Einladung zum Vorstellungsgespräch - worauf soll ich mich einstellen?

    • (1) 10.01.19 - 11:27

      Hallo zusammen,

      ich bin jetzt seit 13 Jahren aus dem Beruf raus. Ich war davor 15 Jahre bei dem Betrieb angestellt, in dem ich auch die Ausbildung gemacht habe. Nun habe ich mich um eine Stelle in einem großen namenhaften Betrieb beworben. Ich habe nach 13 Jahren aus dem Beruf nicht wirklich damit gerechnet, dass man mich überhaupt einladen wird, bekam nun aber eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Man sagte mir, es wird der für mich zuständige Niederlassungsleiter das Gespräch mit mir führen und außerdem der Sales Director und die Personalleiterin.

      Ich bin nun TOTAL aufgeregt, weil ich überhaupt nicht weiß, worauf ich mich bei so einem Gespräch einstellen soll und muss. Mein letztes Vorstellungsgespräch liegt fast 30 Jahre zurück und da war ich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, da hat man nicht viel erwartet von mir. Kann mir jemand hier vielleicht helfen, auf was für Fragen sollte ich mich vorbereiten? Ich habe mich schon über die Firma schlau gemacht auf deren Website, aber leider nicht alles verstanden (Fertigung von hochkomplizierten technischen Geräten, von denen ich null Ahnung habe und das technische Wissen kann ich mir auch nicht mal eben selbst aneignen). Ich möchte mir die Chance auf diesen Job nicht vermasseln, da das wirklich eine so unverhoffte Chance jetzt für mich ist!#zitter Ach so, es geht um einen Verwaltungsposten im Vertrieb (Innendienst). Ich habe genau diese Tätigkeit in meinem alten Betrieb jahrelang gemacht, damit kenne ich mich also aus, aber natürlich nicht mit dem, was sich in 13 Jahren so geändert hat. Allein die ganzen englischen Ausdrücke verstehe ich teils alle nicht (ich kann gut englisch, aber die ganzen Berufs- und Spartenbezeichnungen sind ja auch alle nur noch auf Englisch heutzutage), CEO etc. pp.! #schock

      LG
      sie71

      • Erstmal Glückwunsch zur Einladung!

        Du solltest schon versuchen, zumindest den Zweck der Produkte zu verstehen. Ich denke nicht, dass man von dir das technische Verständnis erwartet. Aber du solltest dir den Zweck schon mal ergoogeln. Oftmals hilft auch YouTube. Man kann das auch ganz gut ins Gespräch einbinden. Da sagst du (auf Nachfrage natürlich), dass du dich im Internet ein bisschen über die Produkte schlau gemacht hast und dass du z.b. Ein ganz gut erklärtes Video gefunden hast, aber natürlich nicht den technischen Background hast, um das im Detail nachvollziehen zu können. Du freust dich aber auf die neue Herausforderung und darauf, deinen Horizont vllt auch in diese Richtung zu erweitern.

        Dann solltest du schon wissen, was im Vertriebsinnendienst auf dich zukommt. Also die aktuelle Rechtslage kennen.
        Deine Schwächen über o.g. Punkte könntest du mit großem Lernwillen und Wissbegieren ausgleichen. Also sagen, dass du kein Problem damit hast, Kollegen zu fragen bei Verständnisproblemen oder gewillt bist, Fortbildungen zu besuchen etc.

        Die englischen Begriffe kann man ja auch über Google herausfinden, einfach ein bisschen Recherche vorher betreiben 😉

        Grundsätzlich solltest du 5 Stärken und 5 Schwächen parat haben, wobei du die Schwächen immer in Schwächen umwandeln können solltest. Z.b. Wie schon erwähnt kennst du dich vllt in der Technik nicht so gut aus, bist aber nicht zu schüchtern, auf deine technischen Kollegen zuzugehen und es dir erklären zu lassen.

        Stell dich auf eins Rollenspiel an, z.b. Mit einem schwierigen Kunden, wie du da reagieren würdest.

        Du solltest dir über deine Office-Fähigkeiten klar sein, je nachdem, was bei der Stelle gefordert ist.

        Es wird garantiert auch die Frage kommen, wieso du 13 Jahre aus dem Beruf raus warst. Ich vermute mal Kindererziehung? Behandle das Thema nicht zu lange sondern schwenke darauf um, dass du jetzt dich wieder neu orientieren möchtest, dass dir das Arbeiten fehlt und du dich freust, dich wieder anderweitig zu beschäftigen und du neu gefordert wirst.
        Wenn die Frage nach der Kinderbetreuung kommt, sagst du nur knapp, dass diese gesichert ist. Der Rest geht den AG nichts mehr an. Auch ob die Familienplanung abgeschlossen ist. Sag, dass du dich jetzt auf deine berufliche Karriere konzentrieren möchtest.

        Ansonsten mache dich nie kleiner als du bist! Sei dir sicher um deine Stärken, tritt selbstbewusst auf und hau ruhig ein bisschen auf die Kacke! Gute und selbstbewusste Leute werden händeringend gesucht, der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Gleiches gilt beim Gehalt! Mache dir vorher viele Gedanken diesbezüglich, schaue was in deiner Region üblich ist und ätze grundsätzlich etwas zu hoch an als zu niedrig. Du wirst in 90% der Fälle heruntergehandelt. Wenn sie dich wollen, scheiterts als letztes am Gehalt. Da kann man immer zusammenfinden!

        Achja natürlich solltest du dir noch überlegen, warum ausgerechnet DIESE Firma! Die wollen nicht hören „ich hätte nie mit der Einladung gerechnet“ (NATÜRLICH hast du damit gerechnet!) oder „sie haben zufällig diese Stelle frei“ sondern du hast dich natürlich umfassend über die Firma informiert, dir gefällt deren Philosophie (steht meist im Internet), dabei ganz besonders dieser und jener Punkt (z.b. Umweltschutz, Familienfreundlichkeit, Innovation etc.) und das passt zu deiner Einstellung. Zudem bist du der Meinung, dass dieses Unternehmen Zukunft hat, weil....(Innovation, Wachstum, irgendwas, was du auf der Internetseite ansprechend findest) und du natürlich einem sicheren Arbeitsplatz mit guten Bedingungen möchtest und der Meinung bist, die Firma kann ihn Dir am besten bieten.

        Vllt noch ein paar kleinere Aspekte (Entfernung, Arbeitszeiten oder ähnliches), die für dich vllt ausschlaggebend sind, aber im Gespräch nie das Hauptkriterium sein sollten, sondern nette Fakten „nebenbei“, die das Unternehmen attraktiver werden lassen.

        Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen 😉 viel Glück!

      (5) 10.01.19 - 12:21

      Ich würde Dich fragen, ob Du nach 13 Jahren noch die PC Anwendungen beherrscht. Das war dann schließlich 2005/6 und ob Du Dich auf dem Laufenden gehalten hast

      • (6) 10.01.19 - 13:18

        Danke, ja, das ist kein Problem, ich bin da nie raus gewesen, weil ich in der Erziehungszeit einen kleingewerblichen Onlineshop betrieben habe, das habe ich auch im Lebenslauf angegeben, nur wird das ja oft nicht als "richtiges" Arbeiten angesehen, da selbständig, keine Referenzen also durch andere, keine Zeugnisse für die Zeit etc.! Aber scheinbar war das für die dort jetzt kein Problem. :-)

        • Na das würde ich Dir zumindest mal als Stärke auslegen, denn scheinbar bist du in diesem Punkt auf dem neuesten Stand! 👍🏻
          Zumal du darüber hinaus nicht untätig zu Hause warst sondern engagiert und eben auch selbstständig. Wüsste nicht, was daran als Schwäche ausgelegt werden könnte. Man muss es nur positiv formulieren 😊

          • Gut macht sich auch immer, wenn man aus seinem bisherigen Job (in deinem Fall ja die Selbstständigkeit) Beispiele bringt, die zum neuen Job passen. Du hast ja bestimmt auch eine Art Vertrieb gemacht, mit Kunden kommuniziert, Konfliktsituationen oder mal Engpässe gehabt. Das passt doch super 👍🏻

            Ja, das stimmt, ich hätte auch einfach nichts können in der Zeit als Haushalt und Kinder, vom Geld her hat sich der Shop nicht wirklich rentiert und war durch den guten Verdienst meines Mannes auch nicht notwendig, es war mehr ein "ich brauche eine Aufgabe, die meinen Geist rege hält". :-) Die Jahre sind für mich auch so herumgegangen wie nichts, ich fühle mich überhaupt nicht, als wäre ich lange aus dem Job heraus, fühle mich absolut fähig und in der Lage, mich sofort wieder in eine neue Herausforderung zu "stürzen" und hab auch richtig Lust drauf. #bla;-)#danke

        (15) 11.01.19 - 11:08

        naja kleingewerblich und Grossunternehmen....die arbeiten leider mit komplett unterschiedlichen Software Produkten.
        Die eine Firmen arbeiten noch normal Excel bei anderen muss du Pivot Tabellenerstellung können und bei anderen gibt es verschiedenen Softwareprogramme die als Standard dienen und die man kennen sollte, besonders im Vertrieb,
        Auch im Vertrieb gibt es oft Bildbearbeitungsprogramme. Programme zum Erstellen von Bildprotokollen (InDesign...)
        Wenn das verlangt wird und andere Mitbewerber können, ist das oft ein K.o Kriterium.

        • (16) 11.01.19 - 12:33

          Ja, das stimmt, ich habe jetzt gesagt, dass ich die Software, die sie da benutzen, zwar nicht kenne, aber dass ich sehr gut und schnell mich in sowas hineinarbeiten kann und das nach einer Einweisung kein Problem darstellen wird. Danke für Deine Tipps. :-)

(17) 11.01.19 - 10:59

naja, du kennt doch die stärken und schwächen im Vertrieb.
Wenn es eine grosse Firma ist, würde ich nachfragen, wie die Zusmamenarbeit zwischen Vertrieb und Marketing ist. Ob hier die Konzepte aufeinander abgestimmt sind.
Wie deine Position aufgebaut ist, wie die Schnittstellen zu anderen Abteilungen ist, PreSales, Produktion, etc.

Kennst du Vertriebler in deinem Bekanntenkreis? Hier kannst ein Crashkurs machen, was die Bezeichnungen angehen. Aber ehrlich jede Firma benennt sie anders.
Bei einer ist der CEO ganz oben, bei der anderen Firma der Abteilungsleite ohne Einbindung der GF.

Lese dich ein ins moderne Vertriebsmarketing, da gibt es immer wieder gute Artikel. Welche Stärken und Schwächen der moderne Vertrieb hat. ..

Wichtig ist, das du mit PC, Handy, moderne Vertriebsapps auf dem neuesten Stand bist.
z.B. werden Reisekosten über Handy Apps gemacht oder noch klassich ( wenn das zu deinen Aufgaben gehört) ....
dann einfach intelligente Frage stellen, wie das Vetreibscontrolling aufgebaut ist, ...
schau welche Referenzen auf der Website angegeben sind und schau mal auf deren Website nach...wie gross, etc. vor allem merke dir ein paar davon.
Hier kannst du schon mal dein Interesse an der Vertriebsabteilung und dein NowHow anbringen,.

Schau nach, ob du Presseberichte findest....über Big Deals, Ausstellung/Messen im ausländischen Raum....du musst keine technischen Abläufe, Daten wissen aber die Website sollte schon von dir richtig gelesen werden. Am besten auch 2– 3 Fragen rausschrieben....ich habe gesehen, das sie viele Kunden im Bereich Automotiv haben aber nur wenige im Bereich Lebensmittelindustrie ...wollen sie das in Zukunft ausbauen? Daraus kannst du dann gleich Vertriebsfragen erstellen...ob der Vertriebler alle Bereiche der Industrie... abdeckt oder die Kollegen einzeln spezialisiert sind....

lisa

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