Wer hat sich gegen ein Hauskauf/Hausbau entschieden?

    • (1) 29.12.18 - 20:15

      Hallo liebe Leute,

      bei uns steht schon länger die Überlegung an, ein Haus zu kaufen bzw. zu bauen. Wir haben ein Grundstück reserviert, welches nächstes Jahr erschlossen werden soll.
      Mein Mann wuchs im Haus auf, ich immer in Wohnungen. Wir haben derzeit eine schöne Wohnung in perfekter Lage mit Gemeinschaftsgarten, Stellplatz, genug Platz, für nur 685€ im Monat warm.
      Wir erwarten unser zweites Kind. Ich plane gerne alles, vorallem finanzielle Dinge, weil ich als Kind nie viel Geld hatte. Wir verdienen gut, können monatlich um die 2000€ sparen.
      Nun habe ich Panik, dass wir uns das einfach nicht leisten können bzw. nie abzahlen können. Rein rechnerisch würde das laufend bezahlt werden können. Mir macht das (hart ersparte) Eigenkapital Sorge. Ich möchte am liebsten mein Geld für mich behalten. Wenn wir 35-40t € Eigenkapital haben und quasi alles ins Haus fließt, sind wir ja pleite. Wenn ich der Bank sage, ich möchte ein Haus bauen und habe (von den 40t) 20t € Eigenkapital, lacht die mich wahrscheinlich aus.

      Wir waren schon bei der Bank im letzten Jahr. Wir hatten damals noch andere Einkommen bzw. Eigenkapital und waren nicht zufrieden mit dem Kreditrahmen. Wenn ich mich für den Rest meines Lebens hoch verschulde, möchte ich auch keinen “Schuhkarton“ bauen. Wir müssten für ein Haus sicher 1400-1500€ monatlich für Rate und Nebenkosten aufwenden, das ist das doppelte als jetzt für die Miete.

      Für mich ist ein Haus einfach nicht wichtig, für meinen Mann irgendwie schon. Ich würde am liebsten die Sparrate runtersetzen und mir ein gemütliches Leben machen (Elternzeit, Urlaub, keine finanziellen Ängste). Später könnten wir uns eine Wohnung kaufen, um keine Miete zu zahlen. Ich gehe eben auch davon aus, dass man dann zum Rentenbeginn quasi das ganze Haus wieder erneuern muss.

      Was sagt ihr? Wer hat sich dagegen entschieden, obwohl man es sich theoretisch leisten könnte?

      Vg

      Diana

      • Wir haben uns bewußt dagegen entschieden. Wir wohnen hier in einer Wohnung in nem guten Viertel und können ebenfalls den Garten mitnutzen.

        Klar wäre manchmal ein Haus schön, aber wir wollen uns nicht so lang binden bzw. sind wir auch nicht die Heimwerker, die in Haus und Garten Erfüllung finden. Meinen Mann und mich würde die Extraarbeit und Verantwortung, die ein Haus und Grundstück mit sich bringt ehr stressen....manche finden da ja auch Entspannung drin.

        (3) 29.12.18 - 21:06

        Wir haben uns bewusst dafür entschieden, ich hatte aber exakt die gleichen "Ängste" wie du.

        Ich bin sehr sicherheitsorientiert, grade was das finanzielle angeht. Somit war es mir wichtig, den Kredit in 12 Jahren komplett abzahlen zu können. Wir konnten 35% vom Bau + die Nebenbaukosten aus Eigenkapital bestreiten. Wir legen jeden Monat die Hälfte von dem was wir an Abtrag zahlen bei Seite für Reparaturen und Modernisierungen und sparen natürlich noch zusätzlich.

        Finanziell einschränken müssen wir uns gsd nicht, ich bin allerdings auch nicht mehr in Elternzeit, wir arbeiten Voll und verdienen gut. Im Elterngeldbezug, oder mit einem Gehalt hätte ich mich vermutlich auch nicht getraut, obwohl wir bewusst so geplant haben, dass es sowohl mir, als auch meinem Mann möglich wäre, das Haus alleine zu halten.
        In dem Fall wären die finanziellen Einschränkungen allerdings doch schon erheblich.

        • (5) 02.01.19 - 12:02

          "Ich bin sehr sicherheitsorientiert, grade was das finanzielle angeht. Somit war es mir wichtig, den Kredit in 12 Jahren komplett abzahlen zu können. Wir konnten 35% vom Bau + die Nebenbaukosten aus Eigenkapital bestreiten. Wir legen jeden Monat die Hälfte von dem was wir an Abtrag zahlen bei Seite für Reparaturen und Modernisierungen und sparen natürlich noch zusätzlich."

          12 Jahre ... da war das Haus entweder extrem günstig oder das Einkommen ist sehr hoch.

          BTW: Die Hälfte an Rücklagen wäre dann ebenfalls sehr viel ... das sollte besser in die Tilgung fließen ... nix spart schneller als vermiedene Schuldzinsen. Auch das zusätzlich gesparte für Sondertilgungen nutzen!!!

      Ich glaub das hat viel damit zu tun wie man aufgewachsen ist. Jeder den ich kenne der im eigenen Haus der Eltern aufwuchs, wollte später auch etwas eigenes haben. Diejenigen die in Mietwohnungen groß geworden sind, haben sich auch später keine Gedanken um ein eigenes Haus gemacht. Und beide konnten die Gegenseite nicht verstehen...

      Ich bin auch im Haus aufgewachsen und für mich war auch klar, dass ich ein Haus haben möchte. Nachdem ich aus dem Haus das ich mit meinem Ex Mann gekauft hatte, war mir von Anfang an klar, dass ich nicht lange in der Mietwohnung bleibe. Die Wohnung, die Lage, der Preis, die Vermieter, es ist alles toll aber mir ist es wichtig allein zu sein. Auch mal in Unterwäsche die Sachen aus der Waschmaschine zu holen, keine Rücksicht nehmen zu müssen, Kleinigkeiten...

      Mein neuer Partner hat immer in Mietwohnungen gelebt und für ihn war das Thema Haus überhaupt nicht präsent. Er hat sich darüber schlicht keine Gedanken gemacht weil er ja eine Wohnung hatte.

      Wir haben jetzt ein Haus gekauft und ich freue mich schon sehr wenn wir endlich umziehen.

      Was ich mich aber frage: spart ihr noch nicht lange? Du schreibst ihr legt jeden Monat 2000€ auf Seite und habt aber nur 40.000€ Eigenkapital. Das ist beim Kauf oder Bauen leider nicht viel. Je nachdem in welcher Region kannst du damit gerade mal die Nebenkosten bezahlen...

      Ich glaube eine allgemeingültige Antwort auf deine Frage wirst du nicht bekommen... Vielleicht beobachtet ihr einfach mal den Immobilienmarkt in eurer bevorzugten Gegend, schaut euch Häuser an die evtl passen könnten und du bekommst dann auch schnell ein Gefühl dafür, ob du dir vorstellen kannst dort zu leben. In der Zeit würde ich weiter sparen und so viel Eigenkapital wie möglich ansammeln.
      Wir haben übrigens jetzt nach 2,5 Jahren Suche ein Haus gefunden, das mit meinem Ex Mann hatten wir nach über 3 Jahren gefunden. Meist dauert es einfach echt lange bis man etwas passendes findet...

      • Genau, wir sparen so viel noch nicht lange. Leider sind wir erst durch “Umwege“ an unsere guten Jobs gekommen. Ich arbeite erst seit etwas über 1,5 Jahren.

        • (8) 29.12.18 - 21:47

          Hallo,
          uns geht es ziemlich genauso wie euch! Haben in etwa das gleiche Eigenkapital und überlegen hin und her, ob, bzw. wann wir den Schritt wagen wollen.
          Problem hier ist aber noch, dass wir nur ein Kinderzimmer, aber zwei Kinder haben. Wir wünschen uns noch mehr Kinder. Insofern müssen wir bald sowieso umziehen, aber so wie der Markt aktuell ist, würden wir unsere Miete dann in etwa verdoppeln... also sollte man dann doch sinnvollerweise kaufen und Rate statt Miete zahlen. Alles nicht so einfach finde ich!
          Wie ist es denn bei euch? Habt ihr zwei Kinderzimmer, bzw. würden sich die beiden eins teilen? Das finde ich auch nicht schlimm, wenn das klappt. Wenn genug Platz für alle ist, würde ich an eurer Stelle noch etwas warten und noch etwas sparen.

          • (9) 29.12.18 - 21:54

            Nach meiner Erfahrung sind in unserem Umfeld 30-40t € Eigenkapital total normal. Wir sind hier aber auchvim Osten. Da ist es schon gut, wenn man ein Haus für 300t € baut. Billiger geht sogar, teurer ist schon highend.

            Jedenfalls haben wir jetzt 100qm und 2 Kinderzimmer. Wir haben also keinen Druck umzuziehen. Wir fahren 10 min auf Arbeit, 5 in Kindergarten und Schule (kann auch erlaufen werden).

    (10) 29.12.18 - 21:36

    Hallo,

    Wir beide sind auch in Häusern aufgewachsen und haben dann vor 5 Jahren gebaut.... in traumlage.

    Bei uns ist es manchmal auch knapp aber wir lieben unser Haus, fühlen uns sehr wohl und müssen keine Rücksicht nehmen. Das ist mit 3 Kindern und großen Hund wichtig.
    Unsere Kinder können jederzeit in den Garten und es ist wie Urlaub....

    Wir hatten kaum Eigenkapital. Und haben vollfinanziert. Unser Ziel ist es bis 60 fertig zu sein und das schaffen wir!
    Wir zahlen jetzt auch viel ab und unser Einkommen hat sich auch geändert. 3xElternzeit und mein Mann arbeitet nicht mehr in Schichten....
    aber es klappt wunderbar. Klar große Sprünge sind nicht drin, aber es passt.

    Aber wir wissen auch, dass wir das Haus niemals auf Biegen und Brechen halten werden.... wenn es zu teuer wird, dann wird es verkauft. Unser Familienglück hängt nicht am Haus.

    Diese Entscheidung kann euch niemand abnehmen, aber mein eigenes Haus gibt mir mehr Sicherheit als 40T€ auf dem Konto!

    Setzt euch nochmal zusammen und macht eine pro und kontra Liste.... vielleicht hilft sie.
    Wir haben viele Häuser angesehen, ca. 3 Jahre gesucht. Und nur wenn beide 100% überzeugt sind, dann ist es das richtige.... hatte einer Zweifel, dann haben wir es nicht gemacht!

    Lg

(12) 29.12.18 - 22:00

Mein Mann und ich sind beide in Häusern / Eigentumswohnung aufgewachsen und haben uns bewusst gegen Eigentum entschieden. Gerade in der heutigen Zeit muss man im Arbeitsleben flexibel sein und wenn ich keine Lust mehr auf meinen Job habe, kündige ich ihn uns suche mir etwas Neues. Mit einem Hauskredit an der Backe wird das Leben (in unseren Augen) zu sehr eingeengt.

LG,
Keith

(13) 30.12.18 - 07:51

Wir haben uns nach langem Überlegen dagegen entschieden. Wir beobachten seit Jahren den Immobilienmarkt, halten Ausschau nach geeigneten Grundstücken und hätten in diesem Sommer auch ein Baugrundstück kaufen können. Uns lagen auch bereits Angebote für Häuser vor, wie wir es uns vorgestellt hätten. Mit unserem Bankberater war das Finanzielle geklärt. Die Rahmenbedingungen passten also alle wunderbar. Trotzdem haben wir dann entschieden es doch nicht zu machen. Wir haben nur ein Kind, welches jetzt schon 10 Jahre alt ist. Unsere aktuelle Traumimmobilie hätte 150-180qm und einen großen Garten. In wenigen Jahren wird unser Sohn aber eventuell ausziehen und 180qm werden vielleicht zu groß. Spätestens wenn wir im Rentenalter sind, werden uns die vielen qm und die Treppen stören. Im Moment will ich aber keinen Bungalow.

Mein Mann bekommt regelmäßig Jobangebote aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland. Was, wenn da mal ein richtig gutes Angebot dabei ist? Dann hat man den Stress mit dem Verkauf oder der Vermietung der Immobilie.

Wir mieten im Moment ein Einfamilienhaus mit 180qm und großem Garten. Wenn sich unsere Bedürfnisse ändern, ziehen wir einfach um. So ist es für uns am Besten im Moment.

(14) 30.12.18 - 08:17

Moin #tasse

Ich finde den Gedanken, zu mieten und zu sparen und dann später in der Rente eine kleine Wohnung quasi bar zu zahlen, gar nicht schlecht. Muss man natürlich durchrechnen und das sparen sollte auch die Lebensqualität nicht vernichten.

Viele rechnen sich das Eigenheim auch schön, weil sie es emotional wollen.

- Je nach Eigenkapital und Konditionen zahlt man der Bank quasi ein zweites Haus über die Zinsen ab. Das ist u.U. auch nicht besser als die verschenkte Kaltmiete.

- Sparen muss man parallel auch für Reparaturen etc.

- Und wie du schreibst ist pünktlich zur Rente die Heizung komplett kaputt oder das Dach muss gedeckt werden etc. Also dass man später keine Kosten fürs Wohnen mehr hat, stimmt so nicht.

- Und ob man sein Haus später gewinnbringend verkauft bzw überhaupt los wird, wenn man es nach der Kinderphase nicht mehr braucht, das kommt nun wirklich auf die Wohngegend, den Zustand etc. an

Fazit: Ein Haus KANN sich lohnen, muss aber nicht :-p Und man sollte vor allem ehrlich rechnen...

LG, Nele

Hallo. Als ich das gelesen habe dachte ich das könnte von mir sein. Ich kann dich verstehen. Euer Eigenkapital ist voll okay. Es ist eine schöne Sicherheit. Der Satz von dir du möchtest das Geld am liebsten behalten ist voll und ganz nachvollziehbar. Auch kann ich den Gedanken mit der Eigentumswohnung verstehen. Ich weiß nicht in welcher Gegend ihr wohnt. Vielleicht gibt es ja was günstiges zu kaufen in guten Zustand. Eventuell so das ihr in etwa die selben kosten habt wie jetzt mit der Miete. Deine angst wie die Zukunft verläuft verstehe ich. Niemand weiß was in 5 oder 10 Jahren ist. LG

(16) 01.01.19 - 23:45

Hallo!

Wir haben uns für ein Haus entschieden. Hauptgrund: Es ist schwierig ein großes Haus zur Miete zu finden (wir haben 3 Kinder). Außerdem haben wir uns in das Haus verliebt. Es ist für uns perfekt. Wir sind noch nicht eingezogen aber ich gehe einfach mal davon aus, dass sich die Kinder dort viel besser entwickeln werden als hier in der engen Butze. Jedes Kind hat ein Zimmer, mein Mann sein Herrenzimmer, wir können unseren Krempel im Keller verstauen, es gibt keine nervigen Nachbarn Tür an Tür, die Kinder müssen nicht leise sein, der Garten bietet viel Spielfläche.

Finanziell wird es bestimmt eine große Umstellung. Aber wenn unser Plan aufgeht, ist es nach 10 Jahren sehr viel besser, weil dann das erste Darlehen wegfällt. Außerdem gibt es ja jetzt das Baukindergeld. Das bringt auch etwas Entlastung. Ja, es wird einiges am Haus zu machen sein. Aber immerhin kann man es dann so gestalten wie man es selbst schön findet.

Du schreibst, euer Gespartes sei auf einen Schlag weg. Eine Gegenleistung gibt es ja schon dafür. Mich beruhigt ein Geldbetrag auf der Bank ebenfalls. Dennoch frage ich mich, was du denn stattdessen mit dem Geld anfangen willst. Hast du einen besseren Plan?

Top Diskussionen anzeigen