Gehalt... Die Frauen Blödheit erwischte mich

    • (1) 04.12.18 - 06:29

      Oh je... Mein Mann hat mich gestern angeschaut wie ein Auto...

      Ich teile meine Geschäftführer Position mit einem Kollegen. Sozialer Bereich.
      Er macht Organisation und Finanzen. Ich Die fachlichen Themen und Öffentlichkeitsarbeit.
      Haftung ist aber gleich. Wir haften beide für die ggmbh gleichermaßen. Wir sind allein Vertretungsberechtigt.

      Nun... Er ist 56 und ich 36.
      Ich war das 1/4 Jahr zunächst Übergangsweise in der Position.
      Nun offiziell.

      Gehaltsunterschied: 950€ brutto plus Auto....
      Der Vorstand und ich haben damals eine Zulage für die Übergangszeit vereinbart (4100 für Tarifgruppe xy+ 500 €zulage)
      Jetzt ist es als ein Gehalt außer Tarif im Vertrag aufgeführt.
      4600€.

      Ich habe den Vertrag noch nicht unterschrieben aber bereits mitgeteilt, dass ich keine Änderungen/feagen mehr habe.

      Mein Mann war entsetzt, wie mir das passieren kann... Und sagte"jetzt ist mir klar warum Frauen ständig weniger verdienen.."

      Er hat Recht... Ich wollte keine Umstände, ich bin zufrieden, so gut finde ich meine Leistung nicht, ich will eh SS werden und dann 3 Monate inkl. Mutterschutz zu Hause sein... dem Betrieb geht es finanziell nicht gut...
      Der Vorstand hat bei dem Übergangsgehalt gesagt, dass ich ja noch nicht so viel Erfahrung habe wie der Kollege...

      Das fand ich auch richtig... Allein das ist schon dumm...

      Mh.. raus komme ich da wohl nicht mehr ohne daß es völlig bescheuert und unprofessionell wirkt.
      Ich habe überlegt, es beim nächsten Termin mit dem Vorstand anzusprechen und zu sagen, dass ich mir über das Ungleichgewicht nicht bewusst war und es ungerecht ist, und wir darüber in einigen Monaten einen Plan entwickeln müssen um eine Angleichung vorzunehmen...????

      Keine Ahnung... Sau dumm..

      • Dem Betrieb geht es finanziell nicht gut, und du denkst nur an die Lohndifferenz zu einem 20 Jahre älteren Geschäftsführer. Das nennt sich dann Verantwortungsträger.... :-(

        Dafür hab ich kein Verständnis.

        • Interessant, das Du dem männlichen Geschäftsführer nicht vorwirfst zum Wohle der Firma auf einen Teil seines Gehaltes zu verzichten, wo doch die zweite Geschäftsführerin den gleichen Job für weniger Geld macht...

          Grüsse
          BiDi

        Nee eben nicht.
        Mein Mann hat mich drauf gestoßen.
        Ich habe dieses Jahr auch auf die Prämie verzichtet. Mein Kollege nicht.

        Hätte mein Mann das Thema Gleichberechtigung nicht angesprochen, hatte ich nicht drüber nachgedacht

    Gräme Dich nicht zu sehr - sich nicht unter Wert zu verkaufen ist auch etwas, was gelernt werden will.

    Was ich jetzt aber auf keinen Fall machen würde, ist folgendes:
    'dass ich mir über das Ungleichgewicht nicht bewusst war und es ungerecht ist'. Damit machst Du Dich unwissend und bestenfalls trotzig.

    Sprich das Thema in ein paar Monaten wieder an, unterstreiche die Erfolge Deiner Arbeit, weise darauf hin, das Du die Übergangsphase erfolgreich bewältigt hast und es an der Zeit ist, dass auch im Gehalt wiederzuspiegeln.


    Grüsse
    BiDi

  • Im sozialen Bereich werden für GF Positionen andere Beträge gezahlt.
    Die Arbeit ist auch eine andere...

    Du bist nun 20 Jahre jünger, frischer, 1000,- weniger in der Lohntüte und kein Auto, was nochmal locker rund 1000,- sein dürften, wenn Versicherung, Sprit, Wartung, Reifen usw. alles mit drin ist.

    Bei gleicher Arbeit und gleicher Verantwortung würden sich mir da die Fußnägel aufrollen.

    Verstehe ich das richtig, dass Du während des halben Jahres auf Probe die 4100,- plus 500,- gehabt hast und jetzt hast Du eben die 4600,- außer Tarif, also nix mehr? Da hast Du schlecht gepokert, zumindest die 5 hätte vorne stehen müssen und dann wär es immer noch (deutlich) weniger gewesen als beim GF Kollegen.

    Wie hast Du vom höheren Gehalt des GF Kollegen erfahren?
    Wenn das sauber gelaufen ist, würde ich das beim Gespräch mit dem Vorstand ansprechen, ohne das der Faktor Neid unterstellt werden kann. Es geht im gleiches Geld für gleiche Arbeit. Das Aktienunternehmen Frauenquoten einführen und zur Gleichbehandlung gedrängt werden sollte auch im sozialen Bereich inzwischen angekommen sein. Warum missachtet der Betrieb dies bewusst?

    Nutze die nächste Gelegenheit um nach zu verhandeln.

    BTW: Die wirtschaftliche Kraft eines Unternehmens sollte niemals auf die Gehälter durchschlagen zumal das Personal das einzige Kapital im sozialen Bereich ist.

    PS.: Ich sage nicht, dass bei 20 Jahren unterschied eine gleiche Bezahlung anzustreben ist, wobei dies in der Wirtschaft auf GF Level üblich wäre, aber die Schere sollte nicht bei 2000,- liegen.

    (8) 04.12.18 - 09:46

    "Die Frauen Blödheit" - echt jetzt? Naja, wenn dann aber bitte "Frauenblödheit"

    Es ist auch nicht per se jeder Mann nur mit dem Ellenbogen unterwegs.
    Dein Kollege wohl schon, aber damit sollte man sich doch nicht vergleichen.

    Ich gebe paule11 recht, die Spanne ist wirklich groß zwischen euch beiden. Ich sehe 20 Jahre Berufserfahrung durchaus als Punkt, aber der sollte nicht so extrem wiegen.

    Wenn du die Daten korrekt erfahren hast, würde ich vor Vertragsunterzeichnung mal gucken, ob ihr noch was ergänzen könnt. Einen Vorschlag, dass du dich deinem Kollegen zeitnah mit dem Gehalt annäherst.
    Wenn das Unternehmen deinem Kollegen derartiges zahlen kann, dann kann es dir das auch. Dein Kollege, der die Finanzen verwaltet verzichtet nicht auf seinen Bonus? Dann du doch bitte in Zukunft auch nicht. Damit hast du ihm ja seinen mit bezahlt?!

    Ich bin auch eine Frau, denke zum Teil auch so wie du, aber nur zum Teil. Bin ich jetzt halb blöd?

    • Ein Ansatzpunkt könnte auch das Auto sein, das tut dem AG auch weniger weh, als 1000,- mehr Gehalt.

      Als Frau ist der TS das Auto vielleicht egal, aber man sollte sich mal vor Augen führen, welches Signal das an das Team aussendet.
      Der Herr XY ist unser gestandener GF, Gehalt wird entsprechend sein und das Auto hat er sich auch redlich verdient ... er leistet was für die Gesellschaft.

      Und Frau Mini-Maus, ist unser Frischling, macht auch irgendwie mit und steigt aus ihrem eigenen rostigen Polo aus, naja.

      Man stelle sich diese Szene mal andersrum vor ... undenkbar.

      BTW: Wie wurde der vorliegende Vertrag im Bereich Probezeit und Kündigungsfrist gestaltet? Auf GF Ebene wäre Probezeit und 4 Wochen äußerst unüblich.

(11) 04.12.18 - 11:03

Aber das ist doch nicht derselbe Job.

Der Kollege macht Organisation und Finanzen und Du fachliche Themen in einem sozialen Bereich und Öffentlichkeitsarbeit?

Wenn ich zB in einem Altenheim Oragnisation und Finanzen machen würde und eine andere Person die fachlichen Themen und die Öffentlichkeitsarbeit und die Person würde genausoviel verdienen wie ich, dann wäre ich aber sauer.

  • Wir haben Aufgabenschwerpunkte
    Haftung ist exakt gleich.
    Verkackt er was, bin ich genauso dran wie umgekehrt.
    Ein Unterschied in den Aufgaben sehe ich nicht.
    Finanzen sind doch nicht mehr wert als der Inhalt der zum geld verdienen benötigt wird.
    Ich trage die Verantwortung für das gesamte operative Geschäft.

    • Wenn ihr euch üppige Gehälter und Extraprämien auszahlen lasst, während es dem Unternehmen schlecht geht, dann verkackt ihr das doch gemeinschaftlich. Und ich dachte, so was machen nur unsere Politiker, da hab ich mich wohl geirrt.

      Es geht dem Betrieb wirtschaftlich schlecht, wozu braucht ihr da Autos als Statussymbole? Es ist gerade zum fremdschämen.

    (17) 04.12.18 - 13:47

    Natürlich ist es mehr wert. Schlichtweg aus dem Grund, dass man als Geschäftsführer ggf. gar keine Ahnung haben muss vom operativen Geschäft. Dafür hat man ja Personen eingestellt. Als Klinikleitung muss man nicht operieren, als Vorstandsvorsitzender von VW auch keine Autos bauen können. Oder meinst Du der Chef der Dr. Oetker ist Bäcker? Man muss das wirtschaftliche Know How besitzen. Für den Rest hat man Fachkräfte.

    • Es sind Aufgabenschwerpunkte.
      Die grundsätzliche Unternehmensführung und Entwicklung ist gleich aufgeteilt

      • Bzw wird gemeinsam bearbeitet.

        • (20) 04.12.18 - 14:07

          Ändert aber doch an dem Aufgabenschwerpunkt nichts. Finanzen und Organisation als Schwerpunkt würde ich auch besser bezahlen als den fachlichen Bereich. Und vor allem Öffentlichkeitsarbeit. Die Bereiche bekommt man schneller ersetzt. Aber jemanden, der von den Aufgaben Finanzen und Organisation wirklich was versteht, gibt es selten. Und vor allem bedarf es in diesen Bereichen einer fundierten Berufserfahrung.

          • Sehe ich und auch der Vorstand komplett anders.
            Industriekaufleute gibt es genug.

            Der Kollege hat zudem eine Ausbildung , ich einen akademischen Abschluss.

            Und wie gesagt, es ging mir um den Fauxpas, dass ich mich unbekümmert, naiv und Betriebsbetrachtend, geringer bezahlen lassen für die selbe haftung!

            So wie es zig anderen Frauen auch passiert

            • (22) 04.12.18 - 15:09

              Würde der Vorstand das anders sehen, hätte er Dir entweder sofort dasselbe Gehalt gegeben.

              Und auch ist der Bildungshintergrund ab einer bestimmten Erfahrungsstufe völlig nebensächlich. Es gibt genug Industriekaufmänner/-frauen, aber solltest Du wirklich ein wirtschaftliches Gespür haben, sollte Dir klar sein, dass Du den Mann nach ewiger Berufserfahrung im Bereich der Organisation nicht durch einen jungen Kaufmann ersetzen kannst.
              Darüber hinaus würde ich eher einen Kaufmann mit einer Ausbildung aber mit kaufmännischem und wirtschaftlichem Gespür als Geschäftsführer einstellen, als beispielsweise einen Sozialpädagogen, der zwar einen akademischen Abschluss hat aber im Zweifel keine Bilanz lesen und interpretieren kann und wirtschaftliche Folgen und steuerliche Spitzfindigkeiten nicht durchblickt.
              Sprich: Akademischer Hintergrund ist nur dann was wert, wenn er auch was bringt.

              Und nochmal: Es sind zwei unterschiedliche Arbeitsplätze die natürlich auch unterschiedlich und vor allem auch nach Erfahrung bezahlt werden können.

              Da Du aber ja der Meinung bist, dass der Vorstand Dir ohne zu zögern dasselbe bezahlen würde, kannst Du es doch schlicht ansprechen. Denn dann dürften sie Dir ja fast dankbar sein, dass Du ihren Fehler behebst.

              Du hast doch den Vertrag noch nicht unterschrieben, dann korrigiere es jetzt!

              Dein Mann hat völlig recht und du machst dir wieder zu viele Gedanken, wenn du überlegst, wie und wann du es in ein paar Monaten ansprichst. Der Zeitpunkt ist jetzt! Hörer in die Hand nehmen und sagen „Ich hab da ne Nacht drüber geschlafen. Ich übernehme die Verantwortung ja jetzt dauerhaft und nicht nur übergangsweise, das Risiko muss entsprechend anders honoriert werden als in der Übergangszeit. Ich schlage vor, Sie machen mir diesbezüglich ein Angebot, dass gerne auch die unterschiedliche Berufserfahrung zwischen mir und Herrn xy berücksichtigt.“ Punkt, fertig! Dein Gehalt muss irgendwo zwischen deinem Kollegen und deinem Übergangsgehalt liegen!

              Und wenn ich das lese: „Ich find meine Leistung nicht so toll, ich will eh schwanger werden,...“. Dein Ernst? Ich hoffe so trittst du nicht als GF auf, mach mal nen geraden Rücken!!!

              Deine Leistung befähigt dich offenbar auch in den Augen des Vorstandes zur GF und ob du schwanger wirst, wann du es gern hättest weißt du auch nicht. Zudem ist dann dein jetziges Gehalt doch auch Verhandlungsbasis für ein späteres TZ-Gehalt, solltest du nicht wieder in VZ arbeiten wollen. Hast du was zu verschenken?

              Und Momo: Als GF ist man dafür verantwortlich den Betrieb wieder zum Laufen zu kriegen, das schafft man nicht durch Gehaltsverzicht! Oder hast du schonmal nen Vorstand von nem großen DAX-Konzern gesehen, der auf seine Prämie verzichtet, statt ein unprofitables Werk zu schließen?

Hmmm..... ich sehe das anders. Nicht nach Männlein und Weiblein getrennt.

In meinem alten Job war es auch so, dass ich und eine Kollegin quasi den gleichen Job machten. Ich bin 15 Jahre älter als die Kollegin und auch volle 15 Jahre länger in der Firma. Meine Bezahlung ist eine ganz andere, als die der Kollegin.
Es geht halt evtl. auch um Firmenzugehörigkeit und/oder Erfahrung dadruch, dass man den Job schon länger macht

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