Beschäftigungsverbot und jetzt?

    • (1) 13.01.19 - 19:21

      Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber ich habe mal ein Anliegen. Ich habe am Freitag die Bestätigung vom Arzt bekommen, dass ich schwanger bin. Es ist auhc ein absolutes Wunschkind. Im ultraschall ist nur hoch aufgebaute schleimhaut zu sehen. In 2 Wochen hat der Frauenarzt mir angekündigt mir ein BV zu geben.
      Nun zu meinem Problem. Ich arbeite in der Altenpflege, bin examiniert. Heißt Tabletten, Insulin...zwar alles Verletzungsgefahren Aber ich würde so gerne einfach weiterarbeiten. Ich bin in dem Heim seit 9 Jahren und alle sind mir ans Herz gewachsen. Ich will da einfach nicht weg, aber wenn ich dort bleibe, dürfte ich eh die Hälfte nicht mehr machen. Ich hab aber einfach Angst dass mir zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Dadurch ist meine Stimmung im Moment echt getrübt. Habt ihr Tipps für mich? Meint ihr es gibt eine Möglichkeit weiterzuarbeiten und irgendwie leichte Aufgaben zu übernehmen? Ich möchte mein Kind nicht gefährden aber auch wirklich nicht nur zuhause sitzen.

      • (2) 13.01.19 - 19:28

        Wieso will Dein Arzt Dir denn ein BV geben?

        • (3) 13.01.19 - 20:22

          Wegen schwerem heben und weil ich auch insulinspritzen geben muss, an deren Nadel ich mich evtl stechen könnte. Aber das dürfte ich eh wenn ich weiterarbeite nicht mehr machen. Er fragte auch erst ob ich da die Möglichkeit habe sitzende Tätigkeiten zu machen.

          • (4) 13.01.19 - 20:29

            Damit würde Dein Arzt seine Kompetenzen aber ganz schön überschreiten. Aufgrund Deiner Arbeitsbedingungen darf er kein BV aussprechen. Und wenn er konsequent wäre, müsste er das auch direkt tun, und nicht erst in zwei Wochen. Du bist ja schließlich jetzt schon schwanger und führst nicht mutterschutzgerechte Arbeiten aus.

            • (5) 13.01.19 - 20:53

              Ehrlich ? Ich dachte immer, dass grade ein Arzt das darf und kann... das er mir das erst in 2 Wochen ausstellen will, fand ich auch seltsam, weil ich hab heute im Frühdienst noch genauso Insulin gespritzt und die ganzen Sachen gemacht... hat auch keiner nach gefragt

              • (6) 13.01.19 - 22:01

                Der Arzt darf nur aufgrund einer medizinischen Indikation, nicht aufgrund der Arbeitsbedingungen. Denn die können ja ggf. angepasst werden.
                Stell Dir vor, Du hast einen Betrieb, in dem es mutterschutzgerechte und nicht mutterschutzgerechte Arbeitsplätze gibt. Eine Mitarbeiterin, die bisher nicht mutterschutzgerechte Arbeiten ausgeführt hat, wird schwanger. Du könntest jetzt umstrukturieren, die schwangere Mitarbeiterin gemäß MuschG beschäftigen, und ein anderer Mitarbeiter übernimmt die Arbeiten, die die Schwangere nichr mehr machen darf. Der Arzt der Schwangeren schickt sie in ein BV, weil sie ihm gesagt hat, was sie arbeitet. Du kannst zwar ihr Gehalt über die Umlagekasse wieder bekommen, aber Du musst erstmal nach einem neuen Mitarbeiter suchen, ihn einarbeiten, für ihn und die Schwangere läuft Urlaub auf. Und das alles, weil der Arzt seine Kompetenzen überschritten hat.

      Du musst ja nicht ins BV gehen 😉

      Dein AG gibt dir einfach Aufgaben die du machen darfst...Problem gelöst

      LG Tanja 16+6🥰

      • Da hast du recht. Ich hab das fast das Gefühl, dass mein AG das aber dann durchsetzen wollen würde... weil die einfach anders planen könnten. Wenn ich da wäre, könnte ich nicht voll eingesetzt werden und es müsste noch jmd zusätzlich zu mir eingeplant werden, weil ich nicht mehr alles machen dürfte...darf der AG das gegen meinen Willen durchsetzen?

    (10) 13.01.19 - 19:35

    Also ich war letzte Woche bei 4+4 das erste Mal bei meiner Ärztin und habe aus gesundheitlichen Gründen direkt das BV bekommen. Ich hätte gerne noch die Möglichkeit gehabt, jemanden in Ruhe einzulernen und alles zu übergeben, aber das hat sich jetzt erledigt.
    Für mich wird es die nächsten Monate auch sehr schwer werden, zu Hause zu bleiben. Ich bin schon am überlegen, was ich alles anstellen kann in der Zeit.
    Aber vielleicht helfen dir meine ersten Überlegungen als Anregung😉
    Ich werd mir ne Dauerkarte fürs Schwimmbad holen und vormittags gehen, wenn nicht so viel los ist. Ausserdem überlege ich, mir noch ne Sprache beizubringen und ich will wieder mehr Zeit zum stricken verwenden.
    Aber trotzdem werd ich wahrscheinlich noch mehr als genug Zeit haben, mit der ich noch nix anzufangen weiß.

    • (11) 13.01.19 - 20:24

      Das ist echt schwer sich zu beschäftigen oder? Klar kann man zum Teil den Tag füllen aber dieses ausgelastet von der Arbeit sein, ist einfach nochmal was anderes irgendwie... davor habe ich eben Angst...

      • (12) 13.01.19 - 20:41

        Mach dir eine “To Do” Liste! Ich bin auch tu Hause wegen BV..ich finde es jetzt nicht so schlimm..hab mir so viele Sachen aufgeschrieben die ich machen will und jeden Tag erledige ich halt was..entspanne viel..lese all die Bücher auf die ich Lust hab...also ich ich finde immer Beschäftigung 😂und wenn dann erstmal der Nestbau Treib einsetzt ..dann hast genug zu tun im Haushalt 😂

Hallo. Du bist examinierte da könntest du Akten evaluieren, Pflegevisiten durchführen, in der Betreuung mitmachen, essen reichen geht auch, evt den Praxisanleiter unterstützen und den Azubis was beibringen z. B Pflegeplanung schreiben, Angehörigen, BeratungsGespräche führen u. U. U. Sprich mal mit deinem Chef da fi der sich sicher ne Möglichkeit.
LG Nadine

  • (14) 13.01.19 - 19:47

    Bei dem BV, das der Arzt aussprechen darf, ist es ja egal, wie viele mutterschutzgerechte Aufgaben die Frau noch erledigen könnte.

    Meine pflegedienstleitung ist glaube ich nicht begeistert davon, wenn ich da bleibe, da ich die Aufgaben wie Insulin verabreichen und medikation stellen nicht mehr machen dürfte. Er müsste nämlich immer dann jmd von nem anderen Wohnbereich holen der das macht. Aber ich kann doch wie du schon sagst für alle die pflegeplanungen machen, ärztliche Kommunikationen, essen reichen, leichte Bewohner versorgen morgens. Tue ich im Moment auch... meine wohnbereichsleitunh würde sich freuen wenn ich da bleibe aber sie hat halt wenig mitspracherecht. Ich hab jetzt erstmal 7 Tage Urlaub und spreche dann mit meiner Einrichtungsleitung, was es Für Möglichkeiten gibt.

    • Du darfst Medikamente stellen ...wichtig sind nur die Handschuhe:)

      • Wirklich?? Da sagt auch der eine das und der andere das.
        Da muss ich nochmal mit der Einrichtungsleitung
        Reden echt. Die muss es ja wissen

        • Ja ...wir haben auxh mehrere Gespräche geführt mit Geschäftsführung und pdl und und und :) ich bin sehr froh gesagt zu haben das ich arbeiten möchte und sie bitte ein Lösung finden . 🤗🤗🤗

          • Wollte grade sagen. Ich wäre darüber auch sehr froh, weil es muss doch eine Möglichkeit geben. Ich sage es nur ungern, aber ich bin doch nicht krank. Ich möchte mich mit meinem Arbeitsplatz einfach ungern entfremden..

    (20) 13.01.19 - 21:24

    Insulin mit Pen oder Spritze? Beim Pen geht das Verletzungsrisiko ja eigentlich gegen null. Versteh mich nicht falsch, ich will nicht gegenschießen sondern nur Impulse geben. In medizinischen Bereichen war man lange ganz schnell im BV. In vielen Fällen zurecht, manchmal aber auch übertrieben und oft auch gegen den Willen der Schwangeren. Was zu so abstrusen Situationen geführt hat, dass Gyn-Chefärzte so getan haben, dass ihnen gar nicht der wachsende Bauch der Assistentin aufgefallen ist, die es wiederum nicht gesagt hat, um die Zeit und Zahlen hinzukriegen. Und Ärztinnen waren nicht allein mit solchen Aktionen. Daher soll das neue Mutterschutzgesetz auch mehr Möglichkeiten geben. Ziel ist es immer, ein BV zu vermeiden, aber Voraussetzung ist natürlich ein angepasster Arbeitsplatz. Eigentlich ist das neue Mutterschutz auch darauf ausgelegt, dass Frauen (in unkritischern Situationen und mit ihrem Einverständnis) mehr selbst entscheiden dürfen, was sie noch tun. So dürfen z.B. Chirurginnen, wenn sie es möchten, unkritische OPs machen. Ich impfe z.B. auch weiter. Da wird mit minimal großer Hohlnadel etwas injiziert (vergleichbar mit sc-Spritzen), kein Blut abgenommen. Natürlich ist das Risiko nicht gleich null, aber minimal, das eines Autounfalls im Alltag ist höher. Was aber nicht heißen soll, dass du das machen musst, nur für dich nochmal als Überlegung, wo du deine persönliche Grenze setzt. In der SS als ich noch in der Klinik war, war ich zurückhaltender: unruhige Patienten, viele auch infektiös, mehr Risiko. Jetzt in der Arbmed sitzen die alle freiwillig und ganz brav und ruhig zum Impfen da (in Ausnahmefällen nehme ich auch Blut ab, wenn die Helferinnen nicht erfolgreich waren - hab mich noch nicht geoutet, würde es aber später im Einzelfall auch noch machen). Aber ich mache meinen Job auch schon einige Jahre und hab einen guten Einblick, wo Gefahren liegen und wo nicht bzw. was ich sicher kann und was nicht.
    Wenn es also kein SS-bedingtes BV gibt, solltest du dich in Ruhe mit deiner Führungskraft (ggf. auch Betriebsarzt) zusammensetzen und die Gefährdungsbeurteilung durchsprechen, was genau bei euch und eurem Patientenklientel geht und was nicht. Dann wisst ihr auch schnell, ob es auf ein BV rausläuft oder nicht.
    Alles Gute

    • (21) 13.01.19 - 21:29

      Danke für deinen ausführlichen Text. Mit all dem hast du recht und ich verstehe garnichts davon falsch.
      Insulinpens meistens. Die fertigpens oder halt die, die man mit Patronen auffüllt. Bei uns wird auch nicht ge- „recapped“ sondern die Nadel direkt im abwurfbehälter abgeschraubt. Ich arbeite auch seit 9 Jahren in der Pflege und habe mich noch nie gestochen. Davon ab haben wir keine infektiösen Patienten. Den Vergleich mit dem Autounfall finde ich super. Es ist auch so... werde ich mal so ansprechen. Finde auch man sollte selbst entscheiden was man sich zutraut und was nicht

(22) 13.01.19 - 19:44

Warum will dir die FA ein BV geben? Gibt es dafür medizinische Indikation?

Ansonsten ist nämlich dein AG zuständig für deinen Arbeitsplatz und du kannst durchaus weiterarbeiten, wenn es mutterschutzkonform geht!

  • (23) 13.01.19 - 20:26

    Das würde auf jeden Fall gehen. Die Frage ist, ob man eine vollzeitstelle mit alternativen Aufgaben füllen könnte. Vor ca. 5 Jahren ist auf meiner Arbeitsstelle fast keiner ins bv gegangen. Die haben alle weitergearbeitet. Ich bin ehrlich gesagt dagegen zuhause zu sitzen und nichts zu tun.

    • (24) 13.01.19 - 21:08

      Du kannst dich ja vorab schon mal informieren bei der Aufsichtsbehörde, welche Arbeiten du noch machen darfst. So kannst du auch mit deinem AG gut argumentieren. Und falls es weniger Stunden als Vollzeit sein sollten ist es doch auch nicht schlimm. Hauptsache dir fällt die Decke nicht auf den Kopf:-)

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