Chef fragt nach Familienplanung - wie antworten?

    • (1) 19.01.19 - 14:07

      Hallo,
      ich bin gerade etwas in der Zwickmühle und hoffe ganz doll, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Ich habe einen einjährigen Sohn und bin auch noch ein paar Monate in Elternzeit. Dennoch wurde ich zu einem Gespräch mit dem obersten Chef geladen zum Thema wie es beruflich weitergeht nach der EZ. Es wird gerade sehr viel umstrukturiert bei uns. Von einer Kollegin, die auch momentan in EZ ist weiß ich dass die Frage kommen wird ob die Familienplanung nun abgeschlossen ist oder weitere Kinder anstehen. Ich möchte schon noch ein zweites Kind aber nicht sofort und wer weiß ob es überhaupt klappt, da wir einige Probleme diesbezüglich hatten. Eigentlich möchte ich mit meinem Chef darüber garnicht reden, ich weiß auch dass ich das bei dem Thema nicht muss aber mir ist eine gewisse Basis schon wichtig. Das heißt ich möchte nicht lügen aber ich habe auch bedenken, dass mir Nachteile entstehen könnten wenn ich sage, dass ich irgendwann noch ein Kind möchte. Durch die Umstrukturierung ist nicht klar ob es meine alte Stelle weiterhin geben wird.
      Habt ihr eine Idee wie ich das Thema elegant abwenden bzw antworten könnte?

      • (2) 19.01.19 - 14:32

        Ich würde dabei ehrlichgesagt eiskalt bleiben und so antworten wie es für dich beruflich am vorteilhaftesten ist. Also im Zweifel "ist erstmal abgeschlossen".

        Denn dein Arbeitgeber darf dich nicht benachteiligen weil du eine Frau bist oder eine Familie haben / erweitern möchtest. Und eine solche Frage zielt immer auf sowas ab. Im Grunde darf er sowas gar nicht fragen / brauchst du darauf eigentlich nicht zu antworten.
        Da "nicht antworten" aber oft auch negativ ausgelegt wird würde ich opportunistisch antworten, wenn ich sonst auch kein Fan von sowas bin.

        (3) 19.01.19 - 14:52

        Vielleicht, dass ihr da momentan keine weiteren Pläne habt?
        Oder, dass es dir nach der Elternzeit ersteinmal wichtig ist, beruflich wieder mit aller Kraft einzusteigen und Beruf und momentanes Kind in Einklang zu bringen, über weiteres habt ihr eben noch nicht nachgedacht...

        Ich finde das auch immer schwierig, klar kann man sagen, dass man nicht drüber sprechen muss und du darfst dann keine Nachteile haben, aber es sitzen da Menschen und wie die sich das drehen weiß man auch nicht.

        (4) 19.01.19 - 16:08

        Ich würde mich einfach gar nicht dazu äußern und die Frage überhören bzw. ignorieren. Wenn er nachfragt lediglich darauf hinweisen, dass ihm doch klar ist, dass die unzulässig ist.

      • (5) 19.01.19 - 17:24

        Kommt darauf an, wie du deinen Chef einschätzt. Frag doch mal eine Kollegen, die schon mehrere Kinder haben. Mitunter kann es der Chef einfach auch nur für die Planung wissen wollen. Bei uns im Betrieb gab es Kollegen, die den Chef in die Kinderplanung eingeweiht haben und welche, die es nicht getan haben. Ehrlichkeit kam ihm sehr an und die Kollegen, die ehrlich waren arbeiten auch heute noch in der Firma. Was ich aber auf keinen Fall tun würde, ist die Aussage verweigern. Das wirkt wie ein Eingeständnis und gleichzeitig sehr misstrauisch. Je nach Bauchgefühl würde ich also entweder ehrlich sein oder lügen.

        (6) 19.01.19 - 17:54

        Du darfst lügen, also antworte knallhart, dass du keine Kinder mehr willst. Unfälle passieren ja immer wieder ;).

      • (7) 19.01.19 - 18:22

        Hallo!

        Also im Grunde darf er das ja gar nicht Fragen, aber ich kann verstehen das er das fragt. Einfach weil auch im Sinne der Firma geplant werden muss.

        Da du nicht wirklich weißt wie es weitergeht, würde ich einfach sagen das noch keine weiteren Pläne gemacht worden sind. Mehr nicht.
        Gar nicht darauf reagieren halte ich für nicht richtig, da man ja weiter ein gutes Arbeitsverhältnis haben möchte. Etwas kooperativ sollte man schon sein, find ich.

        LG Sonja

        • (8) 19.01.19 - 18:47

          "Gar nicht darauf reagieren halte ich für nicht richtig, da man ja weiter ein gutes Arbeitsverhältnis haben möchte. Etwas kooperativ sollte man schon sein, find ich."
          Und wieder wird dem AN eingeredet, dass er die Stimmung usw. versaut, obwohl es eindeutig der Chef mit der Frage tut.

          Der Chef hat einfach nicht zu fragen, basta.
          Also würde ich darüber überhaupt nicht weiter reden!

          • (9) 19.01.19 - 19:04

            Hallo erstmal....

            Ähm......also ich selber finde die Frage nicht schlimm, weil ich den Chef da auch verstehen kann. Ein wenig Menschlich sollte man da schon bleiben und nicht auf bockig machen.
            Rechtlich hast du Recht, aber man haut sich auch keinen Zacken aus der Krone wenn man auf seine Frage etwas antwortet.
            Sie hat doch im Moment keine Pläne, also kann man das doch sagen...ins Detail muss sie und soll sie doch gar nicht gehen.

            LG Sonja

            • (10) 19.01.19 - 19:35

              Wie gesagt, damit schiebt der Chef dem Mitarbeiter den schwarzen Peter zu und das finde ich unter alle Sau!

              Denn wird sie doch schwanger, wird er sicher davon ausgehen, dass sie ihn angelogen hat.

              Was sollen solche Fragen?!?

              Sie sind einfach nicht zulässig und das aus gutem Grunde!

              Denn egal wie du als AN antwortest, du kannst nur verlieren!

              • (11) 20.01.19 - 10:20

                Auch du müsstest eigentlich wissen, dass es arbeitsrechtlich keinerlei „unzulässige Fragen“ gibt, sondern viel mehr ein „Recht zur Lüge“ auf Fragen, bei denen das Recht auf Information des AG nicht schutzwürdig ist. Es steht jedoch jedem AN selbstverständlich völlig frei, die Frage wahrheitsgemäß zu beantworten oder eben nicht.

                • (12) 20.01.19 - 10:58

                  Nein, die Fragen sind unzulässig und deshalb darf man lügen.

                  DAs solltest du aber wirklich wissen und nicht uns was anderes erzählen wollen!

                  Seh ich auch so. In solchen Gesprächen geht es nicht per se darum jemanden abzusägen. Sondern zu planen! Es ist menschlich nachvollziehbar. In einer bestimmten Altersgruppe muss man egal was geplant ist, immer mit diesbezüglichen Ausfällen rechnen. Wer das nicht möchte wird keine Mitarbeiter in der fruchtbaren Zeit ihres Lebens einstellen.

                  Nicht reagieren und ignorieren wirkt nicht professionell und wie ein bockiges Kind. Man kann auch ausweichen ohne auf ignorieren zu schalten. Indem man sagt "Das kann ich nicht beantworten weil ich mir selbst noch gar keine Gedanken dazu gemacht habe. Ich kann weder sagen nein oder ja und bei ja eine Prognose zu einem etwaigen wann geben. Momentan jedenfalls ist es kein Thema."

                  • Ja, so kann man reagieren - ausweichen. Damit ist es ebenso wenig für den AG planbar. Und ganz ehrlich: Was soll da planbar sein, wenn eine Mitarbeiterin sagt sie hätte noch einen Kinderwunsch. Wird dann noch gefragt, in welchem Monat sie die Pille absetzt? Was soll da planbar werden? Wer wird denn genau dann schwanger, wann er selbst oder der AG das gern hätte? Daher ist diese Frage einfach nur ein Eingriff in die Privatsphäre und sonst nichts.

      (15) 19.01.19 - 19:18

      Hallo!

      Du kannst doch einfach ehrlich sein: Ihr habt kein zweites Kind geplant. Punkt.

      Alles andere ist ja nur Spekulation, aber noch lange keine konkrete Planung. Du willst erst mal wieder zurück in den Beruf und gut.

      (16) 19.01.19 - 20:11

      Ich versteh nicht, warum man sich darum den Kopf zerbricht. Die Frage ist nicht zulässig, basta!

      Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten:
      1) du sagst ihm, dass er ja weiß, dass die Frage unzulässig ist und du es daher auch vorziehst nicht zu antworten (höflich aber bestimmt)
      2) du „lügst“ und sagst, die Planung ist abgeschlossen
      3) du konterst und ziehst es ins alberne „Das ist planbar? Sie haben doch auch Familie, da wissen sie doch, dass nichts planbar ist ;-)“ Vielleicht noch ein „Fragen Sie das die männlichen Kollegen auch?“ hinterher.
      4) du umschiffst es und sagst gar nichts zu deinem Privatleben, sondern nur „was das berufliche betrifft können sie mich voll einplanen - darauf wollten Sie vermutlich hinaus.“

      Alle die hier sagen sie können den Chef verstehen: Ein Kinderwunsch und dann tatsächlich schwanger werden und das Kind auch bekommen - dazwischen können Welten liegen. Nichts ist planbar! Oder fragt der Chef auch „Haben Sie vor in den nächsten zwei Jahren schwer zu erkranken oder berufsunfähig zu werden?“ Oder: „Planen Sie für ein ggf. nächste Kinder ihren Mann vollzeit für die Betreuung einzuplanen?“ Oder: „Wie geht es ihren Eltern? Würden Sie diese pflegen, wenn es nötig wird?“

      Unglaublich!

      Ganz ehrlich: Denk dir was gutes aus, womit du stark, ein bisschen witzig und schlagfertig aus der Sache rauskommst. Damit machst du mehr Eindruck, als wenn du anfängst auf deinem Stuhl rum zu rutschen und dich windest wie ein Aal und irgendwas von „ich weiß noch nicht so recht“ faselst.

      • Die von Dir vorgeschlagenen Antworten finde ich super. Vielleicht kann man auch zurückfragen: "Ich plane aktuell nicht schwanger zu werden. Wie sieht's bei Ihnen aus?"

    (18) 19.01.19 - 20:41

    Ich würde einfach freundlich zurück fragen, warum genau er das wissen will. Planung, Besetzung etc. Und danach je nachdem vage antworte, dass du darüber noch nicht entschieden hast bzw dass es derzeit nicht geplant ist oder so etwas.

    (19) 20.01.19 - 08:45

    Vorschlag an urbia: verknüpft diese Antworten in Zukunft an alle Fragen, die zum Thema "Wiedereinstieg nach Elternzeit schwierig" kommen. Zeigen sie doch sehr schön, mit welcher Einstellung einige unterwegs sind.
    Es ist tatsächlich möglich, solche Themen offen zu besprechen. Und das ist in der Regel am Ende der sinnvollste Weg für beide.

    (20) 20.01.19 - 10:26

    Du weißt ja bereits, dass du auf solche Fragen nicht antworten musst. Ich würde entweder dem Vorgesetzten höflich aber bestimmt sagen, dass Du über solche privaten Dinge mit ihm nicht sprechen möchtest oder (und diese Variante würde ich bevorzugen) klar antworten, dass derzeit kein weiteres Kind geplant ist. Das ist ja im Grunde genommen sogar die Wahrheit.

    (21) 20.01.19 - 14:46

    Ich würde auch sagen die Kinderplanung ist abgeschlossen. Es kann dir niemand vorwerfen irgendwann deine Meinung mal zu ändern. Alle Mittelwege aka „Es ist nichts geplant“ hören sich für mich nach Wischiwaschi und ausweichen an und für deinen Chef vielleicht auch.

    Und natürlich sind solche Fragen unter aller Kanone, aber was soll die TE nun ihren Chef darauf hinweisen und diesen Kampf austragen? Am Ende ist Arbeitsrecht etc. schön und gut, doch als AN ist mal eben doch meistens am kürzeren Hebel. Ich wäre da also maximal egoistisch.

    Die Frage ist zwar offiziell nicht gestattet. Allerdings durchaus nicht unüblich.

    Wurde ich bei der Einstellung gefragt. Und ich bin ehrlich. Hab damals gesagt, das mein Sohn auf keinen Fall ein geplantes Einzelkind ist. Aber zum Zeitpunkt der Einstellung das ganz noch so anstrengend und alles ist, das es nicht in absehbarer Zeit geplant sei das 2. Kind hinterher zu schicken. Bin jetzt eineinhalb Jahre nach der Einstellung in den neuen Mutterschutz gegangen. Es war also bei mir kein Hindernis bei der Einstellung. Ich bevorzuge es mit offenen Karten zu spielen. Falls jemand doof schauen sollte, bin ich frech. "Sie haben mich immerhin zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Also müssen Eigenschaften von mir ja prinzipiell zur Stelle passen. Wenn das ein Hindernis wäre, würde man ja keine kurz vor 30 stehende Frau ins Gespräch geladen. Egal ob geplant oder nicht... in meiner Altersgruppe kann man niemals nie sagen!" Da musste mein Chef schmunzeln und meinte "schlagfertig und ehrlich, gefällt mir".

    • Ich teile die Meinung gar nicht. Ich finde damit, dass man auf diese Fragen eingeht unterstützt man aktiv, dass sie auch immer wieder gestellt werden, „üblich“ bleiben und Frauen deshalb aufs Abstellgleis geschoben werden. Schön doof...

      • Wer sich abschieben lässt. Jedem steht offen auf Fragen zu antworten. Ich leugne auch nicht das die Frage offiziell nicht zulässig ist. Sie gilt aber als üblich. Und hat nix damit zu tun wer darauf Antwort gibt oder nicht. Sondern es ist abhängig davon wie stark es den AG persönlich relevant erscheint.

        Mir hat diese Offenheit weder beim alten AG noch beim neuen ein bein gestellt. Ich hab damals zu meinem alten AG aktiv das Gespräch gesucht. Das ich mich langfristig verändern muss in den Konditionen, da ich langfristig auch Familie plane und entweder mir hier und da entgegen gekommen wird, oder ich vor der Familienplanung Ausschau nach anderen Gefilden nehmen muss. Ging vor allem um Arbeitszeit als auch fixum im Lohn ohne Schwankungen. Und mein Chef ist mir entgegen gekommen und meinte das meine Gedanken nachvollziehbar sind in meinem Alter und er ungern eine gute Arbeiterin wegen sowas verlieren wollte. Mittlerweile hat sich in vielen Branchen das Verhältnis von Nachfrage und Angebot verschoben. Es ist zumindest in meinem Job nicht üblich das massig Leute vor der Tür stehen die sofort meinen Job machen wollten. Man bekommt eher Prämien wenn man Leute anwirbt.

        • Glaub mir, das bekommst du ann gar nicht mit, ob du aufs Abstellgleis geschoben wirst. Das passiert hinter den Kulissen. Wenn das nächste mal ne Gehaltsrunde geplant wird, dann werden andere damit „motiviert“ und nicht du, wenn darüber nachgedacht wird, wer in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen kann oder ne Fachschuling bezahlt bekommt, dann sind es andere und nicht du, so könnte ich jetzt ewig weiter machen.

          Klar, du denkst vielleicht „Ist ja alles prima hier und so wie bisher“, ich nenne es kalkulierten Stillstand, selbst eingebrockt.

Top Diskussionen anzeigen