.
        Die Sozialversicherungen zahlt ihr automatisch mit dem Lohn, darüber hinaus gibt es meines Wissens nichts ausser der obligatorischen Krankenkasse, die ihr ja vorweisen müsste bei einer Anmeldung in der Schweiz - da müssrt ihr mit ca. 200-400 Fr. pro Monat & Person rechnen. Normalerweise habt ihr dann 500-2500 Fr. Selbstbehalt, in der Schwangerschaft ist dieser jedoch nach der 12. Woche ausgesetzt und es werden alle (im Katalog vorgesehenen) Leistungen übernommen.

        Liebe Grüsse, Tamara

        Ps: so etwas wie BV gibt es nicht, im Gegenteil: du musst während der Schwangerschaft mindestens 5 Monate arbeiten, sonst hast du kein Anrecht au bezahlten Mutterschaftsurlaub - ach und der obligatorische ‚Vaterschaftsurlaub‘ beträgt sage & schreibe 1 Tag😂

      Guten Morgen

      Oh ja wir sind hier in der CH nicht sehr gut gestellt. Darf ich nun selber erfahren in der Schwangerschaft.:-)

      Alles schrieben von Mutterschaftsurlaub bevor das Baby kommt und hier in der CH hast du Glück wenn dich der Arzt 2 Woche davor krank schreibt, sonst arbeitest du bis zur Geburt.

      Auch danach sind die Leistungen nicht sehr gut, leider....

      Liebe Grüsse aus der Schweiz

      Charly 33SSW

    • (5) 26.11.18 - 09:09

      Huhu guten Morgen.

      Ich lebe seid Sommer 2017 auch in der Schweiz. Bin zu meinem Partner gezogen der Schweizer ist.
      Mitgebracht habe ich meine Zwillinge aus erster Ehe.
      Nun bin ich schwanger u erwarte Ende des Jahres meine Tochter.
      Ich persönlich finde es auch schade das ich nicht automatisch 1 Jahre lang zuhause bleiben darf. Aber wenn der Mann einen guten Job hat kann man es sich finanziell hier schon leisten 1 Jahr zuhause zu bleiben, was finanziell in Deutschland kaum möglich wäre mit den Einkommen was man in D hat.
      Die Frage ist nur ob dein Arbeitgeber in der Schweiz so nett wäre u dich danach wieder einstellt oder du etwas andere suchen musst...
      Mein Problem ist das dass ich arbeiten gehen muss nach dem Mutterschutz wegen dem Kindergeld für meine Zwillinge, da es ja meine Kinder sind. Aber das handhabe ich dann so das ich vielleicht 2 mal die Woche arbeite. Da hab ich schon einen flexiblen Arbeitgeber u arbeite zum Glück im homeoffice u mein schatz ist selbstständig u kann sich somit um die Kinder kümmern!

      Ich wünsche dir alles gute u macht den Schritt mit der Schweiz. Ihr könnt hier so viel zusammen aufbauen u auch Geld auf die Seite legen was in D fast unmöglich ist!

      Lg

      Es ist im Prinzip ja schon alles gesagt.
      Bei Kind 1 haben wir auch noch in der Schweiz gewohnt. Vieles ist "good will" des Arbeitgebers.
      Ich habe bis 10 Tage vor der Geburt (= bis ET, da Junior sich Zeit gelassen hat) gearbeitet. Danach wurde ich dankenswerter Weise krank geschrieben. Nach den 14 Wochen Mutterschaftsurlaub hatte ich noch unbezahlten Urlaub bis Junior 6 Monate alt war. Dann habe ich auf 50% reduziert, Junior ging 2 Tage in die Kita, einen halben Tag war ich im Homeoffice. Mein Mann hatte einen sehr kulanten Arbeitgeber, der ihn nach der Geburt bei voller Bezahlung zwei Wochen freigestellt hat. Das ist aber nicht die Regel!
      Alles in allem ist es mühseliger und kostspieliger (2 Tage Krippe ca CHF 1000 pro Monat, nur mal als Beispiel), aber machbar. Auch wenn ich mir vorher einen riesen Kopf gemacht habe, den Kleinen so früh in die Krippe zu geben, war es super! Private Krippe mit 1:2 Betreuung, eigene (großartige!) Köchin, jeden Tag raus, egal bei welchem Wetter, 2 rotierende Waldtage pro Woche von Frühjahr bis Herbst, Beteiligung am Quartierbauernhof und, und, und.... Junior hat es geliebt!
      Du musst Dich darauf einstellen, von einigen "Ur-Schweizern" schräg angeguckt zu werden, wenn Du als Mami so früh wieder arbeiten willst. Das macht "man" nicht. Frau gehört nach Hause, auch in einer modernen Stadt wie Zürich. Halte dich im Zweifelsfall an die anderen Expats. Die arbeiten alle. Unsere Krippe war voll mit Expat- Kindern.

      • Ja, das kann ich als Schweizerin bestätigen, vor allem für die älteren Generationen ist jegliche 'Fremdbetreuung' des Teufels. Sogar wenn der 'Betreuer' der Kindsvater ist - dann bist du nicht nur eine Rabenmutter, sondern auch noch eine, die ihren Mann unter dem Pantoffel hat:-[ aber ich glaube und hoffe, dass das bei unserer Generation so langsam im Wandel und sehr häufig auch Realität ist. Alle meine Freundinnen und Bekannten arbeiten spätestens nach einem Jahr wieder, dass die Frau zu Hause bleibt ist längst nicht mehr die Regel - es muss nur auch noch in den Köpfen ankommen:-p Da würde ich mir aber keinen Kopf machen und mich an die aufgeschlosseneren Leute halten - die gibt es schon auch;-)

        • Ja, es sind vor allem die Älteren. Wie bei so vielen anderen Themen auch. Deshalb habe ich Ur-Schweizer in Anführungszeichen gesetzt. Ich habe in vielen Dingen einen Umbruch im Denken bei der jüngeren Generation festgestellt. Leider sind die Konservativen immer noch sehr laut - in vielen Bereichen. Aber du hast Recht - es gibt sie, die fortschrittlichen, modernen Schweizer. 😉

    (9) 26.11.18 - 11:44

    Hallo😊
    Die Schweiz ist leider sehr Familienunfreundlich.
    Wenn ich es noch mal zu tun hätte, würde ich meine Kinder lieber in DE zur Welt bringen und dort alles auskosten.
    Also erstmal arbeitest du in der Schweig bis zur Geburt, höchstens du hast arge Probleme und dein Gyn schreibt dich früher krank. Je nach dem wie lange vorher gibt es natürlich Lohnabzug.
    Nach der Entbindung hast du 16 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Elterngeld gibt es hier nicht. Dann stellt sich die Frage wie kompatibel ist dein Arbeitgeber. Ich hatte einen 100% Job und musste kündigen da ich nicht reduzieren durfte. Mit drei Monaten wollte ich mein Baby ehrlich gesagt nicht schon in eine Kita geben. Wenn man stillt ist es eh ein Ding der Unmöglichkeit auch wenn dir 1,5 Stunden am Tag zum abpumpen zur Verfügung stehen. Je nach dem wo man arbeitet ist das Stress und die Milch geht weg. Soviel mal dazu.
    Wenn du einen netter Arbeitgeber hast, kannst du evtl eine unbezahlte Pause einlegen oder dein Pensum reduzieren. Die Kita Gebühren sind hier jedoch sehr hoch.
    Da ich auch aus DE komme hatte ich niemand wo den kleinen mal 2 Tage hüten konnte.
    Also ja das umziehen in die Schweiz muss für überlegt sein. Jobangebote und gutes Geld locken aber da hängt soviel mehr dran... wohin mit den Kindern, die hohen Lebenskosten etc. 🙈
    Liebe Grüsse

    • (10) 26.11.18 - 15:06

      Vielen lieben Dank für all eure Antworten!
      Es wäre natürlich eine Überlegung, erstmal die Schwangerschaft und Geburt abzuwarten bevor wir gehen, aber auf ewig wird der Job natürlich auch nicht warm gehalten 🙈 schwierige Sache!

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