Zack...kalte Fuesse vor dem Hauskauf

    • (1) 18.12.18 - 15:07

      Hallo liebe Forumsmitglieder,

      ich habe nun ewig still hier mitgelesen und nun muss ich auch mal etwas fragen...vielleicht hilft es mir...

      Wir erwarten im Maerz unser Kind, meine Ehefrau wird dann in Elternzeit gehen und ueber das Elterngeld 1,5 Jahre ca. 1800 Euro verdienen. Ich selbst bin voll berufstaetig und werde, wenn wir es uns leisten koennen, zumindest meine 2 Partnermonate machen wollen.

      Nun haben wir unser Traumhaus gefunden...es passt einfach perfekt. Es gibt genug Platz, es ist toll gelegen und ueberhaupt einfach toll. Allerdings muss viel gemacht werden. Wir besitzen durch eine kleine Erbschaft und durch sparsames Leben EK in Hoehe von ca. 100.000 Euro. Wir wurden unser Hausschen gerne zu 100 Prozent finanzieren {300.000 EUR), haben dafuer auch einen ganz tolles Angebot einer nahmhaften Bank bekommen und nun kann es ja eigentlich los gehen. Unser EK wuerde in die Kaufnebenkosten sowie die erforderlichen Renovierungen fliessen. So muss z.B. das Dach neu gedaemmt werden (Innen, das Dach selbst ist super in Schuss), der Innenausbau muss nach unseren Wuenschen gestaltet werden und eine neue (Gas-) Heizung wird auch noch faellig. Die Kostenvoranschlaege liegen vor, wir kommen mit unseren zur Verfuegung stehenden Mitteln super hin und haben dann noch eine kleine Reserve, damit wir nicht voellig nakt dastehen.

      Nun stehen wir kurz vor Unterzeichnung des Kaufvertrages und ich bekomme kalte Fuesse...OMG...wir haben alles durchgerechnet und wir stehen finanziell, auch mit dem gott sei dank existierenden Elterngeld, finanziell nicht schlecht da. Haben nach Abzug der Rate und aller Haushaltskosten noch 2000 Euro zum leben...aber dennoch...das ist ein Haufen Geld. Auf der anderen Seite bin ich eigentlich nicht so zimperlich, wenn alles gut durchgeplant ist. Aber in diesem Fall...mein lieber Scholli

      Nun wuerde mich interessieren, ob nur mir das so geht oder ob das noch wer kennt...

      Danke euch schon mal

      Michael

      • Hi Michael,

        ich verstehe Deine kalten Füße. 300 000 EUR sind eine ganze Menge, dazu noch ein Umbau, so dass das ganze EK weg ist. Ich hätte auch kalte Füße.

        Wie sieht denn die Anschlussfinanzierung aus, plant ihr ein zweites Kind, wie sicher sind eure beiden Jobs? Wie lange werdet ihr finanzieren müssen? Das alles solltet ihr möglichst mit bedenken.

        Wir haben vor 20 Jahren gebaut. Und aus heutiger Sicht muss ich sagen: Sehr konservativ (Haus relativ klein und dörflich gelegen; dafür für uns ganz easy finanzierbar. . Dafür sind wir heute - mit 48 - schuldenfrei. Bei zwei guten Einkommen. Das ist auch toll. Ich hätte jetzt keine Lust mehr, eine große Summe Monat für Monat in ein Haus zu stecken ==> selbst das tollste Haus ist in 20 Jahren kein Traumhaus mehr !!

        LG, Cherish

        • Juhu und danke für deine Antwort. Wir haben keine Anschlussfinanzierung. Wenn es so läuft wie geplant, haben wir in 25 Jahren und noch (kurz) vor Renteneintritt das Häuschen abbezahlt. Die Zinsen sind auch, bis auf die letzten 9 Monate, festgeschrieben.

          Wir sind beide Beamte im ö.D...also die Jobs sind auf jeden Fall sicher. Zweites Kind hätten wir gerne, allerdings möchten wir erst mal schauen, wie wir uns mit dem Ersten schlagen und natürlich, ob das finanziell drin ist.

          Hier in der Ecke bekommt man kaum ein Haus unterhalb dieser Preiskategorie. Sicherheitshalber haben wir nach Abschluss der Modernisierung noch einen kleinen 5 stelligen Betrag auf dem Konto.

          Hach...ich weis ja auch nicht...

          • Ich glaube, die wenigsten kaufen einfach mal so eine Immobilie! Für die meisten ist es tatsächlich eine riesige finanzielle Belastung über die Jahre, die sollte gut überlegt sein.
            Mir waren zwei Punkte wichtig: Zins und Tilgung plus dringend nötige Ausgaben wie Lebensmittel und Versicherung sollten mit EINEM Gehalt zu stemmen sein, zumindest für einen überschaubaren Zeitraum. Das nimmt immens Druck raus, denn es kann immer mal sein, dass Atbeitslosigkeit oder Elternzeit dazwischen kommen. (Das zweite Gehalt wird im besten Fall in gelegentliche Sondertilgungen gesteckt!)
            Finanzierung sollte VOR Renteneintritt abgeschlossen sein.
            Das war beruhigend.
            Mir hat auch geholfen, auszurechnen wie viel Miete ivh in 25 Jahren gezahlt hätte... ist auch nicht so ohne!
            Viel Erfolg beim Hauskauf

          • Wow und Du bist aber sicher, dass das ein günstiges Angebot ist?
            100% Finanzierung ... fast 25 Jahre Zinsbindung ... das sind 2 Faktoren, die es nur teuer machen können.

            Mal Butter bei die Fische ... wie hoch ist der Zinssatz?
            Wie hoch ist die anfängliche Tilgung ... bei euren Zahlen sollte das mehr als 1-2% sein.

            Wurden 10 Jahre und 15 Jahre Zinssatz geprüft.

            Bei Beamter und Jobs sicher hat jeder Bankberater die Dollarzeichen in die Augen.
            Aus meiner Erfahrung ist das eine "Berufsgruppe", die sehr auf 120% sicher und komfortable setzt und das auch bezahlt ... und gerne auch mal nicht merkt.

            Bei 2 sicheren Jobs könnt ihr mit einer viel höheren Tilgung an den Start gehen.
            Was soll passieren?
            Risikolebensversicherung in Höhe der gleitenden Restschuld abschließen und fertig.
            Nach 15 Jahren kann die Hütte bezahlt sein.

            Die Banken lieben es, bei niedrigen Zinsen die Leute in lange Zinsbindungen zu quatschen ... kostet ja nix und dann ist es sicher ... doch das kostet sogar sehr viel, einmal beim Zinssatz selbst und dann über die Laufzeit.

            • Was soll passieren? z.B. steigen die Zinsen und dann stehst du nach 10-15 Jahren mit deiner Restschuld doof da. Da hilft dir dann die Risikolebensversicherung auch nur noch zusammen mit nem Strick.

              Ich wäre jetzt lieber nicht gierig und würde ein paar Prozentpunkte mehr in Kauf nehme für ne lange Bindung.

              • Wir haben seit 10 Jahren niedrige Zinsen ... warum sollten sie steigen?
                Es kommt eher zu einer Immobilienblase, wenn wir diese nicht schon haben.

                Der Unterschied ist eben ein 5-stelliger Betrag, der anstatt in Bankzinsen direkt in die Tilgung fließen kann.

                Klar hat man bei 15 Jahren Zinsbindung am Ende dann noch eine Restschuld da stehen, aber die ist dann vielleicht nicht mehr 170.000 hoch, sondern nur noch 140.000.

                BTW: Es geht hier hoffentlich nicht um Prozentpunkte, sondern um Zehntel oder Hundertstel!

                Die Risikolebensversicherung ist nicht für die Tilgung nach 15 Jahren gedacht.
                Die RLV ist für den Fall gedacht, dass einer der Partner stirbt.
                Bei 2 Beamten ist die Gefahr, dass sie in 15 Jahren die Anschlussfinanzierung nicht bedienen können, ungefähr so groß wie das Risiko von Altersarmut.

                Aus meiner Sicht wird hier übertrieben auf die Karte Sicherheit gesetzt, obwohl kein Grund für Sorgen besteht und Sicherheit kostet eben Geld.

          Von diesen kleinen 5stelligen Betrag würde ich mich jetzt schon gedanklich verabschieden. Ich kenne niemanden, der bei Umbau/Renovierung einer Bestandsimmobilie exakt mit den Ausgaben gemäß der Kostenvoranschläge hingekommen wäre. Das variiert in der Realität oft gewaltig.

    Bei uns war es exakt genauso: 100% Finanzierung, EK für Nebenkosten und Modernisierung, Finanzierung bis zum letzten Tag geregelt, und ich bin auch gerade in Elternzeit und bekomme Elterngeldhöchstsatz. War vorm Notartermin aufgeregter als vor der Hochzeit - aber es war die richtige Entscheidung! Also: MACHEN!

    Eine Frage aber zum Verständnis und aus Neugierde ;-): Wie kann deine Frau 1,5 Jahre lang 1800€ Elterngeld bekommen? Das ist ja der Höchstsatz des Basiselterngeld über ein Jahr, wenn man sich den auf 1,5 Jahre streckt kann man ja keine 1800€ mehr erreichen?! Oder geht sie noch Teilzeig arbeiten?

    • Hi ourhope!

      Missverständlich ausgedrückt. Wir sind am (zukünftigen) Wohnort in die Familie und Freunde eingebettet. Alle wohnen so um 15 km um uns herum.

      Unsere Idee ist, 6 Monate volles Elterngeld zu nehmen und im Anschluss Elterngel-Plus. Somit werden aus den verbleibenden 6 vollen Elterngeldzeiten 12 halbe. Die fehlenden 900 Euro erarbeitet meine Frau in dem Sie einen Tag in der Woche arbeiten geht, während Oma auf die Zwergin aufpasst.

      So der Plan...

Wie hoch soll denn eure monatliche Belastung für den Hauskredit sein?


Ansonsten:

Deine Frau kann nicht 1,5 Jahre in Elternzeit gehen UND gleichzeitig 1800 EUR EG bekommen, maximal 12 Monate.

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