Krankschreibung nach Kündigung

    • (1) 28.11.18 - 09:19

      Hallo Zusammen,
      Ich möchte einfach mal eure Meinung hören.

      Seit August hat bei uns Leitungswechsel statt gefunden. Die neue Leitung ist... naja, sehr herrisch (wenn ich es so sagen darf) und verbreitet falsche Informationen unter den Mitarbeitern.

      Seit August haben mittlerweile 4 Kolleginen/Kollegen gekündigt, da sie der psychischen Belastung unter ihr nicht stand halten können.
      Ich für mich habe beschlossen, mir das ganze erstmal anzuschauen...
      Der Führungsstil ist aber unzumutbar- so habe ich Anfang November ebenfalls gekündigt...
      Seit dem werde ich von ihr regelrecht "weggeekelt". Mir werden alle Arbeiten zugesprochen, die nichts mit meinem Berufsbild als Erzieherin zu tun haben (ich arbeite nicht mehr mit den Kindern... ich bin nur am putzen, Wäsche waschen , Kaffee kochen, Spülmaschinen ein/ausräumen, kehren etc.)
      Diese Umstände machen mir es wirklich schwer - denn ich liebe meinen Beruf - aber ich finde es unerträglich von ihr so behandelt zu werden ...
      Immer diese blöden, erniedrigenden Kommentare... Gestern gab sie mir eine Fernbedinung von einer lichterkette in die hand mit den Worten "da, schau mal, dann hast fu auch was zu tun"... Ich fühle mich so schlecht... Ich schlafe nur noch kaum... Ich hab schon Alpträume von ihr!
      Seit 2 Wochen hab ich wirklich Panik wieder zur Arbeit zu gehen weil ich mir immer schon im Voraus denken kann, was sie mir heute neues "in Auftrag " geben wird...

      Heute morgen, nachdem ich wieder mal kaum geschlagen habe, habe ich angerufen und mich krank gemeldet... Es war verdammt schwer für mich... ich habe gefühlte Stunde gebraucht um mich auf das Telefongespräch vorzubereiten... Mein her z hat gepocht wie verrückt, meine Stimme hat gezittert...
      Jetzt werde ich zum arzt gehen und meine Situation schildern...

      Hat jemand von Euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht?

      • Um die Situation zu unterstreichen- am 1.10 kam ein neuer Kollege zu uns, dieser hat nach 5 Wochen zum 30.11 gekündigt, weil er es ebenfalls als unzumutbar empfunden hat :(

        Ist mal jemand an den Träger herangetreten? Bei uns sind Erzieher gerade so rar und gefragt, wie bezahlbarer Wohnraum. Es wäre hier also mehr als misslich, wenn einem die Fachkräfte in Scharen wegrennen.
        Ich denke, da Du ja tatsächlich Symptome durch die Behandlung auf der Arbeit hast, ist eine AU gerechtfertigt. Aber trotzdem würde ich doch mal ein Gespräch mit dem Träger suchen.

        • Hallo very431,

          Ich habe bereits im Oktober eine Bitte um ein Gespräch mit dem Geschäftsführer geäußert. Der Termin würde aber bereits 2 Mal verschoben. Eine Kollegin, die ebenfalls gekündigt hat, hatte aber bereits ein Gespräch mit ihm. Unter seiner Geschäftsführung ist von paar Jahren ein ähnlicher Fall passiert: neue Leitung, Mitarbeiter kündigen -> zuletzt musste die Einrichtung geschlossen werden. Die Antwort des Geschäftsführers lautete "Ich hoffe, dass sowas nicht mehr passiert". Meiner Meinung nach mehr als unzureichend. Ich werde aber in den nächsten Tagen einen Brief ansetzen, in dem ich den Grund meiner Kündigung schildern werde, da es so wie es aussieht nicht zu einem persönlichen Gespräch kommt...

      Offenbar ist Erzieherin einer der Berufe, in dem man nicht auf die Idee kommt, mal den übergeordneten Träger zu informieren. Wir hatten die identische Situation bei meinem Ältesten im Kiga. Erzieherinnen waren rar auf dem Markt, und innerhalb eines Quartals kündigten 6(!) Erzieherinnen in einem Kiga bestehend aus 4 Gruppen, 8 Erzieherinnen, 2 I-Kräften (auch Erzieherinnen) und 2 Personen in der Leitung (ebenfalls Erzieherinnen). In dem Quartal konnte 1 neuer Erzieher angeworben werden. Es war eine kritische Situation. Das Jugendamt war bereits involviert, der Kiga stand kurz vor der Schließung. Die noch angestellten Erzieherungen machten nur noch Überstunden. Der Träger zog in seiner Not täglich eine wechselnde Erzieherin aus einer anderen Einrichtung ab. Es gab zahlreiche Gespräche zwischen dem Träger und den alten Erzieherinnen, aber niemand machte mal den Mund auf, was der Grund war. Die 6. Erzieherin erzählte dann dem Träger, was passiert ist. Daraufhin wurde die Leitung entlassen.

      Dir kann nichts mehr passieren, wenn du schon gekündigt hast. Nun Schütze wenigstens noch die, die dort angestellt sind. Sag dem Träger, was dort abgeht. Die anderen Erzieher können es nicht sagen.
      Reg dich nicht auf. Du musst mit deiner Chefin nicht mehr reden. Geh direkt zum Träger und die Krankmeldung kannst du auch per Post schicken. Den Träger kannst du informieren, dass du gern bereit bist, deinen Arbeitsvertrag wieder aufleben zu lassen, wenn die Chefin weg ist.

      Ganz einfach. Anrufen und kränkelnden. Mehr Auskunft muss man nicht geben. Hast doch nichts mehr zu verlieren.

      Ich würde meinem Arzt ehrlich sagen was los ist. Ehrlichkeit ist da wichtig. Und man wird bis Ende der Kündigungsfrist krank geschrieben und fertig

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