Probleme mit neuen Kollegen

    • (1) 13.12.18 - 16:46
      Ungluecklich35

      Hallo ihr Lieben,

      mir geht es aktuell nicht gut, so dass ich mir hier alles von der Seele schreiben möchte und hoffe, dass der ein oder andere einen Tipp für mein Problem hat.

      Ich habe vor einem halben Jahr intern die Abteilung gewechselt, die Gründe hierfür waren unter anderem, dass der Bereich in dem ich tätig war verkauft wurde und ich daher gezwungen war mir etwas Neues zu suchen. Gott sei Dank hatte ich das Glück, dass intern eine Stelle ausgeschrieben wurde, die mich schon immer interessiert hat und bei der ich auch fachlich geeignet war. Das einzige Manko war lediglich ein Standort-Wechsel, was für mich aber absolut kein Problem darstellte. Ich bekam die Stelle und wechselte sehr optimistisch und motiviert auf die neue Stelle... was sich allerdings im Nachhinein als großer Fehler herausstellte.

      Ich bin nun seit einem halben Jahr in dieser Abteilung und komme mit den Kollegen und der Bürokultur überhaupt nicht klar. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, aber ich habe während meiner Berufslaufbahn noch nie derartige Probleme gehabt wie hier. Ein Problem welches seit Anfang an bestand war dass meine Kollegen mit meiner ruhigen Art nicht klar kommen. Ich bin von Natur aus eher still, was aber nicht bedeutet, dass ich den ganzen Tag nichts rede oder keinen Kontakt pflege, aber für meine Kollegen wohl ZU still. Ich bin (leider) in einem komplett extrovertierten Team gelandet, wo immer viel Lärm und Hektik herrscht. Dieses permanent laute Umfeld war für mich schon eine große Umstellung (woran ich mich aber gewöhnt habe). Was mich aber sehr belastet ist die fehlende Toleranz meiner Persönlichkeit. Anfangs erhielt ich das Feedback, ich müsse mehr reden. Da ich natürlich akzeptiert werden wollte, nahm ich mir das zu Herzen und habe mit den Kollegen öfter ein Schwätzchen gehalten oder aber auch Dinge über mich erzählt. Und es ist wirklich nicht so, dass ich ein Mauerblümchen war und kein Wort rausbekam... bin auch jeden Tag mit zum Essen gegangen, damit man mich besser kennenlernen konnte, was aber letztendlich auch nichts gebracht hat. Speziell eine Kollegin (der ich zuarbeite), hat es sich wohl zur Aufgabe gemacht, mir in regelmäßigen Abständen "Feedback" zu geben. Um es kurz zu machen: Ich bekomme andauernd gesagt, dass ich meine Persönlichkeit ändern soll. Einmal hiess es, ich sei nicht hilfsbereit genug (was definitiv nicht stimmt), ein anderes Mal bin ich angeblich zu unfreundlich und wieder ein anderes mal ging es um meinen Geburtstag, den ich privat (!) nicht angemessen feiere. Anfangs habe ich die Bemerkungen ernst genommen und versucht Kritikpunkte zu ändern, aber inzwischen bin ich derart verunsichert -da jedes Mal was neues dazu kommt- dass mein Selbstbewusstsein total im Keller ist. Ich habe auch das Gefühl ständig beobachtet zu werden und dadurch Angst mich falsch zu verhalten, wofür mich mein Körper mit Stress-Symptomen straft.

      Ich musste mich schon häufiger in ein neues Team integrieren, hatte aber bisher noch nie Probleme, ganz im Gegenteil ich war gerade wegen meiner Gelassenheit eine sehr beliebte und geschätzte Kollegin und nun bin ich wohl ein riesen Problem in diesem Team.

      Ich freue mich, wenn mir Leute antworten, die eventuell ähnliches erlebt haben und mir einen Tipp geben können was ich ändern kann, damit es im neuen Team besser klappt. Ich habe schon so vieles versucht und bin mit meinem Latein am Ende :(

      • Hallo
        für mich liest es sich ehr so, als ob, speziell die eine Kollegin die dir "Tipps" gibt, deine Schüchternheit ausnutzt um sich aufzuspielen. Die haben dir ernsthaft gesagt, du sollst mehr quatschen? Also ich meine Arbeit liegen lassen und lieber einen Plausch halten? Find ich schon sehr merkwürdig. Das sind dann wohl auch die gleichen Kollegen die sich immer beschweren, sie haben zu viel Arbeit und kriegen nicht alles fertig weil es so stressig ist...
        Ich finde es auch extrem anmaßend, deine private Geburtstagsplanung durch den Dreck zu ziehen! Was bildet die sich ein?!
        Beim nächsten gut gemeinten Rat würde ich ihr danken und sagen, dass ich darauf in Zukunft gerne verzichten möchte.

        Sind alle im Team so oder nur die eine?

        Ich persönlich hab es immer so gesehen, dass ich nicht arbeiten gehe um Freunde zu finden. Ich bin da um meinen Job gut zu machen. Man muss zwar miteinander auskommen aber mehr auch nicht. Ich finde auch, man muss nicht mit jedem gut Freund sein, schließlich hat man sich die Leute nicht ausgesucht und Freunde sucht man sich aus.

        Lass dich nicht weiter verunsichern und runter ziehen. Du bist doch keine 20 mehr wo man sich alles gefallen lässt. Du hast den Job bekommen weil du anscheinend die fachliche Qualifikation dafür hast. Das ist deine Stärke. Lass dir das nicht von blöden Kommentaren kaputt machen.

        Alles Gute

        • (3) 13.12.18 - 20:30

          Hallo Regina,

          Danke für deine Antwort.

          Ja, ich hätte auch niemals gedacht, dass es zum Problem werden kann, wenn man keine Tratschtante ist. Aber ja, man hat mir gesagt, dass ich zu still bin und mich mehr öffnen muss. Ich habe mich zwar mit allen unterhalten sofern man mit mir direkt gesprochen hat oder ich was gefragt wurde aber es ging hauptsächlich darum, dass ich zu wenig von mir aus die Kollegen anquatsche und auch nicht initiativ in die anderen Büros zum Plaudern gegangen bin. Die Kritik habe ich dann angenommen und wie gesagt, mich darum bemüht mit den Kollegen mehr zu quatschen. Dann kam aber die Kritik, dass ich nicht hilfsbereit bin, ich könnte doch initiativ in den einzelnen Büros nachfragen, ob ich nicht jemanden helfen könnte. Und das obwohl ich selbst am Routieren bin, weil mein Schreibtisch voll mit Arbeit ist... und so geht es eben andauernd weiter. Kaum behebe ich das eine „Defizit“ kommt ein neues hinzu.

          Das Feedback erhalte ich hauptsächlich von der einen Kollegin, der ich zuarbeite. Sie stellt es aber so hin, als würden sich die anderen ebenfalls über mich beschweren. Und ich muss zugeben, dass das Team sehr homogen ist und ich wohl charakterlich aus der Reihe tanze. Bisher war ich immer nur in gemischten Team und es wurde jeder mit seinen Stärken und Schwächen akzeptiert und ich kannte auch derartige Beobachtungen und Feedbacks nicht...

          Habe auch schon versucht mich diesbezüglich abzugrenzen, daraufhin hieß es ich sei nicht teamtauglich / asozial und ich bin jetzt in einem Bereich wo Teamarbeit sehr wichtig ist und ich mir überlegen soll, ob dieser Bereich wirklich was für mich ist.

          • Hmm, komische Leute...
            Ich muss aber auch gestehen, ich habe noch nie so gearbeitet. Also dass es wichtig ist mit den Kollegen zu quatschen. Machen die anderen das denn auch? Ich denk immer, je mehr man quatscht desto mehr Arbeit bleibt liegen und das kann ja nicht im Sinne des Unternehmens sein.
            Für mich hört es sich so an als ob die Kollegin einfach nur nach Fehlern sucht.
            Vielleicht sprichst du mal mit deinem Vorgesetzten über die Sache. Ob er es auch so sieht wie die Kollegin. Vielleicht ist das nämlich gar nicht so und du gerätst eher durch das Befolgen ihrer Ratschläge ins Abseits. Ich finde auch man soll sich gegenseitig helfen, aber das erst wenn man seine eigene Arbeit erledigt hat und bevor man quatscht. Wenn die Kollegen nicht so viel quatschen würden, würden sie ihre Arbeit vielleicht auch eher geregelt kriegen und bräuchten auch keine Hilfe von dir.

      An deiner Stelle würde ich das Gespräch mit dem Chef/ der Chefin suchen. Dich als asozial zu bezeichnen geht garnicht.
      Ich würde ganz frontal nach vorne gehen und das Problem deutlich ansprechen. Du bist dort nicht zum quatschen, sondern zum arbeiten.

      • (7) 14.12.18 - 14:53

        Auch dir vielen Dank für deine Antwort.

        Mit dem Chef hatte ich nach 6 Wochen ein erstes Feedbackgespräch. Dort sagte er mir auch, dass die anderen Kollegen mich als zu still empfinden, er aber ansonsten mit meiner Arbeit zufrieden ist. Da mein Chef kaum da ist und sich selbst keine Meinung bilden kann, ist er auf das Feedback der Kollegen angewiesen. Beim 2. Feedback habe ich von ihm dann auch gesagt bekommen, dass ich öfter meine Hilfe anbieten könnte. Es ist also eindeutig, dass meine Kollegin ihr Meinung/Beobachtung auch an den Chef weiter gibt.

        Ich habe einfach das Gefühl ich stecke in einen Alptraum fest von dem ich nie aufwache...und ich versuche ja schon mein Verhalten schon Tag zu hinterfragen und verbessern. Aber ich kann mich doch nicht permament verbiegen, nur damit man mich vielleicht irgendwann akzeptiert? Vorallem weil ich bisher auch noch nie zwischenmenschliche Probleme hatte.

        Aber irgendwas scheint ja mit mir nicht zu stimmen, wenn man mich regelmäßig gängeln muss... und das macht mich richtig fertig :(

        • Okay, dann hilft dir wahrscheinlich nur dir etwas Anderes zu suchen. Solche Kollegen braucht niemand. Wenn man anfangen muss sich in alle Richtungen zu verbiegen, dann passt es schlichtweg nicht. Zweifel bitte nicht an dir und quäle dich vor allem nicht länger. Wenn du die Möglichkeit hast kündige und suche dir was Neues!

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