Krank geschrieben - schlechtes Gewissen

    • (1) 04.01.19 - 07:54

      Hallo ihr lieben,

      Zu meiner Geschichte: wir wünschen uns sehr ein Kind. Ich habe im April 2018 meinen ersten Job bekommen und wollte die Probezeit abwarten um mit der Familienplanung zu beginnen. Alles geklappt.

      Am 31.12 hielt ich einen positiven Test in der Hand. Wir haben uns wahnsinnig gefreut. Am 3.1. zum FA. konnte leider noch nichts richtiges erkennen nur einen winzigen dunklen Fleck. Ich arbeite im Labor und mit Chemikalien, weshalb mich meine FA bis zum nächsten Termin krank geschrieben hat.

      Auf Arbeit ist es leider der möglichst schlechteste Zeitpunkt für eine Krankschreibens oder Baby. Unsere Firma ist im Aufbau. Kommende Woche steht etwas ziemlich wichtiges an, was entscheidend ist für die nächsten Schritte unserer Arbeit. Und ich fehle. Ich hab seit Beginn meiner Arbeit im April mit der vorarbeit zu diesem Thema angefangen. Bin auch noch nicht ganz fertig.

      Hab mich krank gemeldet, was furchtbar war. Hab gesagt hätte starke Bauchschmerzen gehabt.
      Die Härte: wurde dann noch gefragt ob ich noch mal vorbei kommen kann um eine kleine Sache noch zu beenden.
      War etwas perplex und wusste gar nicht was ich sagen sollte.


      Schöne scheiße...

      Grundsätzlich denke ich, dass du jetzt an dich denken solltest.
      Aber: Ich bin auch der Meinung, dass man in einem Job eine gewisse Verantwortung trägt. Vor allem, wenn man eine gewisse Position hat (wenn du die einzige bist, die das, was zu lösen ist, lösen kannst, wirst du ja eine exponierte Stelle haben). Ich denke, dass du dir und dem Baby nicht schadest, wenn du dem Unternehmen hilfst und nochmal kurz vorbei schaust, um zumindest eine Anleitung auszusprechen. Klar Chemikalien - aber ich gehe nicht davon aus, dass du im strahlenden Reaktor arbeitest :)
      Aber das ist nur meine Meinung. Schlussendlich musst du das selbst wissen.
      Die Verantwortung für dein Kind sollte größer sein als die für den Job. Aber letzteres darf auch nicht ganz vergessen werden, wie ich finde.
      LG

      Hu Hu

      Und wenn du dein Kind verlierst, was ist der Preis? Belohnt dich dann dein Chef dass du arbeiten warst?

      Ich kann dich gut verstehen.
      In meiner ersten SS hatte ich morgens Blutungen. Bin trotzdem noch zur Arbeit gefahren. Dachte so ein bißchen Blut ist normal. Mittags bin ich dann zur FÄ weil es immer schlimmer würde. Ich hatte einen Abgang in der 6ssw.

      Es hat fast ein Jahr gedauert bis wir wieder schwanger wurden. In den ersten Wochen musste ich mich stark übergeben. Bin trotzdem zur Arbeit gefahren. 1 Stunde über die Autobahn. Tüte hatte ich immer schon parat. Dann kamen heftige Kopfschmerzen dazu. Bauchkrämpfe und Heulattacken. Ich bin morgens kaum aus dem Bett gekommen.

      Meine FÄ hat mich dann 1 Woche krank geschrieben. In der Woche wurde es besser.
      Danach ging das Theater wieder los. 2 Wochen Arbeit, schmerzen und Heulattacken. Dann wieder eine Woche krank.
      Mein Chef meinte irgendwann "musst du ausgerechnet jetzt krank werden?" Da war ich richtig sauer. Hab 4 Jahre für meinen Chef gearbeitet und war insgesamt 3 mal krank. (FG, weißheitszähne wurden entfernt und dicke Grippe)

      Irgendwann kam meine FÄ auf die Idee ich soll eine Therapie machen. Und das war das beste was mir passieren konnte. Ich hatte immer das Gefühl ich würde die Arbeit über meinen Krümmel stellen. Und meine FG wäre nur deswegen passiert. Natürlich völliger Unsinn.
      Als man dann auf die Idee kam mich ins BV zu schicken, hatte ich schon meinen resturlaub bis zum Mutterschutz genommen.

      Erst dann fing ich an meine Schwangerschaft zu genießen und zwar so richtig. Wäre gerne noch länger schwanger gewesen, es war so schön am Ende.

      Bin jetzt mit Nr 2 Schwanger und wir haben es extra so draufangelegt dass ich noch in der Elternzeit schwanger werde. Ist natürlich finanziell ziemlich doof, aber ich genieße die Schwangerschaft vom ersten Moment an.

      Ich kann langsamer machen, wenn mir übel oder schwindelig ist. Und wenn ich Glück habe und meine Tochter schläft kann ich auch noch ein Nickerchen machen.

      Es ist alles so viel entspannter und stressfreier.

      Ja und mein Chef? Der hat direkt 2 neue für mich eingestellt. Da würde mir erstmal bewusst das ich Arbeit für 2 geleistet habe. Ach ja und von dem hab ich seit einem
      Jahr nix mehr gehört. Es gab noch nicht mal ne weihnachtskarte.

      Sorry wegen dem langen Text. Aber mein Rat schlechtes Gewissen verdrängen und das Glücksgefühl der Schwangerschaft genießen

      Alles gute

    • Dein schlechtes Gewissen in der Situation kann ich verstehen und mit Sicherheit wird der ein oder andere Kollege kurz die Krise kriegen.

      Ging mir damals so als eine Ak wegen Ss nicht mehr kommen durfte. Was soll ich sagen, drei Tage später erhielt ich die Nachricht, dass ich schwanger bin.😓 Meine Kollegin hat dann an dem Tag auch erstmal geweint, immerhin sind zwei vertraute und gute Kolleginnen auf einmal weg. Von der Arbeit ganz zu schweigen ...

      Aber sie hat sich für uns gefreut. Nachdem das Gröbste verdaut gewesen ist und es personell Ersatz gab ging es auch wieder bergauf. Wir haben immer noch ein gutes Verhältnis.

      Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, weil du eine Familie gründest und manchmal lässt sich beides nicht miteinander vereinbaren. Dein Kind geht da einfach vor!

      Also ich würde nie ein schlechtes Gewissen haben wegen der Arbeit!!! Für mich zählt nur meine Gesundheit, meine Familie, mein Privatleben und vor allem mein Baby!!

      Das ist mir hier und in meinem Umfeld aufgefallen das viele den Job an Nummer 1 stellen ..sich aufopfern, krank in die Arbeit gehen..Opfern sich auf usw..klar..der Job ist auch wichtig in meinem Leben und ich vermisse meine Kollegen auch und denke drüber nach wie sie alles meistern ..hab momentan ein BV..aber am Ende des Tages ist mir das vollkommen Wurscht..das ist nicht mehr wichtig! Und weißt du wie sie es dir danken ..in dem sie dich anrufen obwohl du krankgeschrieben bist! Das geht garnicht!!
      Natürlich kannst du machen was du willst..
      Aber für mich ist am Ende des Tages der Job nur ein Job und mehr nicht..andere Sachen sind wichtiger!

      Schöne Kugelzeit dir noch!

      Guten Morgen .... ,, ich wollte die Probezeit abwarten um mit der Familienplanung anzufangen "
      Finde den Satz schon etwas hart , gerade wenn eine Firma noch im Aufbau ist. Dem AG gegenüber etwas unfair.
      Nichts desto trotz steht die Gesundheit des Krümels natürlich an erster Stelle .
      Solltest du in irgendeiner Weise noch helfen können , würde ich dies tun. Ich wünsche dir weiterhin alles gute und eine schöne Kugelzeit ganz liebe Grüße

      • Was ist denn daran unfair? Man kann nicht immer an andere denken! Sie hätte auch in der probezeit mit der Planung beginnen können, da sie ab Beginn der Schwangerschaft Kündigungsschutz hat. Sie hat aber fast ein Jahr dort gearbeitet!
        Wenn man den AG fragen würde, dürfte man ja nie schwanger werden.

    (11) 04.01.19 - 08:45

    Was ist dir wichtiger? dein Kind und du?
    Oder deine Arbeit?

    seit der Totgeburt meines Sohnes im August, war ich bis November im mutterschutz und seit daher krank geschrieben weil ich wusste das ich wieder Schwanger bin

    ich war furchtbar nervös es in der Arbeit zu melden.
    aber weißt du was mein Arzt sagte?
    Chef Leute müssen damit rechnen, dass eine Frau auch mal schwanger wird.
    und eigentlich hat er damit recht.
    alle anderen in meinen Umfeld sagten mir auch, was jetzt in der Arbeit ist, muss nicht mein Problem sein

    Huhu,

    Ich kenne das Gefühl (auch unschwanger).
    Aber es gibt 2 Sachen, die du dir dann sagen musst:
    1. JEDER ist ersetzbar. Klar ist es manchmal nicht leicht aber die Firma wird nicht wegen deinem Fehlen untergehen.
    2. Folgender Spruch "Und selbst wenn man dir für deine Leistung irgendwann eine Statue errichtet scheißt da auch nur eine Taube drauf"

    Also versuch dich zu entspannen und dich auf deine Schwangerschaft zu konzentrieren. Und krank ist krank egal was man hat. Wenn man eine AU hat hat man auf der Arbeit nichts zu suchen - auch nicht um eine kleine Sache zu erledigen.

    Der nächste FA-Termin wird ja vermutlich auch vor der magischen 12-Wochengrenze sein (und leider kann ja auch danach noch was passieren). Du wirst also nicht umhin kommen, dem AG die Schwangerschaft zu verkünden, bevor das größte FG-Risiko vorbei ist.
    Und Du bist ja nicht krank (oder doch?). Ich würde dem AG mitteilen, dass ich einen positiven Schwangerschaftstest hatte, so dass ich aus mutterschurzgründen nicht mehr ins Labor gehe, dass ich aber kommen kann, um die Kollegen bestmöglich dabei zu unterstützen, meine Arbeit abzuschließen.

    (14) 04.01.19 - 13:27

    "Die Härte: wurde dann noch gefragt ob ich noch mal vorbei kommen kann um eine kleine Sache noch zu beenden. "

    Was ist denn daran "die Härte"? Wenn Du Dich wegen Bauchschmerzen krankmeldest kann der AG doch sowas fragen. Du musst es ja nicht machen, aber wenn Du weißt , dass nächste Woche ein entscheidendes Projekt stattfindet, in dessen Vorbereitung Du involviert hast und die Du nicht abgeschlossen hast, darf er die Frage sehr wohl stellen. Das ist verständlich.
    Ablehnen darfst Du natürlich auch.

    Hallo!
    Wie weit kannst du es einschätzen, ob die chemikalien gesundheitsschädlich und damit schädlich für ne eventuelle schwangerschaft sind?
    Mal so als Beispiel:
    Eine Freundin von mir arbeitete als Tierärztin in der Großtierpraxis. Für sie war klar, dass sie vor der 12.ssw nichts sagen wird. Gefahren waren die Medikamente, ansteckende Krankheite und Tritte durch Kühe und Pferde. An störrische Tiere ist sie nicht rangegangen. Wenn ein Tier krank war, hat sie sich ordentlich beschürzt und behandschuht und drei mal mehr die Hände gewaschen. Mit Medikamenten ist sie noch sorgfältiger umgegangen und hat beispielsweise beim Spritzen von Hormonen Handschuhe getragen, oder die Arbeit an wen anderes abgegeben.

    Manche sachen sind nur ein "könnte" und "sollte". Vor all den sachen, die ich oben beschrieben habe, sollte man sowieso acht geben. Die Tierwirte im Stall bekamen kein Beschäftigungsverbot, hatte aber logischerweise mit den gleichen gefährlichen Sachen zu tun - außer den Medis. Die mussten bis zum Mutterschutz im Stall bleiben.
    Geh noch mal in dich und wäge ab, wie man vernünftigerweise mit den Situationen umgeht u d welche gefahren wirklich real sind.
    Gerade,wennn noch nicht eindeutig klar ist, ob die schwangerschaft intakt ist, solltest du schauen, dass du nicht zu oft mit krank ausfällst. Erstens fällt dir die decke auf den kopf und zweitens wird sowieso recht schnell ne schwangerschaft vermutet.

    Hallo,

    wenn ich mich nicht täusche gibt es nur zwei Gründe für ein schlechtes Gewissen bei einer Krankmeldung.

    1. falsch verstandene Arbeitsmoral bzw. Disziplin, d.h. wenn man sich lieber krank zur Arbeit schleppt, als vernünftig wieder gesund zu werden

    oder

    2. wenn die Krankmeldung nicht gerechtfertigt ist

    Was nun auf dich zutrifft musst du selbst herausfinden, dass wird dir hier keiner sagen können ...

    • Was soll ich dazu sagen: ich bin ja nicht krank, ich darf meine Arbeit nur nicht mehr ausführen. Da eine SS noch nicht ganz bestätigt wurde, empfiehlt die Ärztin zu Hause zu bleiben und kann eben noch kein BV aussprechen.

      Meine Überlegung war: Montag vorbei zu fahren, mit den Chefs über meine Situation reden, damit sie Bescheid wissen und besser verstehen können, warum ich zu Hause bleibe.
      Es würden eben tausend fragen kommen, warum ich nicht mehr an meinem Arbeitsplatz arbeiten kann, etc. und bei einer nicht bestätigten SS für einen selbst auch blöd. An dem Tag würde ich dann noch einen Kollegen in meine Arbeit einweisen wollen, damit nichts liegen bleibt.

      • Deine Ärztin wird so oder so kein BV aussprechen können, wenn keine medizinische Indikation vorliegt. Für ein BV aufgrund nicht mutterschutzgerechter Arbeitsbedingungen ist Dein AG verantwortlich. Und der muss handeln, sobald Du ihm die Schwangerschaft mitteilst. Eine schriftliche Bestätigung des Frauenarztes kannst Du dann nachreichen, wenn Dein AG eine will (und die Kosten trägt).

        Fürs BV ist eh dein AG zuständig, also wirst du es ihm sowieso in naher Zukunft mitteilen müssen!

        Vielleicht bekommst du gar kein BV sondern er kann dich woanders einsetzen!

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