Kinderwunsch in Assistenzarztzeit?

    • (1) 17.12.18 - 21:00

      Hallo ihr Lieben!
      Ich bin neu hier und komme mal mit einer sehr speziellen Frage um die Ecke...
      Ich bin 32, habe diesen Herbst endlich mein Medizin-Studium beendet und bin nun frisch gebackene Ärztin, ole! #huepf. Davor arbeitete ich als Rettungssanitäterin, daher mein schon eher gehobenes Alter...
      Nun, jetzt trete ich ab Februar eine ganz tolle Assistenzarztstelle in der Kinderheilkunde an, auf die ich mich total freue.
      Abgesehen davon, dass ich natürlich jetzt endlich karrieretechnisch durchstarten möchte, macht es in meinem Hinterkopf schon seit längerem ticktack und ich werde meinen Kinderwunsch wohl nicht mehr allzu lange beiseite schieben können. Ich bin hier auf der Suche nach Muttis, Omis oder auch Kiwulerinnen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden/befanden und sich fragen, wie wohl alles mit Kind wird, während man 24-Stunden-Dienste, Wochenenddienste und Nachtschichten ableisten muss...und welche Teilzeitmodelle es an euren Kliniken gibt!

      Ich freue mich auf Antworten! #winke

      • Hallo, ich bin auch Ärztin (mittlerweile niedergelassen in eingenen Praxis) und habe mein erstes Kind in meiner Assistenzarzt Zeit bekommen. Ich habe knapp 1,5 Jahre Vollzeit gearbeitet inklusive 24 Stunden Dienst und wurde dann geplant schwanger. Habe in der Schwangerschaft noch lange normal weiter gearbeitet (würde ich nie wieder so machen) war dann 9 Monate kn Elternzeit und bin dann mit 60% wieder eingestiegen. Kind war bei der Tagesmutter, meine Dienste habe ich auf 1 Wochenende im Monat und ansonsten 1x die Woche ein fester Tag mit 24 Stunden Dienst gelegt. War eine rel. kleine Klinik und somit gut umsetzbar. Nach 2,5 Jahre Teilzeit habe ich mich beruflich etwas umorientiert, bin wieder zurück in meine alte Heimat und Habe in einem Klinikum der maximal Versorgung mit 80% weitergearbeitet (aber mit Unterstützung meiner Eltern). Das habe ich bis zur Facharztreife so gemacht. Anderes dienstmodell, keine 24 Stunden Dienste, wochenweise Nachtdienste, unglaublich viel Stress und hohe Belastung. Ohne flexible Kinderbetreuung durch Oma und Opa wäre das nicht möglich gewesen. Dann wurde ich geplant mit nr 2 schwanger. Habe in der 20. ssw meine fa Prüfung gemacht und bin nach 14 Monaten Elternzeit in eine Praxis miteingestiegen. Für mich perfekt. Wünsche dir viel Erfolg und Alles gute

        • Vielen Dank, dass du deine Geschichte geteilt hast! :-)
          Jetzt meine Fragen:

          - Habe in der Schwangerschaft noch lange normal weiter gearbeitet (würde ich nie wieder so machen) -> Wieso würdest du das nie wieder so machen?

          - Ohne flexible Kinderbetreuung durch Oma und Opa wäre das nicht möglich gewesen. Dann wurde ich geplant mit nr 2 schwanger. Habe in der 20. ssw meine fa Prüfung gemacht und bin nach 14 Monaten Elternzeit in eine Praxis miteingestiegen. -> Wow, Hut ab! Weißt du zufällig, wie das Kolleginnen gemacht haben ohne Oma und Opa in der Nähe?

          • Zur ersten Frage: nachts um 3 uhr mit massiven Kreislaufproblemen und Übelkeit im op war im Nachhinein einfach keine gute Idee. Wenn ich geweckt wurde im Dienst musste ich mich erstmal übergeben bevor ich zum Patienten konnte. War alles nicht so prickelnd. Auch die lange steherei tagsüber im op war extrem anstrengend für mich. Hängt natürlich auch von der Fachrichtung ab...
            Viele Kolleginnen haben hier Oma und Opa in greifbarer Nähe. Wir leben ländlich, da schaut’s mit Kinderbetreuung nicht so rosig aus. Vor allem wenn 8-15 Uhr Betreuungseinrichtungen nicht ausreicht. Die ohne Familie in der Nähe machen viel mit Tagesmutter. Ein gutes Netzwerk ist Gold wert, grade wenn die Kinder im Winter permanent krank sind und nicht kn die Kita können. Wir haben auch zum Beispiel in der Klinik in den somemrferien gegenseitig auf die Kinder aufgepasst.

          • Zum Thema Karriere: es hängt natürlich immer davon ab was man unter Karriere versteht. OA/CA Ambitionen hatte ich nie und wären mit zwei Kindern wenn man die auch ab und zu sehen will eher unrealistisch (wenn auch abhängig von der Fachrichtung). Ich bin Unfallchirurgin/Orthopädin. Ich kenne keine oä in Teilzeit mit Kindern. Aus anderen Fachbereichen schon eher. Meine Karriere reicht mir aber völlig aus. Immerhin habe ich meine eigene Praxis (wenn auch nur eine halbe Gemeinschaftspraxis), und eine funktionierende Familie mit zwei Kindern für die ich relativ viel Zeit habe.

      (6) 17.12.18 - 21:58

      Hallo
      ich bin seit 10 Jahren Ärztin und seit einiger Zeit auch Mutter
      Ganz ehrlich sie zu, dass du die Klinikzeit geschafft hast bevor du schwanger wirst
      Auch in Teilzeit fallen Dienste an und je nachdem wo du bist, sogar sehr viele

      Die Arbeitszeit ist schlecht bis gar nicht zu Planen und die Verantwortung enorm
      In meiner Klinikzeit waren 70h Wochen und mehr keine Seltenheit
      Ständig Dienste am Wochenende Feiertagen etc.
      Das ist mit Kind und Familie kaum zu vereinbaren
      Es sei denn man hat reichlich familiäre Unterstützung
      Aber ich möchte auch gerne und viel Zeit mit meinen Kindern verbringen
      In Teilzeit in einer Praxis geht das gut
      Am Anfang der Weiterbildung-keine Chance-
      Viel Erfolg

      • Vielen Dank für deine ehrlichen Worte!
        Eine Sache vorneweg: Wenn ich die Klinikzeit jetzt voll durchziehe, bin ich mit 38 Fachärztin - Ich sehe das in meinen Augen (und auch aus medizinischer Sicht) als verspätet an, mit dem Kinderwunsch zu beginnen. Ich bin nun mal jetzt in dieser (schwierigen) Lage, in der Assistenzarztausbildung meinem Kinderwunsch nachgehen zu wollen/zu "müssen", also stellt das Warten bis zum Facharzt keine Option dar. Zum Glück ist mein Partner kein Arzt und hat sehr geregelte Arbeitszeiten. Mutter und Schwiegermutter wohnen (derzeit) noch relativ weit weg, aber unsere Stadt bietet eine große Auswahl an Betreuungsmöglichkeiten inkl Kitas und Co angebunden an Kliniken.

        • (8) 18.12.18 - 08:22

          Dann würde ich an deiner Stelle versuchen soviel Klinik Zeit wie möglich vorher zu schaffen und in jedem Fall die Intensivzeit !
          Schau mal in die Weiterbildungsordnung deines Bundeslandes. Das letzte Jahr sollte auch ambulant und in Teilzeit möglich sein

          Frag dich bei allem Kinderwunsch immer was es für dein Kind bedeuten würde viele viele Stunden in der Fremdbetreuung zu sein,
          Mama oft tagelang nicht zu sehen,da die Arbeit beginnt wenn das Kind noch schläft und endet wenn es wieder schläft
          Sofern es eine Kita an der Klinik gibt ist das schön. Trotzdem kann keine Kita ein Zuhause sein...
          besprich dich also ganz genau mit deinem Partner und den Großeltern überlegt wie viel Kompromisse und Engagement jeder erbringen möchte und wie Flexibel du mit Weiterbildungszeit, Fachrichtung und beruflichem Erfolg bist

          Alles Gute

    Ich bin selber nicht Ärztin, mein Partner allerdings schon. Ich mach den Job also nicht selbst, aber lebe mit den Konsequenzen, die er auf die Familie hat. Ich finde es echt hart! Es verlangt von mir eigentlich immer in der Lage zu sein, alles aufzufangen. Es ist also wirklich wichtig, dass die jeweils andere Person beruflich gut Kinderbetreuung abdecken kann oder es andere Unterstützung (Großeltern, Kindermädchen...) gibt, insbesondere bei 3-Schichtsystemen, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht hast, kann das ja durchaus noch kommen.
    Bei Teilzeit muss man sich schon ziemlich sicher sein, dass das tatsächlich auch so umgesetzt wird, dass am Ende wirklich Teilzeit dabei rauskommt und man nicht Vollzeit zu Teilzeitgehalt arbeitet. Das ist ja gerade wegen der Verlängerung der Assistenzarztzeit ärgerlich.
    Ich möchte dich echt nicht ängstigen, aber die Herausforderungen, die der Krankenhausalltag an uns als Familie stellt, sind für mich groß und ich denke, dass es nicht schadet, da vorher drüber nachzudenken. Das kann für andere Familien anders sein, insbesondere bei Familien, in denen eine Person Hausfrau oder Hausmann ist. Aber so nehme ich es wahr.

    Ich bin selbst nicht Ärztin, aber mehrere meiner Freundinnen. Sie haben alle während ihrer Krankenhauszeit als Assistenzärztin beobachtet wie Kolleginnen schwanger wurden und nach der Babyzeit nicht mehr in besagten Job zurück kehrten. Andere sind davon abgeschreckt und verzichten ganz auf ein Kind.

    Sie selbst haben es "besser" gemacht. Eine ist nach ihrem Facharzt in eine Gemeinschaftspraxis, hat auch alle Hände voll zu tun und lange Öffnungszeiten, aber ihr Mann ist selbständig und plant seine Berufstätigkeit um das Kind herum. Ein Segen für sie, aber es bleibt bei einem Kind.

    Die zweite ist mittlerweile Betriebsärztin mit ganz geregelten Arbeitszeiten und weniger Stress, aber auch da soll es ein Einzelkind bleiben.

    Die dritte ist aktuell beim Kind daheim, weil sie es so will, aber hat derzeit auch nicht so viele Optionen/wenig Unterstützung. Ihr Mann ist selbst Oberarzt und sie möchten noch weitere Kinder.

    Hallo, ich habe mich kürzlich mit einer Bekannten darüber unterhalten. Sie ist Gynäkologin in einer Gemeinschaftspraxis. Als sie ihre 2 Kinder bekam, war sie jeweils in einer Klinik tätig. Nach dem Mutterschutz kehrte sie jeweils mit Vollzeit in ihre Stelle zurück. Ihr Mann arbeitet im öffentlichen Dienst und hatte damals Elternzeit genommen. Bis heute arbeitet er Teilzeit.
    Sobald es ging, wechselte sie in die Praxis. Nun hat sie auf alle Fälle für die Kinder mehr Zeit und insgesamt mehr Lebensqualität.
    Damals in der Klinik wäre Teilzeit im Grunde nicht möglich gewesen. Aber das ist nun schon ein paar Jahre her.

    Lg

    (12) 17.12.18 - 23:06
    Arztundelteltern

    Hallo, wenn du den starken Kinderwunsch hast, dann gehe dem nach. Wie du schon erwähnst, die Uhr tickt.

    Karrieretechnisch durchstarten und Kind/er...vergiss es eher. Ausser, du hast wirklich die "Infrastruktur Mann" zuhause, die dir - wie bei männlichen Kollegen - alles vom Hals hält.

    Ich habe meine Kinder erst nach dem Facharzt gehabt. In der Assistenzarztzeit für mich nicht vorstellbar. Wir haben aktuell zwar auch eine Assistentin mit Kids bei uns, aber erstens sieht die ihre Kinder kaum je und zweitens kommt sie karrieremässig auch nicht aus dem Knick, da niemand Rücksicht auf jmd nimmt, der um 18Uhr die Kinder abholen und alles liegen und stehen lassen muss. In der Pädiatrie, allgemeiner Innerer Medizin... mag dies vielleicht noch eher möglich sein, in operativen Fächern ist es sehr, sehr schwer. Noch immer sind die Dienste lang, viel hat man daneben von den Kindern nicht. Arbeitet man Teilzeit, zieht sich die Ausbildung. Kompromisse sind dauernd nötig und eine gute Stressresistenz ebenfalls.

    Hallo, ich finde es immer besser, wenn man beruflich Fuß gefasst hat und dann ein ruhiger, sicherer Punkt erreicht ist, dass DANN erst genügend Raum, Zeit und auch Ruhe für ein so enormes Projekt Kind gegeben sind. Von daher wäre das für mich nichts so. Ich bin aber auch gg. frühe Fremdbetreuung, aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich kenne viele Assistenzärzte und ich würde an ihrer Stelle in dieser Zeit kein Kind in die Welt setzen wollen.
    Alles Gute, wie auch immer du dich entscheidest :-)!

    (14) 18.12.18 - 08:17

    Dieses Vorhaben ist absolut machbar - aber nur, wenn du jemanden hat, er sein eigenes Leben für deine Karriere hinten anstellt. Wenn dein Mann also Zuhause bleibt oder eine flexible Oma/ein flexibler Opa zur Stelle ist. Ansonsten wird es, muss man leider klar sagen, ziemlich schwierig.Klinikalltag ist nicht wirklich vorhersehbar und du wirst eben keinen 9-5 Job haben, wenn du nicht gerade mit 50% und über 10 Jahre deine Ausbildung machen willst. Also: Wenn dein Mann seine Karriere hinten anstellt ist das ein super Plan, ansonsten würde ich persönlich die Frage von weg lassen :-) aber als Arzt ist die Vereinbarkeit halt immer schwierig, gerade im KH.

    Hi,
    ich bin auch Assistenzärztin im 2. Weiterbildungsjahr und hab 2 Kinder (2 und 4 Jahre) die ich beide schon im Studium bekommen habe. Prinzipiell denke ich das alles möglich, aber auch halt anstrengender ist und dass es sehr davon abhängt wie viel Unterstützung du von deiner Familie mit der Kinderbetreuung bekommst. Mein Mann ist selbstständig und zu hause und kümmert sich um die Kinder. Das 1. Jahr habe ich 100 % gearbeitet und jetzt arbeite ich 75%. Ich habe jeden Monat 1 Woche frei und habe sonst normal nacht und spätdienste dabei. 24h Stundendienst gibts bei uns ein glück nicht;) Das schöne am Spätdienst ist, dass ich meine Kinder in den Kindergarten bringen kann und mit ihnen frühstücken kann, da freue ich mich meistens drauf. Hängt wsl sehr von der Klinik ab wie familienfreundlich sie ist...

    (16) 18.12.18 - 10:33

    Hi! Erstmal Glückwunsch zum Examen!
    Ich bin selber Ärztin und mittlerweile dreifach Mama. Zuvor war ich Krankenschwester und habe während des Studiums weiter in der Pflege gearbeitet. Mein Großer kam nach dem Physikum, die Mittlere kurz nach dem Examen. Bin im PJ geplant schwanger geworden. Ich habe jeweils nach 9 Monaten wieder angefangen zu arbeiten und mein Mann hat übernommen. Ich habe damals Vollzeit gearbeitet, als Berufsanfänger fand ich Teilzeitarbeit ungünstig. Da ich damals auch noch pendeln musste (je Strecke eine gute Stunde) habe ich nicht viel von der Mittleren gehabt. Dazu noch 2-3 12 Stunden Dienste im Monat und alle sechs Wochen eine Nachtdienstwoche. Manchmal habe ich mich gefragt warum ich eigentlich Ärztin werden wollte. Nach zwei Jahren sind wir umgezogen mit dann nur noch 10 Minuten Fußweg und Kita direkt vorm Haus, und noch etwas später bin ich auf 80% gegangen. 8-15 Uhr ist meine übliche Arbeitszeit. Ich bin gut organisiert und mache wenn überhaupt 20-30 Minuten länger. Dienste fallen natürlich trotzdem an. Die nerven und ich kann sie mir einfach nicht schönreden.
    Unser Nesthäkchen ist jetzt 3 Monate alt und war gar nicht geplant, aber herzlich willkommen. Diesmal plane ich ein Jahr Elternzeit und werde danach den Rest der Facharztweiterbildung in Angriff nehmen.
    Mein Krankenhaus hat ca 350 Betten, ganz gut ausgestattet. Es gibt verschiedene Teilzeitmodelle. Ich arbeite pro Tag verkürzt, andere Kollegen haben mit ihren 80% blockweise frei. Das sind in der Regel die kinderlosen, die einfach mehr Freizeit haben wollen.
    Mein Mann und ich wuppen die Betreuung alleine. Meine Mutter kann aber recht unkompliziert einspringen wenn Not am Mann ist.
    Ich hätte mit dem Kinderkriegen nicht bis nach dem Studium warten wollen. War beim Großen ja auch schon 30.
    Liebe Grüße!

    Karrieretechnisch bin ich bestimmt eher ein Negativ Beispiel ;)
    Ich (35) mache den Facharzt für Allgemeinmedizin, habe einen Teil der Klinik hinter mir, einen Teil noch vor mir und bin aktuell in einer Praxis mit 20 Stunden. Das heißt, ganz aktuell bin ich in Elternzeit mit meinem fünften Kind. Ich habe das erste kurz vor dem pj bekommen, das zweite quasi zum Examen und die letzten drei in der Assistenzarztzeit.
    Ich sage aber auch recht deutlich dass ich KEINE Karriere machen will, ich freue mich wenn ich irgendwann meinen Facharzt habe.
    Eine gute Freundin von mir hat ein Kind in der Weiterbildung zur Kinderärztin bekommen, nach einem Jahr Vollzeit wieder angefangen (mit ca. 5 Diensten im Monat) und hat ihre Tochter fast nie gesehen. Jetzt nach dem Facharzt reduziert sie auf 80%. Für mich wäre das nichts gewesen.
    Mir macht die Arbeit viel Spaß. Aber hauptberuflich bin ich Mama :)

    (18) 18.12.18 - 21:46

    Hi,
    Ich bin Ärztin seit 2006. Nach mehreren Jahren in der Chirurgie habe ich eine Auszeit genommen, währenddessen meinen jetzigen Mann kennengelernt und dann in die Anästhesie gewechselt.
    Nach 1,5 Jahren Anästhesie bin ich schwanger geworden und dann drücke Jahre später nochmal.
    Nach dem ersten Kind habe ich 60% gearbeitet und nach einem Jahr 100%, aktuell bin ich noch in Elternzeit mit dem zweiten.
    Ich hoffe Ende nächsten Jahres endlich den Facharzt zu machen, ich bin dann 41.
    Ich denke, es kommt darauf an, welches Fach du machst - Anästhesie ist gut mit Teilzeit vereinbar, andere Fächer eher nicht. Dann kommt es darauf an, wie schnell du deinen Facharzt haben willst und wie wichtig die viel Zeit mit den Kindern ist
    In meinem 100% Jahr hatte ich nicht viel von meiner Kleinen - dafür hat damals Papa wenn ich gearbeitet und war dann hauptsächlich fürs Kind da.
    Ich finde es ist schon machbar, aber man muss Kompromisse eingehen und der Partner muss das mittragen bzw man braucht ein gutes Netzwerk!
    Liebe Grüße!

    Hallo,

    Ich bin 30, Assistenzärztin in der Kinderheilkunde und habe nach 3 Jahren Weiterbildungszeit mein erstes Kind bekommen. Ich hab bis kurz vor dem Mutterschutz weitergearbeitet eben um die Weiterbildungszeit noch mitzunehmen. Ich habe 4 Monate nach der Geburt wieder Vollzeit angefangen und mein Freund hat Elternzeit genommen. Ich hab nach ein paar Monaten auf 75% reduziert, das ist tatsächlich gut machbar und ich verbringe viel Zeit mit meinem Kind auch mit nicht wenigen Diensten im Monat( bei uns werden die nicht weniger wenn man Teilzeit arbeitet).
    Ich habe dann nach 7 Monaten wieder die Elternzeit übernommen und 50% gearbeitet (also als unser Kind 11 Monate alt war). Wir haben keine Unterstützung von der Familie hier aber mit einer Tagesmutter/Babysitterin klappt es. Wir werden etwa zeitgleich den Facharzt machen. Das letzte Jahr meiner Weiterbildung werde ich dann in einer Praxis machen was ja in der Kinderheilkunde gut geht.
    Vllt kannst du ja mit deinem Partner so eine ähnliche Aufteilung der Elternzeit planen?
    Ich würde aber tatsächlich versuchen die Intensivzeit vor dem Kind zu absolvieren. Das macht es doch einfacher und du kannst dann auch viel Weiterbildungszeit in der Praxis in Vollzeit machen weil es doch was anderes ist als Nachts und am Wochenende arbeiten zu müssen.
    Bis zum Facharzt würde ich aber denke ich an deiner Stelle auch nicht warten. Man weiß ja nie wie schnell es klappt.

    Guten Abend,
    ich würde dir empfehlen, dir deinen Weiterbildungskatalog anzuschauen und zu sehen, welche Bereiche vor Kindern sinnvoll wären. In der Pädiatrie kenne ich mich leider nicht aus, aber je nach Immunstatus kann es sein, dass du in der SS gar nicht mehr viel machen kannst. Zu mir: mir ging es ähnlich wie dir, ich hab aber aus Vernunftsgründen tatsächlich noch etwas gewartet. Ich wurde in meinem 3. Jahr in der Inneren schwanger, habe aber bis an den Mutterschutz gearbeitet (ohne Probleme und gerne). Dann war ich in Elternzeit und bin dann mit 70% zurück - und es hat vorne und hinten nicht funktioniert, Überstunden, Dienste, ewig langes Warten auf eine Ablösung in der ZNA nachdem die Kita wegen Fieber angerufen hat... Ich konnte mir vorher schon vorstellen Arbeitsmedizin zu machen und bin dann gewechselt (auf einen Vollzeitjob mit funktionierender 36h-Woche). Da ich damit leben kann, nicht zu therapieren und wir im Großunternehmen auch viel Verschiedenes machen, ist es für mich auch eine schöne Lösung. Da habe ich dann das 2. Kind gekriegt und danach den FA gemacht. Aber manchmal bereue ich schon, dass ich keine Intensiv mehr gemacht hab (für den Notarzt) bzw. den 2. FA (Allgemeinmedizin, Innere hab ich wegen der schlechten Arbeitsbedingungen schnell abgehakt). Auch hab ich meine Diss nie fertig gemacht und heute finde ich keine mehr, wo ich nicht ein Sabbatical für machen müsste.
    Aktuell üben wir für das 3. Kind. Aber wenn das nicht klappt, möchte ich da gerne was nachholen. Das wäre vor Kindern vermutlich einfacher gewesen, ist jetzt aber so.
    Lange Rede kurzer Sinn: versuch ein bisschen reinzukommen. Wie sagt man so schön: nach dem Studium ist man Mediziner, in den Arzt muss man erst reinwachsen. Und dann schau, wann es für euch passt.
    Alles Gute für dich

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