Frage an diejenigen die sich mit GmbHs und Nebenbeschäftigung auskennen

    • (1) 04.12.18 - 11:25

      Hallo, wie ist denn die rechtliche Situation, wenn der Arbeitgeber einem eine Nebenbeschäftigung erlaubt; man dann über den Bestandskunden vom Arbeitgeber einen Umsatz generiert und über die Nebenbeschäftigung abrechnet. Die mündliche Einwilligung des Geschäftsführers und gleichzeitig auch Gesellschafters lag vor. Nun haben aber die anderen Gesellschafter moniert, dass der generierte Umsatz eigentlich der Firma zustünde. Obwohl die verkaufte Leistung nichts mit dem eigentlichen Tätigkeitsfeld des Arbeitgebers zu tun hat.

      Der Arbeitnehmer hat angeboten, dem Arbeitgeber eine Provision zu bezahlen; schließlich hat er über dessen Kunden auch den Kontakt bzw. Auftrag erhalten. Die Firma möchte allerdings den kompletten Umsatz ausbezahlt haben.


      Laut Steuerberater und Rechtsanwalt ist dies nicht rechtens? Wie seht Ihr das?

      • Im Rahmen eines Jahresabschlusses und auch einer Betriebsprüfung müssen derartige Vorgänge auf jeden Fall offen gelegt werden.

        Ich kann nicht nachvollziehen, dass der AG da a) zustimmt und das es b) keinen schriftlichen Vertrag mit klar definierten Regeln dazu gibt.

        Mal ganz abgesehen davon, dass derartige Vorgänge das Geschmäckle von Vetternwirtschaft haben ....

        Bei derartigen Geschichten ist man recht schnell im Bereich der verdeckten Gewinnausschüttung, SV Betrug, Scheinselbstständigkeit und weiteren unschönen Feldern, mit denen man nicht in Verbindung gebracht werden will.

        Ich sehe da vor allem die GmbH im Haftungsrisiko.
        Da drohen sehr unschöne Themen und wenn die BP einen einmal deswegen auf dem Kieker hat, wird es nicht besser.

        • Hallo Paule, das verstehe ich jetzt nicht. Der Gesellschaft ist dadurch doch keinerlei Schaden entstanden. Im Gegenteil, sie würden hierüber sogar noch eine Provision erhalten. Der Arbeitnehmer hat ja auch nichts falsch gemacht; hat schließlich nicht wettberwerbsmäßig gehandelt und auch das Okay des Geschäftsleiters bekommen.

          Für was soll denn die GmbH haften?!?!?!?

          • In JA muss das in jedem Fall angegeben werden.

            Ein BP wird alles versuchen, daraus eine verdeckte Gewinnausschüttung oder etwas in Richtung SV zu bauen und ich sehe die Chancen als sehr gut an, dass er das auch schafft.

            Wie kommt der MA denn an den Kunden?
            Über das Unternehmen.
            Warum ist der Erlös dann nicht bei dem Unternehmen und wird dort versteuert?
            Hält das abgewickelte Geschäft überhaupt einem Fremdvergleich stand? Das sind alles Themen, mit denen sich ein BP sehr lange beschäftigen kann und selbst wenn am Ende alles sauber war, was ohne schriftlichen Vertrag schon mal sehr schwer zu belegen ist, kann man massig Zeit mit dem BP verbringen, bis der einem das glaubt.

            Aus meiner Sicht ist es fahrlässig, wenn das Unternehmen in seinem Umfeld derartige Handlungen erlaubt oder diese sogar fördert. Das kann nur mit kompletter Ahnungslosigkeit erklärt werden. Die Erkenntnis wird auch noch etwas Zeit benötige, aber sie kann zu einem bösen Erwachen führen.

            • PS.: Die GmbH haftet für Steuerausfall und SV Beiträge.

              PPS.: Wenn der Fremdvergleich nicht hält auch für mehr.
              Die Anbahnungsphase über den Kundenstamm des AG ist auch interessant für FA und BP.

              Wenn dem so wäre verstehe ich nicht, warum selbst der STeuerberater der Firma hier keinerlei Probleme sieht - außer dass der Firma eben eine Provision / Nutzungsentschädigung zusteht. Selbiges sagt auch der Rechtsanwalt. Na ja, kann deine Gedanken ja mal so weitergeben. lg

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