Anderer Job während Elternzeit?

    • (1) 21.01.19 - 13:27
      Ratlos...

      Hallo,

      ich bin von 08/18 bis 08/21 in Elternzeit, möchte aber ab 09/19 wieder in Teilzeit arbeiten.
      Mein Arbeitgeber (fester Vertrag) ist pro Strecke 60 km entfernt.
      Jetzt habe ich ein gutes befristetes Jobangebot in Aussicht. Wäre bei mir im Ort und für 25 Wochenstunden, so in etwa wie ich eh wieder arbeiten gehen möchte.
      Jetzt stellt sich mir die Frage: Kann ich während der Elternzeit diesen neuen Job antreten, obwohl ich bei meinem eigentlichen AG einen Festvertrag habe. Natürlich OHNE meinen Vertrag zu kündigen. Also quasi für 1 oder 2 Jahre während der Elternzeit dort zu arbeiten, dann würde sich auch alles viel besser mit der Kinderbetreuung vereinbaren lassen.

      Hat da jemand eine Ahnung?

      Liebe Grüße

      • (2) 21.01.19 - 13:35

        Ja darfst du, aber nur mit Zustimmung deines Arbeitgebers wo du in Elternzeit bist. In dem Antrag musst du auch angeben bei welchem AG du während der EZ arbeiten möchtest.

        Hey.
        Du darfst Teilzeit (max. 30Std) in deiner Elternzeit bei einem Fremdarbeitgeber arbeiten WENN dein Hauptarbeitgeber diese "Nebenbeschäftigung" genehmigt hat.
        Sprich du machst einen Ausdruck auf dem steht, dass dein Hauptarbeitgeber bei dem du in Elternzeit bist bis 08/21 dir eine Nebenbeschäftigung bei einer anderen Firma genehmigt. Bekommst du diese Genehmigung nicht, darfst du auch nirgens anderes in Teilzeit arbeiten.
        Und denk dran, dass dir für diese Beschäftigung nur Steuerklasse 6 zur Verfügung steht. Natürlich bekommst du dann Geld bei der Steuererklärung wieder, aaaber es fehlt dir ja bis dahin.
        Also überlege mal, ob du ggf doch Teilzeit bei deinem Hauptarbeitgeber gehen möchtest Geld technisch. Weil ggf relativiert sich das ja dann vom Geld her. Natürlich nicht von der Fahrzeit, aber gut.

        Also kurzum nochmal zusammengefasst : du darfst in der EZ woanders TZ arbeiten, allerdings NUR mit schriftlicher Genehmigung deines Haupt-AG's. Da kommst du nicht drumrum.

        Liebe Grüße

        • (4) 21.01.19 - 14:53

          Hey du, du scheinst dich ja gut auszukennen, wenn ich in der Elternzeit nun auf 450 Euro Basis irgendwo arbeiten möchte, muss ich dann a) meinem AG vorher genau sagen wo ich das machen möchte und b) das wird ja eh nicht versteuert dann oder?

          • Du brauchst auf jeden Fall die Genehmigung deines AG und wenn du bei der Konkurrenz arbeiten möchtest kann er das verwehren, ebenso wenn er dich selbst braucht.

            • (6) 21.01.19 - 17:49

              Ok, mich braucht mein AG nicht mehr, hat seine beste Freundin als Vertretung und ich werde mir eh was neues nach der Elternzeit suchen.

              Kann er es ablehnen, wenn ich was Branchenfremdes mache? Und wenn ich doch im Unternehmen arbeiten sollte, dann meine ich gelesen zu haben im Gesetz, dass das nur für min. 15 Stunden pro Woche geht?

          Hey.
          Also auch für 450€ brauchst du die schriftliche Genehmigung.
          Das mit dem WO ich arbeite genehmigen lassen, kenne ich nicht. Ich hatte mir zb die schriftliche Genehmigung geholt, als ich noch gar nicht wusste, wo ich überhaupt anfangen werde. Wäre es nun direkte Konkurrenz gewesen, hätte ich wohl nochmal neu angefragt, aber da es das nicht war, hab ich mir nur die Genehmigung geholt, bei einem Fremdarbeitgeber während der EZ arbeiten zu wollen/können/dürfen.
          Steuern zahlst du bei 450 nicht, aber ich würde in die Rente einzahlen. Die paar Euro weniger, ist ja auch egal. Finde ich. Muss aber jeder selbst wissen.
          Am Ende darf ich mir wieder anhören, dass etwas "falsch" wäre.

      „Und denk dran, dass dir für diese Beschäftigung nur Steuerklasse 6 zur Verfügung steht“

      Das ist falsch. Man kann nämlich den ruhenden Arbeitsvertrag in Steuerklasse 6 setzen und den anderen in die bessere.

      • "Man kann nämlich den ruhenden Arbeitsvertrag in Steuerklasse 6 setzen und den anderen in die bessere."

        Das ist falsch.
        Siehe unten.
        Das kann man selbst schonmal überhaupt nicht tun. Das muss der Hauptarbeitgeber tun, sprich sich selbst von 1 oder 4 auf 6 setzen. Tut ers nicht - > siehe unten.
        Nicht alle AG's möchten das. Da muss dann der AN mit der schlechteren Klasse 6 leben und sich das über die Steuer zurück holen. Fehlen tut es trotzdem erstmal.

    "Und denk dran, dass dir für diese Beschäftigung nur Steuerklasse 6 zur Verfügung steht. Natürlich bekommst du dann Geld bei der Steuererklärung wieder, aaaber es fehlt dir ja bis dahin. "
    Wie kommst du darauf? Man kann problemlos (natürlich auch wenn der AG einverstanden ist) die bisherige Steuerklasse für den Nebenjob nehmen und die 6 für den Hauptjob, wo man eh in Elternzeit ist.

    • "(natürlich auch wenn der AG einverstanden ist)"
      Da ist doch der wichtige Punkt. WENN der HAUPTarbeitgeber, was er nunmal ist, einverstanden ist den "Nebenbeschäftigungs-AG" zu mimen. Wenn er einem Wechsel der Klassen nicht zustimmt, bleibt nur die 6. Natürlich bekommt man dann in der Steuererklärung was wieder, aber es fehlt erstmal. Und es ist nunmal die höchste Versteuerung in 6 und lohnt sich zum Teil einfach nicht.
      Man selbst kann die Klassen nicht ändern. Ich war beim FA und habe genau erklärt bekommen, wie das mit der 6 läuft.
      Bei dem Wechsel oder nicht ist sie ebenfalls auf den Good Will ihres AG's angewiesen. Es gibt viele Finanzämter, die stur stellen, wenn ein Nebenarbeitgeber versucht mit 1 oder 4 anzumelden, wenn diese schon durch den Hauptarbeitgeber besetzt ist. Da kommt direkt zurück, dass nur die 6 frei ist. Punkt. Ich habe über 1 Jahr beim Steuerberater gearbeitet und das oft genug gesehen. Natürlich KANN man Glück haben und das FA nimmt halt 1 oder 4 und haut den Hauptarbeitgeber einfach in die 6. Aber das ist mehr Ausnahme als Regel.

Hi,
Ja aber wie du schon sagst ist am Ende das zu versteuernde Einkommen relevant und alles andere ist nur unterjährig relevant. Die Fahrtkosten kriegt man ja nur zu seinem Grenzsteuersatz quasi zurück, von dem Aufwand und Stress mal abgesehen.
VG

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